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family.de „Döner muss ich selber kaufen“

Von Ute Wegend


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Sven Gerhardt

Bei einer Geburtstagsfeier saßen wir abends mit mehreren Paaren zusammen. Aus Petra brach es förmlich heraus: „Was meint ihr?“ Ihre 18- jährige Tochter Maike war mit fünfzig Euro Haushaltsgeld vier Tage allein für sich verantwortlich, da die Mutter häufig unterwegs sein musste.

Nach ihrer Rückkehr forderte die Tochter eine Nachzahlung, da das Geld nicht gereicht hatte. Es stellte sich heraus, dass sie sehr teure Lebensmittel und maßlos unnötige Süßigkeiten gekauft hatte. „Wir haben darüber diskutiert und ich habe mich schließlich geweigert, noch zwanzig Euro drauf zu zahlen. Dann flogen die Türen und es herrschte Funkstille. Wie hättet ihr reagiert?“, fragte Petra.

 

Begrenzte Mittel


Wie erzieht man Jugendliche am besten zum eigenständigen Umgang mit Geld?  Jugendliche müssen lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das bedeutet auch, dass sie es lernen sollten zu warten und zu sparen, wenn das Geld für einen speziellen Wunsch nicht reicht oder ihr Taschengeld schon am 15. des Monats weg ist. Eltern oder Großeltern tun ihren Kindern und Enkeln keinen Gefallen, wenn sie immer einspringen. Den Umgang mit Geld lernt man am besten, wenn man die Begrenztheit der eigenen Mittel akzeptieren und sich – gezwungenermaßen – planend verhalten muss. Einer der größten Fehler ist, Kindern Geld einfach nach deren Bedarf zu geben, also jeden Wunsch sofort zu erfüllen. Ein begrenzter Betrag, den Eltern ihren Kindern regelmäßig zur eigenen Verfügung auszahlen, ist eine unverzicht bare Grundlage, um den Umgang mit Geld zu lernen.



Konkrete Tipps


• Taschengeld ist kein Erziehungsmittel. Mit dem Taschengeld sollen Kinder lernen, mit Geld umzugehen. Wohlverhalten darf nicht mit Geld verknüpft werden.
• Es ist wichtig, das Taschengeld zu einem festen Zeitpunkt auszubezahlen, bei Jugendlichen am besten monatlich.
• Machen Sie mit dem Jugendlichen aus, wofür das Taschengeld gedacht ist und was davon bezahlt werden muss.
• Es ist sinnvoll, Regeln aufzustellen: Den neuesten James Bond beim gemeinsamen Kinobesuch bezahlen die Eltern, alle anderen Kinobesuche müssen selbst bezahlt werden. Einen Döner muss der Jugendliche selbst kaufen, was nicht heißt, dass nicht auch einmal einer spendiert wird.
• Die Ausgaben sollten nicht kontrolliert werden. Der Jugendliche darf darüber frei verfügen. Auch Kommentare über –in den Augen der Eltern! – unnütze Dinge sollten vermieden werden.
• Mithilfe im Haushalt sollte nicht entlohnt werden. Ausnahmen bilden besondere Aufgaben, zum Beispiel das Streichen eines Zimmers.
• Wichtig ist der Umgang mit Telefonkosten. Hilfreich ist der Kauf eines Prepaid-Handys. Auch wenn die Festnetzrechnung das normale Limit übersteigt, sollten die Jugendlichen an den Kosten beteiligt werden.
• Jugendliche sollten sich ihre Kleidung eigenständig kaufen. Das schult die Fähigkeit, größere Summen zu verwalten.
• Jugendliche sollten über ein eigenes Bankkonto verfügen. Hierauf können das Taschengeld, Geldgeschenke oder selbstverdientes Geld überwiesen werden. Wichtig ist, dass das Konto nicht überzogen werden kann.
• Die Höhe des Taschengeldes ist abhängig vom Alter des Kindes und vom Einkommen der Eltern. Ich rate dringend davon ab, sich nur nach der Taschengeldhöhe der Freunde zu richten.


Ute Wegend lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern im Alter von 15 bis 23 Jahren in Berlin. Sie ist Beauftragte für „Stufen des Lebens“ (Religionsunterricht für Erwachsene) in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.


Webtipps:
www.fit-fuers-geld.de
www.swr.de (Suchbegriff „Taschengeld“)
www.elternimnetz.de

Buchtipp:
• Fries/Göbel/Lange: Teure Jugend.
Wie Teenager kompetent mit Geld umgehen (Budrich)
ISBN:
978-3866490741

 

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