Nicht von Angst leiten lassen!

„Seit Lara (7) zur Schule geht, möchte ich ihr mehr Freiraum geben.
Aber ich bin besorgt, wenn sie alleine unterwegs ist. Wie gehe ich damit um?“

Mit dem Schuleintritt macht Ihr Kind einen großen Entwicklungsschritt, und je nach Temperament fordern Kinder Freiraum ein. Manchmal schwingt bei den Eltern die Angst vor Übergriffen und Gewalt gegenüber Kindern mit, hierzu hat Christian Rommert wertvolle Tipps in Family 1/16 gegeben. Machen Sie sich bewusst:

– Ein selbstbewusstes Kind widerspricht dem Opferbild.
– Bewahren Sie sich einen vertrauensvollen Umgang, damit ihr Kind Ihnen auch Peinliches und Merkwürdiges mitteilt.
– Machen Sie Ihrem Kind Mut, auf sein Bauchgefühl zu hören.

Sollte Ihr Kind auf dem Schulweg von anderen Kindern bedrängt werden, gilt zuerst: Weiche der Konfrontation aus! Das kann ein Wechsel der Straßenseite sein oder einfach mal umkehren. Ausweichen ist anfangs sinnvoll, aber die gewalttätigen Kinder müssen lernen, dass ihr Verhalten keinen Erfolg hat. Greifen Sie ein, und finden Sie die Übeltäter! Am besten suchen Sie das Gespräch mit Lehrern, oder schalten Sie Mediatoren ein. Gewalt, ob verbal oder körperlich, darf nicht geduldet werden. Den Kindern muss bewusst sein, dass sie miteinander auskommen müssen. Es ist hilfreich, gemeinsam Regeln zu vereinbaren

SICHER IM VERKEHR
Erarbeiten Sie sich gemeinsam mit Lara den neuen Freiraum und bedenken Sie, dass Kinder im Grundschulalter Entfernungen und Geschwindigkeiten noch nicht richtig einschätzen können. Das können Sie üben:

– Gehen Sie den Weg mehrmals ab, und lassen Sie Ihr Kind die Gefahrenquellen benennen.
– Üben Sie mit Ihrem Kind die wichtigsten Verkehrszeichen, Symbole und Signale ein.
– Geben Sie nach und nach die Führung ab, und beobachten Sie, ob Ihr Kind an alles gedacht hat.
– Ermutigen Sie Ihr Kind, Autofahrern Handzeichen zu geben und den Blickkontakt zu suchen, wenn es die Straße überqueren möchte.
– Parkende Autos sind immer ein Sicherheitsrisiko, hier muss Lara sich vorsichtig hindurch bewegen.
– Vermeiden Sie hektische Situationen, denn Zeitdruck verursacht Unaufmerksamkeit.
– Planen Sie ausreichend Zeit für den Weg ein.

NUR EINGEÜBTE WEGE
Bedenken Sie, dass Kinder sich erst mit etwa zehn Jahren sicher mit dem Fahrrad im Straßenverkehr bewegen können. Wenn Ihr Kind mit dem Roller unterwegs ist, sollte es sich wie ein Fußgänger verhalten und den Roller über die Straße schieben. Bestehen Sie darauf, dass Ihr Kind nur die eingeübten Wege nutzt, und klären Sie zuvor, mit wem, wie lange und wohin Ihr Kind unterwegs ist. Ihre Tochter könnte außerdem ein Sicherheitstraining absolvieren, zum Beispiel in Hinsicht auf das Verhalten im Straßenverkehr, den Schutz vor sexuellen Übergriffen oder Mobbing. Schulen organisieren häufig solche Angebote, sprechen Sie am besten mit dem Elternbeirat. Lassen Sie sich nicht von Angst leiten, denn das spürt Ihr Kind und reagiert ebenfalls ängstlich. Der christliche Glaube kann hier hilfreich sein: Beten Sie um Weisheit, segnen Sie Ihr Kind und vertrauen Sie, dass Gott Sie und Ihre Familie beschützt (Psalm 91).

Susanne Ospelkaus ist Ergotherapeutin. Sie lebt mit ihrer Familie in Zorneding bei München und bloggt unter www.buchstabenkunst.de.

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