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DIY-Ostergarten: So wird’s gemacht

Zwischen Hasen und Eiern gerät die eigentliche Bedeutung von Ostern schnell in den Hintergrund. Ein Ostergarten hilft, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen.

Als Familie haben wir gute Erfahrungen mit einem kleinen, selbst angelegten Ostergarten in unserer Wohnung gemacht. Einige Wochen vor Ostern haben wir darin Ostergras ausgesät. Während der Karwoche nahmen wir uns an den Feiertagen immer wieder kurz Zeit, um die passende Geschichte in einer kindgerechten Fassung vorzulesen. Dann gestalteten wir den Garten mit verschiedenen Figuren und Symbolen.

Für uns als Familie waren das immer schöne Momente, um zusammenzukommen, kurz innezuhalten und sich den Sinn dieses Festes in Erinnerung zu rufen. Die Kinder hatten viel Freude beim Aufbau und (Um-)Gestalten des Gartens. Zwischendurch ergaben sich immer wieder Fragen und Gespräche zu den Geschichten. Die Materialien sammle ich in einem Schuhkarton, sodass wir den Ostergarten jedes Jahr aufs Neue hervorholen können. Dieses Jahr wird er schon zum vierten Mal aufgebaut – er ist für uns zu einer schönen Ostertradition geworden.

So könnt ihr den Ostergarten ganz einfach selbst machen:

Ihr benötigt:

 

  • Blumenerde
  • Moos und Ostergras-Samen
  • Naturmaterialien (Steine, Zweige, etc.)
  • Stoffreste
  • Schnur
  • kleiner Blumentopf
  • Brot und Weintrauben
  • Figuren und Symbole zum Erzählen der Geschichte (Jesus, Esel, Brot & Wein, Soldaten, Engel, Kerze)

So wird’s gemacht:

 

  1. Den Ostergarten könnt ihr in einer Plastikwanne, einer Holzkiste oder einem (mit Plastik ausgelegtem) Pappkarton anlegen.
  2. Füllt euer Gefäß mit Blumenerde. Formt einen Hügel an dem Ort, an dem später die Kreuzigung dargestellt wird.
  3. Nun könnt ihr die Landschaft gestalten: Legt in der Mitte einen Weg aus Steinen, sät ringsherum Ostergras aus und legt Moos oder Holzstückchen aus.
  4. Legt die Figuren und Symbole zum Erzählen der Geschichte bereit. Ihr braucht sie für die einzelnen Stationen.

Stationen

Im Folgenden findet ihr zu jedem Ereignis eine kurze Geschichte. Lest diese Geschichte oder den passenden Abschnitt aus eurer Kinderbibel vor. Im Anschluss könnt ihr die einzelnen Figuren und Symbole am Ort des Geschehens platzieren.

Palmsonntag

Material: Figuren „Jesus“ und „Esel“, grüne Zweige, Stoffreste

Was für ein Gewimmel! Die ganze Stadt Jerusalem ist auf den Beinen. Viele Gäste aus nah und fern sind gekommen, um gemeinsam das Passahfest zu feiern. In den Straßen drängen sich viele Menschen. Da ruft jemand: „Schaut mal, da kommt Jesus!“ Tatsächlich: Auch Jesus möchte mit seinen Freundinnen und Freunden das große Fest der Befreiung feiern. Er reitet auf einem Esel in die Stadt. Die Leute sind ganz aufgeregt. Sie haben schon viel von diesem Mann gehört: Jesus hat vielen Menschen geholfen, er hat sie gesund und froh gemacht. Und er hat spannende Geschichten von Gott und seiner neuen Welt erzählt. Die Menschen sind begeistert. Sie begrüßen ihn wie einen König. Einige winken ihm mit grünen Palmzweigen, andere legen ihre Kleider auf die Straße. Viele jubeln ihm zu und rufen „Hosianna!“ Jesus ist in aller Munde. Viele fragen sich: Wer ist dieser Mensch?

Aktion: Stellt die Figuren von Jesus und dem Esel auf den Weg. Legt die grünen Zweige und kleine Stoffreste daneben.

Eine Jesus-Figur reitet auf einem Esel durch einen Ostergarten

Foto: privat

Gründonnerstag

Material: Figuren „Jesus“, „Brot & Wein“ und „Soldaten“, Brot, Weintrauben

Der Abend des Passahfestes ist gekommen. Jesus feiert mit seinen Freunden. Sie essen und trinken gemeinsam. Aber Jesus ist nicht fröhlich, er wirkt eher traurig und nachdenklich. Er sagt zu den anderen: „Einer von euch ist enttäuscht von mir und wird mich verraten.“ „Was? Doch nicht etwa ich?“ – Die Freundinnen und Freunde sind erschrocken, als sie das hören. Dann nimmt Jesus das Brot und den Wein, dankt Gott dafür und sagt: „Esst und trinkt alle davon! Dieses Brot und dieser Wein sind ein Zeichen dafür, dass ich mein Leben für euch gebe.“ Die Freunde wundern sich. Sie verstehen Jesus nicht. Aber sie essen und trinken alle davon – Freunde und Feinde.

Aktion: Stellt die Figuren von Jesus sowie Brot und Wein auf. Erinnert euch an das letzte gemeinsame Essen von Jesus und seinen Freunden, indem ihr gemeinsam Brot und Weintrauben teilt.

Nach dem Essen geht Jesus in einen Garten außerhalb der Stadt. Einige Freunde kommen mit. Sie warten am Eingang. Jesus weiß, dass es Menschen gibt, die ihn töten wollen. Er betet zu Gott: „Lieber Vater, ich habe große Angst! Bitte, lass mich nicht allein!“ Als er zu seinen Freunden zurückkommt, sieht er, dass alle eingeschlafen sind. Da kommen Soldaten mit Waffen. Einer der Freunde von Jesus ist bei ihnen. Er gibt Jesus einen Kuss und sagt: „Das ist der, den ihr fangen sollt!“ Jesus wird gefangen genommen. Seine Gegner sagen: „Jesus lügt! Er ist nicht Gottes Sohn und kein König! Er muss sterben!“

Aktion: Stellt die Figuren der Soldaten auf.

Soldaten-Playmobilfiguren stehen in einem Ostergarten

Foto: privat

Karfreitag

Material: Stöcke und Schnur

Heute ist ein stiller und trauriger Tag. Auf dem Berg hinter der Stadt steht ein Kreuz aus Holz. Jesus wurde verurteilt und stirbt. Seine Freundinnen und Freunde sind unendlich traurig und verzweifelt. Viele laufen davon und verstecken sich. Sie können es kaum aushalten. Alles ist vorbei. Alles ist aus. Sie weinen. Ihr Herz fühlt sich an wie ein schwerer Stein.

Aktion: Bastelt aus zwei Stöcken und der Schnur ein Kreuz und stellt es auf den vorbereiteten Hügel.

Karsamstag

Material: Stein, kleiner Blumentopf als Grab

Jesus ist tot. Er liegt in einem Grab in einer Felsenhöhle, davor ein schwerer Stein. Jetzt ist wirklich alles aus. Wie soll es nun weitergehen?

Aktion: Legt den kleinen Blumentopf neben das Kreuz in die Erde. Verschließt die Öffnung des Grabes mit einem Stein.

Ein Ostergarten mit Kreuz, Grab und einem Weg aus Steinen

Foto: privat

Ostersonntag

Material: Engelfigur, Kerze

Der schwere Stein ist weg! Drei Freundinnen von Jesus kommen am Morgen zum Grab. Sie wollen noch einmal Jesus nahe sein und sich von ihm verabschieden. Aber was ist das? Der Stein ist weg! Das Grab ist leer! Wo ist Jesus? Sie sehen ein helles Licht und einen Engel. Er sagt: „Habt keine Angst! Ihr sucht Jesus. Er ist nicht hier! Er ist nicht mehr tot. Jesus lebt! Er ist auferstanden!“ Die Frauen können es erst selbst kaum glauben, aber dann sind sie überglücklich. Sie erzählen allen von dem, was sie gesehen und erlebt haben. Jesus lebt, Halleluja! Darum feiern wir bis heute das Osterfest!

Aktion: Nehmt den Stein vom Grab. Stellt die Engelfigur auf. Zündet die Kerze an und stellt sie in oder neben den Ostergarten. Wenn ihr mögt, singt gemeinsam ein Osterlied oder sprecht ein Gebet.

Eine Jesus-Figur steht neben einem leeren Grab im Ostergarten. Daneben brennt eine Kerze

Foto: privat

Lea Morgenstern liebt es, Neues zu lernen und andere dabei zu begleiten. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Chemnitz und unterstützt verschiedene Kirchengemeinden als Predigerin und Referentin. Eine ihrer Aufgaben ist die wöchentliche Leitung eines Eltern-Kind-Kreises mit Liedern, Spielen und Geschichten von Gott und seiner bunten Welt.

Kunstmuffel? – So begeistern Sie Teenager für Kunst

Kunst ist etwas wunderbares. Doch wie kann man als Eltern  Jugendlichen die Kunst nahebringen? Duch Vorleben und Inspiration, meint Zeichner und Kunstpädagoge Thees Carstens.

Begeisterung für Kunst zu vermitteln, ist am einfachsten, wenn man sich auch als Eltern für Kunst begeistern lassen kann. Es ist wie mit dem Lesen von Büchern: Je selbstverständlicher Kunst am Rande im Alltag vorkommt, desto leichter fällt der Zugang. Den Zugang zu Kunst kann man passiv und aktiv finden. Passiv erleben Kinder früh die Bilder in Büchern, die man zusammen mit den Eltern ansieht und bespricht.

Selbst Kunst zu mögen, ist in jedem Fall ein guter Tipp. Auch wenn man für den eigenen Geschmack belächelt wird. „Man darf Kunst gut finden“, wird hängen bleiben. Je älter Kinder sind, desto mehr gilt: Erziehung zur Kunst kann immer nur nebenbei, durch Vorbild, durch Beobachtung und beiläufige Gespräche gelingen. Ausflüge an Orte, an denen Kunst stattfindet, können dokumentiert werden, indem man zum Beispiel ein gemeinsames Foto vor einem Bild macht und an den Kühlschrank hängt oder den Katalog kauft und im Wohnzimmer griffbereit „herumliegen“ lässt. Stifte und einen Skizzenblock kann man mit ins Kunstmuseum nehmen und etwas abzeichnen. Oder jeder fotografiert das Bild, das ihm oder ihr am besten gefallen hat, mit dem Handy, und man zeigt sich später die Bilder.

Je aktiver, desto besser

Je aktiver man sich mit Kunst vertraut machen kann, desto besser. Jugendliche lassen sich von Kunstwerken in den sozialen Medien gern zu einer eigenen Kunstproduktion inspirieren, zum Beispiel bei Pinterest und Instagram. Hier zu stöbern und sich in der Kunst zu verlieren, kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Die sollte man gewähren. Tutorials findet man auf YouTube in großen Mengen.

Die Werke der Kinder wertzuschätzen, ist in jedem Fall wichtig. Dabei ist gar nicht mal das bedingungslose Lob gefragt, sondern eher das Nachfragen: „Wie bist du auf das Motiv gekommen? Bist du zufrieden? Gibt es etwas anderes Künstlerisches, das du gern mal ausprobieren möchtest?“ Als Eltern selbst einen Stift in die Hand zu nehmen, ist sicher auch nicht verkehrt. Wir haben mal vier Leinwände für uns Eltern und unsere beiden Kinder gekauft und festgelegt, dass alle etwas mit der Farbe Grün malen. Als kleines farblich abgestimmtes Vierer-Ensemble hingen die Bilder lange an der Wand und haben uns an die schöne Familienaktion erinnert und daran, dass wir eine Familie sind, zu der Kunst gehört.

Thees Carstens hat als Comiczeichner, Autor und Illustrator gearbeitet. Seit einigen Jahren unterrichtet er Kunst und Philosophie an einem Gymnasium in Hamburg, wo er mit seiner Familie lebt.

„Beim Malen machen sich Kinder ein Bild von der Welt“

Warum Malen und Zeichnen wichtig für die Entwicklung eines Kindes ist, erklärt der Diplom-Psychologe Michael Thiel.

Welche Fähigkeiten werden durch Malen und Zeichnen trainiert?

Das Offensichtlichste ist, dass Zeichnen die Feinmotorik eines Kindes trainiert. Schon das Zusammenspiel zwischen Daumen und Zeigefinger, um den Stift zu halten und zu führen, ist Höchstleistung für das Gehirn – gerade bei kleinen Kindern. Und Intelligenz hängt stark mit der Fähigkeit zusammen, den Körper zu kontrollieren und auch gezielte, sichere Bewegungen auszuführen. Die feinmotorischen Bewegungen beim Zeichnen stärken bestimmte Gehirnstrukturen und daraus entwickelt sich nachher eine Intelligenzleistung, die auch Auswirkung auf andere kognitive Fähigkeiten hat. Beim Zeichnen und Malen legen Kinder daher die Grundlage auch für das Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen. Und wer früh mit Stift und Pinsel umgehen kann, kann später leicht den Umgang mit Schraubenzieher, Kochmesser oder Nähmaschine lernen.

Welche Auswirkung haben Malen und Zeichnen noch auf die kognitive Entwicklung des Kindes?

Je mehr ein Kind zeichnet, umso genauer wird es sich ein Bild von der Welt machen können, die es umgibt. Malen und Zeichnen schärfen die Wahrnehmungsfähigkeit und das analytische Denken. Denn um etwas abzubilden, muss sich ein Kind diese Sache ja nicht nur genau anschauen, sondern auch analysieren, was die charakteristischen Merkmale sind und altersgemäß begreifen, wie es funktioniert. So ein einfaches Gesicht nach dem Motto „Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht“ sieht simpel aus – aber dafür muss ein Kind erst mal die Transferleistung machen, dass Auge, Nase, Mund in genau dieser Anordnung ein Gesicht ausmachen und einen Menschen darstellen. Andersrum: Es entsteht Abstraktionsvermögen. Wenn Kinder älter werden, sieht man an den immer detaillierter werdenden Bildern, dass sie eine immer genauere Vorstellung von ihrer Umwelt haben – und daraus auch eigene, neue Vorstellungen entwickeln.

Können sich Malen und Zeichnen auch positiv auf das sonstige Verhalten eines Kindes auswirken?

Eindeutig ja! Interessant ist, dass Malen und Zeichnen Einfluss auf das Selbstbewusstsein haben können. Zum einen kann ein Kind beim Malen dieses wunderbare Gefühl erleben, dass es etwas produzieren kann, was ihm selbst oder auch anderen Freude macht. Und das Wunderbare dabei ist, dass das alles aus seinem Kopf entstanden und mit seinen eigenen Händen auf Papier gekommen ist. Das stärkt das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl. Dazu kommt: Je sicherer ich in meiner Feinmotorik und meinem Körper bin, umso sicherer und selbstbewusster kann ich andere Situationen meistern. Aus psychologischer Sicht spricht man auch von Selbstwirksamkeit. Das heißt: Durch das Gehirn-Training beim Malen und Zeichnen hat man das Gefühl, etwas im Leben und der Umgebung bewirken zu können, und die Angst vor kleineren Herausforderungen oder komplizierten Angelegenheiten verschwindet. Dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit macht das Leben für Kinder positiver und überschaubarer.

Wie können Eltern ihre Kinder ermuntern zu malen oder zu zeichnen?

Erster Punkt: Je früher, umso besser! Zweiter Punkt: Lernen am Modell. Auch als Erwachsener öfter mal Stifte benutzen und Dinge skizzieren. Drittens: Gemeinsam macht es Spaß. Bereits im Kleinkindalter schaffen Malen und Zeichnen zusammen mit den Eltern neben dem Flow innige und fröhliche Momente. Wecken Sie ruhig wieder das Kind in sich. Viertens: Auch, wenn das vielleicht ganz simpel klingt – Kinder brauchen altersgerechte Utensilien. Erst gröbere Stifte, dann vielleicht auch einen vernünftigen Malkasten. Fünftens: Stifte, Papier, ruhig auch mal eine Tapetenrolle, Karton oder buntes Papier – diese Materialien sollten immer parat liegen. Dann kann das Kind jederzeit seiner Phantasie und Kreativität freien Lauf lassen. Erfolgsdruck und Bewertungen haben beim Malen und Zeichnen nichts verloren – denn allein das Versinken, der Flow Effekt und der Moment der Kreativität beim Kind sind das Entscheidende und sollten Eltern freuen.

Herr Thiel, wird die Welt besser, wenn Eltern mit Kindern mehr malen?

Ja. Denn mal abgesehen davon, dass Malen Kindern auf ganz unterschiedliche Art und Weise sehr gut tut, macht gemeinsam Malen ja noch etwas ganz anderes: Wenn Eltern mit Kindern zusammen kreativ sind, vermitteln sie ihren Kindern, dass sie Spaß daran haben, mit ihnen zusammen zu sein – und dass man gemeinsam ganz tolle Sachen machen kann. Das wiederum stärkt die Eltern-Kind-Bindung, die für die psychische Entwicklung und psychische Gesundheit von Kindern extrem wichtig ist. Also sollten alle Familien einfach ab und zu einen Eltern-Kind-Maltag oder eine Eltern-Kind-Malstunde einlegen.

Quelle: STAEDTLER

Malwettbewerb

Anlässlich des Weltkindermaltags am 6. Mai ruft der Stiftehersteller STAEDTLER zum Malwettbewerb auf. Unter dem Motto „Kleine Köpfe, große Ideen“ sind Kinder auf der ganzen Welt aufgerufen, mit Bildergeschichten zu zeigen, wie sie sich ihr Leben in der Zukunft vorstellen. Bis zum 31. Mai können die Ideen eingereicht werden, dann wählt eine Jury die Gewinner. Der Preis: In einem Workshop können die Gewinnerkinder selbst daran mitwirken, aus ihren Bildern digital animierte Filme zu machen. Weitere Infos: weltkindermaltag.de

Jedes Kind ist kreativ

„Mein Sohn (4) hat meistens keine Lust zu malen oder zu basteln. Wie kann ich seine Kreativität wecken?“

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