Ganz bei mir

Wer authentisch lebt, erfüllt nicht alle Erwartungen und stößt manchen vor den Kopf. Auf Dauer lohnt es sich aber, diesen Preis zu zahlen, ist Andrea Kronester überzeugt.

Bronnie Ware arbeitete acht Jahre als Palliativpflegerin und begleitete Sterbende in den letzten Monaten und Wochen. Im Februar 2012 schrieb sie einen Artikel für den Guardian, den „Die Welt“ unter der Überschrift „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bedauern“ veröffentlichte.

An ihrem Lebensende bedauerten die Palliativpatienten zutiefst, dass ihnen der Mut gefehlt hatte, ihr eigenes Leben zu leben. Stattdessen waren sie viel zu sehr damit beschäftigt, den Erwartungen anderer zu entsprechen. Außerdem bereuten sie, dass sie so viel gearbeitet hatten und nicht mutig genug waren, ihre Gefühle auszudrücken. Zwei weitere Punkte: Sie hatten Freundschaften nicht aufrecht erhalten und waren traurig darüber, dass sie sich nicht erlaubt hatten, zufriedener und glücklicher im Lebengewesen zu sein.

Der Artikel hat mich sehr bewegt. Ich fragte mich, warum die Betroffenen erst am Ende ihres Lebens zu diesen traurigen Erkenntnissen kamen. Hätte ihr Leben einen anderen Verlauf genommen, wenn sie authentischer, echter und ehrlicher gewesen wären? Wären sie am Ende tatsächlich zufriedener und glücklicher gewesen, wenn sie ihr eigenes Leben gelebt und nicht den Erwartungen anderer entsprochen hätten?

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