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Alleinerziehende-Verband Ledige Väter sollen nicht automatisch Sorgerecht erhalten

 

Ledige Väter sollen nach Ansicht des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter nicht bereits unmittelbar nach der Geburt des Kindes das Sorgerecht erhalten.

 Entsprechende Pläne von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) gingen an der Lebenswirklichkeit von Alleinerziehenden vorbei, sagte die Vorstandsvorsitzende Edith Schwab dem epd. Es sei falsch, Mütter vor Gericht zu zwingen, wenn sie mit dem gemeinsamen Sorgerecht nicht einverstanden seien.

 Es gebe einfach zu viele Lebensumstände, in denen ein Sorgerecht der nichtehelichen Väter undenkbar sei. Als Beispiele nannte die Speyerer Rechtsanwältin Schwangerschaften nach flüchtigen Beziehungen, die bereits vor der Geburt wieder gelöst wurden. Nach dem Vorschlag der Bundesjustizministerin sollen beide Elternteile von der Geburt des Kindes an das Sorgerecht erhalten, sofern die Mutter dem nicht widerspricht und ihr ein Familiengericht recht gibt.

 Schwab beklagte, dass Unterhaltsansprüche in Deutschland viel zu oft gerichtlich eingeklagt werden müssten. Nach neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sind 41 Prozent der Alleinerziehenden, die meisten von ihnen sind Frauen, auf Hartz IV angewiesen. Schlecht bezahlte Jobs und mangelnde Angebote in der Kinderbetreuung seien die Hauptgründe dafür, dass Alleinerziehende oft in Hartz IV abrutschten, sagte Schwab. Die von der Bundesregierung geplante Streichung des Elterngeldes für Hartz-IV-Bezieher hält Schwab für ein fatales Signal an alleinerziehende Frauen. «Frauen, schminkt es Euch ab, lasst das mit den Kindern sein!», laute die Botschaft der Bundesregierung.

Quelle:epd family jetzt kostenlos testen

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