Verhängnisvolle Einigkeit

Paare ergänzen sich, korrigieren einander – und oft gleicht einer die Fehler des anderen aus. Aber was geschieht, wenn ein Paar gemeinsame Schwächen hat? Von Jörg Berger

Vor einigen Jahren hat unser Sohn komplett dicht gemacht und zwar genau da, wo wir Regeln vermitteln oder sein Verhalten beeinflussen wollten. Unser Yannick war damals acht Jahre alt. „Es kommt nichts mehr an“, war unser Eindruck. Die Versuchung war groß, nun immer heftiger zu werden. Das wollten wir aber nicht. Stattdessen haben wir innegehalten und uns gefragt: Woran kann das liegen? Unsere schmerzliche Einsicht: Unser Sohn ist zum Opfer unserer Schwächen geworden, und zwar genau dort, wo wir einander in unseren Schwächen ähnlich sind. Deshalb ist uns das nicht aufgefallen, und wir konnten einander nicht korrigieren. Als wir unser Verhalten verändert haben, hat sich das Problem innerhalb weniger Wochen aufgelöst. Das war eine erstaunliche, bewegende, aber auch erschreckende Erfahrung für uns. Bevor ich das genauer schildere, möchte ich Ihnen die Psychologie menschlicher Schwächen näherbringen. Unsere Schwächen verursachen nicht nur Probleme, die wir als Paar miteinander haben. Gemeinsame Schwächen können Probleme hervorrufen oder verstärken, die ein Paar mit Freunden, seiner Herkunftsfamilie oder eben auch mit den eigenen Kindern hat. Schwächen sind eine Folge unserer Schutzmechanismen. Wir alle haben irgendwo wunde Punkte. Doch wenn wir diese schützen, schießen wir dabei oft über das Ziel hinaus. So kann der berechtigte Wunsch nach Einfluss dazu führen, dass wir dem anderen seine Freiheit rauben.

UNSERE SCHWÄCHEN

Die folgenden sieben Verhaltensweisen wirken sich auf das gemeinsame Leben aus…

 

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