Im Haushalt helfen? So könnt ihr eure Kinder motivieren
Elternfrage: „Meine Jungs (7 und 10) helfen nicht gern im Haushalt. Ich möchte sie aber kindgerecht einbinden. Habt ihr Tipps, wie ich das schaffen kann?“
Spontan, nach Lust und Laune, mit einem festen Aufgabenplan, mit oder ohne Belohnung – Kinder können auf verschiedene Arten in den Haushalt einbezogen werden. Wir haben Eltern gefragt, wie sie das angehen.
Nicht perfekt
Unsere Einstellung ist bei diesem Thema wichtig. Wenn wir Kinder in den Haushalt einbinden, bereiten wir sie auf das Leben vor. Das Zimmer ordentlich zu halten, Kartoffeln zu schälen oder eine einfache Mahlzeit vorzubereiten, sind genauso wichtig wie das Einmaleins in der Schule. Und wir können unser Umfeld gestalten, um ihnen dabei zu helfen: Wir haben zum Beispiel einen Küchenbuffetschrank direkt am Esstisch. Da können die Kinder das Geschirr selbst entnehmen und den Tisch decken. Doch wenn die Kinder das erste Mal Aufgaben übernehmen, ist es nicht perfekt. Da kocht mal die Milch über, oder der Boden ist nicht so sauber, wie wir es gern hätten. Trotzdem haben sie ein Lob verdient.
Esther
Gleichberechtigt
Wir beziehen unsere Kinder ein- bis zweimal im Monat bei der Haushaltsplanung mit ein. Wir listen alle Aufgaben auf, die zu erledigen sind. Jeder muss sich für mindestens eine Sache entscheiden, der Rest wird untereinander aufgeteilt. Kinder haben das gleiche Mitbestimmungsrecht.
Robert
Freiwillig
Mein Sohn ist jetzt sechs Jahre alt, geht in die erste Klasse und ist Einzelkind. Im Haushalt setze ich auf Hilfe auf freiwilliger Basis. Das heißt, mein Sohn hilft mit, wenn er Interesse hat. Manchmal frage ich ihn, kann aber auch ein Nein akzeptieren. Schon von Anfang an wollte er mithelfen und hat gefragt, was er tun kann. Beim Kochen kommt er jetzt noch von allein. Seine anderen Lieblingsaufgaben sind Wischen – mit seinem eigenen Kinderputzset –, Kleidung gemeinsam zusammenlegen oder mir beim Badputzen helfen – dazu habe ich ihm Kindereinmalhandschuhe besorgt. Nur das Aufräumen seines Zimmers funktioniert leider nicht. Deshalb begleiten wir ihn dabei und machen es gemeinsam. Beim Putzen hören wir gern ein Hörspiel an. Nach getaner Arbeit genießen wir dann unsere Familienzeit und spielen etwas.
Judith
Belohnungen
Wir haben einen rotierenden Aufgabenplan für unsere Kinder (9 und 7), damit jeder sowohl Lieblingsaufgaben erfüllen kann als auch mal weniger beliebte Dinge übernehmen muss. Für erledigte Aufgaben gibt es Sternenaufkleber. Haben sie eine bestimmte Anzahl von Sternen gesammelt, dürfen sie sich eine Belohnung dafür aussuchen. So bleibt die Motivation erhalten. Dabei probieren wir Verschiedenes aus: Ausflüge, kleine Geschenke oder Süßigkeiten.
Ruben