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Ferien zu Hause – So klappt das Urlaubsfeeling ohne Verreisen

Der eigentliche Urlaub ist schon rum, es regnet oder eine Reise hat in diesem Jahr nicht geklappt? Dann helfen diese Tipps für entspannte Tage mit Urlaubsfeeling in den eigenen vier Wänden.

Ferien ohne Wegfahren kann für Kinder und Eltern sehr anstrengend sein. Damit das nicht passiert, gibt es viele Möglichkeiten, die Ferne nach hause zu holen.

Länder- oder Mottotage veranstalten

Macht euch zum Beispiel einen Nordseetag mit Fisch, einen Mexikotag mit typischer Musik, Käsenachos und Tacos, einen Lieblingstiertag oder einen Märchentag mit Verkleidung. Zu dem jeweiligen Thema könnt ihr euch optimal mit einer Doku einstimmen, wissenswerte Facts recherchieren (zum Beispiel typische Tiere, Geografie, Demografie, Kultur, Besonderheiten, Entstehung, Entwicklung) und der restlichen Familie vortragen, das Haus oder einzelne Zimmer dekorieren oder themenbezogene Bastelideen auspacken.

Freizeit einfacher planen mit Kindaling

Kindaling ist eine Inspirations- und Buchungsplattform für Familienaktivitäten in Deutschland. Darauf könnt ihr Kurse für euer Kind, Ausflugsideen fürs Wochenende oder diverse Ferienangebote in eurer Nähe suchen (kindaling.de). Mit der neuen Kindaling-App lässt sich die Freizeit noch einfacher planen. Außerdem könnt ihr in der App mit wenigen Klicks personalisierte Angebote in eurer Nähe finden.

Online-Stationen-Parcours „Wir sind Familie! spielend unterwegs“

Auf spielerische Weise werden auf sechs Stationen klassische Familienthemen wie Kommunikationskultur, Teamfähigkeit, Konfliktlösung, Selbstwirksamkeit, Diversität etc. aufgegriffen – unter anderem mit Spielen wie Luftballon-Wettrennen, Schimpfwort-Generator, Geschicklichkeitsübungen, Segensgebeten und Bastelaktionen. Die Stationen stehen unter den Überschriften „Das sind wir!“, „Stell dich in die Mitte!“, „Streit gehört dazu!“, „Lachen tut gut!“, „Worauf du dich verlassen kannst“ und „Auf dich kommt’s an“. Die kostenlose Aktion auf familienweg.de ist einfach mit einem Handy umsetzbar. Das Projekt eignet sich für jegliche Familienform, besonders mit Kindern im Alter von 4-12 Jahren.

Weitere Ideen

  • Im Garten zelten
  • Mit Straßenmalkreide durch die Straßen ziehen und nette Botschaften hinterlassen
  • Durch einen nahegelegenen Park spazieren und „Souvenirs“ (besondere Steine, Blätter, abgestorbene Äste, Fotos von Blumen etc.) sammeln
  • Betten oder Zimmer tauschen für mehr Urlaubsfeeling
  • Stadtführung, Museums- oder Kulturbesuch in der Heimatstadt buchen
  • Aufs Land fahren und Sternenhimmel begutachten
  • Ein Sommer-/Urlaubstagebuch führen, zum Beispiel mit Vorlagen aus dem Internet – einfach mal suchen
  • Eine Bus- oder Bahnstrecke von der Anfangs- bis zur Endhaltestelle fahren und dort ein Eis essen
  • Eine Ferienplaylist zusammenstellen
  • Picknicken im Grünen (auf der Terrasse, dem Balkon, im Park etc.)

Helena Berger ist Voluntärin bei Family.

Pause! Wie Familien wieder auftanken können

Der Familienalltag ist oft anstrengend und hektisch. Sozialpädagogin Julia Otterbein verrät, wie Pausen individuell geplant und bewusst genutzt werden können.

Familienalltag fühlt sich manchmal wie das Durchqueren einer großen Wüste an: brütende Hitze, anstrengende Tage – und Pausen in der prallen Sonne sind keine echte Option. Zumindest lässt sich so nicht nachhaltig Kraft schöpfen für die nächste Wegstrecke. Es braucht also eine sinnvolle Routenplanung, die es ermöglicht, in regelmäßigen Abständen eine Oase aufzusuchen.

Pausen einplanen

Eltern, die immer versuchen, alles unter einen Hut zu bekommen, erzeugen damit einen Familienalltag, der eng getaktet ist. Und auch die Kinder sind durch (Ganztags-)Schule und verschiedene Hobbys zeitlich eng eingebunden. Wofür dann häufig keine Zeit mehr bleibt, sind die eigentlich so wichtigen Pausen und unverplante Zeiten.

Generell hilft es, unnötigen Druck herauszunehmen, To-do-Listen zu verschlanken und wieder eine aktivere Haltung einzunehmen. „Nein“ zu sagen zum dritten verbindlichen Hobby mit entsprechend festen Terminen unter der Woche oder sogar noch am Wochenende, und stattdessen Pausenzeiten fest einzuplanen, in den Kalender einzutragen und mit der gleichen Priorität zu versehen wie einen Arzttermin.

Oasen im Familienalltag

Damit diese Pausen auch zu wirklichen Oasen werden, darfst du dir folgende Fragen stellen: Was möchte ich tun oder lassen? Was tut mir gut? Wie sieht meine persönliche Oase aus? Denn Oasen im Familienalltag sind so verschieden, wie wir Menschen verschieden sind. Vielleicht hilft dir dabei auch dieses Experiment:

Nichts tun. Nur aus dem Fenster schauen. In der Sonne sitzen und die Augen schließen. Einfach nur sein. Auf deinen Atem oder Herzschlag achten. Und dann kannst du mal deine unerfüllten Bedürfnisse erkunden: die körperlichen, sozialen und geistigen Bedürfnisse. Was fehlt dir gerade? Ist es Schlaf, Essen, Trinken, Bewegung, Entspannung, Austausch mit anderen (erwachsenen) Menschen, Inspiration?

Gemeinsam und getrennt

Im nächsten Schritt gilt es, eine passende Strategie für das Bedürfnis zu finden: Gärtnern oder lesen? Freunde treffen oder Zeit für sich haben? Musik hören oder Musik machen? Aktiv sein oder chillen? Da hat jeder so seine persönlichen Favoriten. Was allen Strategien gemeinsam ist: Jeder tut es mit Freude und Genuss.

Manche von uns laufen allerdings schon so lange durch die sprichwörtliche Wüste, dass sie nur noch eine vage Erinnerung daran haben, wie die persönliche Wohlfühloase aussieht. Daher ist es wichtig, (mal wieder) herauszufinden, was zu einem passt und was nicht. Dafür kannst du den Test in der Box nutzen (siehe unten).

Nicht selten steht man als Familie aber vor folgendem Problem: Die Strategien der einzelnen Familienmitglieder passen nicht zusammen. Was die einen entspannt, ist für die anderen eher anstrengend, zum Beispiel der Besuch eines Indoor-Spielplatzes. Da gilt es dann, individuelle Lösungen zu finden und sich vielleicht in der Familie aufzuteilen.

Gerade diejenigen, die im Alltag eine hohe Belastung durch die Übernahme von Sorgearbeit in der Familie haben, brauchen auch Zeiten, in denen sie die Verantwortung für andere Menschen abgeben und ihren eigenen Bedürfnissen ohne Einschränkungen und Kompromisse nachgehen können.

Dennoch ist es toll, wenn es das eine oder andere Familienritual gibt, das bei allen für Ruhe und Entspannung sorgt: kuschelige Vorlesezeiten, ein Familien-Heimkino-Abend, gemeinsam in Erinnerungen schwelgen…

Oder einmal im Monat einen Wochenendtag bewusst unverplant zu lassen und sich gemeinsam treiben zu lassen. Zeit zum Nichtstun oder mal wieder eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ oder „Uno“ spielen. Oft sind es gerade solche Kleinigkeiten, die zu besonderen Erinnerungen werden.

Was passt zu dir?

Vielleicht braucht es aber auch mal eine größere Oasenzeit und mehr Abstand zum Alltag, zum Beispiel auf einer Freizeit zum Auftanken oder einem Urlaub ohne die Familie. Auch eine Mutter- oder Vater-Kind-Kur oder bei älteren Kindern eine Kur allein kann dafür sorgen, mal für drei Wochen fern des Alltags Entlastung zu erleben und die Beziehung untereinander zu stärken.

Finde heraus, welche Dimension deine Oase haben soll und was zu dir passt. Erinnere dich an frühere Hobbys, die vielleicht im Trubel des Familienalltags aus dem Blick geraten sind. Wenn Strategien von früher nicht mehr funktionieren, probiere etwas Neues aus. Ausgetretene Pfade zu verlassen und kleine Abenteuer zu erleben, sorgt für Abwechslung – und schon sieht die Wüste ein bisschen lebendiger aus.

Julia Otterbein ist Diplom-Sozialpädagogin und Selbstfürsorge-Coach und lebt mit ihrer Familie in Süderbrarup/Schleswig-Holstein. familywithlove.de

 

SELBSTTEST ZUM AUFTANKEN

Introvertiert oder extrovertiert?
Während introvertierte Menschen besser regenerieren, wenn sie allein sind, können Extrovertierte im Kontakt mit anderen Menschen ihre Akkus aufladen.

Aktiv sein oder entspannen?
Brauchst du mehr Bewegung als Ausgleich zu deinem Alltag oder bewusstes Nichtstun und Ent-Spannung?

Inspiration für den Kopf oder Gedanken zur Ruhe kommen lassen?
Ermüdet dein Geist durch zu wenig oder zu viel Input? Sorge dann bewusst für das Gegenteil durch ein interessantes Buch, einen inspirierenden Podcast oder durch Stille und das Niederschreiben von Gedanken.

Raus in die Natur?
Viele Menschen halten sich viel zu oft in Innenräumen auf – da kann Zeit an der frischen Luft und außerhalb von bebauten Gebieten den nötigen Ausgleich schaffen.

Mittagsschlaf?
Gerade wenn der Nachtschlaf im Familienleben häufiger zu kurz kommt, kann ein Mittagsschlaf oder eine gemeinsam vereinbarte Mittagsruhe zu einer wohltuenden Oase werden.

Gemeinsame Familienrituale oder Zeit für sich allein?
Mal braucht es das eine und mal das andere – plant am besten beides für euch ein.

Heute schon gelacht?
Lachen ist gesund für Körper und Psyche. Es entspannt den Körper, reduziert Stress und lindert sogar Schmerzen. Probiert es mal aus!