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Initiative CSU und SPD rufen zur Ächtung von Genitalverstümmelung auf

 

Zum Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung am Samstag (6. Februar) rufen Politiker zur weltweiten Ächtung dieser Praxis auf. Umstritten bleibt jedoch, ob im Kampf gegen die Beschneidung von Frauen eine Strafrechtsänderung erforderlich ist.

 Die bayerische Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) forderte am Donnerstag, einen eigenen Straftatbestand für Genitalverstümmelungen zu schaffen. «Nur das ist ein klares Signal an die Täter.»

 Haderthauer unterstützt damit einen Gesetzentwurf von Baden-Württemberg und Hessen, der eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren für Genitalverstümmelungen vorsieht. Bisher wird die Tradition als einfache oder gefährliche Körperverletzung geahndet.

 «Mit der Strafrechtsänderung wird weder Genitalverstümmelung bekämpft noch den Opfern geholfen», kritisierten dagegen der menschenrechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christoph Strässer, und die familienpolitische Sprecherin Caren Marks. Eine Strafbarkeitslücke bestehe nicht.

 Weltweit sind bis zu 140 Millionen Frauen an ihren Genitalien verstümmelt. Jedes Jahr trifft es drei Millionen Mädchen. In Deutschland sind schätzungsweise 5.000 Mädchen davon bedroht. Knapp 17.000 Frauen sind bereits verstümmelt.

 Genitalverstümmelung ist in insgesamt 28 afrikanischen Ländern vor allem südlich der Sahara verbreitet. Außerhalb Afrikas wird der Eingriff vor allem in arabischen Ländern wie Oman und dem Jemen praktiziert. In Europa und Nordamerika lassen Migranten aus den entsprechenden Ländern ihre Töchter beschneiden, oftmals während eines Urlaubs in der Heimat. 

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