Meine Egoismusfallen

Mütter und Väter stehen immer wieder vor der Herausforderung, zwischen ihren eigenen Bedürfnissen und denen ihrer Kinder abzuwägen. Von Stefanie Diekmann.

Mein Alltag als Mutter hat viele kleine Egoismusfallen. Aber ich überwinde mich bei ungemütlichem Wetter zum Spazierenstehen oder an den Rand des Fußballplatzes. Ich motiviere mich, ins Freibad zu gehen. Ich klebe mit Kleister Laternen, lese, wie viele Schadstoffe in den Schuhen meiner Kinder stecken, singe auf Weihnachtsfeiern Lieder, die mit Weihnachten nicht viel zu tun haben … Ich tue das zähneknirschend. Ich stelle mich den Herausforderungen, die es für mich neben Impfdebatten, Tunnels oder Piercings, Vollwerternährung oder Sitcoms so gibt. Weil es mich als Mutter betrifft? Nein, weil es meine Kinder betrifft. Was das mit Egoismus zu tun hat? Ich empfinde den Alltag oft als eine Suche nach Balance zwischen dem „Ich“ und der Mutter in mir. „Ich“ würde vielleicht ganz anders denken oder handeln, als Mutter sehe ich mich herausgefordert, neu zu bewerten. Neue Akzente zu setzen, mich sogar manchmal über mein „Ich“-Bedürfnis hinwegzusetzen.

DEN BABYSITTER INS SCHWIMMBAD SCHICKEN
Dann treffe ich auf die rein fiktive Eva, die nicht gestillt hat, damit der Busen in Form bleibt. Eva, die den Urlaubsort danach aussucht, wie viele Stunden die Kinder betreut werden. Eva, die jedes Kunstwerk ihrer Kinder sofort wegwirft. Eva, die den Babysitter mit ins Schwimmbad schickt, Basteln verbietet und Freunde einladen auch – macht alles zu viel Dreck. Eva, die mit den Schultern zuckt, wenn ihr Kind jemanden kneift. Eva, die immer super aussieht – und das Kind auch. Eva, die Kinderbücher zu teuer findet, aber drei Zeitschriftenabos hat. Eva könnte natürlich auch Adam heißen … Sie hat ihr „Ich“-Bedürfnis als klare Richtlinie für sich und ihr Familienleben gesetzt. Sie meinen, so eine rein fiktive Eva gibt es nicht? Vielleicht. Aber dieses Abwägen – das gibt es! Ich jedenfalls kämpfe mit der Balance, seit ich Kinder habe. Zum Beispiel beim Bastelvormittag in der Grundschule. Innerlich ruft es sehr laut: „Keine Lust

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