Auf zum Meer

Zwischen Windeln wechseln und Silben schwingen
schau ich zum Fenster raus.
Seele atme auf!
Schwingt sich hinaus,
Raus!
Aus dem Haus.
In diese Welt,
die im Stillstand liegt
und nicht weiß, wie sie diese Krise besiegt.
Eingesperrt im Hier und Jetzt.
Innerlich verletzt.
Aber meine Seele traut sich zu reisen.
Über die Grenzen hinaus
mit Reisefieber im Gepäck.
Ohne Angst sich anzustecken.
Über die Häuser, Wiesen hinweg.
Sehnsüchtig sucht sie nach Abwechslung –
Wechselt Tapete gegen Straßen
Straßen gegen Frischluft
Frischluft gegen Meeresbrise
Meeresbrise mit Ruhe.
Ich atme ein, ich atme aus.
Lausche den Wellen.
Ruhe findet sich am Strand.
Liegend zwischen Wellentoben
mit Cocktail in der Hand
und in der anderen ein Buch.
Such, such nach ihr, der Stille!
Ich atme ein, ich atme aus
Stille.
Stille!
Stille?
Stille, die mich aufhorchen lässt und zurück zieht, ins heimische Nest.
Ein Schrei!
„Oh, nein!“
Die Schere!
Sie lag nicht am gewohnten Platz
und nun sind sie ab.
Das Chaos perfekt.
Ich hab deine Haare auf dem Boden entdeckt.
„Mama ab!“
Du strahlst mich an.
Und Windel voll,
na toll!
Ich atme ein, ich atme aus!
und sage nur:
„Ich kehr sie weg!“
Unter den Teppich damit.
Wie den Rest dieser Tage,
wo ich mich frage:
„Was soll ich als erstes, zweites, drittes … ständig tun?“ , anstatt
„Seele, was brauchst du, um auszuruhen?“
Sehnsucht nach der Weite!
Sehnsucht nach mehr.
Ich atme ein und atme aus.
Nehme dich in den Arm,
schwing dich leise hin und her.
Lausche den Worten, sie klingen,
wenn sie erzählen von fernen Ländern und Meer.
Seele, du musst schwingen!
So rufen wir gemeinsam:
„Hinaus, inaus im Sauseschritt.“
Lassen To-dos und volle Windeln zurück.
Winken dem Chaos:
„Auf Wiedersehen!“
Jetzt müssen wir gehen.
Atmen ein, atmen aus.
Rennen los.
Der Seele hinter her.
Hand in Hand in Richtung Meer.

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