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Kinder und Medien: Welche Videos dürfen Kleinkinder schauen?

Viele Eltern fragen: „Woran kann ich mich bei der Auswahl von Videos bei einem dreijährigen Kind orientieren? Kann ich das Geschwisterkind (2) mitschauen lassen?“

Wenn Dreijährige Medieninhalte entdecken, ist es sehr wichtig, sich über das Was und Wie Gedanken zu machen. Das Format muss den Bedürfnissen und der Auffassungsgabe der Kleinen angepasst sein. Dabei ist eine kurze Laufzeit der Videos wesentlich. Die Länge von fünf bis maximal 20 Minuten sollte nicht überschritten werden. Außerdem empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass die Videos eine langsame Schnittfolge und ein insgesamt behutsames, ruhiges Erzähltempo haben.

Aber nicht nur die richtige Videoauswahl ist wichtig, auch auf das Wie kommt es an. Am meisten profitieren kleine Kinder davon, wenn sie die bewegten Bilder gemeinsam mit Bezugspersonen anschauen. Eltern können Dinge benennen, erklären oder beruhigen, wenn etwas zu aufregend wird. Ist das gemeinsame Schauen mal nicht möglich, sollten die Eltern zumindest in Hörweite sein.

Wenn das Ausschalten schwerfällt

Manchmal reagieren Kinder mit Wut oder Frust, wenn das Video zu Ende ist und das Gerät ausgeschaltet wird. Das ist verständlich, die Kleinen müssen erst lernen, mit überwältigenden Gefühlen umzugehen. Weil sie das Gesehene so gefesselt hat, braucht es eine Phase, um wieder zurückzukommen.

Manchen Kindern hilft es, im Anschluss zu kuscheln oder durch gemeinsames Malen, Spielen oder Toben auf andere Gedanken zu kommen. In anderen Fällen ist Geduld gefragt, bis sich der Ärger gelegt hat. Auf keinen Fall sollten dem Kind Vorwürfe gemacht werden oder aus dem Affekt heraus Verbote ausgesprochen werden. Wichtig ist es, selbst ruhig zu bleiben und zu erklären, warum nicht weitergeschaut werden darf.

Kurze Clips ab 2?

Generell gilt, dass Kinder erst ab etwa drei Jahren in der Lage sind, Geschichten auf dem Bildschirm zu folgen und sie zu verstehen. Jüngere Kinder können von den bewegten Bildern überfordert werden. Aus diesem Grund wird empfohlen, dass Kinder unter drei Jahren noch möglichst wenig Zeit vor dem Bildschirm verbringen sollten.

Wenn zweijährige Geschwister in Ausnahmefällen mitschauen, gibt es einiges zu beachten: Geeignet sind dann nur kurze Clips mit maximal fünf Minuten Länge. Statt der ganzen Folge einer Serie können in sich abgeschlossene Teile daraus gezeigt werden. Zum Beispiel die Clips mit Maus und Elefant aus „Die Sendung mit der Maus“ oder kurze Puppentrickgeschichten aus „Unser Sandmännchen“. Der Einstieg fällt leichter, wenn die bewegten Bilder von Stil und Optik an Bücher erinnern, die das Kind schon kennt; zum Beispiel „Die Raupe Nimmersatt“ oder „Bobo Siebenschläfer“. Eine ruhige Erzählstimme, die in sehr einfachen Sätzen das Gesehene kommentiert, ist für die Kleinsten besonders geeignet. Auch Geschichten, die ganz ohne Sprache auskommen, haben ihren Reiz.

Übrigens: Kinder brauchen nicht viel Auswahl, sie lieben Wiederholungen. So können sie Bekanntes und Vertrautes (wieder-)entdecken, das Gesehene besser nachvollziehen und verarbeiten. Eine Sammlung empfehlenswerter Inhalte und weitere Tipps zum Medienstart finden Eltern auf der Website von FLIMMO.

Michael Gurt ist verantwortlicher Redakteur und Projektleiter von FLIMMO, dem Elternratgeber zu TV, Streaming, Social Media und Kino. FLIMMO ist ein Projekt des Vereins Programmberatung für Eltern e. V., mit der Durchführung ist das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis betraut.

Sind Stoffwindeln wirklich nachhaltiger? Expertin klärt auf

Immer mehr Eltern schwören auf Stoffwindeln. Aber sind sie wirklich nachhaltiger als Einwegwindeln? Ein genauer Blick lohnt sich.

Ein Kind benötigt, bis es mit durchschnittlich zweieinhalb Jahren trocken ist, etwa 5.000 Windeln. Das entspricht bei Einwegwindeln ungefähr 1.000 Kilogramm Müll. Das ist eine ganze Menge! Allein aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Familien dafür, ihre Kinder mit Stoffwindeln statt Einmalwindeln zu wickeln. Stoffwindeln sind waschbar und können bei entsprechender Pflege für mehrere Kinder genutzt werden. Doch sorgt genau das auch für Diskussion: Sind sie wirklich nachhaltiger, wenn so viel Wasser beim Waschen und unter Umständen auch Strom für den Trockner verbraucht wird?

Wirklich umweltschonender?

Frühere Studien haben die Stoffwindel bei der Energiebilanz teilweise auf die gleiche Stufe mit der Einwegwindel gesetzt oder sogar schlechter dargestellt. Dies lag allerdings an den für die Studien erhobenen Daten, die nach meinem Empfinden nicht der Wickelrealität entsprechen. Es wurde zum Beispiel vorausgesetzt, dass nur ein Kind die Windel nutzt und die Waschmaschine nur halb befüllt läuft. Bis heute gibt es keine genauen Studien und Angaben darüber, ab wann Stoffwindeln nachhaltiger sind.

Eine niederländische Studie aus dem Jahr 2023 zeigt aber, dass mit der richtigen Waschroutine der ökologische Fußabdruck beeinflusst werden kann. Dazu gehört, dass die Waschmaschine voll beladen wird, indem die Windeln mit anderer Wäsche gewaschen werden, und der Trockner nur in Ausnahmen genutzt wird. Entscheidend dafür, ob Stoffwindeln nachhaltiger als Einwegwindeln sind, ist auch, welche Energieeffizienz-Klasse die Waschmaschine hat. Wird sie sogar mit erneuerbaren Energien betrieben?

All das zeigt: Die Frage, ab wann Stoffwindeln mit Blick auf das viele Waschen tatsächlich nachhaltiger sind, lässt sich pauschal nicht beantworten. Bei anderen Faktoren erweisen sich Stoffwindeln hingegen als deutlich besser für die Umwelt.

Deutlich weniger Müll

Bei der Herstellung und Entsorgung können Stoffwindeln durchaus ökologischer als Wegwerfwindeln sein. Während Einwegwindeln aus Kunststoffen, Klebern und Vliesstoffen bestehen, sind die Hauptbestandteile von Stoffwindeln nachwachsende Rohstoffe wie Baumwolle, Bambus, Hanf und Wolle. Landet die Einwegwindel im Müll, braucht sie ungefähr 500 Jahre, bis sie sich zu Mikroplastik zersetzt hat. Stoffwindeln hingegen sind, bei richtiger Entsorgung, nach jahrelanger Nutzung fast komplett biologisch abbaubar. Das natürliche Material schont darüber hinaus die empfindliche Haut der Kinder. Eine hohe Atmungsaktivität und temperaturregulierende Eigenschaften sorgen für ein gutes Klima im Windelbereich.

Zudem werden Stoffwindeln in der Regel nicht nur von einem Kind genutzt. Das gleicht auch die hohen Anschaffungskosten zu Beginn aus. Was viele nicht wissen: Auf die gesamte Wickelzeit gesehen, lässt sich mit der Stoffwindel tatsächlich Geld sparen. Sie kann Kindern helfen, schneller trocken zu werden – um bis zu acht Monate früher als bei der Nutzung von Einwegwindeln. Vermutlich rettet die Nutzung von Stoffwindeln nicht unseren Planeten, aber sie ist ein Gamechanger im bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen. Und für die Gesundheit unserer Kinder ist sie allemal gut.

Marie Isabel Schäle ist Mutter und macht sich gerade als Stoffwindelberaterin selbstständig. Sie ist aktives Mitglied im Stoffwindelverein Deutschland.

Mediennutzung: Welche Videos dürfen Kleinkinder schauen?

Elternfrage: „Woran kann ich mich bei der Auswahl von Videos bei einem dreijährigen Kind orientieren? Kann ich das Geschwisterkind (2) mitschauen lassen?“

Wenn Dreijährige Medieninhalte entdecken, ist es sehr wichtig, sich über das Was und Wie Gedanken zu machen. Das Format muss den Bedürfnissen und der Auffassungsgabe der Kleinen angepasst sein. Dabei ist eine kurze Laufzeit der Videos wesentlich. Die Länge von fünf bis maximal 20 Minuten sollte nicht überschritten werden. Außerdem empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass die Videos eine langsame Schnittfolge und ein insgesamt behutsames, ruhiges Erzähltempo haben.

Aber nicht nur die richtige Videoauswahl ist wichtig, auch auf das Wie kommt es an. Am meisten profitieren kleine Kinder davon, wenn sie die bewegten Bilder gemeinsam mit Bezugspersonen anschauen. Eltern können Dinge benennen, erklären oder beruhigen, wenn etwas zu aufregend wird. Ist das gemeinsame Schauen mal nicht möglich, sollten die Eltern zumindest in Hörweite sein.

Wenn das Ausschalten schwerfällt

Manchmal reagieren Kinder mit Wut oder Frust, wenn das Video zu Ende ist und das Gerät ausgeschaltet wird. Das ist verständlich, die Kleinen müssen erst lernen, mit überwältigenden Gefühlen umzugehen. Weil sie das Gesehene so gefesselt hat, braucht es eine Phase, um wieder zurückzukommen.

Manchen Kindern hilft es, im Anschluss zu kuscheln oder durch gemeinsames Malen, Spielen oder Toben auf andere Gedanken zu kommen. In anderen Fällen ist Geduld gefragt, bis sich der Ärger gelegt hat. Auf keinen Fall sollten dem Kind Vorwürfe gemacht werden oder aus dem Affekt heraus Verbote ausgesprochen werden. Wichtig ist es, selbst ruhig zu bleiben und zu erklären, warum nicht weitergeschaut werden darf.

Kurze Clips ab 2?

Generell gilt, dass Kinder erst ab etwa drei Jahren in der Lage sind, Geschichten auf dem Bildschirm zu folgen und sie zu verstehen. Jüngere Kinder können von den bewegten Bildern überfordert werden. Aus diesem Grund wird empfohlen, dass Kinder unter drei Jahren noch möglichst wenig Zeit vor dem Bildschirm verbringen sollten.

Wenn zweijährige Geschwister in Ausnahmefällen mitschauen, gibt es einiges zu beachten: Geeignet sind dann nur kurze Clips mit maximal fünf Minuten Länge. Statt der ganzen Folge einer Serie können in sich abgeschlossene Teile daraus gezeigt werden. Zum Beispiel die Clips mit Maus und Elefant aus „Die Sendung mit der Maus“ oder kurze Puppentrickgeschichten aus „Unser Sandmännchen“. Der Einstieg fällt leichter, wenn die bewegten Bilder von Stil und Optik an Bücher erinnern, die das Kind schon kennt; zum Beispiel „Die Raupe Nimmersatt“ oder „Bobo Siebenschläfer“. Eine ruhige Erzählstimme, die in sehr einfachen Sätzen das Gesehene kommentiert, ist für die Kleinsten besonders geeignet. Auch Geschichten, die ganz ohne Sprache auskommen, haben ihren Reiz.

Übrigens: Kinder brauchen nicht viel Auswahl, sie lieben Wiederholungen. So können sie Bekanntes und Vertrautes (wieder-)entdecken, das Gesehene besser nachvollziehen und verarbeiten. Eine Sammlung empfehlenswerter Inhalte und weitere Tipps zum Medienstart finden Eltern auf der Website von FLIMMO.

Michael Gurt ist verantwortlicher Redakteur und Projektleiter von FLIMMO, dem Elternratgeber zu TV, Streaming, Social Media und Kino. FLIMMO ist ein Projekt des Vereins Programmberatung für Eltern e. V., mit der Durchführung ist das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis betraut.

Nachhaltig wickeln: Sind Stoffwindeln besser?

Elternfrage: „Wir möchten für unser Baby Stoffwindeln statt Einwegwindeln nutzen. Nun habe ich gehört, dass es davon abhängt, wie Stoffwindeln gewaschen werden, ob sie wirklich nachhaltiger sind. Worauf muss ich achten, um eine Windelwahl zu treffen, die für Baby und Umwelt gut ist?“

Ein Kind benötigt, bis es mit durchschnittlich zweieinhalb Jahren trocken ist, etwa 5.000 Windeln. Das entspricht bei Einwegwindeln ungefähr 1.000 Kilogramm Müll. Das ist eine ganze Menge! Allein aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Familien dafür, ihre Kinder mit Stoffwindeln statt Einmalwindeln zu wickeln. Stoffwindeln sind waschbar und können bei entsprechender Pflege für mehrere Kinder genutzt werden. Doch sorgt genau das auch für Diskussion: Sind sie wirklich nachhaltiger, wenn so viel Wasser beim Waschen und unter Umständen auch Strom für den Trockner verbraucht wird?

Wirklich umweltschonender?

Frühere Studien haben die Stoffwindel bei der Energiebilanz teilweise auf die gleiche Stufe mit der Einwegwindel gesetzt oder sogar schlechter dargestellt. Dies lag allerdings an den für die Studien erhobenen Daten, die nach meinem Empfinden nicht der Wickelrealität entsprechen. Es wurde zum Beispiel vorausgesetzt, dass nur ein Kind die Windel nutzt und die Waschmaschine nur halb befüllt läuft. Bis heute gibt es keine genauen Studien und Angaben darüber, ab wann Stoffwindeln nachhaltiger sind.

Eine niederländische Studie aus dem Jahr 2023 zeigt aber, dass mit der richtigen Waschroutine der ökologische Fußabdruck beeinflusst werden kann. Dazu gehört, dass die Waschmaschine voll beladen wird, indem die Windeln mit anderer Wäsche gewaschen werden, und der Trockner nur in Ausnahmen genutzt wird. Entscheidend dafür, ob Stoffwindeln nachhaltiger als Einwegwindeln sind, ist auch, welche Energieeffizienz-Klasse die Waschmaschine hat. Wird sie sogar mit erneuerbaren Energien betrieben?

All das zeigt: Die Frage, ab wann Stoffwindeln mit Blick auf das viele Waschen tatsächlich nachhaltiger sind, lässt sich pauschal nicht beantworten. Bei anderen Faktoren erweisen sich Stoffwindeln hingegen als deutlich besser für die Umwelt.

Deutlich weniger Müll

Bei der Herstellung und Entsorgung können Stoffwindeln durchaus ökologischer als Wegwerfwindeln sein. Während Einwegwindeln aus Kunststoffen, Klebern und Vliesstoffen bestehen, sind die Hauptbestandteile von Stoffwindeln nachwachsende Rohstoffe wie Baumwolle, Bambus, Hanf und Wolle. Landet die Einwegwindel im Müll, braucht sie ungefähr 500 Jahre, bis sie sich zu Mikroplastik zersetzt hat. Stoffwindeln hingegen sind, bei richtiger Entsorgung, nach jahrelanger Nutzung fast komplett biologisch abbaubar. Das natürliche Material schont darüber hinaus die empfindliche Haut der Kinder. Eine hohe Atmungsaktivität und temperaturregulierende Eigenschaften sorgen für ein gutes Klima im Windelbereich.

Zudem werden Stoffwindeln in der Regel nicht nur von einem Kind genutzt. Das gleicht auch die hohen Anschaffungskosten zu Beginn aus. Was viele nicht wissen: Auf die gesamte Wickelzeit gesehen, lässt sich mit der Stoffwindel tatsächlich Geld sparen. Sie kann Kindern helfen, schneller trocken zu werden – um bis zu acht Monate früher als bei der Nutzung von Einwegwindeln. Vermutlich rettet die Nutzung von Stoffwindeln nicht unseren Planeten, aber sie ist ein Gamechanger im bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen. Und für die Gesundheit unserer Kinder ist sie allemal gut.

Marie Isabel Schäle ist Mutter und macht sich gerade als Stoffwindelberaterin selbstständig. Sie ist aktives Mitglied im Stoffwindelverein Deutschland.

Late Talker: So fördern Sie die Sprachentwicklung

Kinder, die mit zwei Jahren noch nicht sprechen können, sind sogenannte „Late Talker“. Für Eltern muss das meist kein Grund zur Sorge sein.

Alle Kinder entwickeln sich in einem unterschiedlichen Tempo. Dennoch gibt es bestimmte Meilensteine in der Sprachentwicklung. Ab circa sechs Monaten fangen Kinder an, erste Silben wie „bababa“ zu bilden. Danach folgen in der Regel Einwortsätze wie „Mama“ und „Bagger“, die teilweise undeutlich ausgesprochen werden. Mit zwei Jahren sprechen Kinder meist etwa 50 Wörter und beginnen teilweise auch schon einfache Wortkombinationen zu bilden, wie zum Beispiel „Puppe weg“.

Wenn ein Kind diesen Sprachschatz noch nicht erreicht hat, spricht man ab circa dem zweiten Geburtstag von einem sogenannten „Late Talker“. Wichtig: Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt. Viele Late Talker holen den Rückstand im dritten Lebensjahr von selbst auf.

Sprachentwicklung im Alltag fördern

Allerdings gibt es Kinder, bei denen die verzögerte Sprachentwicklung auf längerfristige Schwierigkeiten hinweist. Besonders aufmerksam sollten Eltern sein, wenn das Kind auch Schwierigkeiten im Sprachverständnis hat, wenig mit Gesten kommuniziert oder wenig Interesse an sprachlichen Interaktionen oder auch Liedern zeigt. Auch eine familiäre Veranlagung zur Sprachentwicklungsstörung kann ein Hinweis sein, dass eine genauere Beobachtung oder spezielle Förderung sinnvoll sein könnte.

Die gute Nachricht ist: Eltern können die Sprachentwicklung ihres Kindes von Anfang an aktiv fördern – und das ganz ohne Druck, sondern spielerisch im Alltag. Hier fünf Tipps:

  • Sprache einbinden: Beim Anziehen, Essen oder Spielen können Sie benennen, was Sie tun oder Ihr Kind tut. „Jetzt ziehe ich dir deine Mütze an“ oder „Ich nehme dich aus dem Kinderwagen“. Dies fördert den passiven Wortschatz, der den Grundstein für das Sprechen legt.
  • Erweiterndes Sprechen: Wiederholen Sie einfach immer mal wieder, was Ihr Kind sagt oder versucht zu sagen und ergänzen Sie es. Sagt Ihr Kind „Ball“, antworten Sie: „Ja, das ist ein großer roter Ball!“
  • Korrektives Feedback: Wenn Ihr Kind etwas falsch sagt oder ausspricht, korrigieren Sie es NICHT, indem Sie sagen „Das heißt SCHnecke, nicht Snecke, sag mal SCHNECKE!“, sondern wiederholen Sie es einfach richtig. „Ja genau, die Schnecke sitzt unter dem Ast.“ So kann das Kind es korrekt hören und wird es in der Regel von selbst irgendwann richtig aussprechen.
  • Gemeinsam Bilderbücher anschauen: Zeigen Sie auf Abbildungen, benennen Sie Dinge und erzählen Sie etwas dazu aus Ihrem Alltag. „Heute haben wir auch einen Bagger gesehen.“ Nutzen Sie auch Reimspiele und Kinderlieder – und wiederholen Sie diese immer wieder.
  • Geduld haben: Manche Kinder brauchen einfach etwas länger. Warten Sie ab, bevor Sie für Ihr Kind sprechen, und geben Sie ihm Zeit, eigene Wörter zu finden.

Wann professionelle Hilfe nötig ist

Wenn Ihr Kind mit zweieinhalb bis drei Jahren weiterhin kaum spricht oder nur wenige Wörter benutzt, kann eine logopädische Beratung sinnvoll sein. Besonders wichtig ist eine Abklärung, wenn das Kind Schwierigkeiten im Sprachverständnis hat, nur wenig mit Mimik und Gestik kommuniziert oder wenn es große Frustration beim Sprechen zeigt.

Frühe Förderung kann helfen, eine mögliche Sprachentwicklungsstörung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder einer Fachkraft für Sprachtherapie, wenn Sie unsicher sind.

Carina Neumann ist Sprachentwicklungsexpertin. Sie arbeitet als Dozentin und Speakerin für pädagogische Themen und lebt in München.

Late Talker: 5 Tipps, um die Sprachentwicklung zu fördern

Elternfrage: „Mein Kind ist ein Late Talker und spricht mit zwei Jahren immer noch nicht. Der Kinderarzt hat keine Einschränkung beim Hören festgestellt. Ich mache mir aber Sorgen, ob es zu einer Sprachentwicklungsstörung kommen könnte. Wann ist eine Sprachförderung sinnvoll?“

Alle Kinder entwickeln sich in einem unterschiedlichen Tempo. Dennoch gibt es bestimmte Meilensteine in der Sprachentwicklung. Ab circa sechs Monaten fangen Kinder an, erste Silben wie „bababa“ zu bilden. Danach folgen in der Regel Einwortsätze wie „Mama“ und „Bagger“, die teilweise undeutlich ausgesprochen werden. Mit zwei Jahren sprechen Kinder meist etwa 50 Wörter und beginnen teilweise auch schon einfache Wortkombinationen zu bilden, wie zum Beispiel „Puppe weg“.

Wenn ein Kind diesen Sprachschatz noch nicht erreicht hat, spricht man ab circa dem zweiten Geburtstag von einem sogenannten „Late Talker“. Wichtig: Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt. Viele Late Talker holen den Rückstand im dritten Lebensjahr von selbst auf.

Sprachentwicklung im Alltag fördern

Allerdings gibt es Kinder, bei denen die verzögerte Sprachentwicklung auf längerfristige Schwierigkeiten hinweist. Besonders aufmerksam sollten Eltern sein, wenn das Kind auch Schwierigkeiten im Sprachverständnis hat, wenig mit Gesten kommuniziert oder wenig Interesse an sprachlichen Interaktionen oder auch Liedern zeigt. Auch eine familiäre Veranlagung zur Sprachentwicklungsstörung kann ein Hinweis sein, dass eine genauere Beobachtung oder spezielle Förderung sinnvoll sein könnte.

Die gute Nachricht ist: Eltern können die Sprachentwicklung ihres Kindes von Anfang an aktiv fördern – und das ganz ohne Druck, sondern spielerisch im Alltag. Hier fünf Tipps:

  • Sprache einbinden: Beim Anziehen, Essen oder Spielen können Sie benennen, was Sie tun oder Ihr Kind tut. „Jetzt ziehe ich dir deine Mütze an“ oder „Ich nehme dich aus dem Kinderwagen“. Dies fördert den passiven Wortschatz, der den Grundstein für das Sprechen legt.
  • Erweiterndes Sprechen: Wiederholen Sie einfach immer mal wieder, was Ihr Kind sagt oder versucht zu sagen und ergänzen Sie es. Sagt Ihr Kind „Ball“, antworten Sie: „Ja, das ist ein großer roter Ball!“
  • Korrektives Feedback: Wenn Ihr Kind etwas falsch sagt oder ausspricht, korrigieren Sie es NICHT, indem Sie sagen „Das heißt SCHnecke, nicht Snecke, sag mal SCHNECKE!“, sondern wiederholen Sie es einfach richtig. „Ja genau, die Schnecke sitzt unter dem Ast.“ So kann das Kind es korrekt hören und wird es in der Regel von selbst irgendwann richtig aussprechen.
  • Gemeinsam Bilderbücher anschauen: Zeigen Sie auf Abbildungen, benennen Sie Dinge und erzählen Sie etwas dazu aus Ihrem Alltag. „Heute haben wir auch einen Bagger gesehen.“ Nutzen Sie auch Reimspiele und Kinderlieder – und wiederholen Sie diese immer wieder.
  • Geduld haben: Manche Kinder brauchen einfach etwas länger. Warten Sie ab, bevor Sie für Ihr Kind sprechen, und geben Sie ihm Zeit, eigene Wörter zu finden.

Wann professionelle Hilfe nötig ist

Wenn Ihr Kind mit zweieinhalb bis drei Jahren weiterhin kaum spricht oder nur wenige Wörter benutzt, kann eine logopädische Beratung sinnvoll sein. Besonders wichtig ist eine Abklärung, wenn das Kind Schwierigkeiten im Sprachverständnis hat, nur wenig mit Mimik und Gestik kommuniziert oder wenn es große Frustration beim Sprechen zeigt.

Frühe Förderung kann helfen, eine mögliche Sprachentwicklungsstörung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder einer Fachkraft für Sprachtherapie, wenn Sie unsicher sind.

Carina Neumann ist Sprachentwicklungsexpertin. Sie arbeitet als Dozentin und Speakerin für pädagogische Themen und lebt in München.

Einschlafprobleme überwinden – Das sollten Eltern wissen

Eines der größten Probleme von Kleinkindern ist das Einschlafen. Warum das oft schwierig ist und was Eltern tun können erklärt Kinder- und Jugendtherapeutin Melanie Schüer.

Schlaf, Kindlein, Schlaf … wenn das Einschlafen doch so einfach wäre: Man singt ein oder zwei Lieder, streichelt dem kleinen Schatz noch kurz den Rücken und dann schlummert der Nachwuchs seelenruhig und friedlich ein.

Die Realität sieht für viele Eltern von Kleinkindern leider oft ganz anders aus: Das Kind will nicht ins Bett, womöglich schon nicht die Zähne putzen, muss noch etwas trinken, hat Bauchweh und überhaupt noch so unfassbar viele Gründe, warum es einfach noch nicht schlafen kann! Dabei wollen wir als Eltern doch einfach auch irgendwann mal Feierabend haben – das Wohnzimmer für uns, ein Stündchen „Erwachsenenzeit“, in der wir mal nicht versorgen, begleiten und beruhigen müssen.

Einschlafen ist eine Form von Loslassen

Ein Aspekt, der vielen Kindern, aber auch Erwachsenen, das Einschlafen erschwert: Einschlafen geht nur, wenn wir ein Stück weit loslassen können. Einschlafen bedeutet, dass man all das am Tag Erlebte – das Schöne wie das Stressige – nun „gut sein lässt“. Man trennt sich von den Gedanken, Plänen, Eindrücken und Fragen des Tages und lässt sich von der Welt des Denkens und Handelns in die Welt des Fühlens und Seins gleiten. Man gibt ein wenig die Kontrolle ab und lässt auch die lieben Menschen zumindest kurzzeitig los. Denn im Schlaf können wir nicht mit ihnen sprechen und nehmen ihre Gegenwart nicht mehr bewusst wahr.

Wir verabschieden uns also vom Tun und der Geschäftigkeit und auch für eine Weile von unseren vertrauten Menschen – und das fällt besonders Kleinkindern oft gar nicht leicht. Sie fangen gerade an, ihre Welt zu entdecken, lernen ständig Neues dazu und sind voller Tatendrang. Das macht Spaß und ist so spannend, dass es schwierig sein kann, abzuschalten. Und zugleich sind die Kleinen noch völlig abhängig von ihren Bezugspersonen, sodass ihnen die Trennung von ihnen das Gefühl von Verunsicherung und Unruhe bereiten kann.

Durch Nähe zur Ruhe kommen

Gerade weil Kleinkinder so abhängig sind von ihren Bezugspersonen, brauchen sie die Begleitung von diesen, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Kuscheln, vorher noch gemeinsam ein Buch lesen, ein altersgerechtes Gebet, in dem man für das Gute dieses Tages dankt und auch das Schwere und Belastende in Gottes Hände legt … all das hilft, den Tag gut abzuschließen. Auch beruhigende Musik ist oft hilfreich als Teil des Abendrituals. Manchen Kindern helfen auch Hörbücher – hier sollte man aber nicht zu spannende Handlungen wählen! Empfehlenswert für Kleinkinder ist z.B. „Die Geschichte vom kleinen Elefanten, der so gern einschlafen möchte“.

Insgesamt ist Körpernähe und die liebevolle Präsenz von zugewandten, geduldigen Eltern eine wichtige Grundlage für ein gutes Einschlafen. Daher, liebe Eltern: Sorgt auch gut für euch, wenn ihr euer Kind ins Bett bringt! Wenn ihr wisst, dass es länger dauern kann, bis euer Kind abschalten kann: Macht es euch bequem im Kinderzimmer und vielleicht hilft auch ein Hörbuch oder angenehme Musik per Kopfhörer, um die Zeit für euch angenehm zu gestalten. Kinder spüren, wenn ihre Eltern unruhig darauf warten, wann sie endlich schlafen – und werden dann oft von dieser Unruhe angesteckt.

Dunkelheit, Düfte, Durchhalten

Zu viel Licht verhindert die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Deshalb sollten Kinder etwa eine, besser zwei Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr auf Bildschirme starren. Etwa 30-45 Minuten vor dem Schlafengehen sollte das Licht möglichst gedämmt werden. Ein Nachtlicht sollte entweder ganz weggelassen oder durch ein rötliches ersetzt werden – das stört die Produktion von Schlafhormonen am wenigsten.

Ab dem Alter von drei Jahren kann man auch ätherische Öle wie Lavendel oder Zirbenholz (z.B. 1-2 Tropfen auf einem Stück Holz) in der Nähe des Kinderbettes nutzen.

Dass Säuglinge beim Füttern, Kuscheln oder Spazierenfahren einschlafen, ist völlig normal. Ab einem Alter von 3-4 Monaten ist es allerdings empfehlenswert, mit dem Kind nach und nach etwas mehr Eigenständigkeit beim Einschlafen einzuüben. Das bedeutet nicht, dass man das Kind wecken sollte, wenn es auf dem Arm eingeschlafen ist. Doch wenn das Kind noch nicht fest schlummert, ist es ratsam, die elterliche Einschlafhilfe in kleinen Schritten sanft zu reduzieren.

Wenn ein Kind auch mit drei Jahren nur in den Schlaf finden kann, wenn Mama oder Papa direkt neben ihm liegen, kann das dazu führen, dass es genau diese Begleitung auch nachts erwartet, wenn es aus dem Leichtschlaf aufwacht – und nicht in der Lage ist, sich nachts selbst zu regulieren. Die Eltern „schleichen“ sich heimlich heraus, wenn das Kind schläft – und dieses wacht irgendwann erschrocken auf und merkt: „Mama/Papa ist ja gar nicht mehr da! So kann ich doch nicht schlafen!“

Grundsätzlich gilt beim Schlafenlernen die Devise „Durchhalten“, denn Gewohnheiten bilden sich erst nach einiger Zeit und Rückfälle durch Stressfaktoren wie Entwicklungsschübe, Zahnen, Infekte, einen Umzug o.ä. sind normal!

Schritt für Schritt zum Ziel

Von Einschlafprogrammen, die sehr rabiat vorgehen und beinhalten, dass Kinder längere Zeit allein im Bett weinen müssen, ist eher abzuraten. Denn diese können der Eltern-Kind-Beziehung schaden und langfristig dazu führen, dass das Kind Einschlafen mit Angst und Unbehagen verbindet. Viel besser ist es, schrittweise und behutsam vorzugehen, beispielsweise wie in diesem Fall:

Tom, 3 Jahre alt, kann nur einschlafen, wenn seine Eltern ihn umhertragen. Wenn er dann endlich im Land der Träume angekommen ist, legen sie ihn ganz vorsichtig ab und verlassen auf Zehenspitzen das Zimmer. Spätestens nach 2 Stunden, oft deutlich früher, weint Tom dann und sie müssen ihn erneut tragen, was sich in der Nacht dann mehrfach wiederholt.

Ein schrittweises, sanftes Vorgehen könnte so aussehen:

Bei jedem Schritt findet vorher ein liebevolles Abendritual statt – z.B. mit Geschichte, Gebet, Kuscheln oder Massage.

So klappt das Einschlafen

Schritt 1: Die Eltern tragen Tom wie gewohnt umher – aber nur, bis er ruhig und entspannt ist. Das eigentliche Einschlafen findet auf dem Arm, aber im Sitzen statt (erste Reduktion: die Bewegung wird ausgeschlichen).

Schritt 2: Sobald es 2-3 Abende ohne Bewegung (oder höchstens kurzes Tragen zum Entspannen, 2-3 Minuten) klappt, setzen sich die Eltern direkt mit Tom auf dem Arm hin und kuscheln mit ihm. Auch hier warten sie auf den Zeitpunkt, wenn Toms Augen langsam zufallen und er kurz davor ist, in den Schlaf zu sinken: Dann legen sie ihn sanft in sein Bettchen und bleiben noch nah bei ihm, um ihn zu streicheln bzw. eine Hand an seinem Körper zu lassen (zweite Reduktion: Einschlafen im Bettchen statt auf dem Arm).

Schritt 3: Auch hier lassen die Eltern der neuen Gewohnheit 2-3 Abende Zeit, sich zu festigen. Dann legen sie ihn schon etwas früher in sein Bettchen und streicheln ihn nur noch, bis er kurz vor dem Einschlafen ist. An diesem Punkt ziehen sie sich etwas zurück und sitzen nur noch neben dem Bett, ggf. mit leisem Singen oder Summen (dritte Reduktion: Einschlafen ohne Körperkontakt).

Der Stuhl neben dem Bett kann dann nach und nach weiter weggerückt werden. Wenn das Kind sich nicht beruhigen lässt, ist es ratsam, noch einmal Nähe und Sicherheit zu vermitteln, bis das Kind wieder entspannter ist und dann einen neuen Versuch zu starten. Anfangs sind oft viele Wiederholungen dieses Beruhigens und erneut Versuchens nötig – aber steter Tropfen höhlt den Stein.

Beratung suchen – online und vor Ort

Vielerorts gibt es Beratungsstellen mit Fachkräften, die sich mit dem Thema Kinderschlaf gut auskennen, oft in Erziehungsberatungsstellen (Adressen findet man unter dajeb.de). Manche Themen lassen sich auch online gut besprechen, z.B. in der kostenlosen Onlineberatung des Portals „ElternLeben“ (elternleben.de).

Melanie Schüer Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche und Autorin. Zudem berät sie Eltern von Babys und Kindern mit Schrei- und Schlafproblemen. 

Die richtige Krippe finden – Darauf sollten Sie achten

Krippenplätze sind heiß begehrt. Doch worauf kommt es an bei der Krippenwahl? Wie erkenne ich, ob die Krippe zu uns passt?

Wenn Sie Ihr Kind in einer Krippe betreuen lassen möchten, gibt es ein paar Punkte, die Sie im Vorfeld beachten können, damit der Start in die Fremdbetreuung gelingt. In den meisten Einrichtungen hat sich das Berliner Modell der sanften Eingewöhnung durchgesetzt, da es dem kindlichen Bedürfnis nach Bindung und Sicherheit am meisten entspricht. Über einen Zeitraum von zwei bis sechs Wochen, je nach Kind, wird das neue kleine Gruppenmitglied im Idealfall von einer festen Bezugserzieherin schrittweise in die Gruppe eingewöhnt. Die Eltern erhalten in dieser Phase viele Rückmeldungen und Informationen und arbeiten mit den Erzieherinnen zusammen. Wenn Sie also über einen Wiedereinstieg in den Beruf nachdenken, sollten Sie sich mindestens zwei Monate vor Arbeitsbeginn um den Start in die Krippe bemühen. Ein zeitgleicher Arbeits- und Krippenstart ist nicht möglich.

Spezielle Angebote

Nach der Eingewöhnung ist ein strukturierter Tagesablauf mit anregenden Angeboten für das Kind förderlich. Fragen Sie im Erstgespräch nach wiederkehrenden Abläufen, aber auch nach speziellen Angeboten wie Musik oder Kreativem, und ob die Gruppe regelmäßig nach draußen geht, zum Beispiel auf das Außengelände oder auf Ausflüge in die nähere Umgebung. Überlegen Sie sich, was Ihnen für Ihr Kind besonders wichtig erscheint: bilinguales Konzept, offene Gruppen, eine naturnahe Lage der Einrichtung …

Manchmal helfen auch Berichte von anderen Krippeneltern, um ein realistisches Bild einer Einrichtung zu bekommen. Trauen Sie sich ruhig, jemanden anzusprechen, den Sie kennen, und lassen Sie sich von den Erfahrungen berichten.

Da die Kinder meist bis zu drei Mahlzeiten täglich in der Krippe einnehmen, ist es sinnvoll, sich über das Verpflegungskonzept des Trägers zu informieren. Ein abwechslungsreicher, gesunder Speiseplan mit Mahlzeiten aus frischen Lebensmitteln sollte selbstverständlich sein.

Gutes Bauchgefühl

Bevor Sie Ihr Kind in Ihre favorisierte Einrichtung geben, prüfen Sie, ob der tägliche Anfahrtsweg (Zuhause – Krippe – Arbeit) auf Dauer zeitlich realistisch und finanziell machbar ist. Wer nicht in Krippennähe arbeitet oder wohnt, muss viel Wegezeit einrechnen, was die möglichen Arbeitsstunden deutlich reduziert. Auch ist der Anfahrtsweg wichtig, falls das Kind einmal außerplanmäßig früher abgeholt werden muss, zum Beispiel bei akuter Krankheit.

Selbst wenn Ihnen das schriftliche Konzept einer Einrichtung auf Anhieb gefällt, ist es das Beste, sich ein persönliches Bild zu machen. Was sich wie ein schwammiges Kriterium anhört, ist ein wichtiger Anhaltspunkt: das Bauchgefühl. Schnuppern Sie in der Gruppe, nehmen Sie die Atmosphäre wahr und die Art und Weise, wie Erzieherinnen und Kinder miteinander interagieren. Warmherzigkeit, Freundlichkeit und Zugewandtheit machen viel mehr aus als der beste bilinguale Förderkurs. Es braucht Vertrauen, sein Liebstes in fremde Hände zu geben, und ich bin mir sicher, dass Sie als Mutter das beste Gespür dafür haben, was für Ihr Kind das Richtige ist.

Friederike Schwencke ist Diplom-Sozialpädagogin bei den „Flotten Bienchen“ im CJD Wolfsburg.

0 bis 2 – Die passende Krippe

Elternfrage: „Ich bin alleinerziehend und suche nach einem Krippenplatz für meine Tochter (1). Worauf sollte ich achten, wenn ich mir eine Krippe anschaue?“

Wenn Sie Ihr Kind in einer Krippe betreuen lassen möchten, gibt es ein paar Punkte, die Sie im Vorfeld beachten können, damit der Start in die Fremdbetreuung gelingt. In den meisten Einrichtungen hat sich das Berliner Modell der sanften Eingewöhnung durchgesetzt, da es dem kindlichen Bedürfnis nach Bindung und Sicherheit am meisten entspricht. Über einen Zeitraum von zwei bis sechs Wochen, je nach Kind, wird das neue kleine Gruppenmitglied im Idealfall von einer festen Bezugserzieherin schrittweise in die Gruppe eingewöhnt. Die Eltern erhalten in dieser Phase viele Rückmeldungen und Informationen und arbeiten mit den Erzieherinnen zusammen. Wenn Sie also über einen Wiedereinstieg in den Beruf nachdenken, sollten Sie sich mindestens zwei Monate vor Arbeitsbeginn um den Start in die Krippe bemühen. Ein zeitgleicher Arbeits- und Krippenstart ist nicht möglich.

Spezielle Angebote

Nach der Eingewöhnung ist ein strukturierter Tagesablauf mit anregenden Angeboten für das Kind förderlich. Fragen Sie im Erstgespräch nach wiederkehrenden Abläufen, aber auch nach speziellen Angeboten wie Musik oder Kreativem, und ob die Gruppe regelmäßig nach draußen geht, zum Beispiel auf das Außengelände oder auf Ausflüge in die nähere Umgebung. Überlegen Sie sich, was Ihnen für Ihr Kind besonders wichtig erscheint: bilinguales Konzept, offene Gruppen, eine naturnahe Lage der Einrichtung …

Manchmal helfen auch Berichte von anderen Krippeneltern, um ein realistisches Bild einer Einrichtung zu bekommen. Trauen Sie sich ruhig, jemanden anzusprechen, den Sie kennen, und lassen Sie sich von den Erfahrungen berichten.

Da die Kinder meist bis zu drei Mahlzeiten täglich in der Krippe einnehmen, ist es sinnvoll, sich über das Verpflegungskonzept des Trägers zu informieren. Ein abwechslungsreicher, gesunder Speiseplan mit Mahlzeiten aus frischen Lebensmitteln sollte selbstverständlich sein.

Gutes Bauchgefühl

Bevor Sie Ihr Kind in Ihre favorisierte Einrichtung geben, prüfen Sie, ob der tägliche Anfahrtsweg (Zuhause – Krippe – Arbeit) auf Dauer zeitlich realistisch und finanziell machbar ist. Wer nicht in Krippennähe arbeitet oder wohnt, muss viel Wegezeit einrechnen, was die möglichen Arbeitsstunden deutlich reduziert. Auch ist der Anfahrtsweg wichtig, falls das Kind einmal außerplanmäßig früher abgeholt werden muss, zum Beispiel bei akuter Krankheit.

Selbst wenn Ihnen das schriftliche Konzept einer Einrichtung auf Anhieb gefällt, ist es das Beste, sich ein persönliches Bild zu machen. Was sich wie ein schwammiges Kriterium anhört, ist ein wichtiger Anhaltspunkt: das Bauchgefühl. Schnuppern Sie in der Gruppe, nehmen Sie die Atmosphäre wahr und die Art und Weise, wie Erzieherinnen und Kinder miteinander interagieren. Warmherzigkeit, Freundlichkeit und Zugewandtheit machen viel mehr aus als der beste bilinguale Förderkurs. Es braucht Vertrauen, sein Liebstes in fremde Hände zu geben, und ich bin mir sicher, dass Sie als Mutter das beste Gespür dafür haben, was für Ihr Kind das Richtige ist.

Friederike Schwencke ist Diplom-Sozialpädagogin bei den „Flotten Bienchen“ im CJD Wolfsburg.

„Fühle mich fast schizophren“ – Erfolgreiche Erzieherin scheitert oft als Mutter. Dann greift sie endlich durch

Als Anika Schunke Mama wird, muss sie feststellen: Ihre Erziehungstipps kann sie bei sich selbst nicht umsetzen. Doch dann macht es Klick.

Mehr als die Hälfte meines Lebens bin ich Erzieherin, oder, um dem Ganzen den Qualitätsstempel zu verleihen, den es verdient: pädagogische Fachkraft im Elementarbereich. Zehn Jahre lang war ich in derselben Einrichtung tätig, welche zum Großteil dazu beigetragen hat, dass ich heute beruflich so gefestigt bin. Ich stand mit beiden Beinen im Leben, war etwa sieben Jahre lang stellvertretende Leitung, war von Kolleginnen und Eltern geschätzt und machte mich sogar nebenberuflich selbstständig. Ich habe pädagogische Prinzipien, Überzeugungen und Wertvorstellung, die sich in dieser Zeit fest verankert haben. Mir war immer bewusst, dass es etwas anderes sein würde, Mutter zu sein, spielen hier ganz andere Faktoren eine Rolle. Doch was da kommen sollte, wäre mir im Traum nicht eingefallen.

Die erste Zeit mit Baby ist für alle frisch gebackenen Eltern emotional. Daher war es für mich erst mal nicht dramatisch, dass ich nicht so entspannt und ausgeglichen war, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Da sich die Erziehung zu Beginn noch im Rahmen hielt, beruhigte ich mich mit Sätzen wie „Das wird schon noch“, „Ist halt am Anfang so“ etc. Doch mit den Monaten merkte ich, das ich Dinge tat und dachte, die ich als Erzieherin nie tun oder denken würde und von denen ich sogar schon vielfach abgeraten hatte. Und obwohl es mir bewusst war, war es mir nicht möglich, anders zu handeln oder zu denken. Ich fühlte mich schon fast schizophren.

Schock im Bällebad

Zu Beginn waren es Kleinigkeiten. Zum Beispiel saß ich mit meiner etwa fünf Monate alten Tochter in einem öffentlichen Bällebad. Mit jeder Minute, die ich drin saß, mit jedem Ball, den sie anfasste und ablutschte, schrie es lauter in mir. Eine Stimme in mir rief: „Gefahr! Gefahr! Es ist ein Bazillenbad, getarnt als Bällebad.“ Doch ich hielt tapfer durch und lies meine Tochter und ihr Immunsystem lernen und wachsen. Denn die Erzieherin in mir winkte entspannt ab nach dem Motto: „Das ist nicht so wild, im Gegenteil. Und du weißt es.“

Mittlerweile ist meine Tochter fast drei Jahre alt. Wir können uns wirklich nicht beschweren, sie ist ein tolles Kind. Wir haben selten Schwierigkeiten mit ihr und wenn wir es für anstrengend und stressig halten, ist es im Vergleich zu manch anderen Familien harmlos. Aber die Konflikte häufen sich. Sie probiert mehr aus, diskutiert, bekommt kleine Wut- und Trotzanfälle, was eben alles zum Großwerden dazu gehört. Und hierbei macht sich nun die Schizophrenie zwischen Erzieherin und Mutter deutlich bemerkbar.

Ich weiß genau, dass dieses Verhalten völlig normal ist, sogar sein muss, um eine gefestigte Persönlichkeit zu entwickeln. Ich weiß auch, dass es richtig ist, wenn wir konsequent sind. Und trotzdem sitze ich heulend da und frage mich, was hier los ist. Warum kann ich nicht mit meiner gewohnten Professionalität darauf reagieren? Warum stellt sich die emotionale Mutter in mir so sehr gegen die souveräne Erzieherin? Und das, obwohl sie weiß, dass es uns allen besser ginge, wenn sie mehr mitreden könnte.

Erzieherin und Mutter im Dauerstreit

Da gibt es beispielsweise die „Situation Schnuller“. Dieser ist Fluch und Segen. Als Säugling wollte meine Tochter den Schnuller nicht, was ich prinzipiell gut finde. Jedoch hätte sie sonst den ganzen Tag an der Brust gehangen, um sich zu beruhigen, und das wollte und konnte ich nicht zulassen. Also musste der Schnuller Abhilfe schaffen. Mittlerweile ist es so, dass sie ihn ziemlich oft im Mund hat. Und das stört mich. Denn sie ist jetzt fast drei Jahre alt und ich finde, der Schnuller ist nach wie vor zur Beruhigung gedacht, also zu Ausruh- und Schlafenszeiten.

Am meisten stört mich, wenn sie ihn draußen beim Spazierengehen oder beim Radfahren im Mund hat. Ich finde es schrecklich! Denn das Bild ist so kontrovers. Auch wenn die Erzieherin in mir täglich mehrere Elterngespräche mit der Mutter in mir führt, schaffe ich es einfach nicht, ihr den Schnuller nur für die oben genannten Zeiten zu erlauben. Es ist wie eine Blockade.

Streit ums Thema Essen

Genauso ist es mit der „Situation Essen“. Wir legen beide großen Wert darauf, dass sie um gute Tischmanieren weiß. In meinem Erzieheralltag habe ich vielen Kindern unter drei Jahren das selbstständige Essen mit Löffel und Gabel beigebracht. Meine Tochter benutzt immer noch oft die Finger, obwohl es mich stört und ich es anders möchte. Ich habe oft gepredigt, dass Konsequenz das A und O ist, und ich weiß es auch ganz genau. Doch auch hier scheint diese Funktion mit dem Mutterinstinkt nicht kompatibel zu sein. Nach fast einem Jahr Theater, Gemotze und Tränen am Tisch hat die Erzieherin in mir sich doch mal energisch der Mutter gegenüber gezeigt und eine Lösung gefunden.

Die sieht so aus: Wir haben uns dafür entschieden, ihr eine positive Konsequenz anzubieten, wenn sie ordentlich isst. Auf dem Tisch liegen vier Gummibärchen. Wenn wir schimpfen müssen, weil sie ihr Essen rumschmiert, mit der Gabel rumfuchtelt etc. nehmen wir, nach einer Vorwarnung, ein Gummibärchen weg. Das vierte Gummibärchen bekommt sie, wenn sie den Teller leer gegessen hat. Was ihr nicht schmeckt, muss sie allerdings nicht essen.

Die Erzieherin erwacht

So langsam scheint die Erzieherin in mir den Ernst der Lage erfasst zu haben und mischt sich öfter ein. Ich habe das Gefühl, die Mutter in mir ist sehr erleichtert, war sie doch so oft hilflos und verzweifelt, weil sie das nötige Wissen nicht abrufen konnte. Vielleicht hat die Erzieherin in mir einfach ein bisschen Urlaub genommen oder auf Teilzeit gewechselt und das ganze Wissen mitgenommen. Nun beginnen die beiden endlich, als Team zusammenzuarbeiten. Ich merke das daran, dass ich Fachwissen wieder abrufen kann. Ich kann schwierige Situationen und ihren Ursprung besser deuten und angemessen reagieren.

Zum Beispiel in der „Situation Selbstständigkeit“. Mir ist es sehr wichtig, dass meine Tochter sich auch mal selbst beschäftigen kann. Bisher spielte das jedoch keine große Rolle, denn ich habe es als Mutter sehr genossen, viel Zeit mit meiner Tochter zu verbringen. Ich wollte sehen, was sie spielt. Somit war ich oft dabei, wenn sie in ihrem Zimmer gespielt hat. Dies hat aber zur Folge, dass sie es nicht gewohnt ist, sich alleine zu beschäftigen. Also stand wieder ein internes Elterngespräch an, in dem sich Erzieherin und Mutter schnell einig wurden, dass dies geübt werden muss. Die Erzieherin zaubert einige gute Ideen aus ihrem kompetenten, pädagogischen Hut und das Problem wird nun einfach angegangen. Im konkreten Fall heißt das beispielsweise: Während ich sauge, gebe ich ihr eine Aufgabe, welche sie in der Zeit erledigt. Das kann ein Puzzle sein oder etwas zum Nachbauen. So hat sie konkret ein Bild davon, was sie tun soll. Und falls das Saugen länger dauert als die Aufgabe, findet sie eher in ein selbstständiges Spiel.

Ich hoffe sehr, dass sich die nun beginnende, gute Zusammenarbeit nicht mit der Geburt des zweiten Kindes wieder auflöst. Zum Wohle aller.

Anika Schunke lebt in der Nähe von Karlsruhe und ist Erzieherin. Aktuell ist sie in Mutterschutz, arbeitete davor jedoch in einer Kita. Außerdem ist sie Autorin des Buchs „Kleine Räume, großer Spaß“.