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Zwischen Taschengeld und Pille Wie würden Sie entscheiden?

 


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Typische Fälle, die in jeder Familie vorkommen. Was tun? family hat mehrere Mitglieder des Redaktionsteams befragt - und sehr unterschiedliche Reaktionen erhalten.

Taschengeld

Der elfjährige Jan spart auf eine Playstation. Wenn er das Geld zusammenhat, will er sie sich endlich kaufen. Seinen Eltern gefällt das gar nicht, ihnen wäre es lieber, er würde sein Taschengeld für andere Sachen ausgeben. Aber über ihr Taschengeld dürfen Kinder ja eigentlich selbst bestimmen, oder?

Ja, darüber dürfen sie ganz alleine bestimmen. Anders stellt es sich dar, wenn ein Kind sehr viel Geld geschenkt bekommt (Geburtstag, Konfirmation etc.) Dann braucht es den Rat der Eltern, dieses Geld für etwas anzulegen, was es sich wirklich wünscht. Da greife ich schon ein, damit nicht 250 Euro einfach so verkonsumiert werden.
Anke Kallauch

So schlimm finde ich die Playstation nicht. Wenn ich aber wüsste, dass meine Kinder auf etwas sparen, was ihnen aus meiner Sicht schlimmen Schaden zufügt, würde ich einschreiten. So weit geht die Freiheit beim Taschengeld nicht. Christof Klenk

Wir würden es ihm nicht erlauben. Allerdings hätten wir das nicht spontan entschieden, sondern langfristig geklärt, wie das Taschengeld einzusetzen ist.
Christof Matthias

Wir standen vor einer ähnlichen Herausforderung, als der Wunsch unserer Achtjährigen nach einem Nintendo laut wurde: „Das spar ich mir. Das könnt ihr mir nicht verbieten.“ Ich weiß, es klingt hart: „Doch! Wir werden in diesem Fall unser Vetorecht einlegen!“ Aus unserer Überzeugung haben wir bei diesem Kind in diesem Fall gegen diese Idee Eingriffsrecht. Wir erklärten unsere Familienregel: Einen Nintendo gibt es erst ab zehn Jahren. Wir landeten schließlich bei Alternativideen. Schließlich ersteigerte un se re Tochter ein Paar Rollschuhe und fährt seitdem fröhliche Runden vor unserem Fenster.
Steffi Diekmann

Wenn Jan so fleißig spart, darf er sich die Playstation auch kaufen. Jan hat das Prinzip Sparen-Wunscherfüllung doch gut begriffen.
Ute Mayer

Die Pille

Sophie (16) will sich von ihrer Frauenärztin die Pille verschreiben lassen, ihrer Mutter ist das gar nicht recht. „Ist doch nur für den Notfall“, meint Sophie. „Besser als vor dem Abi schwanger zu werden.“ Sollte die Mutter nachgeben?

Ich würde ein ruhiges Gespräch mit meiner Tochter suchen. Da ein Mädchen mit 16 die Einstellung der Mutter zum Thema „Sex vor der Ehe“ kennen wird, würde ich das Thema mehr auf die Wirkweise, Nebenwirkungen und „Spätfolgen“ der Pille lenken. Möchte Sophie sich wirklich die nächsten zehn Jahre mit Hormonen vollballern? Im Gespräch lässt sich darauf hinweisen, dass die Pille kein hundertprozentiger Verhütungsschutz ist … Die letztendliche Entscheidung liegt bei Sophie. Doch der Mutter bleibt immer noch, ihre Tochter im Gebet zu begleiten!
Ute Mayer

Für welchen Notfall? Da fehlen wohl rele vante Gesprächszeiten über wesentliche Lebenshaltungen. Für den Fall, dass die 16-Jährige keine klaren Grundsätze im Leben verankert hat und innerlich mit einem solchen Notfall kalkuliert, würde ich dem Pillenwunsch nach geben.
Christof Matthias

Das Gespräch über Sexualität sollte erst mal Vorrang haben. Wenn sich ein Teenager mit 16 Jahren da aber in seinen Ansichten von den meinen sehr unterscheidet, kann ich ihn nicht zwingen. Ich würde es in dem Fall einem Mädchen erlauben, die Pille zu nehmen.
Anke Kallauch

Bei Sophies Aufklärung ist offensichtlich etwas schiefgelaufen, sonst wüsste sie, dass die Pille nicht für den Notfall geeignet ist. Ich würde mit Sophie darüber sprechen, dass Sexualität meines Erachtens in eine feste, vertrauensvolle Beziehung ge hört. Allerdings sollte man das schon vor her vermitteln. Dass Jugendliche dann doch einen anderen Weg gehen, wird sich letztlich nicht verhindern lassen.
Christof Klenk


Weitere Fälle und die unterschiedlichsten Antworten aus dem Redaktionsteam finden Sie in der aktuellen family.

Quelle:family

Labels: Entscheidung, Family, 01/2010, WirAlle

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