Keine Angst vor dem Wasser

Eigentlich möchte ich mit meinem Sohn (6 Monate) zum Babyschwimmen. Aber was ist mit Bakterien im Schwimmbad – sind die nicht schädlich für mein Kind?“

Zunächst einmal gehören Bakterien zu unserem Leben. Viele verschiedene Arten leben auf unserer Haut, in unseren Räumlichkeiten und in unserem Garten. Und das Beste: sie gehören genau dort hin. Natürlich gibt es auf der anderen Seite eine Vielzahl von Erkrankungen, verursacht durch Bakterien. Das ist es, wovor Sie Angst haben bei Ihrem Sohn, nicht wahr?

In Bezug auf das Schwimmen gibt es drei Erkrankungen, die häufig vorkommen: Bakterien, die in das Ohr gelangen, verursachen bei Kindern sehr schnell Mittelohrentzündungen. Auch Durchfallerkrankungen können nach dem Verschlucken des Wassers auftreten. Außerdem ist nicht zu unterschätzen, wie schnell kleine Kinder auskühlen und sich im Zuge dessen erkälten.

Doch vor allem für die ersten beiden Fälle haben die Schwimmbäder vorgesorgt: Durch das Chloren des Wassers stirbt ein Großteil der Mikroorganismen, bevor er Schaden anrichten kann. Außerdem besitzt Ihr Sohn, sofern er gesund ist, ein komplexes Immunsystem, das auch arbeiten möchte. Kontakt zu Bakterien ist nicht schlimm, sondern stimuliert und stärkt in der Regel seinen Organismus.

Zeit lassen

Was gilt es nun zu tun am ersten Schwimmtag eines Babys? Erfragen Sie die hoffentlich angenehme Wassertemperatur von mindestens 32 Grad. Lassen Sie sich Zeit beim Betreten des Beckens, und halten Sie Ihren Sohn schön nah am Körper.

Vermeiden Sie Tauchbewegungen. Damit verhindern Sie das Schlucken von Wasser und auch den intensiven Ohrkontakt. Das Immunsystem Ihres Kindes lernt so langsam die Mikroorganismen kennen und kann sich darauf einstellen.

Halten Sie großzügig Handtücher und ein Mützchen parat, um Ihren Kleinen nach dem Bad und einer gründlichen Dusche direkt einkuscheln zu können. Sollten Sie nach dem Schwimmbadbesuch trockene Haut feststellen, cremen Sie Ihren Sohn ein. Aber bitte niemals prophylaktisch direkt vor dem Schwimmen. Ein glitschiges Kind ist im Wasser sehr schlecht zu halten!

Bewegungsanreize

Mit Babyschwimmen liegen Sie und Ihr Sohn übrigens voll im Trend! Mama oder Papa erleben im Wasser in besonderer Atmosphäre eine intensive Zeit mit ihrem Kind. Das sind wertvolle Momente für Beobachtung, Körperkontakt, für das annähernde Gefühl der Schwerelosigkeit. Und es ist für Ihr Kind auch eine Gelegenheit, sich an die einstige Fruchthöhle zu erinnern. Nebenher ergeben sich Kontakte zu anderen Eltern und Babys. Putzig, wenn die Kleinen in Kontakt treten, wenn sie versehentlich auf das Wasser patschen und sich wundern, was da so spritzt. Die sanften Bewegungsanreize durch warmes Wasser ermöglichen Ihrem Baby wertvolle Entwicklungsschritte.

Ob Sie sich für oder gegen das Babyschwimmen entscheiden, bleibt aber Ihnen überlassen. Es gibt auch zahlreiche andere Möglichkeiten für eine intensive Mama- oder Papa-Baby-Zeit. Seien Sie gelassen und zufrieden mit Ihrer Entscheidung, denn genau das überträgt sich auf Ihren Sohn.

 

Irina Kostic ist Kinderkrankenschwester und Autorin (www.irinakostic.de). Sie lebt mit ihrem Mann und vier gemeinsamen Kindern in Nordfriesland.

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