Klettern, laufen, rutschten

„Mein Sohn (1 1/2) liebt es, sich auszupowern. Ich bin immer auf der Suche nach Anregungen, wie ich ihn draußen so richtig in Bewegung bringen kann.“

Wenn Ihr Sohn sich gerne draußen aufhält, haben Sie leichtes Spiel. Die meisten Kinder bewegen sich draußen automatisch. Um sie möglichst wenig einzuschränken, suchen Sie, so oft es geht, sichere Wege und Plätze, auf denen Ihr Kind frei laufen kann. Auf Feldwegen oder im Wald ist besonders viel Platz. Ob zu Fuß oder mit einem Fahrzeug, hier kann Ihr Kind auch einmal weiter von Ihnen weglaufen, ohne dass eine Gefahr besteht, wie es an der Straße der Fall ist. Ein kleines Wunderland eröffnet sich, wenn unterwegs ein kleines Mäuerchen oder eine Bank zum Balancieren oder rauf-und-runter-Klettern zu finden ist.

„EILE MIT WEILE“
Zeit zu haben, ist ein wichtiger Faktor, allerdings oftmals schwer in den Alltag zu integrieren. Versuchen Sie es! Wenn Sie einmal nur Kleinigkeiten einkaufen müssen – zum Beispiel morgens beim Bäcker –, laufen Sie diesen Weg mit Ihrem Sohn. Oder lassen Sie ihn ein Fahrzeug fahren, vielleicht sogar eines, in das man Einkäufe einladen kann. Ansonsten rate ich Ihnen: Schütteln Sie eventuelle Schamgefühle ab, spielen Sie mit Ihrem Sohn auf dem Spielplatz (oder an anderen Orten) Fangen oder verschiedene Ballspiele. Klettern, springen, balancieren Sie gemeinsam mit Ihrem Sohn! Oder laden Sie Freunde ein, sich an dieser Gaudi zu beteiligen. Leiten Sie Ihre Kinder zu solchen Spielen an, und sie werden lernen, diese und weitere Bewegungsspiele miteinander zu spielen, weiterzugeben, neue Ideen dazu zu erfinden. Denken Sie an Ihre Kindheit, hier finden sich oft die besten Bewegungsanregungen. Darüber hinaus lassen Sie Ihren Sohn seinen Forscherdrang ausleben. Begleiten Sie sein Tun, seien Sie da, aber lassen Sie ihn machen. Hier gilt der Leitspruch von Maria Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun!“

WALDABENTEUER
Ein Spaziergang im Wald bietet auch Einjährigen schon viele Anregungen. Jetzt im Herbst findet man Nüsse, Blätter, Zapfen, Eicheln und Kastanien, die auf Kinder eine magische Anziehungskraft haben. Nehmen Sie ein Körbchen mit, und lassen Sie es von Ihrem Kind füllen. Dabei bewegt es sich sehr viel: bücken, greifen, in den Korb zielen, aufstehen, weiterlaufen, wieder bücken, greifen. Lassen Sie Ihren Sohn einen Hügel hinaufkrabbeln und herunterrutschen. Und dann gleich noch einmal! Ihr Kind braucht viele Wiederholungen. So kann es das Wissen festigen, das es sich in dieser Situation aneignet. Suchen Sie sich einen kurzen Weg aus, und planen Sie ein, dass Ihr Kind ein Mittagsschläfchen im Wald hält. Das ist genau so wichtig wie die vielen Wiederholungen, denn Ihr Kind verarbeitet im Schlaf das Gelernte. Wenn es dann fit für den Rückweg ist, können Sie gerne einmal den „Wanderweg“ verlassen und querwaldein laufen. Das ist für alle Beteiligten sehr spannend.

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