Wenn Kinder in die Pubertät kommen, dann kriselt häufig nicht nur die Eltern-Kind-Beziehung. Auch die Beziehung zwischen den Ehepartnern kann ins Trudeln geraten. Wie man dem entgegenwirkt, erläutern die Paarberaterin Felicitas A. Lehnert und der Theologe Dr. Volker A. Lehnert im Gespräch mit family-Redakteur Christof Klenk.
Ihr neues Buch heißt „Ehe in der Teenie-Krise“. Was sind besondere Herausforderungen, denen sich Väter und Mütter in dieser Zeit stellen müssen?
Felicitas Lehnert: Eltern geraten in den Spagat zwischen der Pubertät der Kinder und den Erinnerungen an die eigene Pubertät. Aber die Merkmale der Teenagerwelt damals passen häufig nicht auf die Teenagerwelt von heute, weil die Welt eine andere geworden ist. Wir erziehen unsere Kinder in eine Welt, die wir selbst nicht gelernt haben. Dies ist eine Gratwanderung und eine große Herausforderung. Sie sagen auch, dass Eltern von Teenagern sich entwickeln müssen. Wohin sollen sie sich entwickeln?
Volker Lehnert: In die nächste Reifestufe. Die „Aufzucht der Kleinen“ kommt zu einem Abschluss. Damit auch das eigene Leben in die nächste Stufe kommt, sind neue Perspektiven, neue Ziele und Zukunftspläne für die eigeneBeziehung nötig.
Felicitas Lehnert: Diesen Entwicklungsschritt weiter zu gehen, ist erstrebenswert. Die Teeniephase der Kinder ist eine entscheidende Phase für die Eltern. Wenn man sie durchlebt, durchleidet und für sich eine Perspektive findet, dann ist das ein enormer Schritt. Ein Mensch verändert sich nur in der Krise. Wenn alles gut läuft, besteht kein Anlass zur Veränderung.
Wie kann sich eine kriselnde Ehe der Eltern auf die Pubertät der Kinder auswirken?
Felicitas Lehnert: Kinder lernen von ihren Eltern – so auch den Umgang mit Krisen. Gelingt es den Eltern, eine Krise als Herausforderung anzugehen und zu bewältigen, so lernen Kinder: Probleme sind dazu da, sie zu lösen. Scheitern Eltern an dieser Aufgabe, so lernen Kinder Ohnmacht. Dieses Grundgefühl werden sie in ihre eigene Partnerschaft hineintragen.
Sie sagen, wenn die Kinder massiv pubertieren, dann liegt etwas im Argen mit der Beziehung der Eltern. Wenn sie es gar nicht tun, auch.
Felicitas Lehnert: In einer Familie kann man nicht ein einzelnes Mitglied isoliert betrachten. Auffälliges Verhalten des Pubertierenden – egal, in welche Richtung – sagt nicht nur etwas über das Kind. Eltern stehen vor der Frage: Warum? Wo liegen die Wurzeln? Was hat das mit uns zu tun? Was tragen wir zu diesem Verhalten bei? Und: Wovon lenkt der scheinbare ‚Problemfall Kind‘ möglicherweise ab? Ist es nur Symptomträger?
Volker Lehnert: Wenn man die Ursachen für die Probleme des Kindes sucht, stößt man sehr häufig auf Verletzungen und Verdrängungen der Eltern.
Nun haben wir wahrscheinlich alle Verdrängtes und Unverarbeitetes, das wir lieber nicht anrühren wollen. Seien es unverwirklichte Träume oder Enttäuschungen.
Felicitas Lehnert: So wenig wie Eltern ein Anrecht auf perfekte Kinder haben, so wenig haben Kinder ein Anrecht auf perfekte Eltern. Auch dies gilt es nicht zu verdrängen. Die Schwere der Schatten wiegt unterschiedlich von Mensch zu Mensch. Das entbindet aber nicht von der Aufgabe, sich ihnen zu stellen.
Ist das unausweichlich?
Felicitas Lehnert: Ja. Genauso wie unsere genetischen Dispositionen uns ein Leben lang begleiten, genauso werden wir unsere familiären Prägungen niemals abstreifen können. Wir können sie verdrängen, sie ignorieren, uns ihnen ausliefern. Oder wir können sie erkennen, annehmen, gestalten und eventuell sogar lieben lernen.
Viele Familien leiden auch darunter, dass die gemeinsame Zeit zwischen Alltag und Berufsleben auf der Strecke zu bleibt.
Volker Lehnert: Das neue Zauberwort heißt ‚Work-Life-Balance’. Dabei geht es darum, dass genügend Zeitressourcen für die Beziehungspflege eingeplant werden. Wir beobachten mit großer Sorge, dass unser gesellschaftlichesLeben immer mehr Zeit für Aufgaben in Anspruch nimmt, die nichts mit unseren Primärbeziehungen zu tun haben. Unsere Prioritäten liegen bei genauem Hinsehen zunehmend außerhalb unserer Familie. Wer aber die Zeit an einer guten Beziehungspflege spart, der spart am falschen Ende.
Felicitas Lehnert: Die Plattitüde, es käme lediglich auf die Qualität der Zeit an, die man miteinander verbringt, ist zu kurzsichtig. Es gibt keine Qualität ohne ein Mindestmaß an Quantität.
Sie schreiben in Ihrem Buch auch über „abwesende Väter“. Herr Dr. Lehnert, Sie sind auch ein viel beschäftigter Mann. Wie haben Sie dafür gesorgt, genügend anwesend zu sein?
Volker Lehnert: Als unsere Kinder klein waren, war ich als Gemeindepfarrer tätig. Das ist einerseits eine Belastung, denn Kinder müssen ihren Vater häufig mit vielen anderen Menschen teilen. Anderseits habe ich diese Zeit als großes Privileg erlebt, denn viele Tätigkeiten im Pfarrdienst finden zu Hause statt. Dadurch war ich immer wieder in der Familie präsent. Meine Frau und ich haben uns damals auch klare Regelungen für unsere Paarbeziehung gesetzt. Ich hatte in der Regel montags meinen freien Tag, gelegentlich kamen die Großeltern zur Kinderbetreuung und ein Abend in der Woche gehörte nur uns beiden. Solche Zeiten muss man sich erstreiten. Manche behaupten, sie hätten keine Zeit für Partnerschaft und Familie, aber jeder Mensch hat 24 Stunden am Tag – und damit muss man gut haushalten.
Neben den Vätern, die abwesend sind, berichten Sie auch über Männer, die nicht die Vaterrolle einnehmen. Wie kann man das verstehen?
Felicitas Lehnert: Die Emanzipation hat zu Recht eingeklagt, dass Väter sich mehr in die Familie einbringen, aber nicht als Ersatzmütter, sondern als Väter, mit der Aufgabe des Schutz-Gebens, des Halten-Könnens, des Leiten-Könnens … Kinder brauchen Väter, aber nicht in der Funktion des großen Bruders oder der zweiten Mutter.
Ist das die Schuld der Väter?
Felicitas Lehnert: Es geht hier nicht um Schuld. Väter sind heute häufig verunsichert. Alte Rollenverständnisse sind überholt, neue oft noch nicht gefunden. Der eigene Vater fungiert häufig nicht mehr als Vorbild. Und Frauen haben oft sehr große Erwartungen.
Was wäre die spezifische Väter- und Männerrolle?
Felicitas Lehnert: So wie es eine wichtige Aufgabe der Mutter ist, ihr Kind emotional satt zu machen, so ist es eine wichtige Aufgabe des Vaters, sein Kind emotional stark zu machen.
Volker Lehnert: Ein Vater sollte eine Art ‚Leitwolf’ sein. Dieser hat eine schützende Funktion und weicht keiner Bedrohung aus. Dadurch fühlt sich das ‚Rudel’, also die Familie, geschützt.
Felicitas Lehnert: Ein Vater muss sich bewusst sein, dass er sowohl bei seiner Tochter als auch bei seinem Sohn das Männerbild prägt. Der Sohn sieht: So werde ich mit meiner Frau umgehen. So werde ich mit meinen Kindern umgehen. So wichtig wird mir Familie sein … Die Tochter sieht: So wird ein Mann mit mir umgehen. So wird ein Mann mit meinen Kindern umgehen. So wird ein Mann zu seiner Familie stehen.
Sie schreiben auch über die Mutterrolle und dass es schwierig für Mütter ist, wenn ihre Töchter als „neue Schönheit“ erblühen.
Felicitas Lehnert: Das muss nicht, kann aber problematisch sein, insbesondere, wenn die Mutter sich über ihr Äußeres oder ihr Jungsein definiert und es ihr schwerfällt, in die nächste, durchaus attraktive Altersphase einzutreten. Unsere Kinder sind die nachfolgende Generation, die uns durch ihr Heranwachsen ständig vor Augen führen, dass ein Verharren in einer Lebensphase, mögen wir uns auch noch so an sie klammern, nicht möglich ist.
Wenn Sie die Aufgaben von Müttern und Vätern beschreiben, beziehen sich auf recht feste Rollenbilder. Sind sie unveränderlich?
Felicitas Lehnert: Nein. So viele Menschen es gibt, so viele Familien es gibt, so viele Varianten der Rollenaufteilung gibt es auch. Wichtig ist, dass jedes Paar seine eigene Rollenaufteilung findet. Das Kriterium ist, dass es der Familie dabei gut geht.
Vielen Dank für das Gespräch!
Wenn Teenager große Schwierigkeiten haben, tragen sie häufig die Probleme aus, die die Eltern mit sich selbst haben, sind Felicitas und Volker Lehnert überzeugt. In der aktuellen family 01/13 können Sie ihre Reaktion auf den konkreten Fall „Mein Sohn beschimpfte mich aufs Übelste“ nachlesen.
Interessiert? Dann testen Sie doch gleich family!
Foto: thinkstock/PolkaDot
Deutschland goes Gospel: Das „Feiert Jesus! Gospel“-Projekt sucht Chöre und Sänger
Im Mai 2013 startet ein gigantisches neues Musik-Projekt: Produzent und Arrangeur Chris Lass wird gemeinsam mit Chören und Sängern aus ganz Deutschland „Feiert Jesus! Gospel“ einspielen. Die Aufnahmen dazu werden in 10 deutschen Städten stattfinden. Ab sofort können sich alle Gospelbegeisterten anmelden, denn gesucht werden ca. 700 Sänger aus Chören aller Art. Auch Einzelsänger sind willkommen.
Musikalisch erstreckt sich das Gospel-Repertoire von altbekannten Hymnen wie „Amazing Grace“ über moderne Songs wie „Lord I Lift Your Name On High“, die alle von Gospelprofi Chris Lass (UK/D) neu arrangiert wurden. Der Komponist und Produzent war bereits mit über zehntausend Stimmen zu hören und ist als Chorleiter und Sänger bundesweit unterwegs. Chris Lass sagt selbst über die Arbeit mit Gospelchören: „Ich bekomme immer wieder Gänsehaut, wenn ich erleben darf, wie hunderte Sänger in Workshops und Konzerten gemeinsam Gospels interpretieren.“
Die CD „Feiert Jesus! Gospel“ wird im Herbst 2013 bei SCM Hänssler erscheinen.
Die „Feiert Jesus!“-Reihe begann 1995 mit dem ersten „Feiert Jesus!“-Liederbuch und der gleichnamigen CD und wurde sofort zum Erfolgsprodukt von SCM Hänssler, ein Label der Verlagsgruppe der Stiftung Christliche Medien (SCM). Seitdem erschienen in dieser Reihe weit über 700.000 weitere CDs, Liederbücher und -hefte.
___
Weitere Infos und Termine unter: www.feiertjesusgospel.de
Bundesministerium stellt neue Software für kindersicheres Surfen vor
(epd) Minderjährige sollen mit einer neuen Software vor jugendgefährdenden Inhalten im Internet geschützt werden. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) stellte am Mittwoch in Berlin den sogenannten KinderServer vor, der jungen Surfern nur Zugang zu Online-Portalen erlaubt, die als altersgerecht eingestuft werden. Eltern können sich die erforderliche Software kostenlos herunterladen und über einen passwortgeschützten Zugang den Computer auf Erwachsenen- oder Kinderbedarf beim Surfen umstellen.
Parallel dazu gibt es auch eine App für Smartphones und Tablets mit den Betriebssystemen iOS (Apple) und Android. Das Programm unterbindet auch auf den mobilen Geräten den Zugang zu Internetseiten oder Anwendungen, die nicht auf der Positivliste des KinderServers stehen. Bei anderen Seiten bekommt man die Information, dass diese Seite nicht zugänglich ist.
Schröder sagte, die Software sei ein «wertvoller Helfer in der Medienerziehung». Kinder könnten ihre Medienkompetenz dadurch in einem sicheren Surfraum entwickeln, ergänzte die Ministerin. Die Einrichtung des KinderServers geht auf eine Empfehlung des Dialogs Internet zurück, bei dem Schröder unter anderem mit Medienpädagogen, Internet-Experten und Vertretern der Online-Wirtschaft über sicheres Surfen von Kindern und Jugendlichen berät. Der Server für die neue Software wird vom Verband der deutschen Internetwirtschaft eco bereit gestellt.
Link: www.kinderserver-info.de
„Warum sind die nur so fies?“
Was soll ich ihm denn jetzt sagen?“ Hilflos steht Mira* (38) vor mir und erwartet einen Rat. Ihr Sohn Luis* (12) wird gehänselt. Manchmal würde er am liebsten zu Hause bleiben, einfach krank werden. Denn Schule ist so anstrengend. Nie laut pupsen. Bloß nichts Falsches sagen, sonst wird man öffentlich ausgelacht. Die Hose immer schön weit runterziehen, auf keinen Fall „strebermäßig“ rüberkommen … So weit klingt für Mira und mich alles ganz normal. Typisch Schule eben. Aber Luis ist unglücklich dabei, hat in letzter Zeit Probleme beim Einschlafen. Als Mira ihm sagte, sie habe das früher auch so erlebt, das gebe sich irgendwann von selbst, ist Luis ausgeflippt: „Du hast ja keine Ahnung!“
Und ich? Ich habe keine Ahnung, wie ich die Situation beurteilen soll. Was müssen Kinder einfach aushalten? Was macht sie stark für die Auseinandersetzungen, die im Erwachsenenleben auf sie zukommen? Wie können sie sich wehren, wenn ihnen etwas zu weit geht? Und was ist seelenverletzendes Mobbing, das man schnellstmöglich stoppen muss?
Was ist Mobbing und was nicht?
„Wenn ein Kind ein anderes Kind tritt, und dies vielleicht auch mehrfach, ist das eine aggressive Handlung und an sich kein Mobbing. Denn hier gibt es einen Angreifer und ein Opfer. Von Mobbing können wir sprechen, wenn negative Handlungen stets ein und dasselbe Kind treffen, und wenn gleichzeitig andere Kinder die Angreifer unterstützen“, weiß Françoise Alsaker. Sie ist Professorin für Entwicklungspsychologie an der Uni Bern und forscht seit vielen Jahren zum Thema Mobbing unter Kindern.
Negative Handlungen, das können Demütigungen sein – wie das Herausstellen von vermeintlichen Schwächen, das Verbreiten von Gerüchten oder der Ausschluss von allen Gruppenspielen. Erpressung kann dazu gehören. Treten, Schlagen, Schubsen oder Kneifen ebenso. Und auch das Zerknicken von Stiften oder ständiges Augenrollen und Stöhnen bei jeder Äußerung eines bestimmten Kindes. Mobbing hat viele Gesichter. Man kann es sogar als „Ist doch alles nur Spaß“ tarnen. Das macht es so schwer, es zu erkennen. Ein Erkennungsmerkmal bleibt allerdings stets gleich: Mobbing ist ein Gruppengeschehen, das sich gezielt gegen eine Person richtet und sich über einen längeren Zeitraum hinzieht.
Bei Mobbing geht es immer auch um Macht. „Mobber wollen Erfolg, kein Kräftemessen und auch keine Strafe“, erklärt Alsaker. „Die Mobber sind viele: Ein, zwei Anführer – oft mehrere Mitläufer. Das Opfer steht allein. Dadurch ist ihr Erfolg bereits vorprogrammiert.“ Und wenn die Mobber doch ertappt werden? „Können sie einander in ihren Aussagen stützen, wodurch das Machtgefälleweiter wächst.“
Mobbing oder simpler Streit?
Und wie unterscheide ich zwischen Mobbing und einem Streit? Dazu Alsaker: „Bei einem Streit sind die Kinder einigermaßen gleich stark, mindestens aber gleichberechtigt.“ Geraten zwei Streithähne öfter aneinander und zieht mal der eine, mal der andere den Kürzeren, egal ob verbal oder bei einer kurzen Klopperei, müssen Eltern sich noch keineSorgen machen. „Solche Konflikte gehören zum Alltag, zur sozialen und emotionalen Entwicklung.“ An ihnen lernten Kinder, sich durchzusetzen, aber auch mal nachzugeben und sich zu vertragen. „Außerdem erkennen sie dabei, wie weit sie gehen können. Und sie lernen, sich zu wehren.“ Mobbing hingegen biete Kindern genau diese Möglichkeit nicht. „Ein Mobbing-Opfer hat keine Chance gegenüber den anderen. Es lernt nur eins: nachgeben und einstecken.“
Noch etwas gibt Alsaker zu bedenken: „In Konflikten wird um oder über etwas gestritten. Beim Mobbing geht es hauptsächlich darum, das Opfer zu verletzen, seinen Wert als Mensch herabzusetzen. Zudem geht Mobbing auch dann noch weiter, wenn das Opfer bereits klein beigegeben hat.“
Um Mobbing herrscht Schweigen
Eines der verstörendsten Ergebnisse der Mobbingforschung ist, dass um Mobbing Schweigen herrscht. Mobber berichten ihren Eltern mit Sicherheit nicht, was sie treiben. Sie wissen, dass es nicht in Ordnung ist. Selbst die Opfer schweigen häufig. Vor allem über das Ausmaß. So wissen Eltern manchmal nur von der Spitze des Eisberges und denken, ihr Kind berichte von Einzelfällen. Deshalb rät Alsaker allen Eltern: „Hören Sie Ihren Kindern gut zu, wenn sie etwas erzählen. Nehmen Sie sie ernst und stellen Sie interessierte Fragen, wie:
• Ist das früher schon passiert?
• Haben die anderen Kinder etwas gesagt?
• Was ist danach geschehen?
Verkneifen sollten Eltern sich vorschnelle Erwiderungen wie „Ist doch nicht so schlimm!“, „Da musst du dich selber wehren!“ oder „Was hast du denn dazu beigetragen, dass dir das passiert ist?“ Soll Mobbing wirkungsvoll gestoppt werden, muss darüber geredet werden: Kinder sollten zu Hause alles äußern dürfen. Eltern sollten offen mit den Lehrkräften sprechen können. Und Lehrer sollten Mobbing in der Klasse ansprechen, allerdings ohne nach Ursachen oder Schuldigen zu suchen. So muss sich kein Mobber verteidigen. Und kein Opfer wird bloßgestellt.
*Alle Namen geändert
Anke Gasch ist freie Autorin und lebt mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Kindern in Hilden.
Weitere Artikel zum Thema Mobbing finden Sie in der aktuellen family 02/13. Jetzt bestellen
PROMIKON Messe
Zum 18. Mal findet am 2. Februar die PROMIKON, eine Messe für christliche Musik, statt. Die Veranstaltung lädt vor allem junge Musiker und Bands ein, um sie dort einem breiten Publikum vorzustellen. Aber nicht nur neue Gesichter, sondern auch bekannte Künstler wie Judy Bailey, Johannes Falk und Samuel Harfst sind vertreten. Insgesamt werden im Hörsaalgebäude der Uni Marburg 40 Künstler und Bands auf vier verschiedenen Bühnen auftreten.
Doch es wird noch mehr als nur Live-Musik geboten: In sieben Seminaren und Workshops werden Themen wie „GEMA und die neuen Regeln“ aufgegriffen. Auch ein Markt für gebrauchte Instrumente, eine Diskussionsrunde zum Thema Urheberrecht und die Verleihung des DAVID AWARD sollen unterhalten. Sogar für die Kinder wird gesorgt: Auf dem Kids-KLÄX-Festival wird ein buntes Musik- und Unterhaltungsprogramm angeboten, bei dem die Kinder unter anderem an einem KLÄX-Cover-Shooting teilnehmen können.
Infos: www.promikon.de
Kinderbücher: Höher Gebildete gegen Streichung von „Neger“
Darf Pippi Langstrumpfs Vater „Negerkönig“ sein, darf die kleine Hexe einem „Negerlein“ begegnen? Die Deutschen sind in dieser Frage gespalten, berichtet die ZEIT.
[button link=“http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013-01/umfrage-neger-kinderbuecher“ style=“note“ text=“grey“ window=“yes“]zum Artikel[/button]
Musiktalente gesucht: Musikwettbewerb SongTalent 2013
Noch bis zum 15. Februar läuft die Bewerbungsphase für den christlichen Musikwettbewerb „SongTalent 2013“. Gesucht werden Musiker, deren Texte den christlichen Glauben und seine Werte widerspiegeln.
Auch das Motto des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2013 („Soviel du brauchst“) darf in den Songtexten vertreten sein. Wer mitmachen möchte, sollte auf www.songtalent.de ein Video mit Song hochladen. Nach zwei Abstimmungsrunden dürfen die besten fünf Musiker an der großen Finalshow teilnehmen, die am 2. Mai auf dem Kirchentag in Hamburg stattfindet. Dort müssen Sie sich einer prominenten Jury stellen, die dann das SongTalent 2013 kürt. Der Aufwand lohnt sich: Der Sieger gewinnt eine professionelle Studioaufnahme mit Gerth Medien.
Der Wettbewerb wurde von ERF Medien, dem Kirchentag und dem Verlag Gerth Medien entwickelt und soll „Künstler mit Botschaft“ fördern.
Caritas-Präsident Neher: Familien sind keine Perfektionsmaschinen
Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, rät dazu, die Ansprüche an Familien auf ein realistisches Maß herunterzuschrauben. Er sagte am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung der diesjährigen Caritas-Kampagne, es brauche einen gewissen «Mut zur Lücke». Es sei nötig umzudenken statt von Eltern ständig Perfektion zu erwarten, sagte Neher.
Arbeitende Mütter und Väter schadeten «nicht grundsätzlich ihren kleinen Kindern». Es fehle offenbar auch an Zuversicht, «dass Kinder eine Quelle der Lebensfreude und Zufriedenheit sein können», sagte Neher. Im Bundestagswahljahr stellt der katholische Wohlfahrtsverband die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Familien in den Mittelpunkt seiner alljährlichen Image- und Werbe-Kampagne.
Von der Politik erwarte er allerdings eine verlässliche Unterstützung von Familien, betonte der Caritas-Chef gleichzeitig. Materielle Unsicherheit belaste Eltern, besonders den Alltag Alleinerziehender. Neher forderte, den Elterngeld-Sockelbetrag von 300 Euro drei Jahre lang zu zahlen und ihn auch Hartz-IV-Beziehern zu gewähren. Sie bekommen das Elterngeld nicht. Der Sockelbetrag wird an Hausfrauen und Eltern mit sehr geringem Einkommen gezahlt.
Beim Ausbau der Kinderbetreuung mahnte der Caritas-Chef mehr Tempo an. Er versicherte, dass sich die katholische Kirche bemühen werde, mehr Plätze für Kleinkinder zu schaffen. Sie stelle 18 Prozent der Plätze für Ein- und Zweijährige. Da Fachpersonal knapp werde, setze sich die Caritas dafür ein, dass Teilzeitkräfte ihre Stellen aufstocken könnten und verstärkt Erzieherinnen geworben würden, die aus der Familienphase in den Beruf zurückwollten. Derzeit fehlen nach Angaben der Kommunalverbände noch rund 150.000 Plätze, aktuelle Zahlen gibt die Bundesregierung im März bekannt.
Der Caritasverband hat seine diesjährige Kampagne unter das Motto gestellt: «Familie schaffen wir nur gemeinsam». Die Motive sind auf Plakaten, im Internet und in den Medien zu sehen. Sie sollen Bewusstsein wecken und für die Arbeit des Verbandes werben. Im vorigen Jahr stand die Caritas-Jahreskampagne unter dem Motto «Armut macht krank». Im Jahr 2011 hieß es «Kein Mensch ist perfekt» und thematisierte die Lebenssituation und die Stärken behinderter Menschen.
Mütter bestürmen den Himmel
Christine Gehrig trifft sich regelmäßig mit anderen Müttern zum Beten. Ein echter Segen!
Nein, wir sind nicht zu verwechseln mit den Kabarettistinnen „Die Mütter“. Trotzdem sind wir welche. Nicht Kabarettistinnen, sondern Mütter. Und das Leben ist manchmal wie ein Kabarett: schräg, irrwitzig, heillos verworren. Wenn unsere Kinder daneben langen in der Wahl ihrer Freunde. Wenn ihr Verhalten uns Rätsel aufgibt. Wenn wir überanstrengt sind. Wenn sich beruflich oder beziehungsmäßig was verkantet. Wenn wir unter Krankheiten, Krächen, Krisen leiden. Und auch, wenn es was zum Freuen gibt.
Deshalb treffen wir Mütter uns, tauschen uns aus, lachen, ermutigen uns und beten mit- und füreinander. Zu einem Unsichtbaren, der dabeisitzt, mitfühlt und unsere Dinge in Planung nimmt: Jesus.
Gestaunt und gelacht
Meine Zweifel wiegen manchmal schwerer als mein Vertrauen. Dann ist es ein starkes Getragenwerden, wenn meine Freundinnen für mich glauben und den Himmel bestürmen. Umgekehrt tue ich es auch gern für sie. Ich bin so froh, dass ich sie habe: Nikolina ist sehr einfühlsam, Heidrun weiß oft das rechte Wort zur rechten Zeit, Annette bringt komplexe Inhalte gut auf einen Nenner, Anja hat ein weites Herz, Joyce kann sehr gut zuhören.
Leider haben wir es in unserem zweieinhalbjährigen Bestehen verpasst, Protokoll zu führen. Protokoll über etappenweise oder spontane Gebetserhörungen. Denn oft haben wir gestaunt und gelacht. Sei es, dass eine Freundin inneren Frieden und Klarheit bekam. Eine Tochter hat sich mit ihrer Freundin wieder versöhnt. Eine Familie hat ein Haus gefunden. Ein finanzieller Engpass weitete sich, schulische Probleme haben sich gelöst, ein Kindergeburtstag verlief harmonisch oder ein in sich gekehrtes Kind taute vergnügt auf. Und eine Freundin, die mit großem Interesse bei uns eingestiegen ist, hat einen Durchbruch zu Jesus erlebt.
Praktische Hilfe
Unsere Gebete beschränken sich nicht auf die Mittwochvormittage. Gedanklich nehmen wir die Anliegen mit in die Woche. Auch in ganz lebenspraktischen Dingen unterstützen wir uns gegenseitig. Einmal nahm ich ganz spontan einen kleinen Jungen in Obhut, den das Jugendamt vermittelt hat. Weil meine Kinder schon groß sind, hatte ich weder Kleidung noch Kinderwagen oder Kinder sitz. Schnell und zuverlässig bekam ich alles von meinen Freundinnen. Mal backt die eine für die andere einen Kuchen, wenn es pressiert. Wertvolle Informationen, welcher Arzt gut ist, wo man Geld sparen kann, wie man eine Haushaltspraktikantin bekommt, wo welche Veranstaltung stattfindet, machen bei uns die Runde. Da wird Gottes Liebe herrlich erfahrbar.
Wie fing es eigentlich an? Durch Zuzüge entstand eine kleine Ansammlung christlicher Familien in unserem Wohnviertel und bei Heidrun die Idee für unsere Treffen. Auch aus anderen Stadtteilen kamen Frauen hinzu. Die jeweilige Gastgeberin stellt Wohnzimmer, Spielekiste und Getränke zur Verfügung und wir halten uns an die Termine, soweit es geht.
Unsere geographische, zeitliche und zwischenmenschliche Schnittmenge ist ein großes Geschenk und nicht selbstverständlich. Dafür sind wir dankbar. Erwartungsvoll beten wir weiter und sind gespannt, welche Überraschungen wir noch erleben werden.
Christine Gehrig ist Familienfrau und Nordic-Walking- Lehrerin. Sie lebt mit ihrer Familie in Bamberg.
Berauschender Unterricht: Experiment mit gezieltem Besäufnis an der Schule
Wie wirken Bier und Schnaps auf mich? Sie Süddeutsche Zeitung berichtet über Brandenburger Schüler, die das nun unter Aufsicht testen können – auch um zu sehen, wie uncool der Rausch sie macht. Laut einer Analyse fruchtet das Projekt.
[button link=“http://www.sueddeutsche.de/bildung/trink-experimente-in-der-schule-berauschender-unterricht-1.1562082″ text=“grey“ window=“yes“]zum Artikel[/button]
Ehe in der Pubertät
Wenn Kinder in die Pubertät kommen, dann kriselt häufig nicht nur die Eltern-Kind-Beziehung. Auch die Beziehung zwischen den Ehepartnern kann ins Trudeln geraten. Wie man dem entgegenwirkt, erläutern die Paarberaterin Felicitas A. Lehnert und der Theologe Dr. Volker A. Lehnert im Gespräch mit family-Redakteur Christof Klenk.
Ihr neues Buch heißt „Ehe in der Teenie-Krise“. Was sind besondere Herausforderungen, denen sich Väter und Mütter in dieser Zeit stellen müssen?
Felicitas Lehnert: Eltern geraten in den Spagat zwischen der Pubertät der Kinder und den Erinnerungen an die eigene Pubertät. Aber die Merkmale der Teenagerwelt damals passen häufig nicht auf die Teenagerwelt von heute, weil die Welt eine andere geworden ist. Wir erziehen unsere Kinder in eine Welt, die wir selbst nicht gelernt haben. Dies ist eine Gratwanderung und eine große Herausforderung. Sie sagen auch, dass Eltern von Teenagern sich entwickeln müssen. Wohin sollen sie sich entwickeln?
Volker Lehnert: In die nächste Reifestufe. Die „Aufzucht der Kleinen“ kommt zu einem Abschluss. Damit auch das eigene Leben in die nächste Stufe kommt, sind neue Perspektiven, neue Ziele und Zukunftspläne für die eigeneBeziehung nötig.
Felicitas Lehnert: Diesen Entwicklungsschritt weiter zu gehen, ist erstrebenswert. Die Teeniephase der Kinder ist eine entscheidende Phase für die Eltern. Wenn man sie durchlebt, durchleidet und für sich eine Perspektive findet, dann ist das ein enormer Schritt. Ein Mensch verändert sich nur in der Krise. Wenn alles gut läuft, besteht kein Anlass zur Veränderung.
Wie kann sich eine kriselnde Ehe der Eltern auf die Pubertät der Kinder auswirken?
Felicitas Lehnert: Kinder lernen von ihren Eltern – so auch den Umgang mit Krisen. Gelingt es den Eltern, eine Krise als Herausforderung anzugehen und zu bewältigen, so lernen Kinder: Probleme sind dazu da, sie zu lösen. Scheitern Eltern an dieser Aufgabe, so lernen Kinder Ohnmacht. Dieses Grundgefühl werden sie in ihre eigene Partnerschaft hineintragen.
Sie sagen, wenn die Kinder massiv pubertieren, dann liegt etwas im Argen mit der Beziehung der Eltern. Wenn sie es gar nicht tun, auch.
Felicitas Lehnert: In einer Familie kann man nicht ein einzelnes Mitglied isoliert betrachten. Auffälliges Verhalten des Pubertierenden – egal, in welche Richtung – sagt nicht nur etwas über das Kind. Eltern stehen vor der Frage: Warum? Wo liegen die Wurzeln? Was hat das mit uns zu tun? Was tragen wir zu diesem Verhalten bei? Und: Wovon lenkt der scheinbare ‚Problemfall Kind‘ möglicherweise ab? Ist es nur Symptomträger?
Volker Lehnert: Wenn man die Ursachen für die Probleme des Kindes sucht, stößt man sehr häufig auf Verletzungen und Verdrängungen der Eltern.
Nun haben wir wahrscheinlich alle Verdrängtes und Unverarbeitetes, das wir lieber nicht anrühren wollen. Seien es unverwirklichte Träume oder Enttäuschungen.
Felicitas Lehnert: So wenig wie Eltern ein Anrecht auf perfekte Kinder haben, so wenig haben Kinder ein Anrecht auf perfekte Eltern. Auch dies gilt es nicht zu verdrängen. Die Schwere der Schatten wiegt unterschiedlich von Mensch zu Mensch. Das entbindet aber nicht von der Aufgabe, sich ihnen zu stellen.
Ist das unausweichlich?
Felicitas Lehnert: Ja. Genauso wie unsere genetischen Dispositionen uns ein Leben lang begleiten, genauso werden wir unsere familiären Prägungen niemals abstreifen können. Wir können sie verdrängen, sie ignorieren, uns ihnen ausliefern. Oder wir können sie erkennen, annehmen, gestalten und eventuell sogar lieben lernen.
Viele Familien leiden auch darunter, dass die gemeinsame Zeit zwischen Alltag und Berufsleben auf der Strecke zu bleibt.
Volker Lehnert: Das neue Zauberwort heißt ‚Work-Life-Balance’. Dabei geht es darum, dass genügend Zeitressourcen für die Beziehungspflege eingeplant werden. Wir beobachten mit großer Sorge, dass unser gesellschaftlichesLeben immer mehr Zeit für Aufgaben in Anspruch nimmt, die nichts mit unseren Primärbeziehungen zu tun haben. Unsere Prioritäten liegen bei genauem Hinsehen zunehmend außerhalb unserer Familie. Wer aber die Zeit an einer guten Beziehungspflege spart, der spart am falschen Ende.
Felicitas Lehnert: Die Plattitüde, es käme lediglich auf die Qualität der Zeit an, die man miteinander verbringt, ist zu kurzsichtig. Es gibt keine Qualität ohne ein Mindestmaß an Quantität.
Sie schreiben in Ihrem Buch auch über „abwesende Väter“. Herr Dr. Lehnert, Sie sind auch ein viel beschäftigter Mann. Wie haben Sie dafür gesorgt, genügend anwesend zu sein?
Volker Lehnert: Als unsere Kinder klein waren, war ich als Gemeindepfarrer tätig. Das ist einerseits eine Belastung, denn Kinder müssen ihren Vater häufig mit vielen anderen Menschen teilen. Anderseits habe ich diese Zeit als großes Privileg erlebt, denn viele Tätigkeiten im Pfarrdienst finden zu Hause statt. Dadurch war ich immer wieder in der Familie präsent. Meine Frau und ich haben uns damals auch klare Regelungen für unsere Paarbeziehung gesetzt. Ich hatte in der Regel montags meinen freien Tag, gelegentlich kamen die Großeltern zur Kinderbetreuung und ein Abend in der Woche gehörte nur uns beiden. Solche Zeiten muss man sich erstreiten. Manche behaupten, sie hätten keine Zeit für Partnerschaft und Familie, aber jeder Mensch hat 24 Stunden am Tag – und damit muss man gut haushalten.
Neben den Vätern, die abwesend sind, berichten Sie auch über Männer, die nicht die Vaterrolle einnehmen. Wie kann man das verstehen?
Felicitas Lehnert: Die Emanzipation hat zu Recht eingeklagt, dass Väter sich mehr in die Familie einbringen, aber nicht als Ersatzmütter, sondern als Väter, mit der Aufgabe des Schutz-Gebens, des Halten-Könnens, des Leiten-Könnens … Kinder brauchen Väter, aber nicht in der Funktion des großen Bruders oder der zweiten Mutter.
Ist das die Schuld der Väter?
Felicitas Lehnert: Es geht hier nicht um Schuld. Väter sind heute häufig verunsichert. Alte Rollenverständnisse sind überholt, neue oft noch nicht gefunden. Der eigene Vater fungiert häufig nicht mehr als Vorbild. Und Frauen haben oft sehr große Erwartungen.
Was wäre die spezifische Väter- und Männerrolle?
Felicitas Lehnert: So wie es eine wichtige Aufgabe der Mutter ist, ihr Kind emotional satt zu machen, so ist es eine wichtige Aufgabe des Vaters, sein Kind emotional stark zu machen.
Volker Lehnert: Ein Vater sollte eine Art ‚Leitwolf’ sein. Dieser hat eine schützende Funktion und weicht keiner Bedrohung aus. Dadurch fühlt sich das ‚Rudel’, also die Familie, geschützt.
Felicitas Lehnert: Ein Vater muss sich bewusst sein, dass er sowohl bei seiner Tochter als auch bei seinem Sohn das Männerbild prägt. Der Sohn sieht: So werde ich mit meiner Frau umgehen. So werde ich mit meinen Kindern umgehen. So wichtig wird mir Familie sein … Die Tochter sieht: So wird ein Mann mit mir umgehen. So wird ein Mann mit meinen Kindern umgehen. So wird ein Mann zu seiner Familie stehen.
Sie schreiben auch über die Mutterrolle und dass es schwierig für Mütter ist, wenn ihre Töchter als „neue Schönheit“ erblühen.
Felicitas Lehnert: Das muss nicht, kann aber problematisch sein, insbesondere, wenn die Mutter sich über ihr Äußeres oder ihr Jungsein definiert und es ihr schwerfällt, in die nächste, durchaus attraktive Altersphase einzutreten. Unsere Kinder sind die nachfolgende Generation, die uns durch ihr Heranwachsen ständig vor Augen führen, dass ein Verharren in einer Lebensphase, mögen wir uns auch noch so an sie klammern, nicht möglich ist.
Wenn Sie die Aufgaben von Müttern und Vätern beschreiben, beziehen sich auf recht feste Rollenbilder. Sind sie unveränderlich?
Felicitas Lehnert: Nein. So viele Menschen es gibt, so viele Familien es gibt, so viele Varianten der Rollenaufteilung gibt es auch. Wichtig ist, dass jedes Paar seine eigene Rollenaufteilung findet. Das Kriterium ist, dass es der Familie dabei gut geht.
Vielen Dank für das Gespräch!
Wenn Teenager große Schwierigkeiten haben, tragen sie häufig die Probleme aus, die die Eltern mit sich selbst haben, sind Felicitas und Volker Lehnert überzeugt. In der aktuellen family 01/13 können Sie ihre Reaktion auf den konkreten Fall „Mein Sohn beschimpfte mich aufs Übelste“ nachlesen.
Interessiert? Dann testen Sie doch gleich family!