Baby mit Bauchschmerzen – So können Sie Ihrem Kind helfen
Elternfrage: „Mein Baby (4 Monate) weint immer wieder. Ich vermute, dass es Koliken sind, bin mir aber unsicher. Wie erkenne ich, ob mein Baby Bauchschmerzen hat? Und was kann ich tun?“
Viele Babys weinen in den ersten Monaten vermehrt. Gerade im Alter zwischen etwa zwei Wochen und vier bis fünf Monaten treten häufig die sogenannten „Drei-Monats-Koliken“ auf, fachlich als Regulationsstörungen bezeichnet. Sie stellen weniger eine echte Krankheit dar als vielmehr eine Reifungs- und Entwicklungsphase von Nervensystem und Darm.
Woran erkennen Sie nun Bauchschmerzen bei Ihrem Kind? Das ist nicht leicht zu unterscheiden. Typisch für diese Phasen ist ein plötzlich einsetzendes, oft schrilles Weinen, meist am Nachmittag oder Abend. Viele Babys ziehen dabei die Beinchen an, haben einen geblähten Bauch, wirken angespannt oder überstrecken sich. Häufig gehen Blähungen ab, und das Baby lässt sich nur schwer beruhigen. Wichtig: Diese Zeichen können, müssen aber nicht ausschließlich auf Bauchschmerzen hinweisen – auch Überreizung spielt oft eine Rolle. Und oft ist es auch eine Kombination aus beidem.
Hilfe bei Bauchschmerzen
Aus ganzheitlicher Sicht geht es vor allem darum, die Regulation zu unterstützen:
- Nähe & Tragen: Körperkontakt, beispielsweise in der Trage, beruhigt das Nervensystem und kann Schmerzen lindern.
- Wärme: Ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch wirkt entspannend.
- Sanfte Bauchmassagen beispielsweise mit Kümmel- oder Mandelöl: Im Uhrzeigersinn können sie die Verdauung unterstützen.
- Bewegung: Leichtes „Fahrradfahren“ mit den Beinchen hilft, Luft im Bauch zu lösen.
- Ruhige Umgebung: Weniger Reize können Überforderung reduzieren.
- Probiotika: Für Lactobacillus reuteri DSM 17938 gibt es Hinweise, dass sie bei Säuglingen mit Koliken die Schreidauer reduzieren können. Man vermutet, dass sie die Darmflora positiv beeinflussen und entzündliche Prozesse im Darm reduzieren.
Genauer hinschauen
Achtung: Wenn Ihr Baby schlecht trinkt, nicht zunimmt, Fieber hat, ungewöhnlich apathisch wirkt oder das Weinen sehr plötzlich und anders als gewohnt ist, sollten Sie genauer hinschauen und die Symptome kinderärztlich abklären lassen.
Mein wichtigster Rat als Ärztin und Mama: Vertrauen Sie Ihrem Gefühl. Sie kennen Ihr Baby am besten. In den meisten Fällen sind diese Phasen vorübergehend – auch wenn sie sich im Alltag oft sehr intensiv anfühlen.
Dr. med. Celine Schlager ist Ärztin für ganzheitliche Familienmedizin und Autorin des Buches „Wenns im Bauch zwickt, drückt und grummelt“ Riva-Verlag). drmedceline.com








