„Was hat es nur?“

„Wenn mein Baby (2 Monate) schreit, bin ich oft unsicher, was der Grund ist. Wie kann ich herausfinden, was ihm fehlt?“

Danke für diese ehrliche Frage. Sie sprechen damit sicher vielen Müttern und Vätern aus dem Herzen. Da wird einem ein kleines Baby in die Wiege gelegt, und bei allem Glück, das die Eltern empfinden, werden sie gleichzeitig überrollt von einer Welle der Verantwortung, für das Überleben dieses kleinen, hilflosen Wesens zu sorgen. Generell sind Mütter mit Fähigkeiten ausgestattet, um diese Herausforderung gut zu meistern. Allerdings leben wir in einer Zeit, in der die Bedeutung der mütterlichen Intuition einerseits zwar betont wird. Andererseits jedoch bekommen Eltern Ratschläge und Informationen aus verschiedensten Richtungen (Großmutter, Hebamme, Kinderarzt, Freundin, Ratgeber-Lektüre, Internet …), die vermitteln: „Mama, das kriegst du alleine nicht hin. Deshalb sagen wir dir, was du tun sollst!“ Je mehr Mütter auf alle diese verschiedenen – oft widersprüchlichen – Stimmen hören, desto unsicherer werden sie.

KENNENLERNEN
Wie können Sie eigentlich Ihren Partner besser verstehen lernen? Indem Sie Bücher über Männer lesen? Ihre Schwiegermutter fragen? Sich bei Facebook austauschen? Meiner Erfahrung nach lernen wir einen Menschen nur dann gut kennen, wenn wir viel Zeit mit ihm verbringen und miteinander reden. Genauso ist es mit einem Baby! Und wie können Sie mit ihm kommunizieren? Vor allem durch Körperkontakt, durch Tragen, Kuscheln, Streicheln und Zuwendung mit einer aufmerksamen, achtsamen Haltung: „Hilf mir, dich zu verstehen!“ Gönnen Sie sich viel Zeit miteinander! Das ist die beste Voraussetzung, damit sich elterliche Intuition entwickeln kann. Und grenzen Sie sich ab gegenüber denen, die angeblich alles besser wissen. Sie sind die Fachfrau, der Fachmann für Ihr Baby!

ZU VIEL UNRUHE
Dass Sie unsicher sind, wenn Ihr Baby weint, ist erstmal völlig normal. Manche Babys weinen, obwohl sie gegessen haben, frisch gewickelt und warm genug eingepackt sind. Im Körper jeder Mutter wird, sobald ihr Baby weint, Prolaktin ausgeschüttet, Dieses Hormon ist nicht nur für die Milchproduktion beim Stillen verantwortlich, sondern löst zugleich fürsorgliche Gefühle aus – übrigens auch bei den Vätern! – mit dem starken Impuls, das weinende Kind auf den Arm zu nehmen. Manchmal hat schon ein kleines Baby Nöte, die wir ihm nicht abnehmen können. Vielleicht war die Geburt sehr schwer und muss noch verarbeitet werden. Vielleicht fühlt es sich körperlich unwohl, oder es ist gestresst durch zu viel Unruhe in seinem Umfeld. Besonders in den ersten drei Monaten können viele Babys die Reize, die auf sie einstürmen, nicht gut verarbeiten und müssen dann ihren Stress „herausschreien“. Sie können nicht immer genau wissen, was Ihrem Baby fehlt, aber Sie können es im Arm halten, trösten und ihm erlauben, auch mal zu weinen. Babys, die sich in ruhigen, tröstenden Armen ausweinen dürfen, können danach meist gut schlafen – und sich seelisch gesund entwickeln!

 

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