„Schatz, du bist dran!“

Eine partnerschaftliche Ehe, in der beide auf Augenhöhe agieren, ist ein schönes Konzept. Aber funktioniert es auch im Alltag, die Aufgaben fair zu verteilen? Vier Paare geben Antwort.

Wer zuerst die Nerven verliert!
Bei vier Kindern fällt so einiges an. Gut, dass die Hullens im Ernstfall wie ein eingespieltes Team agieren.

Ihr wollt doch bestimmt eine partnerschaftliche Ehe führen, oder?“ Als der Pastor uns diese Frage im Vorfeld unserer Trauung stellte, nickten wir selbstverständlich. Partnerschaftlich, klar, das hört sich gut an. Wir leben im 21. Jahrhundert, sind aufrechte Demokraten und für alle Menschenrechte zu haben. Außerdem: Wie könnte man eine Partnerschaft nicht partnerschaftlich leben?

Doch was bedeutet das P-Wort überhaupt? Führt eine Partnerschaft, in der sich Mann und Frau gleichberechtigt auf Augenhöhe begegnen, zwangsläufig zu einer gleichmäßigen Aufteilung der Rechte und Pflichten? Oder bedeutet es nicht eher, dass ein tiefes Einverständnis darüber herrscht, wie das gemeinsame Leben gestaltet werden soll – und sei es in einem traditionellen Rollensetting?

In unserer kleinen Firma namens „Familie“ haben wir die Jobs und Verantwortlichkeiten nicht nach Geschlecht verteilt. Entweder macht es derjenige, der es besser kann – oder wer beim Haushalts-Mikado („Wer sich zuerst bewegt, hat verloren“) als erster die Nerven verliert.

So bin ich zutiefst dankbar dafür, dass Katharina als gelernte Bankkauffrau die Steuererklärung macht, da ich beim Ausfüllen von Formularen direkt Panikattacken bekomme. Im Gegenzug stelle ich mich bei jeder Gelegenheit mit Freuden an den Herd und sorge für Sauberkeit in Küche und Bad. Und wenn Besuch kommt, sind wir beide ein eingespieltes Team, das innerhalb von 90 Minuten ein Bürgerkriegsschlachtfeld (vier Kinder!) in ein Schöner- Wohnen-Heim verwandelt.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.