Teilen macht reich!

Man muss nicht gleich in eine Lebensgemeinschaft eintreten, um Leben zu teilen. Fünf Familien erzählen, wie Teilen in ihrem Alltag aussieht.

„Mäher gegen Mähen“

Wir teilen immer das, was gerade dran ist: So bilden wir zum Beispiel Fahrgemeinschaften, um unsere und andere Kinder gemeinsam zur Schule oder zum Sport zu befördern. In der Nachbarschaft helfen wir uns mit vielen alltäglichen Dingen. Wir tauschen den Hochdruckreiniger gegen den Vertikutierer, borgen uns Backzutaten und bringen stattdessen ein Stück frischgebackenen Kuchen zurück. Wir leihen uns gegenseitig Bücher, DVDs, Werkzeuge oder auch mal das Auto. Wir verteilen unsere Pflaumenernte genauso wie ausrangierte Kleidung. Wer etwas von unseren Dingen brauchen kann, darf uns immer gern fragen.

Wir fühlen uns beschenkt und geben gern etwas davon ab – auch wenn wir dabei schon so manches Mal den Überblick verloren haben und inzwischen diverse Werkzeuge, Bücher und Filme vermissen. Wir sehen das locker. Und diese entspannte Einstellung zu dem, was wir besitzen, macht es uns überhaupt erst möglich, gern zu teilen. Außerdem haben wir umgekehrt schon oft von unseren „Tauschgeschäften“ profitiert. Egal ob es die ausrangierten Gartenmöbel, ein Paar zu klein gewordene Schuhe oder das Englischbuch für die 6. Klasse waren, die den Weg aus der Nachbarschaft zu uns gefunden haben und die wir nun von unserer Einkaufsliste streichen können. Muss man alles neu kaufen? Wir finden nicht. Und als neulich einer unserer Nachbarn unseren Rasenmäher ausgeliehen hat, hat er unsere Wiese zum Dank gleich mitgemäht. Mäher gegen Mähen – das nenne ich mal einen guten Tausch.

Katrin Leppert

1 Kommentar
  1. Dorothea Allgaier sagte:

    Sehr interessante Beiträge und Impulse zu einem echt wichtigen Thema.
    Wir selbst haben auch schon mehrfach über etliche Wochen in einer „Komune“ gelebt und es als sehr wertvoll und bereichernd erlebt. Ich hoffe, unsere lieben Gastgeber sehen das genau so!
    Auch wenn solche Zeiten mit besonderen Herausforderungen für alle Beteiligten einher gehen, so haben letztlich doch die Vorzüge überwogen. Leben teilen ist intensiv, aber auch schön. Und ich weiß sicher, dass ich diese Zeiten nicht mehr missen möchte 🙂
    Leihen und verleihen läuft hier auch regelmäßig, da wir aufgrund unseres Lebens im Ausland von den Resourcen zum Teil ziemlich eingeschränkt sich. Ob es nun um Werkzeug, Fahrzeuge, Leitern, Bücher oder technische Geräte geht – es wird geteilt.

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