Auf Nimmerwiedersehen – Abschied vom Schnuller

Babys haben ein natürliches Saugbedürfnis, das weit über die Notwendigkeit hinausgeht, den Hunger zu stillen. Ein Schnuller kann ihnen helfen, Stress zu verarbeiten, sich zu entspannen und zu beruhigen. Wenn er allerdings übers Säuglingsalter hinaus zu lange und zu oft in den Mund gesteckt wird, kann er Fehlstellungen der Zähne und Sprachstörungen verursachen. Experten raten deshalb, den Schnuller zwischen dem ersten und zweiten Geburtstag abzugewöhnen. In der Regel muss die Initiative von den Erwachsenen ausgehen, weil Kinder diese liebgewordene Gewohnheit nicht von selbst aufgeben. Manche Eltern „vergessen“ den Schnuller bewusst am Urlaubsort, in der Hoffnung, dass ihr Sprössling ab sofort ohne auskommt. Oder sie pieksen ein kleines Loch in die Schnullerspitze, damit er nicht mehr „funktioniert“. Wer nicht in die Trickkiste greifen möchte, kann den Abschiedsprozess auch bewusst gestalten:

Die Nutzung des Schnullers begrenzen

Der heißgeliebte Sauger sollte nicht jederzeit greifbar sein. Es macht Sinn, ihn in eine „Schnullergarage“ zu legen, auf die das Kind allein keinen Zugriff hat. In bestimmten Situationen wird er herausgeholt und danach wieder weggelegt. Auch während der Nutzung kann man das Kind bitten, ihn beim Reden aus dem Mund zu nehmen. Ein wichtiges Etappenziel besteht darin, dass der Nucki nur noch zum Einschlafen gebraucht wird.

Abschiedsprozess vorbereiten

Es gibt tolle Bücher zum Thema, durch die Kinder nacherleben, wie andere diesen Abschied bewältigt haben. Je älter der Schnullerliebhaber ist, desto besser kann man ihm erklären, warum es nicht gut ist, dauernd zu nuckeln. Den Zeitpunkt bewusst wählen Da Nuckeln Stressbewältigung ist, wäre es nicht ratsam, die Abgewöhnung in einer Zeit zu planen, in der das Kind größere Entwicklungsstürme oder die Eingewöhnung im Kindergarten zu verkraften hat. Eine Zeit, in der das Kind sich entwicklungsbedingt in ruhigerem Fahrwasser befindet und keine größeren Aktionen oder Reisen anstehen, ist günstiger.

 

 Über die Autorin: Ingrid Jope ist Theologin und Sozialpädagogin. Sie lebt mit ihrer Familie in Wetter (Ruhr).

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