Plötzlich Papa

Vater zu werden, ist ein ganz besonderer Schritt im Leben eines Mannes. Vor allem, wenn es etwas ungewöhnlich zugeht, wie bei den Männern, die Priska Lachmann getroffen hat.

 

„Ich musste gleich seine Hand halten.“

Michael* ist ganz plötzlich Papa eines zweijährigen Sohnes geworden. Er verliebte sich in eine Frau, die ein Kind mit in die Beziehung brachte. „Mein erstes Zusammentreffen mit Hannes war sehr leicht, weil der Kleine mich sofort in das aktuelle Spiel mit einbezogen hat“, erinnert er sich. „Hannes* hat mir alle seine Spielsachen gezeigt, jedes Spielzeugauto und sogar die Badeente. Am ersten Tag haben wir einen Spaziergang zum See gemacht und ich musste gleich seine Hand halten. Das war ein tolles Gefühl“, schwärmt Michael. Anfangs war er aufgeregt ob seiner neuen Verantwortung. Er war lange Single gewesen und musste innerhalb kürzester Zeit nicht nur Hannes, sondern direkt auch die neuen Schwiegereltern kennen lernen. Da Michael aber von Anfang an wusste, dass seine Freundin ein Kind hat, konnte er sich ganz bewusst darauf einlassen und auch darauf, Hannes wie sein leibliches Kind zu lieben. Die erste Zeit des Zusammenlebens war dann aber doch ungewohnt. Michael merkte schnell, dass ein Kind 100 Prozent des Tages einnimmt und man wenig Zeit für andere Dinge hat. „Ich hatte manchmal Angst, Fehler zu machen. Gerade in Situationen, in denen ich mit Hannes allein war und er Trotzanfälle bekam“, gibt Michael zu. Doch schnell war er in die Papa-Rolle vollends reingewachsen. Er wurde zum Trostspender Nummer eins, zum „Superhelden“ und schließlich zum „echten“ Papa. Zu Beginn hatte Michael Angst, der Rolle als Papa nicht gerecht zu werden, inzwischen erfüllt es ihn mit Stolz, Papa zu sein. Das war und ist für ihn allerdings ein Wachstumsprozess. Die Liebe, die schönen Momente, das Vertrauen, das ihm von Hannes entgegengebracht wird – das alles macht ihn glücklich und dankbar.

* Namen geändert

 

Priska Lachmann ist verheiratet, zweifache Mama, Theologin, freie Redakteurin und Bloggerin von www.mamalismus.com

 

Mehr Beiträge zum Thema „Plötzlich Papa“ gibt es in der Family-Ausgabe 3/17

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