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Zwischen Ballerspiel und Lernprogramm

Von Birgit Wenzel


Spielkonsolen, DVDs und Co.

Schon bei meiner Recherche für diesen Artikel habe ich die Kids verstanden, die stundenlang an der Spielkonsole oder am PC sitzen. Computer spielen macht echt Spaß! Und ich habe festgestellt: Man darf nicht alles schlecht reden. Was, sagen Sie, das aus der Feder einer Erzieherin, die sich hauptsächlich mit Sprachförderung beschäftigt? Verdummen unsere Kinder plötzlich doch nicht mehr vor Computer, DVD-Player und Co.? Die Antwort lautet: jein. Es gibt auf dem Markt eine Vielzahl unterschiedlicher Spielkonsolen mit einer schier unüberblickbaren Menge an Spielen. Dazu gehören sowohl völlig destruktive Ballerspiele als auch ganz harmlose Spaßspiele bis hin zu wertvollen Lernspielen. Wichtig ist, wie bei jedem Medienkonsum, die Kontrolle der Eltern: Was spielt mein Kind und wie lange spielt es? Ein festes Regelwerk ist hier unerlässlich. Die Zeit, die ein Grundschulkind wöchentlich an PC, Spielkonsole oder DVD-Player verbringt, sollte drei Stunden nicht übersteigen.

Die richtige Dosierung

Viel Spaß bietet die Konsole „Wii“ von Nintendo, bei deren Spielen man sich immer auch bewegen muss. Die Sportspiele dienen der Körperkoordination und dem Training bestimmter Bewegungsabläufe. Es gibt daneben eine Vielzahl anderer Spiele, die mehr oder weniger intensive Bewegungen erfordern. Die „Wii“ ist sehr vielseitig und bringt Kinder auch an regnerischen Tagen von der Couch. Viele Spiele sind für die ganze Familie spaßig und man hat immer die Möglichkeit, im Team zu spielen. Eine andere Konsole, die schon für Grundschulkinder bis hin zu Erwachsenen geeignet ist, ist die „DS Lite“ von Nintendo. Praktisch ist, dass man sie gut mitnehmen kann. Auch hier gibt es alles – von totalem Nonsens bis hin zurecht guten Spielen. Interessant ist zum Beispiel das Gehirnjogging, das schon Sechsjährige in einigen Levels beginnen können. Auch gegen das DVD-Schauen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, solange die Auswahl der Filme und die Dosierung stimmt. Beachten sollte man die FSK-Altersempfehlung, auch unter dem Aspekt, dass diese oft zu lax gehandhabt wird. Gut ist es, wenn die Eltern den Film schon im Vorfeld alleine ansehen, um zu beurteilen, ob er für ihr Kind tatsächlich geeignet ist. Bei Fernsehkonsum allgemein ist immer zu empfehlen, dass Eltern mitschauen und als Gesprächspartner zur Verfügung stehen, damit das Gesehene verarbeitet werden kann.

Nicht auf dem Mond

Mein Resümee lautet: Wir leben nicht auf dem Mond und können unsere Kinder nicht völlig von Computerspielen und anderen Medien fernhalten. Aus sozialen Gründen sollten wir das auch nicht. Allerdings sollte man alles mit Maß und Ziel einsetzen und den Zugang zu den elektronischen Medien nicht an jedem Tag ermöglichen. So können Sie zum Beispiel drei Gutscheine für je eine Stunde verteilen, die Ihr Kind im Laufe der Woche einlösen kann. Noch wichtiger als der Zeitaspekt ist aber die Qualität der Spiele und Filme Eltern müssen unbedingt darüber informiert sein, was gespielt wird! Erlauben Sie auch bei gegenseitig ausgeliehenen Spielen nur das, was Sie vertreten können! Wer sich über elektronische Medien allgemein und Spiele im Besonderen informieren möchte, kann sich an das IBI-Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft wenden: www.ibi.tuberlin.de
Dennoch wünsche ich mir für Grundschulkinder, dass das Lesen eines spannenden Buches mit den im Kopf produzierten Bildern ein Highlight bleibt.

Birgit Wenzel ist Erzieherin, Fachkraft für Sprachförderung im Kindergarten und arbeitet als freie Journalistin. Ihre beiden Töchter sind im Grundschulalter.

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