Kinder zum Glauben erziehen?

Um diese Frage ging es bei einem Family-Talk, der gestern auf der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg stattfand. Von Anfang an war klar, dass dies mehr eine rhetorische Frage ist. Schließlich hat Gott nur Kinder und keine Enkel. Deshalb können Eltern ihren Kindern den Glauben nicht anerziehen. Kinder und Jugendliche müssen einen selbstständigen, mündigen Glauben entwickeln.

Wie das gelingen kann, darum ging es in der Talk-Runde, an der unter anderen der Psychologie-Professor, Familientherapeut und vierfache Vater Dr. Ulrich Giesekus, die Pfarrerin und dreifache Mutter Monika Deitenbeck-Goseberg und der Erzieher, Pastor und fünffache Vater Uwe Heimowski teilnahmen.

Einig waren sich die Talk-Gäste darin, dass christliche Erziehung weniger mit bestimmten Aktivitäten oder Ritualen zu tun hat. Vielmehr gehe es darum, dass Eltern ihren Alltag als Christen leben und von ihrem Glauben prägen lassen. Diese Prägung spiegelt sich dann ganz automatisch in der Erziehung und im Familienleben wider.

Grundsätzlich hat eine christliche Erziehung positive Ausprägungen und Folgen. Aber wie in allen Bereichen machen Eltern natürlich auch hier Fehler. Und letztlich gibt es für viele Fragen keine pauschale Antwort, die für alle Familien richtig ist. Das wurde zum Beispiel bei der Frage deutlich, wie Eltern reagieren sollen, wenn ihre Teens nicht mit in den Gottesdienst gehen wollen. Während Ulrich Giesekus dafür plädierte, dass man ihnen die Freiheit lassen sollte, zu Hause zu bleiben, sprach sich Monika Deitenbeck-Goseberg dafür aus, dass Teenager am Gottesdienst teilnehmen – allerdings müssten dann natürlich die Gottesdienste auch so gestaltet sein, dass sie für die Jugendlichen ansprechend sind.

Einigkeit herrschte darüber, dass es gerade für Teens wichtig ist, neben dem Elternhaus ein zweites christliches Zuhause zu haben, zum Beispiel in einem Teenkreis, bei Freizeiten oder Jugendcamps.

Beeindruckend war eine Talkteilnehmerin, die selbst keine Christin ist, der es aber wichtig war, ihr inzwischen fünfjähriges Kind taufen zu lassen. Sie selbst sieht für sich keinen Weg zum Glauben, möchte diesen Weg aber ihrer Tochter eröffnen und ermöglichen.

Bettina Wendland, Family-Redakteurin

 

 

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