89 Prozent aller Eltern würden gern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. 86 Prozent würden gern mehr schlafen. Und 84 Prozent hätten gern mehr Zeit für partnerschaftliche Intimität. Im Auftrag des deutschen Familienministeriums hat McKinsey Eltern von minderjährigen Kindern zu Qualitätszeit und Zeitfressern befragt. Mehr Zeit hätten Eltern auch gern für Kultur und Unterhaltung, Nichtstun, Hobbys und persönliche Bildung. Warum kommt das alles zu kurz? Was sind die Zeitfresser im Alltag? Womit würden Eltern gern weniger Zeit verbringen? Hier werden am häufigsten Putzen und Aufräumen, der Weg zur Arbeit und Arztbesuche genannt.
Vor diesem Hintergrund hat McKinsey untersucht, inwieweit digitale Technologien Eltern helfen könnten, ihre Zeit mehr mit dem zu verbringen, was ihnen wichtig ist. Sie haben drei Möglichkeiten zusammengefasst:
1. Selbstorganisation
Durch einfachere und bessere Planung können Eltern Zeit und/oder Geld einsparen. Beispiele dafür sind der gemeinsame digitale Einkaufszettel, auf den jedes Familienmitglied Zugriff hat, oder der Familienkalender, mit dem sich die wöchentlich anstehenden Termine inklusive Fahrten organisieren lassen.
2. Außenkontakte
Werden möglichst viele Produkte und Dienstleistungen bei einem Anbieter gebündelt und verstärkt Onlineangebote genutzt, lassen sich ebenfalls zeitliche Freiräume schaffen. Ein Beispiel ist Video-Streaming als Ersatz für die stationäre Videothek oder Onlinebanking, das heute selbst Kontoeröffnungen ohne jeden physischen Kontakt erlaubt.
3. Strukturelle Veränderungen
Weiterreichende Möglichkeiten ergeben sich, wenn bestehende Strukturen verändert und durch neue ersetzt werden. Dazu zählen beispielsweise neue Wohnkonzepte und Smart Cities sowie neue Konzepte für Mobilität (z.B. autonomes Fahren) und Arbeit (z.B. flexible Arbeitszeiten, Home Office).
Neben dem, was heute schon möglich ist (Roboter fürs Saugen oder Rasenmähen, Tools fürs Home-Office, Lebensmittel online kaufen und liefern lassen …) entwirft die Studie einen Ausblick auf 2025: Das Leben im „Smart Home“ ermöglicht durch Vernetzung und Automatisierung eine Zeitersparnis bei typischen Hausarbeiten. Der „Smart Assistant“ organisiert Familien-, Handwerker- und Arzttermine. Beim „Smart Driving“ ermöglicht das selbstfahrende Auto mit Routenoptimierung kürzere Fahrzeiten. Und „Smart Shopping“ lenkt einen direkt zum richtigen Supermarktregal, weil der Kühlschrank schon vorher gemeldet hat, was gebraucht wird.
Dass diese Entwicklungen alle kommen werden, bezweifle ich nicht. Ob sie dazu führen, dass Familien mehr Zeit fürs Wesentliche haben, allerdings schon. In einzelnen Bereichen wird es sicher Entlastung geben, in anderen werden neue unliebsame Aufgaben dazukommen. Dann stürzt nicht nur das Laptop ab, sondern auch der Kühlschrank. Jede Vernetzung muss auch gesichert werden – das erfordert einiges an Knowhow.
Digitale Hilfsmittel sind nicht mehr als das: Hilfsmittel. Meinen Umgang mit meiner Zeit muss ich schon selbst auf die Reihe bekommen. Und was mich wundert: Bei den Zeitfressern werden gar nicht die digitalen Medien genannt. Dabei sind es oft ja sie, die uns die Zeit rauben. Wie schnell ist eine halbe Stunde vorbei, wenn ich auf Facebook unterwegs bin? Wie oft unterbricht eine Whatsapp-Nachricht das, was ich gerade tue? Deshalb finde ich es etwas lebensfremd, digitale Technologien als Allheilmittel darzustellen. Entscheidend bei allen Hilfsmitteln ist, wie der Mensch damit umgeht. Und das gilt meiner Meinung nach auch und ganz besonders für die schöne neue digitale Welt.
Bettina Wendland
Family-Redakteurin
Kritik ist wie Salz
Eine Dosierungsanleitung für eine Zutat der Liebe. Von Jörg Berger
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In 7 Schritten zum schönen Kindernamen
Letztens in der Mittagspause im Verlag: Unser Kollege Christian Hausberg erzählt, wie er und seine Frau einen Namen für ihr Kind auswählen. Wir sind beeindruckt. Und wollen euch das nicht vorenthalten:
Wir erwarten unser erstes Kind. Alle Klamotten sind organisiert und das zukünftige Kinderzimmer ist fertig eingerichtet. Nur mit der Namensfindung tun wir uns schwer – jeder hat seinen Favoriten. Daraufhin haben wir uns Zeit genommen und auf spielerische Art einen Pool an möglichen Namen erarbeitet – mit drei Namen, die uns beiden gut gefallen.
Hier unsere kleine Anleitung zur Namenssuche, die wir beim nächsten Kind wieder anwenden wollen:
Unsere Entscheidung steht zwar noch aus, aber die Wahl wird wesentlich einfacher sein – zwischen schön, schön und schön.
Christian Hausberg, Mediengestalter Web-Services
„Abschied“
„NUR NOCH GANZ KURZ“ – Katharina Hullen kommt beim Verabschieden so richtig ins Gespräch.
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Wertvolle Familienzeit
In Family 6/15 haben wir die neuen Elternkurse von Nicky und Sila Lee vorgestellt. Die Idee ist in vielen Gemeinden gut angekommen. In Deutschland führen bereits mehr als 30 Gemeinden die neuen Elternkurse durch. Prediger Matthias Bokelmann von der Evangelischen Gemeinschaft in Weener schreibt:
„Seit Januar gibt es in unserer Gemeinschaft ein neues Programm für junge Familien am Sonntagmorgen (die Gemeinde feiert ihre Gottesdienste am Sonntagabend): Die Familienzeit. Wir beginnen mit einer gemeinsamen Kaffeezeit für Eltern und Kinder, danach erleben die Kinder ein eigenes Programm in den Nebenräumen, während die Eltern den Elternkurs besuchen. Die Familien können so diese Zeit gemeinsam erleben und benötigen keinen Babysitter. Viele der insgesamt 15 Eltern kommen aus der Nachbarschaft oder durch die Krabbelgruppe unserer Gemeinde zum Elternkurs. Die Teilnehmer haben uns berichtet, dass sie manche Tipps aus dem Elternkurs direkt in der nächsten Woche positiv anwenden konnten. Der Elternkurs ist eine tolle Möglichkeit, als Gemeinde ein hilfreiches Fortbildungsangebot für Eltern anzubieten.“
Und das sagen die Teilnehmer:
„Man bekommt Anregungen und Ideen, wie man die eigene Familienzeit zu Hause intensiver und attraktiver gestalten kann. Es ist schön, den Wert der Familien wahrzunehmen.“ (Elke M.)
„Ich finde es interessant und spannend, wie andere Familien alltägliche Situationen handhaben, in denen man selber instinktiv anders reagieren würde. Auch die Meinungen der Kinder in den Vorträgen sind motivierend und lassen einen schmunzeln.“ (Herma A.)
„Auch, wenn ich mich bereits ‚gut informiert‘ in Erziehungsfragen und im Umgang mit meinen Kindern gefühlt habe, wurden mir Dinge vermittelt, die einen ganz besonderen Stellenwert in unserem Familienleben bekommen haben. Sie ließen sich leicht umsetzen und zeigen eine ganz besondere Wirkung.“ (Gesa S.)
„Super, dass unsere Kinder ihr eigenes Programm hatten und wir in Ruhe über unsere Erziehung reden konnten. Die Interviews der Kinder sind einfach erfrischend und sehr natürlich.“ (Insa H.)
Die lieben Nachbarn
Heute geht die neue Family in den Druck. Unser Dossier beschäftigt sich mit den Nachbarn. Sie sind immer nah, aber leider nicht immer nett. Denn Nähe ist immer auch mit Herausforderungen verbunden.
Unsere Nachbarn zum Beispiel müssen es ertragen, dass immer wieder ein Fußball in ihrem Garten landet. Nachdem das letzte Woche an einem Nachmittag gleich mehrfach im Fünf-Minuten-Abstand passierte, rief unser Nachbar meinen Sohn zu sich. Hatte er die Geduld verloren?
„Ich habe gesehen, dass du einen ziemlich alten Ball hast. Guck mal, diesen Ball habe ich geschenkt bekommen. Den kannst du gern haben.“ Sprach’s und überreichte meinem verdutzten Sohn einen nagelneuen Lederball. So tolle Nachbarn kann ich nur allen wünschen.
Mehr zum Thema Nachbarschaft lesen Sie druckfrisch in der nächsten Family, die Ende Juni erscheint.
Bettina Wendland
Family-Redakteurin
Qualitätszeit statt Zeitfresser
89 Prozent aller Eltern würden gern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. 86 Prozent würden gern mehr schlafen. Und 84 Prozent hätten gern mehr Zeit für partnerschaftliche Intimität. Im Auftrag des deutschen Familienministeriums hat McKinsey Eltern von minderjährigen Kindern zu Qualitätszeit und Zeitfressern befragt. Mehr Zeit hätten Eltern auch gern für Kultur und Unterhaltung, Nichtstun, Hobbys und persönliche Bildung. Warum kommt das alles zu kurz? Was sind die Zeitfresser im Alltag? Womit würden Eltern gern weniger Zeit verbringen? Hier werden am häufigsten Putzen und Aufräumen, der Weg zur Arbeit und Arztbesuche genannt.
Vor diesem Hintergrund hat McKinsey untersucht, inwieweit digitale Technologien Eltern helfen könnten, ihre Zeit mehr mit dem zu verbringen, was ihnen wichtig ist. Sie haben drei Möglichkeiten zusammengefasst:
1. Selbstorganisation
Durch einfachere und bessere Planung können Eltern Zeit und/oder Geld einsparen. Beispiele dafür sind der gemeinsame digitale Einkaufszettel, auf den jedes Familienmitglied Zugriff hat, oder der Familienkalender, mit dem sich die wöchentlich anstehenden Termine inklusive Fahrten organisieren lassen.
2. Außenkontakte
Werden möglichst viele Produkte und Dienstleistungen bei einem Anbieter gebündelt und verstärkt Onlineangebote genutzt, lassen sich ebenfalls zeitliche Freiräume schaffen. Ein Beispiel ist Video-Streaming als Ersatz für die stationäre Videothek oder Onlinebanking, das heute selbst Kontoeröffnungen ohne jeden physischen Kontakt erlaubt.
3. Strukturelle Veränderungen
Weiterreichende Möglichkeiten ergeben sich, wenn bestehende Strukturen verändert und durch neue ersetzt werden. Dazu zählen beispielsweise neue Wohnkonzepte und Smart Cities sowie neue Konzepte für Mobilität (z.B. autonomes Fahren) und Arbeit (z.B. flexible Arbeitszeiten, Home Office).
Neben dem, was heute schon möglich ist (Roboter fürs Saugen oder Rasenmähen, Tools fürs Home-Office, Lebensmittel online kaufen und liefern lassen …) entwirft die Studie einen Ausblick auf 2025: Das Leben im „Smart Home“ ermöglicht durch Vernetzung und Automatisierung eine Zeitersparnis bei typischen Hausarbeiten. Der „Smart Assistant“ organisiert Familien-, Handwerker- und Arzttermine. Beim „Smart Driving“ ermöglicht das selbstfahrende Auto mit Routenoptimierung kürzere Fahrzeiten. Und „Smart Shopping“ lenkt einen direkt zum richtigen Supermarktregal, weil der Kühlschrank schon vorher gemeldet hat, was gebraucht wird.
Dass diese Entwicklungen alle kommen werden, bezweifle ich nicht. Ob sie dazu führen, dass Familien mehr Zeit fürs Wesentliche haben, allerdings schon. In einzelnen Bereichen wird es sicher Entlastung geben, in anderen werden neue unliebsame Aufgaben dazukommen. Dann stürzt nicht nur das Laptop ab, sondern auch der Kühlschrank. Jede Vernetzung muss auch gesichert werden – das erfordert einiges an Knowhow.
Digitale Hilfsmittel sind nicht mehr als das: Hilfsmittel. Meinen Umgang mit meiner Zeit muss ich schon selbst auf die Reihe bekommen. Und was mich wundert: Bei den Zeitfressern werden gar nicht die digitalen Medien genannt. Dabei sind es oft ja sie, die uns die Zeit rauben. Wie schnell ist eine halbe Stunde vorbei, wenn ich auf Facebook unterwegs bin? Wie oft unterbricht eine Whatsapp-Nachricht das, was ich gerade tue? Deshalb finde ich es etwas lebensfremd, digitale Technologien als Allheilmittel darzustellen. Entscheidend bei allen Hilfsmitteln ist, wie der Mensch damit umgeht. Und das gilt meiner Meinung nach auch und ganz besonders für die schöne neue digitale Welt.
Bettina Wendland
Family-Redakteurin
Mutterschock oder Mutterglück?
Dass ein Baby das Leben seiner Mutter auf den Kopf stellt, ist klar. Fragt sich nur, in welche Richtung. Überwiegt das Mutterglück? Oder stellt sich ein „Mutterschock“ ein? In Zeiten, in denen sich Frauen dazu bekennen, dass sie ihr Muttersein bereuen, ist es fast „in“, die negativen Seiten des Mutterseins zu betonen. Aber wie fühlen sich junge Mamas wirklich?
Für die nächste Family hat unsere Autorin Priska Lachmann bei jungen Müttern nachgefragt: Ja, für viele war vor allem die erste Zeit mit Baby ziemlich schwer. Und jede erlebt ihr Mamasein ganz anders. Bereut, Mama zu werden, hat es keine der befragten Mütter.
Aber natürlich gibt es das auch. Und oft gibt es Enttäuschungen, weil sich das erhoffte Mutterglück nicht so ungetrübt einstellt wie erwartet. Da sind wir meiner Meinung nach beim entscheidenden Punkt: Wie ich mir das Leben mit Baby vorstelle, hat natürlich viel damit zu tun, wie ich es nachher empfinde. Wenn ich denke, dass ich mein Leben fast so weiterführen kann wie bisher, bin ich natürlich enttäuscht. Wenn ich bisher alles im Leben mit Power gewuppt habe, bin ich vielleicht entsetzt, wie leicht ich auf einmal an meine Grenzen komme.
Aber es geht auch andersherum: Frauen, die Angst vor dem Muttersein und den damit verbundenen Veränderungen haben, sind nach der Geburt erstaunt: Klar ändert sich das Leben. Aber es wird nicht schlechter. Nur anders. Und vielleicht sogar besser!
So schreibt Lydia im Family-Artikel: „Ich vermisse meine Freiheit. Ich erlebe allerdings auch eine neue Form von Freiheit. Ich fühle mich als Frau komplett und angekommen.“ Sie ergänzt, dass sie dies auch der Unterstützung durch ihren Mann und ihre Familie zu verdanken habe.
Unterstützung ist das Zauberwort. Auch bei Maria, deren Tochter nicht geplant war und die sie allein erzieht. Sie bekam viel Unterstützung von einem Professor an ihrer Uni, von einer Hebamme und von ihrer Tante.
Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen – ganz besonders die Mamas, die noch auf dem Weg sind, sich in ihre Mutterrolle hineinzufinden.
Bettina Wendland
Family-Redakteurin
„Es geht nicht nur um die Hebammen“
Immer weniger Hebammen bieten Geburten zu Hause oder im Geburtshaus an. Dabei würden sie das gern. Ein Gespräch mit Lisa Leitlein, Hebamme in Essen.
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365 Tage ohne …
Family-Autorin und Bloggerin Priska Lachmann hat ein Jahresprojekt gestartet: 365 Tage ohne Kleidung shoppen. Was anderen nicht schwer fallen würde, ist für sie eine Herausforderung: „Ich war und bin ein echter Fashion Junkie. Mein Kleiderschrank ist brechend voll. Viele Kleider habe ich nur zweimal getragen, manche gar nicht“, beschreibt sie ihre Situation. „Es gefällt mir nicht, dass ich so viel kaufe und die Sachen nicht richtig wertschätzen kann. Ich liebe Kleidung, aber ich will nicht, dass sie meinen Wert und mein Portemonnaie diktiert.“ Deshalb hat sich Priska Lachmann einen Radikalschnitt verordnet: Ein Jahr lang wird sie keine Kleidung für sich kaufen. Und sie will sich schlau machen, wie sie sich fair und trotzdem modebewusst kleiden kann. „Ich möchte nicht mehr ‚fast fashion‘ kaufen, sondern ‚fair trade‘. Ich möchte mir bewusst werden, wer meine Kleidung gemacht hat.“
Priska Lachmanns Projekt läuft unter dem Hashtag #365tageohne und kann bei Instagram und Facebook verfolgt werden. Oder in ihrem Blog leipzigmama.com. Das Projekt hat auch andere Frauen inspiriert. Die Bloggerin Kristin Kahmeier (piexsu.de) hat ein Nähprojekt gestartet: Ein Jahr lang will sie keine Kleidung kaufen, sondern nur selbst nähen. Aus dieser Initiative ist eine Facebook-Gruppe entstanden, der sich innerhalb von fünf Tagen 100 Menschen angeschlossen haben. Es hat sich eine Art Challenge unter Näh-Bloggerinnen entwickelt. Da wird das Halfter fürs Pony nicht gekauft, sondern genäht.
Was wäre eine Challenge, die dich herausfordert?
„Planung“
EINE FRAU, EIN ZIEL – Katharina Hullen hat einen Plan.
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