Guter Start in der Krippe

„Laura ist ein Jahr alt. Da ich alleinerziehend bin und wieder arbeiten muss, werde ich sie in einer Krippe betreuen lassen. Ich habe ein wenig Angst davor, denn Laura hängt sehr an mir. Wie kann ich ihr bei der Eingewöhnung helfen?“

Es ist gut, dass Sie sich Gedanken über die Eingewöhnung machen. Denn diese Zeitspanne ist sowohl für die Eltern als auch für das Kind wichtig. Auch die Eltern brauchen Zeit, um sich von ihrem Kind abzunabeln, obwohl sie ja wissen, was auf sie zukommt. Das Kind dagegen versteht ja noch gar nicht, weshalb es nun längere Zeit von fremden Menschen betreut werden soll. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass Sie sich so viel Zeit nehmen, wie Laura braucht, um sich in der Einrichtung einzugewöhnen und zu diesen „fremden Menschen“ Vertrauen aufzubauen.

Wiedereinstieg nach Eingewöhnungszeit

Sie sollten Ihren geplanten Wiedereinstieg in den Beruf erst dann in Angriff nehmen, wenn sich Ihr Kind eingewöhnt hat. Wie lange diese Zeitspanne dauert, ist unklar, denn jedes Kind reagiert anders. In der Regel wird die Eingewöhnung so ablaufen, dass Sie Laura in die Einrichtung begleiten. Die Zeitspanne, die für die Begleitung vorgesehen ist, wird in Absprache mit den Erziehern und je nachdem, wie das Kind die Situation verkraftet, ganz allmählich verkürzt.

Wenn Probleme auftreten

Als Jannik in die Kinderkrippe kam, hatte die Mutter noch zwei Wochen Zeit, bis sie ihre Arbeitsstelle wieder antreten sollte. In diesen zwei Wochen schien die Eingewöhnung auch gut zu laufen. Gegen Ende der zweiten Woche wollte die Mutter, ohne Rücksprache mit den Erziehern, die Eingewöhnung abschließen. Deshalb brachte sie Jannik in die Kinderkrippe, verabschiedete sich kurz und verschwand. Jannik reagierte mit sofortigem Schreien. Die Mutter war nicht erreichbar. So schrie Jannik mehrere Stunden lang, bis er schließlich erschöpft einschlief. Als die Mutter dann zu arbeiten anfing, verweigerte sich Jannik schon beim Anziehen zu Hause. Er schrie und wehrte sich. Nach zwei Wochen war auch die Mutter fertig mit den Nerven. Sie nahm Urlaub und kümmerte sich wieder um ihr Kind. Als Jannik spürte, dass seine Mutter wieder Zeit für ihn hatte, ließ er sich problemlos in der Krippe eingewöhnen. Hätte die Mutter sich von vornherein Zeit für die Eingewöhnung genommen, wären ihr einige Probleme erspart geblieben.

Schenken Sie Ihrem Kind Zeit!

Die wichtigste Hilfe bei der Eingewöhnung heißt: Nehmen Sie sich Zeit! Das Tempo bestimmt nicht Ihr Arbeitgeber, sondern ganz allein Ihr Kind. Bleiben Sie erreichbar. Auch wenn Ihr Kind eingewöhnt ist, sollten Sie für Ihr Kind da sein können, wenn es plötzlich Fieber bekommt. Eine weitere wertvolle Hilfe bei der Eingewöhnung ist ein soziales Netzwerk. Es entlastet Sie sehr, wenn Sie eine Oma oder eine gute Freundin haben, die Ihr Kind aus der Kita abholen kann, wenn es plötzlich krank wird oder wenn es von der Rutsche gefallen ist und sich verletzt hat. Ihr soziales Netzwerk sollte aus mindestens einer zuverlässigen Person bestehen, der Sie und Ihr Kind vertrauen. Letztlich gilt: Eine gute Eingewöhnung ist die Grundlage für eine problemlose Kita-Zeit.

Ingrid Neufeld ist Erzieherin und Mutter von drei inzwischen erwachsenen Töchtern. Sie lebt in Mittelfranken.

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