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Artikel aus den Heften

Damit es nicht zum Patt kommt

Entscheidungen bestimmen die Richtung unseres Lebens. Sie beeinflussen, wie sich die Liebe entfaltet und welche Gestalt das gemeinsame Leben annimmt. Und manchmal fordern Entscheidungen die Kompromissbereitschaft eines Paares sehr heraus.

„Wir dürfen so vieles gemeinsam entscheiden.“ Myriam und ich standen ganz überwältigt vor diesem Privileg, als wir nach der Hochzeit in unsere erste gemeinsame Wohnung zogen. Von der Einrichtung und Organisation unseres Haushalts über die Freizeitgestaltung bis hin zu den Weichenstellungen, die bestimmt haben, wie sich unser Freundeskreis entwikkelt. Viele Entscheidungen haben eine Welt eröffnet, die wir dann gemeinsam betreten durften. Mit jeder Entscheidung haben wir entweder am Guten aus unseren Herkunftsfamilien festgehalten oder haben einen eigenen Weg eingeschlagen, der etwas aus unserer Vergangenheit hinter sich gelassen hat. In vielem haben wir so entschieden, wie es die meisten anderen auch tun, einfach weil das unkompliziert und kraftsparend ist. In anderem haben wir Wege gewählt, die selbst für Menschen, die uns nahe standen, erklärungsbedürftig waren. Und natürlich gab es auch umkämpfte Entscheidungen, wenn Prioritäten zunächst weit auseinander lagen. In unserer Beziehung, aber auch bei Paaren, die ich begleite, habe ich folgende Erfahrung gemacht: Unterschiedliche Wünsche und Werte lassen sich zusammenführen, manchmal geht es schnell, wenn die Unterschiede nicht allzu groß sind, manchmal dauert es länger. Wenn ein Paar aber bei einer Entscheidung nicht weiterkommt, ist es vielmehr der Entscheidungsprozess, der Probleme macht. Für diesen sind folgende Faktoren wichtig: die Motivation, das Urteilen und die Kompromissbereitschaft. Auf allen drei Ebenen gibt es nämlich jeweils zwei gegensätzliche Herangehensweisen. Das kann Paare in eine Pattsituation bringen.

DIE MOTIVATION: HOFFNUNG ODER FURCHT
Der Motivationspsychologe Heinz Heckhausen entdeckte zwei gegensätzliche Motivationen, die Menschen zu ihren Entscheidungen bewegen: Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg. Manche Menschen haben vor allem das Schöne im Blick, das durch eine Entscheidung in ihr Leben kommen könnte. Andere sehen auf die Risiken und wollen diese so klein wie möglich halten. Sicher können Sie nachvollziehen, dass eine Entscheidungssituation völlig anders aussieht, je nachdem ob einer die Brille einer Erfolgshoffnung oder die Brille eines möglichen Misserfolges aufsetzt: Antje und Dirk überlegen, ob sie vielleicht einmal auf einer Nordseeinsel Urlaub machen. Antje riecht bereits den salzigen Wind, sieht die Dünen vor sich und spürt das überwältigende Gefühl, ganz von Meer umgeben zu sein. Dirk dagegen sieht die verregneten Tage, an denen die Kinder in der Ferienwohnung quengeln. Er ahnt die teuren Überraschungen, die einem der Einkauf auf einer Insel bescheren könnte. Gerne würde ich nun empfehlen: „Beides ist wichtig. Die Aussicht auf das Schöne und der Blick auf die Risiken, der vor bösen Überraschungen schützt.“ Nur würde das nicht dem Stand der Motivationsforschung entsprechen. Menschen, die durch Hoffnung auf Erfolg motiviert werden, geht es nicht nur besser, sie erreichen auch mehr. Wenn es hier Unterschiede gibt, lässt sich der ängstlichere Partner besser vom zuversichtlicheren leiten. Natürlich muss man bei Entscheidungen die Risiken prüfen. Sie sollten aber nicht zur ausschlaggebenden Motivation werden.

DAS URTEIL: KOPF ODER BAUCH
Jeder Mensch trägt zwei Systeme in sich, um Situationen zu beurteilen: ein intuitives und ein rationales. Das beschreiben zum Beispiel die Psychologin Maja Storch („Das Geheimnis kluger Entscheidungen“) oder der Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman („Schnelles Denken, langsames Denken“). Unsere Intuition urteilt blitzschnell. Ihr Ergebnis teilt sich oft als Gefühl oder Körperempfindung mit. Dabei wird eine Situation mit vielen ähnlichen Situationen verglichen, die wir schon einmal erlebt haben. Das rationale Urteilen muss die Situation analysieren und Pro und Kontra gegeneinander abwägen. Das dauert länger und ist grundsätzlich nie abgeschlossen – wer könnte nicht durch weiteres Nachdenken noch andere Aspekte entdecken, die für die Entscheidung eine Rolle spielen? Auch hier kann ein Paar zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen gelangen, wenn ein Partner mehr zum rationalen, der andere zum intuitiven Urteilen neigt. So könnte beispielsweise der Vermögensberater sagen: „Sie können sich das Haus leisten, aber es wird dann schon eng. Sie müssen sich das überlegen, ob Sie unter Umständen ein paar Jahre sehr sparsam leben wollen.“ Ihre Intuition sagt vielleicht: „Das packen wir.“ Sein rationales Urteil fühlt sich aber zu einer solchen Entscheidung außer Stande. Denn die Faktoren, die entscheiden, wie es finanziell wird, liegen in der Zukunft und sind der Analyse noch nicht zugänglich. Hier ist es die Entscheidungsforschung, die eine Empfehlung gibt: „Wenn es um eine wichtige Sache geht, dann triff nur eine Entscheidung, bei der sowohl deine Intuition als auch dein rationales Urteilsvermögen zum gleichen Ergebnis kommen.“ Paare können also ihr rationales und intuitives Urteilen zusammenführen, wenn sie hier unterschiedlich sind. Nach dieser Regel sollte sich das Paar in unserem Beispiel nur für das Haus entscheiden, wenn auch das rationale Urteil positiv ausgeht: „Wir sind bisher immer gut und entspannt mit Engpässen umgegangen. Das können wir wagen.“ Wenn es noch kein rationales „Ja“ gibt, kann sich das Paar für ein günstigeres Haus entscheiden oder die Entscheidung vertagen und vielleicht einmal ein Jahr lang besonders sparsam leben. Das steigert nicht nur das Eigenkapital, sondern schafft auch Erfahrungswerte, wie es einem Paar in einer finanziell knappen Situation geht.

DIE KOMPROMISSBEREITSCHAFT: SELBSTBEWAHRUNG ODER OPFER
Es gibt Entscheidungssituationen, die sich nur auflösen lassen, wenn einer ein Opfer bringt. Auch hier kann man auf beiden Seiten vom Pferd fallen. Manche Partner verhalten sich bei Entscheidungen selbstbezogen. Sie wollen ihre Komfortzone nicht verlassen und verstehen nicht, dass ein gemeinsames Leben manchmal Opfer erfordert. Andere dagegen bringen derart große Opfer, dass sie sich mit den Folgen überfordern, bitter werden oder sich selbst in der Beziehung verlieren. Führende Paartherapeuten wie zum Beispiel der Frankfurter Psychoanalytiker Michael Lukas Möller oder der amerikanische Paar- und Sexualtherapeut David Schnarch raten hier Folgendes: „Wo Sie ein Opfer bringen müssten, das Ihrer Persönlichkeit oder Ihren Überzeugungen Gewalt antut, sollten Sie das Opfer nicht bringen.“ In allen übrigen Entscheidungen kann es ein starker Ausdruck von Liebe sein, für den anderen ein Opfer zu bringen (und für den anderen ist es dann eine Kunst, das Opfer auch anzunehmen). In meiner Arbeit mit Paaren orientiere ich mich an der Faustregel: Veto vor Wunsch. Wenn sich der eine etwas wünscht (ein drittes oder viertes Kind, ein Pflegekind, eine kommunenartige Lebensform, ein Aussteigerjahr im Ausland) und sich der andere wirklich damit überfordert fühlt, schadet es der Beziehung weniger, wenn einer verzichtet als wenn der andere sich auf etwas einlässt, das ihn dauerhaft überfordert. Beides, ein Verzicht oder ein Opfer, kann ein Paar an die emotionalen Grenzen führen. Es kann dann entlastend sein, sich in einigen Gesprächen durch den Entscheidungsprozess begleiten zu lassen. Das Einnehmen unserer ersten Wohnung und unseres gemeinsamen Lebens ist inzwischen 18 Jahre her. Wir haben seither viel miteinander erlebt und aufgebaut, was wunderschön ist. Aber wir haben auch einiges nicht erreichen können, was uns heute manchmal schmerzt. Das Leben ist begrenzt, und unsere Entfaltungsmöglichkeiten sind es ebenfalls. Zum Entdeckermut haben wir im Laufe der Jahre eine weitere Fähigkeit gewonnen: die Fähigkeit zum Verschmerzen dessen, was nicht möglich war. Manche scheuen den Schmerz aus Furcht, er verderbe einem, was schön im Leben ist. Aber wir erfahren zusammen mit vielen anderen Paaren: Wer sich ab und zu schmerzlichen Gefühlen stellt und betrauert, was nicht möglich war, kann von Herzen loslassen.
Das vertieft das gemeinsame Glück.

 

Jörg Berger ist Psychotherapeut und Paartherapeut in eigener Praxis in Heidelberg.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/02/Family_2_17_44.jpg 744 1053 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2017-02-21 10:00:042017-03-22 16:15:53Damit es nicht zum Patt kommt

Medienerziehung: Wie viel lassen wir uns abnehmen?

Gestern war ich im O2-Shop. Die nette Mitarbeiterin riet mir, beim Handy meines Sohn unbedingt eine Drittanbietersperre einzurichten. Klar, es macht Sinn, dass er nicht durch unbeabsichtigte Abos oder In-App-Käufe irgendwelche Kosten verursacht. Aber bisher hat es auch ohne Sperre gut geklappt. Bevor er das Handy bekam, haben wir einen Vertrag gemacht und ausführlich besprochen, was er darf und was nicht und bei welchen Aktionen er Rücksprache mit uns halten soll. Weder bei ihm noch bei der älteren Schwester gab es bisher Probleme. Aber gut, sicher ist sicher. Ich habe die Sperre eingerichtet.

Nun gibt es auch die App Smombie Guard: Sie blockiert die Benutzung des Smartphones beim Gehen. Läuft das Kind doch mit dem Smartphone in der Hand los, erscheint nach wenigen Schritten ein Warnbildschirm, der erst wieder beim Stehenbleiben oder Ausschalten verschwindet. Hm, ist das sinnvoll? Ich rede mit meinen Kindern immer wieder darüber, wie gefährlich es ist, im Straßenverkehr das Handy vor Augen zu haben. Ich ermahne sie ja schon, wenn sie im Haus mit dem Handy in der Hand herumlaufen.Und ich finde, das reicht. Das muss reichen. Übrigens: Smombie Guard kann auch so eingestellt werden, dass die Benutzung von Apps während des Autofahrens blockiert wird. Wäre für manche Eltern vielleicht noch wichtiger … (Infos: Smombie Guard)

Voraussichtlich ab April gibt es die App Kangule. Sie ist gedacht für Kinder zwischen drei und zehn, die regelmäßig auf dem Handy oder Tablet ihrer Eltern spielen. Einerseits verhindert die App den Zugriff auf private Daten und Geräteeinstellungen. Sobald die App gestartet wurde, kann das Kind Kangule nicht verlassen und sich nur innerhalb der App bewegen. Sie beinhaltet Spiele bekannter Hersteller, die frei sind von Werbung und In-App-Käufen. Außerdem kann man ein tägliches oder wöchentliches Zeitbudget einstellen. Ist das Budget augeschöpft, meldet sich das Gerät mit der Bemerkung „Zeit ist um!“ ab. Das verhindert lästige Diskussionen ums Aufhören. Geplant ist Kangule als Abo für € 2,99 pro Monat. Noch bis Sonntag, 19.2., läuft eine Kickstarter-Kampagne, damit die App auch wirklich umgesetzt werden kann: Kangule Kickstarter-Kampagne

Grundsätzlich sind solche Apps sicher hilfreich. Aber wir als Eltern dürfen uns damit nicht selbst aus der Verantwortung entlassen. Ja, Diskussionen um Bildschirmzeiten und Spieldauer sind nervig. Aber ich finde es wichtig, dass unsere Kinder auch lernen, solche Themen auszudiskutieren. Dass sie lernen, das elterliche „Nein“ zu akzeptieren und nicht nur eine „Zeit ist um“-Message auf dem Bildschirm. Die Nutzung von Medien bietet Eltern und Kindern die Chance, ins Gespräch zu kommen – im real life. Diese Chancen sollten wir nutzen, ob mit oder ohne App-Hilfe.

Bettina Wendland

Redakteurin Family und FamilyNEXT

PS: Gute Infos zur Medienerziehung findet man hier: www.klicksafe.de, www.schau-hin.info

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/02/criene_photocasecfr1bgn0d5552.jpg 1500 2250 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-02-17 11:22:352017-02-17 11:22:35Medienerziehung: Wie viel lassen wir uns abnehmen?

Dreimal Flöte üben = ein Eis?

Ein Sternchen fürs Aufräumen, ein Herzchen fürs Tischdecken …Machen Belohnungssysteme Sinn? Von Sonja Krebs

Die Idee, ein Belohnungssystem einzuführen, kommt Eltern meist dann in den Sinn, wenn etwas nicht reibungslos läuft. Wenn Hausaufgaben, Aufräumen oder Flötespielen nicht gut funktionieren und mancher Nerv schon blank liegt. Da werden Sternchen oder Herzchen geklebt. Es werden Zielvereinbarungen getroffen, wofür es sich lohnt, bestimmte Aufgaben motivierter zu erledigen. Manche Eltern berichten von positiven Verhaltensänderungen der Kinder, von mehr Struktur und harmonischeren Abläufen. Selbst in Kitas wird dieses Prinzip zeitweise umgesetzt. Also eine rundum geglückte Erziehungsstrategie – wirklich? Manchmal ist es notwendig, mal wieder Luft im hektischen Alltag mit seinen vielen Anforderungen zu bekommen. Man will schließlich nicht als „Nörgel-Mutti“ oder „Mecker-Vati“ enden. In solchen Situationen möchte ich den Versuch, durch ein Belohnungssystem zu mehr Harmonie in der Familie zu kommen, nicht abwerten. Dennoch bleibt es meines Erachtens eher ein Versuch. Wenn ich erreichen möchte, dass etwas reibungslos läuft, so kann dieses System vorübergehend eine Verschnaufpause geben.

REIBUNGSLOS?
Doch welche Grundhaltung habe ich meinem Kind gegenüber, wenn ich erwarte, dass „es“ reibungslos läuft? Und welchen Gedanken verknüpfe ich damit, dass mein Kind Aufgaben für einen Gegengewinn erledigt? Als Pädagogin und Mutter betrachte ich dieses System als nicht tragfähig. Tragfähig hingegen ist meine Beziehung zu meinem Kind. In diese Beziehung will ich ganz viel investieren. Ein reibungsloser Ablauf ist eine hohe Erwartung im Zusammenleben mit Kindern. Es ist einfach typisch für Kinder, die eine oder andere Pflicht schlichtweg zu vergessen oder nicht ernst zu nehmen. Kinder brauchen Zeit, Abläufe zu verinnerlichen und ihren Platz im sozialen Familiengefüge zu finden. Und wir Eltern brauchen Geduld und Ausdauer.

LEISTUNG ERBRACHT = BELOHNUNG
„Warum trödelt mein Sohn, wenn wir weg müssen?“ „Warum widersetzen sich die Kinder ständig, wenn ich ihnen eine Aufgabe gebe?“ Diese Fragen könnte man so beantworten: „Er ist in sein Spiel vertieft.“ Oder: „Sie brauchen Reibungsfläche und müssen und dürfen meine Grenze spüren.“ Das alles erzeugt Reibung, die aber bekanntlich ja auch wärmt. Und zum gemeinsamen Wachstum anregt. Natürlich sind die Fragen und Antworten im Zusammenhang mit Alter und Entwicklung der Kinder zu sehen. Daran sollte ich mein Erziehungsverhalten anpassen. Vielleicht sollte ich mehr Spielzeit einräumen und das Ende rechtzeitig ankündigen, um das Spiel nicht abrupt beenden zu müssen. Erziehen heißt auch beobachten, reagieren und mich letztlich selbst zu erziehen. Bei Belohnungssystemen bleiben diese inneren Fragen und Reflexionen und der Blick auf die Bedürfnislage der Kinder meist ausgesperrt. Der Blick richtet sich ausschließlich auf: „Leistung erbracht = Belohnung“. Das ist auf Dauer keine gute Motivation. Doch was tun, wenn eine Veränderung des Verhaltens notwendig ist?

KLARE VERABREDUNGEN
Eltern haben durchaus das Recht, auf gewisse Regeln und Pflichten hinzuweisen, um das Leben miteinander besser zu gestalten. Wir möchten uns ja auch wohlfühlen. Und wir möchten unsere Kinder zu Selbstständigkeit und Pflichtbewusstsein hinführen. Da sind klare Verabredungen hilfreich und Ausdauer und Geduld erforderlich. Es ist hilfreich, wenn Kinder zum Beispiel regelmäßig für bestimmte Aufgaben verantwortlich sind. Oder wenn bestimmte Wochentage für bestimmte Tätigkeiten vorgesehen sind, die dann ritualisiert werden. Zum Beispiel die Aufräumaktion am Freitag. Das ist dann einfach so und muss auch nicht ständig diskutiert werden. Es gehört zum Miteinander dazu und wird auch als solches wahrgenommen. Pläne mit Symbolen dienen gerade kleineren Kindern als Orientierung und Motivation: „Ach, heute ist Freitag, da muss ich meine Spielsachen aufräumen.“ Im Unterschied zum Belohnungssystem hat das einen anderen Charakter: Ich mache es um der Sache oder der Gemeinschaft und nicht um der Belohnung willen. Wenn wir zum Beispiel alle gemeinsam schnell aufräumen, haben wir mehr gemeinsame Zeit und sind folglich belohnt. Und ein gewisses Maß an Vokabellernen ist einfach notwendig zum Erlernen einer Sprache, auch ohne ein Computerspiel in Aussicht gestellt zu bekommen.

BEDINGUNGSLOSE LIEBE
Damit diese Motivation auch wirken kann, brauchen Eltern eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber ihrem Kind. Leistung darf nicht über allem stehen. Meine Wertschätzung ist nicht gekoppelt an bestimmte Verhaltensweisen. Meine Liebe zum Kind sollte bedingungslos sein – was nicht heißt, dass ich alles gutheißen muss. Durch diese bedingungslose Liebe entfaltet sich auch Raum für besondere Leistungen, die aus eigenem Antrieb entstehen. Kleben Sie also lieber innerlich Herzchen für Ihr Kind – ganz bedingungslos. In Gott haben wir darin ein gutes Vorbild.

 

family_17_1-pdf-adobe-acrobat-pro-dcSonja Krebs ist Erzieherin und Heilpädagogin und Inhaberin des MalRaums in Königswinter (www.atelier-einmalig.de), wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene kreativ werden können. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Jungs.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/12/Family_17_1_DS_Seite_19.jpg 495 700 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2017-02-16 11:00:462017-01-13 17:19:48Dreimal Flöte üben = ein Eis?

5 Tipps für ein schönes Date

Der Valentinstag bietet einen guten Anlass, mal wieder Zeit zu zweit zu verbringen. Hier sind fünf Tipps, wie Eltern den Valentinstag oder einen anderen schönen Tag/Abend verbringen können:

  1. Wie beim ersten Date 

Das erste Date: Bei einigen liegt es erst wenige Jahre zurück, bei anderen Jahrzehnte. Sich gemeinsam an den einen besonderen Tag zu erinnern, lässt das Kribbeln der ersten Verliebtheit wieder aufleben. Ob Kinobesuch, ein bestimmtes Essen im Restaurant oder ein Tanz zu einem bestimmten Lied: Um das Rendezvous noch einmal zu erleben, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder als Wochenendausflug in die Stadt, in der alles begann oder einfach zu Hause nachgespielt – mit dem Film aus der Videothek, dem Tanz im eigenen Wohnzimmer und dem selbstgekochten Gericht nach dem Rezept von damals.

  1. Spontanität mit Konzept

Ins Kino oder gemeinsam Essen gehen, sind wohl zwei der beliebtesten Rendezvous-Varianten. Der Vorteil dieser Klassiker: Sie lassen sich ohne großen Aufwand realisieren. Der Nachteil: Es fehlt ihnen ein wenig an Würze. Doch mit ausgefallenen Tricks lassen sie sich ganz individuell gestalten. Zum Beispiel für jede Entscheidung eine Münze werfen: Fährt man mit dem Auto oder mit dem Rad? Gibt es Wein oder Bier zum Essen? Wird es der Kino- oder der Theaterbesuch? Diese Entscheidungen dem Zufall zu überlassen, sorgt für kleine Überraschungseffekte, die dem Rendezvous Spannung verleihen.

  1. Romantik à la Saison

Ob Schlittschuhlaufen auf der Eisbahn oder ein romantisches Picknick auf der Sommerwiese: Je nach Jahreszeit bieten sich verschiedene Möglichkeiten für ein romantisches Date und bringen Abwechlung in den Alltag. Außerdem hat jede Jahreszeit ihre eigenen romantischen Seiten: Sich in der Kälte des Winters aneinanderkuscheln, im Frühjahr gemeinsam in Frühlingsgefühlen schwelgen, im Sommer zusammen in die Sonne blinzeln und Hand in Hand dem Herbstwind trotzen.

  1. Eine Box voller Wünsche

Manchmal mangelt es an einem lohnenswerten Anlass, um sich in Abendgarderobe zu werfen und das gemütliche Sofa zu verlassen. Um nicht ohne Date-Idee dazustehen, können Paare eine Wunschbox anlegen. Beide Partner können auf Zetteln notieren, was sie schon immer einmal (wieder) machen wollten: einen Tapas-Kochkurs besuchen, Kanu fahren gehen oder auf dem Rummel Autoscooter fahren wie in der Jugend – ein kreatives Date ist damit garantiert.

  1. Nachmittag in rosarot 

Es muss nicht immer der Abend sein! Sicher, ein romantisches Candlelight-Dinner ist am schönsten, wenn es dunkel ist. Aber das Wochnende bietet eine Fülle an Möglichkeiten für Alltags-Romantik abseits der üblichen Wege: Sei es, gemeinsam einen Nachmittag im Spa zu verbringen, einen Waldspaziergang zu machen oder gemeinsam kleine Souvenirs für den anderen auf dem Flohmarkt zu erstehen. Die Kinder freuen sich währenddessen, mit dem Babysitter oder Oma und Opa über den Spielplatz zu tollen oder ins Kino zu gehen.

Zusammengestellt vom Kinderbetreuungsportal betreut.de

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/02/Betreut.de_PM_Valentinstag_1.jpg 945 1417 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-02-13 17:11:482017-02-13 17:11:485 Tipps für ein schönes Date

Urlaub mit Freund

„Wir planen unseren Urlaub für nächsten Sommer. Da unser Sohn (12) ein Einzelkind ist, würden wir gern seinen Freund mitnehmen. Was müssen wir dabei beachten?“

Urlaub wird von den meisten Menschen als die schönste Zeit im Jahr angesehen. Klar, dass man diese so heiß ersehnten Ferien gerne mit Freunden verbringt. Warum sollte das für Kinder anders sein? Der Urlaub wird – aus dem Blickwinkel Ihres Sohnes – einfach doppelt so schön, wenn er seinen Freund in den Urlaub mitnehmen darf. Damit der Urlaub auch für Sie als Eltern in schöner Erinnerung bleibt, sollten Sie ein paar Dinge beachten:

KENNENLERNEN
Das Gastkind sollte in Ihre Familie passen. Wenn Sie die Eigenarten des Kindes kennen, das Sie in Ihre Familie einladen, werden Sie wissen, ob der jugendliche Gast Ihre Regeln und Ermahnungen annehmen oder ob er sich darüber hinwegsetzen wird. Das ist nicht ganz unwichtig, denn wenn Sie ein fremdes Kind anvertraut bekommen, geht auch die Aufsichtspflicht während dieser Zeit auf Sie über. Wenn Sie noch ein paar Monate Zeit haben, können Sie den Freund Ihres Sohnes gut kennenlernen. Sie könnten ihn auch mal über ein ganzes Wochenende zu sich einladen. So stellen Sie ganz schnell fest, wie sich der Umgang mit dem Freund im Alltag gestaltet.

VOLLMACHT UND PAPIERE
Eine Vollmacht mit der Unterschrift der Eltern des Freundes ist wichtig, vor allem dann, wenn Sie in ein anderes Land reisen. Sie sollten diese Vollmacht zusammen mit dem Ausweis des Gastes aufbewahren und jederzeit griffbereit haben. In manchen Ländern genügt die Vollmacht alleine nicht, sondern sie muss amtlich beglaubigt sein, wie in Mazedonien, Griechenland, Bosnien-Herzegowina und Serbien. Zur Ergänzung sollte eine Kopie der Geburtsurkunde vorgelegt werden können. Nehmen sie zusätzlich eine Ausweiskopie der Eltern des Kindes mit. Notieren Sie sich die Heimatanschrift des Freundes sowie die Telefonnummern der Eltern. Informieren Sie sich außerdem über die jeweiligen Formalitäten im Urlaubsland.

GESUNDHEITLICHE VERSORGUNG
Man hofft natürlich, dass nie etwas passiert. Aber auch in den Ferien besteht diese Möglichkeit. Und auch wegen einer simplen Erkrankung kann ein Arztbesuch notwendig werden. Für eine Behandlung beim Arzt oder in einer Klinik sollten Sie eine medizinische Vollmacht mitführen, die von den Eltern ausgestellt und unterschrieben wurde. Klären Sie außerdem den Versicherungsschutz für Ihr Gastkind. Fragen Sie die Eltern, ob der Freund an Allergien leidet oder ob er regelmäßig Medikamente einnehmen muss. Grundsätzlich ist ein Urlaub, bei dem das eigene Kind einen Freund dabei hat, für alle Beteiligten ein Gewinn. Denn der Sohn kann Aktivitäten mit einem Freund teilen, und den Eltern bleibt mehr Zeit für sich. So haben unterm Strich alle mehr Spaß und einen tollen Urlaub.

Ingrid Neufeld ist Erzieherin und Mutter von drei inzwischen erwachsenen Töchtern. Sie lebt in Mittelfranken.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/12/11-15-e1481212789634.jpg 597 637 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2017-02-11 11:56:172017-01-13 17:20:12Urlaub mit Freund

Adonia endlich auch im hohen Norden

Wir in der Redaktion sind große Fans von Adonia. Adonia bietet Mitmachmusicals für Kinder- und Jugendliche an und führt Camps für Teenager und Kinder durch. In diesen Camps können die Kids und Teens unterschiedliche Fähigkeiten ausprobieren, sie lernen sich und andere besser kennen, werden ermutigt und erfahren viel über den christlichen Glauben.

Diese Musicalcamps gibt es fast flächendeckend in ganz Deutschland. 2016 fanden deutschlandweit 50 Musicalcamps mit 3.300 Teens und Kindern statt. Insgesamt wurden 175 Konzerte veranstaltet. Lediglich in Norddeutschland gibt es noch Bundesländer, in denen bislang keine Musicalcamps veranstaltet werden. Diese Lücke soll in den nächsten Jahren geschlossen werden. „Wir planen für den Oktober 2017 eine erste Tour in Schleswig-Holstein und wollen dann 2018 unser erstes Teenscamp mit bis zu 80 Mitwirkenden dort veranstalten“, so Markus Heusser, Leiter der Adonia-Arbeit in Deutschland. „Wir freuen uns darauf, in Zukunft auch Teenagern aus dem nördlichsten Bundesland die Gelegenheit zu geben, mit uns auf der Bühne zu stehen, ihr Talent weiterzuentwickeln und in einer ganz besonderen Atmosphäre ihren Glauben zu vertiefen.“

Für die Konzerttour, die vom 3. bis 8. Oktober 2017 stattfindet, werden noch Veranstaltungsorte in Schleswig-Holstein gesucht. Im Oktober 2018 soll das erste komplette Musicalcamp starten. Wer sich vorstellen kann, ein Konzert mit Adonia zu veranstalten, wendet sich am besten an Katharina Becker (katharina.becker@adonia.de/Tel. 0721 5600 991-12).

Weitere Infos unter www.adonia.de/schleswig-holstein

 

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/02/Solo.jpg 1500 2247 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-02-06 15:52:422017-02-06 15:52:42Adonia endlich auch im hohen Norden

Einen Freund mit 9?

„Meine Tochter (9) hat schon seit der Kindergartenzeit immer wieder einen Freund. Mehr als Händchenhalten und kleine Küsse läuft angeblich nicht. Aber mir fällt es schwer damit umzugehen. Gibt es Tipps, wie ich sie stärken und schützen kann?“

Das ist tatsächlich eine Herausforderung, und ich kann Ihr Gefühl, dass das alles sehr früh ist, nachvollziehen. Jedes Kind kommt als sexuelles Wesen mit Bedürfnissen und Empfindungen zur Welt und durchläuft in seiner Entwicklung einen Prozess, bis die Sexualität im Erwachsenenalter ausgereift ist. Mit etwa vier, fünf Jahren – in der so genannten „genitalen Phase“ – zeigen Kinder vermehrt Interesse an den eigenen Geschlechtsorganen und entdecken die Unterschiede der Geschlechter. So manche Kinder erleben schon im Kindergartenalter ein bisschen Kribbeln im Bauch und Herzklopfen, wenn „er“ oder „sie“ auftaucht. In der Grundschulzeit geht diese Phase in die „Latenzphase“ über, in der sich diese Gefühle wieder verändern. Die meisten Mädchen finden Jungs dann eher doof und umgekehrt.

AUSTAUSCH ANREGEN
Aber nicht alle Kinder sind gleich, und es gibt es auch Kinder, die weiter für ihren Freund oder ihre Freundin schwärmen. Auch wenn Freundschaften zwischen Jungs und Mädchen nicht die Regel sind, sollten sie nicht direkt als unnormal oder falsch eingestuft werden. Verhält sich Ihre Tochter grundsätzlich altersangemessen und erleben Sie keine weiteren Besonderheiten, kann ich Sie beruhigen. Dann sind die Küsschen und das Händchenhalten sicherlich harmlose Freundschaftsbekundungen. Sobald sich die Beziehung aber intensiviert oder Sie weitere Auffälligkeiten Ihrer Tochter wahrnehmen, sollten Sie genauer hinschauen und fachliche Beratung in Anspruch nehmen. Grundsätzlich möchte ich Ihnen Mut machen, einen natürlichen und entspannten Umgang mit ihrer Tochter zu haben. Kinder brauchen altersangemessene Informationen über Liebe, Freundschaft und Sexualität. Da Ihr Kind hier schon ein frühes Interesse zeigt, ist der Austausch absolut notwendig. Hierbei sollten Sie Ihrer Tochter vermitteln, dass Sie ihre Gefühle wertschätzen und dass Sie ihr diese Zuneigung gönnen. Gleichzeitig braucht Ihre Tochter aber auch die Information, dass sich „richtiges Verliebtsein“ später noch ganz anders anfühlen und eine ganz andere Dimension haben wird.

REGELN ABSPRECHEN
Und genau so sollten Sie in diesem Alter auch auf sanfte Art und Weise Einfluss darauf nehmen, wie intensiv diese Freundschaft gestaltet wird. Sprechen Sie als Mutter mit Ihrer Tochter einige Regeln ab. Es ist durchaus angemessen zu formulieren, dass es über das Händchenhalten und Küssen nicht hinausgehen soll. Und begründen Sie das. Es wäre auch ratsam, die Freundschaften zu anderen Freundinnen zu fördern. Geben Sie Ihrem Kind ein gutes Selbstwertgefühl mit auf den Weg, indem Sie als Eltern betonen, dass Ihre Tochter ein wertvolles und hübsches Mädchen ist. Und achten Sie darauf, dass der Liebestank ihres Kindes auf körperlicher und emotionaler Ebene im Elternhaus gefüllt wird. Kinder, die sich zu Hause geliebt fühlen, haben auf jeden Fall einen guten Schutz, sich nicht zu früh in Beziehungen zum anderen Geschlecht zu begeben.

 

Sonja Brocksieper ist Diplom-Pädagogin und lebt mit ihrer Familie in Remscheid, www.sonja-brocksieper.de.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/12/6-10-e1481212515773.jpg 723 637 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2017-02-02 11:52:052017-01-13 17:20:40Einen Freund mit 9?

Diese bösen Eltern …

Letzte Woche gab es in vielen Zeitungen und Online-Portalen mal wieder Berichte über die ach so bösen Eltern. Spiegel online titelt: „Eltern meckern trotz Einsen und Zweien. In vielen (!) Familien sorgen schlechtere Schulnoten für Streit – selbst wenn die Kinder insgesamt leistungsstark sind.“

Hintergrund ist eine Umfrage des Nachhilfe-Instituts Studienkreis, die auch Family erhalten hat. Diese Umfrage hat ergeben, dass es in zehn Prozent der Familien zu Streit aufgrund von schlechteren Noten kommt. – Aus diesen zehn Prozent macht Spiegel online „viele“. Nun gut, immerhin 41 Prozent aller Eltern, deren Kinder in der Schule Noten bekommen, haben angegeben, dass schlechtere Noten den Familienfrieden stören. Aber dass ein Kind traurig ist oder schlechte Laune hat, weil die Noten nicht so sind wie erhofft, gehört hier ja auch dazu. Und hat erst mal nichts mit Streit oder dem Verhalten der Eltern zu tun. Aber Eltern-Bashing ist ja zu schön. Das kommt immer gut an bei den Lesern …

Ähnlich falsch interpretiert ist der Verweis auf die Einser- und Zweierschüler. Ist es tatsächlich so, dass Eltern auch meckern, wenn ihre Kinder Einsen und Zweien auf dem Zeugnis haben? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Denn in der Studie wurde danach gefragt, wie die Reaktion auf schlechtere Noten sei. Und da gibt es eben auch mal Ärger, wenn ein Kind, dass im letzten Zeugnis nur Einsen und Zweien hatte, auf einmal mit schlechteren Noten nach Hause kommt. Keine wirkliche Überraschung, oder? Und es sind gerade mal fünf Prozent der Befragten, auf die das zutrifft. „Viele“ Eltern sind das nicht.

Ich bin kein Freund von Leistungsdruck und Notenstress. Und es gibt sicher Eltern, die es hier übertreiben. Aber für mich zeigt diese Studie vor allem das: In 90 Prozent der Familien gibt es keinen Streit, wenn die Noten schlechter werden, in 59 Prozent leidet nicht mal das Familienklima. Das wird übrigens auch in der Presseinformation zur Studie erwähnt. Da wird Max Kade, pädagogischer Leiter des Studienkreises, zititert: „Die gute Nachricht ist, dass mehr als die Hälfte der Eltern bei schlechten Noten die Ruhe bewahren.“ Und er sagt weiter: „Streit um Noten muss nicht schlecht sein, wenn er dazu führt, dass sich die Eltern mit ihren Kindern über schulische Anforderungen und Ziele austauschen und zu einer gemeinsamen Position kommen.“

Diese Ergebnisse der Studie werden bestenfalls am Rande erwähnt. Für eine reißerische Überschrift sind sie eben nicht geeignet. Dass viele Eltern ihren Job ziemlich gut machen, passt manchen Journalisten anscheinend nicht ins Konzept …

Bettina Wendland

Redakteurin Family/FamilyNEXT

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/01/inkje_photocasei20s7cvp8hqr.jpg 1500 2249 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-01-30 11:43:232017-01-30 11:43:23Diese bösen Eltern …

Schwimmen lernen

„Ich überlege, ob ich meine Tochter (3) zu einem Schwimmkurs anmelden soll. Meine Freundin meint, es sei wichtig, früh damit anzufangen. Aber ist es nicht noch zu früh?“

Grundsätzlich sind die koordinativen Fähigkeiten fürs Schwimmenlernen etwa ab dem vierten oder fünften Lebensjahr vorhanden. Als Anzeichen nimmt man den Zeitpunkt, wenn das Kind ohne Stützräder mit dem Fahrrad fahren kann. Daher ist Ihre Tochter mit drei Jahren – wie Sie richtig vermuten – wahrscheinlich zu jung, um die Techniken perfekt zu lernen. Ihre Freundin hat allerdings recht: Auch jüngere Kinder sollten ans Wasser gewöhnt werden.

ÜBERLEBENSNOTWENDIG
In speziellen Wassergewöhnungskursen stehen nicht die Schwimmtechniken, sondern der Spaß und das Gefühl für das Element Wasser im Vordergrund. Diese Kurse gibt es bereits für sehr junge Kinder. Mit lustigen Spielen und Hilfsmitteln wie Reifen, Brettern und Schwimmnudeln werden die Kinder fürs Wasser begeistert und verlieren die Furcht davor. Im Anschluss daran kann ein Schwimmkurs besucht werden. Natürlich können Eltern ihren Kindern das Schwimmen auch selbst beibringen, vielen Kindern macht es in der Gruppe allerdings mehr Spaß. Wichtig ist: Schwimmen lernen ist überlebensnotwendig! Bereits eine geringe Wassertiefe kann zur tödlichen Gefahr werden. Das Tückische dabei: Kinder ertrinken leise, das heißt, sie gehen einfach unter, ohne wild um sich zu schlagen. Grund dafür ist die Verteilung ihres Körpergewichtes. Kinder können ihren im Verhältnis zu ihrer Körpergröße schweren Kopf nicht selbst aus dem Wasser ziehen. Daher ist es empfehlenswert, Kinder bereits im Vorschulalter zu einem Schwimmkurs anzumelden. Angebote gibt es beinahe in jedem Schwimmbad.

DER RICHTIGE KURS
Worauf sollten Sie bei der Auswahl der Schwimmkurse achten? Bei Kindern im Alter Ihrer Tochter sollte es erlaubt sein, dass Eltern anwesend sind. Schwimmen lernen hat viel mit Vertrauen zu tun, daher sollte sich Ihre Tochter sicher und geborgen fühlen. Auch die Chemie zwischen Kind und Schwimmlehrer muss passen. Freiwilligkeit und Spaß dürfen im Vordergrund stehen, keinesfalls Drill und Zwang! Jedes Kind braucht unterschiedlich lange, um sich mit dem Wasser vertraut zu machen. Eltern sollten von der Kompetenz und der Unterrichtsmethode des Schwimmlehrers überzeugt sein. Kinder merken es sofort, wenn Mama oder Papa unsicher sind. Haben Sie sich nach der Schnupperstunde für einen Kurs entschieden, halten Sie sich bitte im Hintergrund. Nicht vergessen: Beaufsichtigen Sie auch nach erfolgreich absolviertem Schwimmunterricht Ihre Tochter, wenn Wasser in der Nähe ist. Kinder können bis ins Schulalter die Gefahren rund ums Wasser nicht selbst einschätzen! Außerdem ist Schwimmen ein richtiger Familiensport. Gehen Sie mit Ihrer Tochter auch neben dem Schwimmkurs gemeinsam ins Bad: Schwimmbäder gibt es fast überall, die Ausrüstung ist günstig, und das Schwimmen ist gelenkschonend und relativ verletzungsarm.

Viel Spaß im kühlen Nass!

Roswitha Wurm arbeitet als Lerntrainerin und freie Redakteurin. Sie lebt mit ihrer Familie in Wien.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/12/3-5.jpg 908 640 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2017-01-28 11:48:222017-01-13 17:21:06Schwimmen lernen

Wenn Kinder ins Netz gehen …

Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hat sich durch die digitalen Medien verändert. Das ist das Ergebnis eines Berichts, den der Missbrauchsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, gestern vorgelegt hat.

Demnach ist die Bandbreite von sexualisierten Grenzverletzungen und Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Internet sehr groß. Sie reicht von der unfreiwilligen Konfrontation mit Pornografie über sexuelle Annäherungen bis hin zum Grooming. Beim Grooming werden Kinder und Jugendliche online angesprochen und manchmal auch mit Fotos erpresst, um sie schließlich real zu missbrauchen. Verlässliche Zahlen dazu gibt es nicht. Eine dänische Befragung von Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren hat ergeben, dass es bei 7,2 % der Jungen und 4,6 % der Mädchen, die sich offline mit einer Internet-Bekanntschaft getroffen haben, zu sexueller Nötigung kam.

Andere Formen sexualisierter Gewalt im Internet sind zum Beispiel das Verbreiten von sexuell freizügigen Bilder, die Kinder und Jugendliche selbst verschickt haben – meist nicht in der Absicht, dass Dritte sie zu Gesicht bekommen. Bei diesem so genannten „Sexting“ geraten immer wieder die Kinder und Jugendlichen selbst in die Kritik. Die eigentlichen Täter, die die Fotos oder Videos illegal weiterleiten, stehen oft weniger im Fokus. Auch Live-Video-Chats stellen einen Gefahrenbereich dar, dazu gibt es aber noch reichlich Forschungsbedarf – wie auch zu vielen anderen Aspekten in diesem Themenbereich. Durch die schnelle Entwicklung und Veränderung digitaler Medien und ihrer Nutzung hinkt die Forschung leider immer hinterher.

Im Bereich der Aufklärung und der Vermittlung von Medienkompetenz wird zwar schon viel getan, aber offensichtlich immer noch nicht genug. „Fehlendes Wissen ist der Grund, warum Mädchen und Jungen häufig nicht die Hilfe angeboten werden kann, die sie bräuchten, wenn sie mit belastenden Darstellungen oder sexualisierten Aufforderungen konfrontiert werden“, meint auch Johannes-Wilhelm Rörig, der Missbrauchsbeauftragte. Seine „Konzeptgruppe Internet“ hat festgestellt, dass der Fokus der Aufklärung und Prävention häufig ausschließlich auf der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen liege. Dabei sei es geboten, dass die erwachsene Gesellschaft – Eltern, Lehrkräfte und Anbieter digitaler Produkte – Verantwortung übernehme.

Ingo Fock, Vorsitzender des Vereins „gegen-missbrauch e.V.“ meint dazu: „Das Internet bietet Tätern und Täterinnen einen idealen Ort, um sich Kindern und Jugendlichen zu nähern. Daher ist es dringend geboten, nicht nur den Jugendlichen, sondern auch Eltern sachkompetentes Wissen über Täterstrategien zu vermitteln, damit Gefahren entsprechend erkannt werden und frühzeitig Hilfsmechanismen greifen können.“

Bei allen Risiken und Gefahren dürfen aber nicht die Chancen und Möglichkeiten der digitalen Medien aus dem Blick geraten. Darauf weist Prof. Dr. Arne Dekker vom UKE in Hamburg hin: „Internet und digitale Medien stellen Kinder und Jugendliche vor eine Reihe von Herausforderungen und neuen Risiken – auch in Bezug auf sexualisierte Gewalt. Die neuen Gefahren dürfen einerseits nicht bagatellisiert werden, andererseits aber auch nicht dazu führen, der Mediennutzung junger Menschen pessimistisch und ausschließlich mit Verboten zu begegnen. Ziel muss es sein, jungen Menschen eine sichere Nutzung digitaler Medien zu ermöglichen.“

Bettina Wendland

Redakteurin Family und FamilyNEXT

Tipps:

  • Viele hilfreiche Infos zu sexueller Gewalt on- und offline finden Sie hier: www.innocenceindanger.de
  • Am 25. Januar findet von 19 bis 20 Uhr ein kostenloses Onlineseminar statt zum Thema: „Rechtsfragen zu Cybermobbing & Sexting“. Als Expertin ist Rechtsanwältin Gesa Stückmann dabei. Hier kann man sich kostenfrei zum Onlineseminar anmelden: https://www.digitale-helden.de/angebote/onlineseminare/onlineseminar-rechtsfragen-zu-cybermobbing-sexting/
https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/01/ThinkstockPhotos-615485752_junce.jpg 1500 2403 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-01-18 14:46:222017-01-18 14:46:22Wenn Kinder ins Netz gehen …
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