„Du machst mich so wütend!“

Warum bringt uns oft ausgerechnet unser Partner an den Rand unserer Geduld und Gelassenheit? Wie können wir das verhindern? Antworten von Melanie Schüer

Worum geht es eigentlich? Du willst doch nur deine schlechte Laune an mir auslassen!“ Die Worte meines Mannes hallen in mir nach, während ich die Tür zuknalle. Weil ich gerade wütend bin, gebe ich es jetzt bestimmt nicht zu. Aber im Grunde hat er recht. Klar, es gab einen Auslöser für meine Wut. Aber war der das Drama wirklich wert, das ich vom Zaun gebrochen habe? Oder war es nicht eher das I-Tüpfelchen, das den Schlechte- Laune-Vulkan in mir zum Ausbruch gebracht hat? Die schlechte Laune, verursacht durch den Schlafmangel, das kaputte Auto und meine Unfähigkeit, mich während meiner Elternzeit ausreichend um den Haushalt zu kümmern, statt schon wieder das nächste berufliche Projekt zu planen?

Was ich da beschreibe, kennen wohl die meisten, die verheiratet oder fest mit jemandem liiert sind. Wie kommt es nur, dass wir unseren Frust bevorzugt an dem Menschen auslassen, den wir am meisten lieben? Eltern, deren Kinder trotzen, wird manchmal gesagt: „Sehen Sie es positiv! Ausflippen, sich auf den Boden schmeißen – das machen Kinder nur dort, wo sie sich bedingungslos angenommen fühlen.“ Ob man das auch auf Erwachsene übertragen kann? Warum reißen wir uns dem Nachbarn oder der Chefin gegenüber zusammen?

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