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Streitthema Essen "Das mag ich nicht"

 


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Thees Carstens

Viele Eltern kennen den täglichen Kampf ums Essen. Da wird Gemüse geschickt versteckt und mit Belohnungen darum gerungen, dass mehr als eine Nudel im Mund des Kindes verschwindet. family-Autoren berichten von ihren Erfahrungen.

Mitkochen macht Appetit

Für uns ist es wichtig, wenigstens einmal am Tag eine Mahlzeit in gemütli cher Runde zusammen zu essen. Da wir anfangs zwei sehr schlechte Esser hatten, habe ich versucht, Sachen zu kochen, von denen ich wusste, dass die Kinder sie auch essen. Wichtig war mir immer, dass frisches Gemüse dabei ist. Der Kindergarten hatte eine positive Auswirkung auf das Essverhalten unserer Kinder: In der Gemeinschaft mit den anderen Kindern haben sie gelernt, auch Sachen zu essen, die sie zu Hause nicht mochten. Ich versuche die Jungs immer wieder in die Vorbereitungen mit einzubeziehen. Das dauert zwar länger, aber wenn sie mitkochen dürfen, essen sie auch besser. Eine Sache, die wir ziemlich locker sehen, sind die Tischmanieren, aber dafür ist die Gemeinschaft entspannter.

Tina Schulzes Söhne sind drei und fünf Jahre alt.

Raum zum Austauschen

Bei uns wird zumindest probiert, was auf den Tisch kommt. Oft entdecken die Kinder nämlich bei ihrem „Pflichtlöffel“, dass man zum Beispiel von einem Häppchen Brokkoli nicht tot umfällt und dass manches gar nicht so schlecht schmeckt. Wer sich weigert zu kosten, bekommt keinen Nachtisch. Oder umgekehrt: Wer aufisst, ohne zu meckern, bekommt später etwas Süßes. Was unse re Kinder an Vitaminen bei den Hauptmahlzeiten verweigern, kompensieren wir mit Obst – das lieben sie zum Glück alle drei. Wir schnippeln um die Wette Obstteller. Noch interessanter wird es für die Kinder, wenn ich es ihnen als „Picknickteller“ verkaufe und zusätzlich zu dem Obst Salzstangen, Kekse oder Bonbons darauf verstecke. Wer’s ganz raffiniert mag: Das Obst im Wechsel mit Weingummi auf einen Schaschlikspieß reihen – dann werden die Vitami ne garantiert gegessen.

Im Übrigen sind mir die gemeinsamen Mahlzeiten als Kommunikationsraum sehr wichtig. Da erzählen die Großen von der Schule, unsere Kleine singt das neueste Lied aus dem Kindergarten vor, wir planen gemeinsam den Tag oder sind auch mal albern. Gleichzeitig kämpfe ich damit, den Kindern Tischmanieren beizubringen und ihr Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schärfen. Das ist immer eine Gratwanderung. Wenn aber vor lauter „Nimm die Ellenbogen runter!“ und „Schmatz nicht!“, kein Raum mehr zum Austauschen bleibt, ist es das meiner Meinung nach nicht wert.

Katrin Leppert hat sieben jährige Zwillingsjungs und eine dreijährige Tochter.


Weitere Erfahrungsberichte rund um das Thema Essen gibt es in der aktuellen family!

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