Scheidungs-Statistik: Zahlen weiter leicht rückläufig – viele Kinder betroffen

Im Jahr 2012 wurden in Deutschland rund 179.100 Ehen geschieden, das waren 4,5 Prozent weniger als 2011. Seit 2003 sinkt die Zahl der Scheidungen kontinuierlich. Allerdings ist auch die Gesamtzahl der verheirateten Paare in diesem Zeitraum stark zurückgegangen.

Insgesamt gab es im Jahr 2012 in Deutschland etwa 17,25 Millionen bestehende Ehen, 10,4 von 1000 Ehen wurden also geschieden. Dieser Wert hatte laut Statistischem Bundesamt vor 20 Jahren noch bei etwa 7 von 1000 gelegen und erreichte 2003/2004 mit 11,4 bzw. 11,5 seinen Höhepunkt. Von 1992 bis 2003 war die Zahl der Ehescheidungen mit Ausnahme des Jahres 1999 beständig von 135.000 auf 214.000 angestiegen. Die Zahl der bestehenden Ehen ist in den vergangenen Jahren um ca. 150.000 pro Jahr gesunken. Dies erklärt sich dadurch, dass die Zahl der durch Todesfälle bzw. Scheidung beendeten Ehen um diesen Wert höher liegt als die Zahl der Eheschließungen.

Die durchschnittliche Ehedauer der im Jahr 2012 geschiedenen Ehen betrug 14 Jahre und 7 Monate. Bei 2.300 Scheidungen waren die Partner noch kein Jahr zusammen. Die Zahl der Scheidungen nach dreijähriger Trennung lag bei 27 700. Vor 20 Jahren hatte die durchschnittliche Dauer der geschiedenen Ehen bei 11 Jahren und 6 Monaten gelegen.

Bei den im Jahr 2012 geschiedenen Ehen wurde der Scheidungsantrag meist von der Frau gestellt, und zwar in 53 Prozent der Fälle, der Mann reichte nur in 40 Prozent der Fälle den Antrag ein. In den übrigen Fällen beantragten beide Ehegatten gemeinsam die Scheidung (8 Prozent).

Fast die Hälfte der Ehepaare, die sich 2012 scheiden ließen, hatte Kinder unter 18 Jahren. Insgesamt waren 2012 rund 143 000 minderjährige Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen.

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