Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat eine kinderfreundlichere Politik angemahnt. «Ich appelliere an die Politiker, die wenigen Kinder, die wir haben, so zu fördern, dass sie eine Zukunft haben», sagte Woelki in Berlin in einem vorab veröffentlichten Bischofswort des rbb-Hörfunks, das am Samstag ausgestrahlt wird. Wer heute in den Bereichen Jugend und Familie spare, der vergesse, dass die Folgekosten sehr viel höher sein werden, fügte der katholische Theologe hinzu.
Dabei verwies Woelki auf die hohe Anzahl von Kindern in Berlin, die von staatlichen Leistungen leben. «In keiner anderen deutschen Großstadt leben so viele Kinder von Hartz IV.» Für die Kinder bedeute die Armut, dass ihnen bereits in jungen Jahren die Zukunft verbaut werde. «Klassenfahrten, Musikschule oder Sportverein können sie vergessen.»
Es gebe Familien und Alleinerziehende, «die nicht in der Lage sind, sich selbst zu helfen», erklärte der Berliner Erzbischof weiter. «Sie sind weder faul noch 'dekadent' - sie sind arm.» Diese Menschen müssten die Solidarität der Gesellschaft in Anspruch nehmen können, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben oder sich verschämt zu verstecken. Aufgabe der Politik müsse es sein, «für diese Solidarität zu sorgen», betonte Woelki.



