Jetzt neu! Wie früher!

Moor Jovanovski entdeckt hilfreiche Botschaften im Supermarkt.

Schnell noch auf dem Rückweg einkaufen. Der Tag war schon sehr voll, aber der Kühlschrank umso leerer. Es liegt einer dieser Arbeitstage hinter mir, bei denen ich das Gefühl habe, mich selbst zu überholen. Es gibt viel zu entscheiden, zu konzipieren, zu sprechen, zu schreiben, zu denken, zu lösen, zu arrangieren und vor allem zu geben. An so einem Tag ist nicht nur der Kühlschrank leer. Eine gewisse Leere macht sich auch in meinem Innern breit.
Jetzt also einkaufen. Die Familie braucht Abendbrot, und bedauerlicherweise liegt der Supermarkt auf meinem Heimweg von der letzten Besprechung. Vom Parkplatz hechte ich in den Supermarkt. Vom Toastbrot zu den Aufbackbrötchen. Ach ja, das Gemüse war doch am Eingang. Also zurück. Oh nein, Mutter mit Kind im Weg! Lächeln und dann rechts überholen (gilt eigentlich die StvO auch im Supermarkt?). Schnell die Tomaten einpacken (meine Güte, sind die teuer …) und weiter zum Kühlregal. Der Hektikmodus manifestiert sich in einem Herzrasen, als ich die Regale mit meinen Augen nach dem Lieblingskäse absuche. Warum räumen die immer alles um? Neuropsychologie in den Supermärkten … ich brauch das jetzt nicht. Ich drehe innerlich auf Hochtouren. Verliere ich jetzt die Nerven wegen eines Frischkäses? Endlich entdeckt. Wie konnte es anders sein: direkt vor meiner Nase. Jetzt reicht‘s! Ich will nach Hause auf die Couch. Runtertakten. Ausruhen. Akkus aufladen. Gerade will ich den Käse in den Wagen werfen und mich in einer fließenden Bewegung mit dem Einkaufswagen in Richtung Kasse bewegen, da bleibt mein Blick auf der Verpackung hängen. Ein unübersehbarer Hinweis – außergewöhnlich in der Formulierung: „Jetzt neu! Wie früher!“ Ich bleibe unweigerlich stehen. Was jetzt? Neu oder alt? Ist das jetzt besser oder schlechter? War früher doch alles besser? Hoffentlich meinen die nicht das Haltbarkeitsdatum! Ich bin verwirrt. In diese Gedanken versunken gehe ich (erstaunlicherweise) langsam zur Kasse.
Das will mir nicht aus dem Kopf: Altes neu entdecken. Das ist doch eine Quelle. Und nachdem ich gezahlt, alles im Auto verstaut habe und wieder auf dem Fahrersitz bin, beginne ich ein spontanes Gebet. So, wie ich es früher oft gemacht habe. So wie ich einmal im Lukasevangelium las. Dort nahm sich Jesus einfach zwischen der Geschäftigkeit des Tages eine Auszeit zum Beten (Kapitel 5 Vers 16). Er lotete den Tag aus und entschied sich für Auszeiten zwischendrin. Und Beten können und dürfen – das ist und bleibt doch eine Quelle. Ob kurz, ob lang. Ob bewusst, ob unbewusst. Egal, an welchem Ort und egal, worum es geht. Dieses und jenes. In der Hektik, in der Ruhe. Am Morgen. Am Abend. Oder eben zwischendrin.
Der Zugang zu dieser Quelle ist so individuell, wie eben jeder von uns ist. Und aus dieser Quelle strömt Leben und Kraft, Zuversicht und Ruhe. Die Leere wird aufgefüllt. Die Akkus laden auf. Nur muss mein inneres Auge eben zuerst an dieser Aussage heften bleiben, damit mir das wieder bewusst wird: „Jetzt neu! Wie früher!“ Und in mir höre ich diese leise Stimme: „Egal wann, egal wo, egal wie, ich bin deine Quelle.“ Bis ich zu Hause bin, höre ich nicht auf, aus dieser Quelle in meinem Auto zu schöpfen. Und zum Abendbrot komme ich dann auch nicht zu spät.

 

 

1 Antwort
  1. Gardiners-Seychellenfrosch says:

    Hihi, ich scheine nur rein biologisch weiblich zu sein. An der Männer-Tanke kann ich oft besser auftanken, also Männers hier bin ich eine Frau die wie Männer denken kann und die gemeinsam mit euch über Frauen-Gezicke in trauter Leidensgemeinschaft redet gerne bei Bier, ich nehme dann aber doch lieber ein Alkoholfreies bzw. alkoholfreien Bananenweizen/anderer Drink. Ich hasse Shoppen, wehe es wird umgeräumt oder das Desgin dr Produkte verändert *grrr*

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