Kinder in Bewegung bringen

„Meine Tochter (1) ist oft quengelig, wenn wir an Schlechtwettertagen nicht rausgehen. Ich möchte aber nicht ständig durch den Regen laufen. Wie kann ich ihr auch im Haus ausreichend Bewegung verschaffen?“

Schauen Sie zunächst einmal, was Ihre Tochter schon kann, denn darauf bauen die Angebote auf. Beobachten Sie Ihr Kind in verschiedenen Situationen und konzentrieren Sie sich auf Lieblingsbeschäftigungen, -materialien und -orte. Spielt Ihr Kind alleine, mit anderen Kindern, mit Erwachsenen? Ebenso wichtig ist es, dass Sie als Eltern sich selbst reflektieren, um herauszufinden, welche Situationen für Sie eher schwierig sind. Welches Gefühl haben Sie, wenn Ihr Kind auf die Couch klettert? Haben Sie Angst, es könnte herunterfallen? Oder denken Sie: „Oh toll, mein Kind kann klettern“ und setzen sich entspannt dazu, um es notfalls aufzufangen?

Darüber hinaus ist Ihre Einstellung zur Bewegung der Schlüssel! Diese Vorbereitung mag Ihnen unnötig erscheinen, ist sie aber nicht! Sie verhindern so Situationen, die Ihr Kind überfordern, ihm Angst machen oder sein Interesse unbedacht lassen. Und Sie fördern eine positive Einstellung zur Bewegung.

Alles, was rollt

Arbeiten Sie mit dem, was Ihre Tochter kennt und Sie zu Hause haben. Kinder bis zwei Jahre haben Spaß an Versteck- und Fangspielen. Ein- und ausladen, transportieren und Gegenstände bewegen ist ebenfalls ein Thema für Einjährige. Außerdem lieben sie alles, was rollt: Bälle und Kugeln, kombiniert mit leeren Geschenkpapier-, Klound Küchenrollen und zwei Kartons inspirieren zu allerhand Bewegung. Ein- und ausladen in die Kartons, durch die Röhren durchrollen lassen … Alles rollt durchs Zimmer, also hinterher! Die Kugel in der Röhre klappert, also schütteln wir sie. Und mit der Röhre kann man trommeln.

A propos Trommeln: Musik hat eine besondere Wirkung auf Kinder. Lassen Sie verschiedene Musikrichtungen laufen, um zu sehen, welche Ihrem Kind gefällt. Die meisten Kinder bewegen sich intuitiv zur Musik. Durch freudiges Klatschen, Hüpfen und Drehen vermitteln Sie Ihrem Kind, dass auch Sie daran Spaß haben.

Bewegungs-Memory

Sie können auch eine bewegte Variante von Tischspielen gestalten. Memory bietet sich hierbei gut an: Sortieren Sie maximal vier Pärchen heraus und verteilen diese im ganzen Raum. Auch Spiele, bei denen es ums Farbenlernen geht, eignen sich gut. Ausgangspunkt bleibt der Tisch, hier wird gewürfelt. Sie können das Spielmaterial frei im Raum verteilen oder farblich sortiert an bestimmten Orten bereitlegen: auf der Treppe, unter dem Tisch … So können viele Spiele in Bewegung gebracht werden.

Oder Sie gestalten das Wohn- oder Kinderzimmer zur Bewegungsbaustelle um: Kissen, Decken, Matratzen, mit Luftballons gefüllte Kopfkissen und Deckbetten bieten Ihrem Kind (und Ihnen) viele Möglichkeiten: Höhlen bauen, den Kissenberg erklimmen, in die Kissen springen …

Was mir noch wichtig ist: Sie müssen Ihr Kind loslassen, wenn Sie wollen, dass es sich bewegt! Ständige Warnungen und Verbote hemmen die Bewegungslust und das Selbstbewusstsein

Anika Sohn ist Erzieherin und bietet Bewegungs-Kurse für Eltern und Kinder an: www.familie-bewegt.de. Sie lebt in Neuhofen (Pfalz).

1 Antwort
  1. Gardiners-Seychellenfrosch says:

    Ich muss bei jedem Weter raus, Wohnung zu klein, wenn Sohn rennt sind schnell Wände im Weg, waren schonmal in der Notaufnahme wegen Platzwunde Kopf traf Türzarge Tipp: In gute Outdoorkleidung z.b. von Globe….. investieren dann kann einem das Wetter egal sein.

    Antworten

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