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Artikel aus den Heften

Satt!

Ein Essen mit Freundinnen füllt nicht nur den Magen, sondern auch das Herz. Von Veronika Smoor

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https://www.family.de/wp-content/uploads/2012/08/Family_2015_5_DS_Seite_09.jpg 495 700 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2015-09-02 16:01:372015-10-19 10:10:19Satt!

Machen Babys unglücklich?

Etwa 70 Prozent der Eltern sind im ersten Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes weniger glücklich als in den zwei Jahren vorher. Das hat eine Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung ergeben. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass Eltern sich seltener für ein zweites Kind entscheiden, wenn sie nach der Geburt des ersten unzufrieden waren.

Mikko Myrskylä, Demograf und Direktor des Instituts, betont aber: „Trotz der Unzufriedenheit nach dem ersten Kind wirken sich bis zu zwei Kinder insgesamt und langfristig eher positiv auf das Lebensglück aus.“

Auch wenn die hohe Zahl von 70 Prozent Unzufriedenen auf den ersten Blick überraschend scheint, ist das gar nicht so schwer zu erklären. Wer nach einer durchwachten Nacht nach seiner Zufriedenheit befragt wird, ist vielleicht nicht immer objektiv. Und immerhin fünf bis zehn Prozent der Mütter sind im ersten Jahr nach der Geburt von einer postpartalen Depression betroffen. Trotzdem sollte die Studie Anlass sein, darüber nachzudenken, wie Eltern nach der Geburt eines Kindes besser unterstützt und entlastet werden können. Vielleicht entscheiden sich dann wieder mehr Eltern für ein zweites oder gar drittes Kind.

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/08/monkeybusinessimages_ThinkstockPhotos.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-09-01 09:54:252015-09-01 09:54:25Machen Babys unglücklich?

Die totale Überwachung?

In Südkorea sind Eltern seit Kurzem verpflichtet, eine Überwachungs-App zu installieren, wenn Kinder unter 19 Jahren ein neues Smartphone erhalten. Die bekannteste dieser Apps heißt „Smart Sheriff“. Sie informiert die Eltern  über den Aufenthaltsort ihres Kindes und darüber, welche Programme es nutzt und welche Websites es besucht. Außerdem schlägt sie Alarm, wenn Suchbegriffe wie „Selbstmord“ oder „Schwangerschaft“ eingegeben werden. Die Eltern können von ihrem Smartphone aus Programme blockieren – etwa wenn das Kind länger spielt als abgemacht. Apps wie diese gibt es überall, dass aber Eltern zu ihrer Nutzung verpflichtet werden, ist bisher nur in Südkorea der Fall.

Viele koreanische Eltern freuen sich über die Möglichkeiten der App und nutzen sie. Andere kritisieren die Überwachung der Kinder und umgehen die gesetzlichen Vorgaben, indem sie ihrem Kind ihr Zweithandy überlassen. Kritiker sehen die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche mit dem Bewusstsein aufwachsen, dass die Überwachung ihrer Internetaktivitäten etwas ganz Normales sei.

Natürlich müssen Eltern ihre Kinder schützen. Und Smartphones bieten viel Gefährdungspotenzial, zumal immer jüngere Kinder mit diesen Geräten „ausgestattet“ werden. In einer Umfrage gaben 11 Prozent der deutschen Eltern an, ihrem Kind ein Handy oder Smartphone in die Schultüte zu stecken. In Südkorea sehen die Zahlen anders aus: Hier haben bereits 72 Prozent der Grundschüler ein Smartphone.

Wie im echten Leben kann man Kinder nicht vor allem schützen und bewahren. Aber Eltern dürfen auch nicht die Augen vor den Gefahren des Internets verschließen und hoffen, dass schon nichts passieren wird. Kinder und Jugendliche zu überwachen, kann aber nicht die Lösung sein. Stattdessen sind Eltern gefordert, Medienerziehung zu leisten.

Im Grunde ist es wie mit der Verkehrssicherheit: Die Eltern zeigen ihren Kindern, worauf sie beim Überqueren der Straße achten müssen. Sie machen es ihnen vor, begleiten sie, üben mit ihnen. Und wenn sie sicher sind, dass Max und Anna allein die Straße überqueren können, dürfen sie auch allein zur Schule gehen – am Anfang vielleicht noch mit einer Warnweste ausgestattet. Allerdings würde man einem Erstklässler auch kein Motorrad als Vehikel für die Fahrt zur Schule anvertrauen.

So ist es auch mit der Medienerziehung: Das Vorbild der Eltern und das gemeinsame Üben, wie das Internet funktioniert und welche Risiken es birgt – zum Beispiel am heimischen PC -, sind die Voraussetzung, dass ein Kind oder Teenie irgendwann allein ins Internet geschickt werden kann. So wie die Warnweste kann hier ein Jugendschutzprogramm hilfreich sein, das es auch für Smartphones gibt (z.B. Vodafone Child Protect). Und so wie man ein Grundschulkind nicht mit dem Motorrad zur Schule schicken würde, sollte man ihm auch kein Smartphone mitgeben.

Und wenn es dann doch so weit ist, hilft ein „Vertrag“, gute Regeln für die Smartphone-Nutzung aufzustellen. Beispiele dafür findet man hier: www.mediennutzungsvertrag.de. Gleiches gilt für soziale Netzwerke. Auch hier sind Regeln wichtig: Welche Fotos dürfen gepostet werden? Außerdem sollten Eltern mit ihren Kindern und Jugendlichen im Gespräch bleiben. Sich zeigen lassen, was die Freundin bei Instagram gepostet hat. Gemeinsam über Youtube-Videos lachen oder diskutieren. Eine komplette Überwachung halte ich aber nicht für sinnvoll. Ich schnüffel ja auch nicht im Tagebuch meiner Kinder herum.

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/08/Goodluz_ThinkstockPhotos.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-08-21 12:19:252015-08-21 12:19:25Die totale Überwachung?

Großzügig

Neulich auf dem Supermarktparkplatz: Ein etwa 7-jähriges Mädchen öffnet schwungvoll die Autotür. Etwas zu schwungvoll, denn die Tür stößt an das Auto nebenan. So ein Mist! Die Eltern bekommen natürlich die Krise. Sie lassen die Besitzer des Wagens im Supermarkt ausrufen: ein Ehepaar mittleren Alters. Wie werden sie reagieren?

Ich beobachte interessiert das Geschehen. Und wundere mich. „Ach, das ist doch nur ein Auto“, meinen sie. „Die kleine Macke ist doch kein Problem.“ „Wir haben doch auch Kinder“, fügen sie noch hinzu. Die Adresse und Versicherungsdaten der Eltern des Mädchens wollen sie gar nicht haben. „Vergessen Sie’s!“

Ich freue mich über diese Großzügigkeit! Wie schön, dass das Mädchen kein schlechtes Gewissen haben muss! Wie schön, dass es nicht nur kleinliche Menschen gibt, die auf ihr Recht pochen und jeden sich bietenden Vorteil nutzen.

Immer wieder begegne ich solchen großzügigen Menschen: Dem älteren Herrn, der mich beim Bäcker vorlässt. Dem Arzt, der seinen Urlaub bei einem Hilfseinsatz in Afrika verbringt. Den vielen Helfern in den Flüchtlingsheimen.

Ich möchte mir diese Menschen zum Vorbild nehmen. Und versuchen, meinen eigenen Vorteil immer weniger in den Blick zu nehmen. Ich möchte großzügig sein mit meiner Zeit, meinem Geld, meinen Fähigkeiten. Ich bin überzeugt: Das bringt viel Segen. Nicht nur den Menschen um mich herum, sondern auch mir selbst. Und Gott, der Erfinder der Großzügigkeit, freut sich bestimmt mit uns!

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/08/FogStock_Alin-Dragulin.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-08-06 15:13:522015-08-06 15:13:52Großzügig

Urlaub: Ein großer Schritt nach vorn

Manche haben ihn schon hinter sich, die anderen dürfen sich noch darauf freuen: Urlaub. Eine Zeit zum Erholen, für gemeinsame Erlebnisse und neue Eindrücke. Aber Urlaub ist noch viel mehr. Denn gerade im Urlaub machen Kinder oft wichtige Entwicklungsschritte. Viele Kinder verabschieden sich zum Beispiel von Windel oder Schnuller. Denn im Urlaub haben die Eltern mehr Zeit und mehr Gelassenheit, solche „Projekte“ anzugehen. Aber auch die ungewohnte Umgebung fordert zu neuen Entwicklungsschritten heraus. Konnte das Kleinkind bisher keine Treppe allein bewältigen, weil es in der Wohnung zu Hause keine gibt, lernt es das im Ferienhaus. Und auch größere Kinder machen neue Erfahrungen: Ohne Hilfe duschen, allein ein Eis kaufen, im Meer schwimmen, tauchen lernen …

Viele dieser Entwicklungsschritte ergeben sich einfach so und nach dem Urlaub reibt man sich verwundert die Augen. Aber manches – wie der Abschied von der Windel oder das Schwimmenlernen – lässt sich auch bewusst planen. Nur bitte ohne Stress – schließlich ist ja Urlaub!

Eltern können im Urlaub übrigens auch Entwicklungsschritte machen. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, ein Hobby oder eine Sportart (neu) zu entdecken. Beim Urlaub auf dem Bauernhof steigt Papa mal (wieder) aufs Pferd. Mama bucht einen Surfkurs. Oder nimmt ein leeres Notizbuch mit, um endlich mal mit dem Schreiben anzufangen.

Genießen Sie Ihren Urlaub – mit all seinen Möglichkeiten! Und freuen sie sich an jedem Schritt, den eins Ihrer Familienmitglieder macht!

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/07/Vladimir-Surkov_ThinkstockPhotos.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-07-30 11:56:142015-07-30 11:56:14Urlaub: Ein großer Schritt nach vorn

Postkarten waren gestern

Viele Kinder und Jugendliche posten ihre Erlebnisse aus dem Urlaub direkt in sozialen Netzwerken oder versenden sie über Messenger. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ rät Eltern, mit ihren Kindern über geeignete Motive und Kanäle zu sprechen.

Urlaubsbilder gibt es heutzutage in Echtzeit. Viele Jugendliche nehmen sich direkt am Strand oder Hotelpool über das Smartphone auf und teilen die Bilder über mobile Messenger oder soziale Netzwerke. „Am besten achten Eltern darauf, welche Bilder ihr Kind mit wem teilt und gehen selbst mit gutem Beispiel voran“, sagt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer.

Auf Risiken hinweisen

Jugendliche nutzen solche Selfies zur Beziehungspflege, um Botschaften zu senden und andere Freunde zu Hause an ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen. Zudem verspricht dies viele „Likes“ und „Follower“. Eltern können ihr Kind bestärken, nicht jeden Trend mitzumachen, und sich nicht unter Druck gesetzt zu fühlen, ständig zu posten und außergewöhnliche Aufnahmen zu bieten. Wichtiger ist es, den Moment zu genießen, gerade in Freizeit und Urlaub. Dabei weisen Eltern darauf hin, dass Bilder sich kaum entfernen lassen, wenn sie einmal online sind. Andere können sie kopieren, herunterladen, bearbeiten und weiterverschicken.

Motive gut auswählen

Eltern besprechen lieber mit ihrem Kind, welche Fotos ins Netz können und welche nicht, etwa freizügige Bilder beim Baden oder Spielen am Strand. Eher bieten sich Fotos an, auf denen Personen nicht direkt zu erkennen sind, zum Beispiel mit Sonnenbrille und Hut, oder Landschaften im Fokus stehen. Eine weitere Alternative sind durch Filter verfremdete Bilder. Generell gilt: Vor dem Posten zweimal überlegen, ob das Bild wirklich für die Öffentlichkeit bestimmt ist und ob es einem später unangenehm sein könnte.

Bildrechte anderer beachten

Oft sind auf den Schnappschüssen auch andere Personen zu erkennen, deren Rechte am eigenen Bild gewahrt werden müssen. Denn fehlt bei verschickten Bildern die Einwilligung der abgebildeten Person, bedeutet dies eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts und des „höchstpersönlichen Lebensbereichs“, wenn die Aufnahmen in privaten Räumlichkeiten erstellt wurden. Hierauf und auf damit möglicherweise verbundene rechtliche Konsequenzen sollten Eltern ihre Kinder hinweisen.

Daten schützen

Stellen Kinder ausgewählte Fotos in soziale Netzwerke, sind in der Beschreibung weder der vollständige Name noch Adresse oder Telefonnummer zu nennen oder der Standort anzugeben. Dies geht nur engere Freunde etwas an, die darüber auch so Bescheid wissen. Ratsam ist auch, dass Eltern mit ihrem Kind die Einstellungen bei WhatsApp, Facebook und anderen Diensten einstellen und regelmäßig überprüfen, wenn sie diese nutzen.

Unangenehme Bilder melden

Kursieren eigene Bilder online, die einem unangenehm sind, können Eltern oder Jugendlich diese dem jeweiligen Betreiber des Angebots melden, Beschwerdestellen wie www.jugendschutz.net, www.internet-beschwerdestelle.de oder www.i-kiz.de nutzen und bei schwereren Fällen auch der Polizei melden. Facebook bietet etwa eine entsprechende Möglichkeit, Instagram eine Hilfe-Seite für Eltern.

Der Medienratgeber SCHAU HIN! bietet auf www.schau-hin.info Bildstrecken mit Kinderseiten, -apps, und -büchern zum Thema Reisen und Urlaub, Hinweise zu Sicherheitseinstellungen für mobile Geräte sowie eine kostenlose App mit Spieleideen für drinnen, draußen und unterwegs.

Info: „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.


Quelle: bildungsklick.de

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/07/milanrajce_ThinkstockPhotos.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-07-20 13:36:512015-07-20 13:36:51Postkarten waren gestern

Tim wird 18

Am 6. Juli wird Tim erwachsen. Der Junge, der seine Abtreibung überlebt hat, feiert seinen 18. Geburtstag.

Nur 690 Gramm wog er nach der Abtreibung, für die seine Mutter sich entschied, weil er das Down Syndrom hatte. Doch er lebte! Weil er aber über Stunden ohne Versorgung blieb, hat er neben seiner Behinderung weitere schwere Einschränkungen. Doch Tim ist ein Kämpfer. Und er hat liebevolle Pflegeeltern: Simone und Bernhard Guido haben Tim aufgenommen und in den letzten Jahren begleitet. Sie haben ihm unendlich viel gegeben. Und sie haben ihre Entscheidung nie bereut: „Er hat unser Leben reich gemacht, trotz aller Probleme.“

Anlässlich seines Geburtstags haben Simone und Bernhard Guido zusammen mit der Autorin Kathrin Schadt ein Buch geschrieben, in dem sie die letzten 18 Jahre Revue passieren lassen. Darin kommen auch viele Freunde und Wegbegleiter der Guidos zu Wort. Es heißt „Tim lebt!“ und ist bei adeo erschienen.

Trotz aller negativen Prognosen hat Tim sich immer weiter entwickelt. Besonders von den Delfintherapien hat er sehr profitiert. Das wird auch in seinem Zimmer deutlich: Eine Delfinborte ziert den Rand der Tapete.

Sein Pflegevater Bernhard Guido hofft, dass Tims Leben auch anderen Menschen Mut macht: „So viele Menschen werfen ihr Leben weg. Tim kann ihnen ein Vorbild sein, es anzunehmen.“

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/07/Foto-Tim.jpg 480 640 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-07-03 13:47:342015-07-03 13:47:34Tim wird 18

Lernen in den Ferien: Selbstbewusstsein stärken statt Büffeln

Eins vorweg: Kinder sollten in den Ferien nur lernen, wenn es sinnvoll und vor allem nötig ist. Dazu kann gehören, Defizite abzubauen und den Druck für das neue Schuljahr zu senken. Ansonsten gehört die Schultasche in den Schrank. Die Ferien dürfen keine Belastung darstellen. Denn Schüler haben Ferien genauso nötig wie Berufstätige ihren Urlaub.

Das bedeutet nicht, dass partout nichts gelernt werden darf. Die Frage ist, wie man den Lernbegriff definiert. Die Ferien sollten dazu genutzt werden, Lernen positiv aufzuladen und aus dem schulischen Umfeld herauszulösen. Motivierend lernen statt fachlich orientiert. Weniger mit dem Schulbuch als mit anderen, neuen Methoden.

Im Schulalltag haben Kinder einen klar definierten Rahmen. Ganztagsschulen fördern diese Strukturen und verhindert damit oft, dass Schüler selbstständig planen. Mein Appell an alle Eltern lautet deshalb: Versucht einen großen Teil der Ferien so zu nutzen, dass Kinder möglichst viel selbst laufen können, im übertragenen Sinn. Dazu gehört, dass wir Eltern aufhören, den Tag zu organisieren. Wenn die Kinder morgens an den Tisch kommen und fragen, was wir jetzt machen, kann die Antwort am Anfang der Ferien also ruhig mal lauten: „Keine Ahnung.“

Die Kinder langweilen sich? Gut so! Denn dann werden sie sich irgendwann selbst motivieren und sich mit den Dingen beschäftigen, auf die sie wirklich Lust haben. Das ist schließlich der Sinn von Ferien, von einer Auszeit: Es wird ein Gegensatz zum Schulalltag gebildet, der Kopf bekommt Luft für neue Erfahrungen.

Die etwas anderen Hausaufgaben

Das ist bereits bei den meisten Müttern und Vätern angekommen. Eine aktuelle scoyo-Umfrage hat gezeigt, dass viele Eltern zwar die schulischen Leistungen in den Ferien im Blick behalten, es jedoch wichtiger finden, dass sich ihre Kinder auf anderen Gebieten weiterentwickeln. Je 95 Prozent der Befragten legen Wert darauf, dass ihre Kinder soziale Kompetenzen ausbauen und ihr Selbstbewusstsein stärken. 93 Prozent wünschen sich, dass die Kinder selbstständiger werden, 83 Prozent halten die Weiterentwicklung der Kreativität für wichtig. Dafür ist die Ferienzeit wie geschaffen:

Selbstständigkeit trainieren

Kein Kind hat Lust, jetzt auf einmal für alles verantwortlich zu sein. Es sind ja Ferien! Die Selbstständigkeit der Kinder können wir aber auch auf subtile, motivierende Art fördern. Das kann schon beim Mittagessen anfangen: Die Kinder dürfen einen Tag lang entscheiden, was es zu essen geben soll und sind gleichzeitig für Einkauf und Zubereitung verantwortlich.

Auch einen kleinen Ausflug zu organisieren, ist eine tolle Aufgabe für die Ferien. Die Möglichkeiten sind unendlich: Von der Radtour über den Museumsbesuch bis zum Tag im Freibad gibt es viele aufregende Erlebnisse, die gleichzeitig die Selbstständigkeit der Kinder fördern.

Zelten gehen, zur Not im Garten, lauschen, wie sich die Nacht anhört, und die Kinder alles organisieren lassen – ein großes, spannendes Abenteuer für unseren Nachwuchs.

Gleichzeitig sollten wir unsere Kinder einbeziehen, wenn es um den Familienurlaub geht. Das kann bei der Abstimmung zum Reiseziel anfangen und bei der gerechten Verteilung von Aktivitäten aufhören. Jedes Familienmitglied sollte Mitspracherecht haben, zumindest dabei, was vor Ort gemacht werden kann. Dazu gehört aber auch, sich hinzusetzen und zu recherchieren, was es dort überhaupt für Möglichkeiten gibt.

Das alles schult enorm viele Kompetenzen unserer Kinder, sie lernen, sich zu organisieren, sich einzubringen, aber auch, auf andere einzugehen und Abstriche zu machen.

Selbstbewusstsein stärken, Talente entdecken

So komisch es klingt, am einfachsten findet jeder heraus, was ihn wirklich interessiert, wenn er sich langweilt. So ist es auch bei Kindern. Dadurch werden sie sich bewusst darüber, was sie wollen, abseits von dem, was sie sollen. Es macht Kinder stark, wenn Eltern nicht immer regulierend eingreifen, sondern dem Nachwuchs die Freiheiten lassen, etwas selbst zu schaffen – und ihn darin unterstützen.

Raum schaffen für Kreativität

In den beiden Lernzielen Selbstbewusstsein stärken und Selbstständigkeit trainieren steckt natürlich immer auch Kreativität, die es im besonderen Maße zu fördern gilt. Trotzdem stellt Kreativität kein eigenes Lernziel dar. Jeder hat diese Ideen in sich, was fehlt, ist Zeit, um sie wachsen zu lassen und auszuleben. Ein separates Ziel sollte deshalb immer sein: Raum schaffen, damit sich Kreativität entfalten kann. Und wenn nicht in den Ferien oder an den Wochenenden, wann dann?

Extra-Tipp: Spielend und kreativ lernen meine Söhne zum Beispiel mit einem speziellen Schnitzmesser für Kinder. Einfach damit in den Garten oder das nahe gelegene Waldstück gehen, ein Holzboot aus Rinde schnitzen, den kleinen Stock oben reinstecken und ab damit zum See.

Und am Ende ist es doch so: Die beste Requisite für Kinder ist die, die gerade griffbereit liegt. Unser Nachwuchs braucht nicht immer unsere Hände und Ideen. Am kreativsten sind sie in ihren Fantasie- und Abenteuerwelten. Und da können wir Eltern eh nicht mithalten.

 

Tipps von Daniel Bialecki, Bildungsexperte und Geschäftsführer des Online-Lernspezialisten scoyo: Der gelernte Diplom-Ingenieur ist seit 13 Jahren im Bereich der digitalen Wissensvermittlung tätig. Den dreifachen Vater beschäftigt vor allem, mit welchen Methoden und Mitteln man unseren Kindern den Spaß am Lernen erhalten kann.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/06/arthurbraunstein_photocase.de_.jpg 2396 3600 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-06-26 19:21:402015-06-26 19:21:40Lernen in den Ferien: Selbstbewusstsein stärken statt Büffeln

Kinder schon früh im Internet

Sollen Kinder ins Internet? Eine viel diskutierte Frage – dabei ist das schon längst Realität in vielen Familien. Kinder und Jugendliche nutzen Medien ganz selbstverständlich und sie beginnen früh damit. Viele drei- bis achtjährige Kinder sind bereits regelmäßig im Internet aktiv.
Das ist ein Ergebnis der U9-Studie, die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig  gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und dem Heidelberger Sinus-Institut in Berlin vorgestellt hat.
„Eltern möchten ihren Kindern einen guten Start in eine Gesellschaft ermöglichen, die sich zunehmend digital organisiert. Deshalb müssen Kinder von Anfang an die Chance haben zu lernen, wie sie gut und souverän mit Medien umgehen“, erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

Im Rahmen der U9-Studie „Kinder in der digitalen Welt“ wurden 1029 Kinder im Alter von 6 bis 8 Jahren sowie 1832 Eltern mit Kindern im Alter von 3 bis 8 Jahren befragt. Die Ergebnisse der Studie „Kinder in der digitalen Welt“ in der Zusammenfassung:
– Mehr als die Hälfte der Achtjährigen (55 Prozent) ist regelmäßig online. Von den Sechsjährigen geht fast ein Drittel ins Internet (28 Prozent) und bei den Dreijährigen ist es immerhin schon jedes zehnte Kind (11 Prozent). Viele, die noch nicht lesen oder schreiben können, sind über das Erkennen von Symbolen fähig, eigenständig Internetseiten aufzurufen. Außerdem: Mit dem Schuleintritt lösen Computer oder Laptop die Spielekonsole als meistgenutztes Endgerät ab.
– Nicht alle Kinder sind „Digital Natives“ – auch wenn sie in einer digitalisierten Welt aufwachsen. Je häufiger und selbstverständlicher die Eltern selbst im Netz unterwegs sind, desto eher sind auch ihre Kinder online und desto selbstsicherer präsentieren sich diese hinsichtlich ihrer eigenen Internetkompetenzen.
– Zwei Drittel der Eltern Drei- bis Achtjähriger verbieten ihren Kindern, ins Internet zu gehen. Gleichwohl sieht die deutliche Mehrheit (65 Prozent) Chancen digitaler Medien und des Internets für ihren Nachwuchs, insbesondere wenn es um die Sicherstellung der sozialen Teilhabe geht.
– Nach Ansicht der Eltern überwiegen für Kinder dieser Altersgruppe die Risiken des Internets die wahrgenommenen Chancen. Nicht kindgerechte Inhalte und der mögliche Kontakt zu unbekannten Personen sowie Mobbing zählen sie zu den größten Risiken des Internets für ihre Kinder. Auch der Schutz der Privatsphäre ist aus Elternsicht ein relevantes Risikofeld. Sie befürchten, dass Kinder im Internet zu viel von sich preisgeben.
– Bei vielen Eltern gibt es erhebliche Unsicherheiten. Weit verbreitet ist die Vorstellung, dass moderne Medien heute quasi selbsterklärend seien. Gleichzeitig ist vielen Eltern bewusst, dass es beim Umgang mit digitalen Medien um mehr geht als das Bedienen von Benutzeroberflächen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Thema Kinder und digitale Medien für viele Eltern mit großen Unsicherheiten verbunden ist. Je weniger kompetent Eltern sich selbst hinsichtlich des Umgangs mit dem Netz fühlen, desto weniger Sicherheitsmaßnahmen ergreifen sie für ihre Kinder.
– Einkommensunterschiede der Eltern haben keinen Einfluss darauf, ob Kinder Spielkonsolen, Smartphones und Computer/Laptops nutzen. Jedoch zeigt die Studie, dass Kinder von Eltern mit niedrigeren Bildungsabschlüssen das Internet deutlich seltener für Informationssuche oder Lernzwecke nutzen.
Die vollständige U9-Studie finden Sie unter www.divsi.de

https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/06/bobiwankanobi_ThinkstockPhotos.jpg 1415 2122 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2015-06-24 10:24:162016-07-20 13:17:56Kinder schon früh im Internet

Was tun gegen Beziehungsangst?

Claudia und Mark sind schon eine Weile zusammen. Doch seit einigen Wochen merken beide, dass sie sich voneinander entfernen. Mark hat den Eindruck, dass Claudia eine Mauer hochzieht, die er nicht mehr durchbrechen kann. Claudia fühlt sich durch die Beziehung immer mehr eingeengt. Mark glaubt, dass sie Angst vor einer Beziehung hat und sich deshalb zurückzieht. Könnte er recht haben? Wie kann Claudia für sich selbst Klarheit finden?

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https://www.family.de/wp-content/uploads/2015/06/Paarfragen.jpg 540 780 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2015-06-17 11:03:212015-06-17 11:03:21Was tun gegen Beziehungsangst?
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