Ein guter Vater ist keine gute Mutter

Gottfried Muntschick über Grenzensetzer und Freiraumgeber

Ich hatte einen guten Vater. Er hatte wenig Zeit für mich und ist mir vieles schuldig geblieben. Jetzt ist er tot, und ich sage, er war gut, weil die wenige Zeit, die wir verbrachten, mein Leben positiv geprägt hat. Ich selbst bin vielfacher Vater. Ich war und bin ein abwesender Vater, der vieles auf die Schultern der Mutter legt. Ich habe vieles falsch gemacht und immer wieder dazugelernt, nicht zuletzt durch unsere Kinder. Ich bin gern Vater und lade alle Männer ein, mit den nächsten Zeilen darüber nachzudenken, was einen guten Vater ausmacht.

Die Geburt eines Vaters

„Vater werden ist nicht schwer“, beginnt Wilhelm Busch ein Gedicht, dessen erste Zeilen viele kennen. Das stimmt aus meiner Sicht nicht. Abgesehen von dem Umstand, dass ein Kind ein Geschenk ist und es nicht für jedes Paar selbstverständlich ist, ein Kind zu empfangen und auszutragen, bleibt es für die Männer eine immer wieder neu zu buchstabierende Herausforderung, wenn sich ein Kind ankündigt. Männer bekommen anders Kinder als Frauen. Sie stolpern oft unvorbereitet in ihre neue Rolle als Vater hinein. Zwar kann man Bücher studieren und Kurse besuchen, aber die Welt einer werdenden Mutter durchdringen Männer nie.

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