Früher Start ins Leben

In der Schwangerschaft hat Lena Bischoff mit vielen Ängsten zu kämpfen. Nur ein gedanke kommt ihr nicht: dass ihr Kind zu früh zur Welt kommen könnte. Von Lena Bischoff

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich das Teststäbchen in den Händen hielt und zwei rosa Striche zu sehen waren. Es hatte tatsächlich geklappt: Ich war schwanger! Ich konnte es nicht wirklich glauben und besorgte mir sofort einen zweiten Schwangerschaftstest. Auch dieser war positiv. Ich war aufgeregt, nervös und unglaublich ängstlich. Diese Angst ist ein ständiger Begleiter meines Lebens. Täglich muss ich ihr den Kampf ansagen. Sie kommt immer wieder zurück, egal, ob ich den Kampf fürs erste gewonnen oder verloren habe. Nun kamen Ängste hinzu, die mir bisher fremd waren: Angst um eine andere Person. Angst vor der Verantwortung. Angst, etwas Falsches zu essen, zu machen, mich falsch zu bewegen. Als mir der Arzt mit dem Herzschlag dieses kleinen Wunders bestätigte, dass es tatsächlich existiert, waren Freude und Angst gleichauf. So sehr hatte ich es mir gewünscht. Ich hatte allerdings unterschätzt, was für eine Verantwortung es ist, jemandem seinen Körper zu leihen, um darin zu gedeihen. Was, wenn mein Körper nicht gut genug für diesen Prozess ist? Vorbei waren meine Illusionen, dass Schwangerschaft ausschließlich etwas Wunderschönes und Entspanntes ist. Zumindest nicht, wenn man so gestrickt ist wie ich. Ich bin einfach nicht der Typ für Entspannung.

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