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„Ich kann jederzeit aufhören“

Von Gottfried Muntschick


Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm...

18 Prozent der bis 17-Jährigen rauchen. Je eher Jugendliche mit dem Rauchen beginnen, desto schwerer fällt es ihnen aufzuhören. Was können Eltern tun?

Für belehrende Vorträge sind Jugendliche nicht zu haben. Eher interessieren sie sich für sachliche Informationen, die ihnen helfen, sich ein eigenes Bild zu machen. Es ist nicht einfach, mit Teens zu diskutieren, die bereits rauchen. Da heißt es: „Alle meine Freunde rauchen“, „Ich rauche ja nur wenig – das ist nicht so gefährlich“, „Ich kann jederzeit aufhören“, „Rauchen entspannt mich“. Hier müssen Eltern gut gewappnet sein. In vielen Fällen helfen gute Informationen: Es rauchen eben nicht alle. Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter mal eine Zigarette probiert, ist das nicht schlimm. Es gehört zum jugendlichen Experimentieren. Trotzdem gilt: Auch wenig rauchen schadet vom ersten Tag an (unabhängig ob Zigarette, Pfeife oder Wasserpfeife!) und die Erfahrung lehrt, dass die Abhängigkeit immer stärker wird. Das zeigt sich besonders, wenn Sie mit Ihrem Sohn, Ihrer Tochter eine Abstinenzzeit verabreden. Selten stehen Jugendliche das durch. Was auch immer an merkwürdigen Argumenten kommt, versuchen Sie Ihr Kind ernst zu nehmen und seine Argumente anzuhören. Am besten gelingt das durch Fragen: „Was reizt dich so am Rauchen?“, „Was müsste geschehen, damit du nicht mit dem Rauchen anfängst?“

Verantwortung statt Vorwürfe

Warum rauchen Teens? Am prägendsten ist das Vorbild rauchender Eltern. Oft entstammt die erste heimliche Zigarette der elterlichen Schachtel. Als Zweites ist der Einfluss gleichaltriger Freunde zu nennen. Aber neben dem Einfluss von Rauchern gibt es auch den von Nichtrauchern. Eltern sollten ihre Kinder unterstützen, wenn sie in Nichtraucherkreisen verkehren. Die Gruppierungen polarisieren sich zum Teil sehr stark.

Wenn Jugendliche in ihrer Clique rauchen, fühlen sie sich anerkannt und zugehörig, zwei Punkte, die besonders in der Pubertät sehr wichtig sind. Manchmal ist es auch Protest gegen das Elternhaus. Da können Eltern mit ungewohnten Mitteln dagegenhalten: Ermutigung und Vertrauensvorschuss. „Ich glaube, du kommst davon los.“ „Du hast das Zeug dazu, standhaft zu bleiben.“

Belohnung statt Bestrafung

Vor dem Einstieg in einen regelmäßigen Zigarettenkonsum gibt es eine Experimentierphase, in der Zigaretten ab und zu probiert werden. Wenn Eltern das bemerken oder vermuten, sollten sie mit ihrem Kind sprechen, bevor sich eine feste Gewohnheit entwickelt hat. Denn je früher der Jugendliche das Rauchen wieder beendet, umso größer sind die Chancen, dass er dauerhaft Nichtraucher bleibt. Bestrafungen führen hierbei in der Regel nur in die Heimlichtuerei. Vielleicht helfen Anreize und Belohnungen ür erreichte Etappen. Eine Familie hat ihren Kindern in Aussicht gestellt, dass sie den Führerschein bezahlen, wenn die Kinder bis zum 18. Lebensjahr nicht geraucht haben. Kleinere Schritte und Belohnungen sind sicher auch sinnvoll. Sie sollten einem Gespräch mit dem Jugendlichen entspringen. „Was ist es dir wert, nicht mit dem Rauchen anzufangen?“ „Was müsstest du in Aussicht haben, um mit dem Rauchen aufzuhören?“ Eltern stehen hier noch einmal ganz neu in der kreativen Verantwortung für ihr Kind. Auch wenn die Möglichkeiten begrenzt sind, sollten sie nichts unversucht lassen.


Gottfried Muntschick ist Referent für Familienarbeit im CVJM Sachsen-Anhalt, Vater von sechs Kindern und lebt in Halle/Saale.

Quelle:family

Labels: Rauchen

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