Sorglos schlafen

Die richtige Schlafumgebung für Säuglinge

Vielen jungen Eltern schwirrt der Kopf vor lauter Ratschlägen und Sicherheitstipps, wenn ihr Baby auf der Welt ist. Ein Thema, bei dem es viele unterschiedliche Meinungen gibt, ist die Fragestellung nach einer gesunden und sicheren Schlafumgebung im ersten Lebensjahr. Verständlicherweise ein Thema, dem sich viele Eltern sehr ausführlich widmen. Denn einerseits möchten sie möglichst alle Risiken für das Kind ausschließen, andererseits wünschen sie sich möglichst früh wieder eine einigermaßen erholsame Nacht für sich selbst. In Internetforen findet man eine Unzahl an Vorstellungen und Tipps. Da diese Foren in der Regel jedoch nicht wissenschaftlich begleitet sind, können dort auch Ratschläge auftauchen, die eher nicht zu empfehlen sind.

Eine, wie ich finde, ausgewogene und hilfreiche Informationsquelle zu diesem Thema (und zu vielen anderen) bietet www.kindergesundheit-info.de, eine Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Lassen Sie mich die wesentlichen Dinge zu diesem Thema kurz zusammenfassen.

Gut gebettet

Das Kind soll während seines ersten Lebensjahres im Elternschlafzimmer in seinem eigenen Bettchen schlafen – und zwar grundsätzlich auf dem Rücken. Die Rückenlage wird allerdings häufig nicht durchzusetzen sein, wenn das Kind beginnt, sich auch im Schlaf zu drehen. Lassen Sie zu, dass Ihr Baby sich ab diesem Zeitpunkt die Schlafposition aussucht, die es bevorzugt.

Im Bett des Kindes soll eine feste Matratze liegen, die eine gute Luftzirkulation ermöglicht (kein Schaumstoff). Die Matratze soll das Bett voll ausfüllen, um Lücken zu vermeiden, in die das Kind mit dem Gesicht hineinrutschen könnte. Informieren Sie sich zu Qualität und Schadstoffen in Matratzen am besten immer aktuell über die Verbraucherschutzorganisationen. Es sollte kein Kissen und keine Bettdecke geben, auch auf Nestchen und Himmel sollte verzichtet werden. Wenn Sie ein Kuscheltier in das Bettchen hineinlegen möchten, wählen Sie eins, das so klein ist, dass es das Gesicht Ihres Kindes nicht vollständig bedecken kann. Bänder, Schnüre oder ähnliche Dinge, mit denen ein Kind sich in Gefahr bringen könnte, haben im Babybett keinen Platz. Das Baby sollte in einem Schlafsack liegen. Oder Sie beschaffen sich gleich einen Pucksack, der dem Kind beim Schlafenlernen hilft. Mein Favorit unter den Pucksäcken ist der „swaddle me“.

 

Keine Mütze!

Neben dem Kind sollte niemand liegen, der Alkohol oder bewusstseinseintrübende Medikamente oder Drogen genommen hat. Und: Das Schlafzimmer ist unbedingt ein rauchfreier Ort. Die ideale Schlaftemperatur liegt zwischen 16 und 18 Grad. Setzen Sie dem Kind aber keine Mütze auf, denn über den Kopf können die Kinder überschüssige Wärme abgeben. Und ziehen Sie es nicht zu warm an!

Technische „Errungenschaften“ wie Babyphone mit Kamera, Luftbefeuchter oder Alarm-Matten, die melden, wenn das Kind längere Atempausen hat, halte ich persönlich bei einem gesunden, reifen Säugling für nicht nötig. Vielleicht hilft ja eine letzte Handlungsempfehlung, die sich mir in meinem bisherigen Leben als äußerst belastbar dargestellt hat, am meisten: „All Eure Sorgen werfet auf Gott, denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5,7). Das entbindet mich nicht davon, Entscheidungen zu treffen, aber es bewahrt mich davor, mich in Ängsten und Sorgen zu zermürben.

Zur Autorin: Martina Parrish arbeitet als Hebamme und Stillberaterin bei FOKUS LEBEN, das in Berlin sechs Hebammenpraxen betreibt.

1 Kommentar
  1. Thorsten sagte:

    Es ist für mich unglaublich wie viele Tipps es zum Thema Babys gibt, und ich denke die meisten dinge entstehen nur aus Angst.
    Ich will hier gar nichts schlecht reden, aber wenn man sich vor Augen führt das Jesus in einer Krippe gelegen hat nach seiner Geburt, dann zweifel ich doch daran ob es wirklich eine so große wichtigkeit besitzt ob das Kind jetzt auf einem Wasserbett, einer Federkernmatratze oder sonstigem liegt 🙂

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