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Hat meine Tochter eine Essstörung? So können Eltern das Thema ansprechen

Elternfrage: „Wenn meine Tochter (20) bei uns zu Besuch ist, isst sie sehr wenig und sagt oft, sie habe keinen Appetit. Ich sehe sie nicht oft und mache mir Sorgen. Wie kann ich erkennen, ob sie eine Essstörung hat? Ich habe Hemmungen, sie direkt darauf anzusprechen.“

Es ist gut nachvollziehbar, dass Sie sich Sorgen machen, wenn Ihre Tochter bei Besuchen nur wenig isst und erklärt, sie habe keinen Appetit – zumal Sie sie nicht oft sehen und Veränderungen dadurch besonders ins Auge fallen. Vorneweg ist es wichtig zu wissen: Nicht jedes zurückhaltende Essverhalten deutet automatisch auf eine Essstörung hin. Es gibt viele harmlose oder vorübergehende Gründe, warum jemand in bestimmten Situationen wenig isst.

Manche Menschen fühlen sich beim Essen in Gesellschaft beispielsweise unwohl. Etwa aus Angst, beobachtet zu werden. Auch Stress oder emotionale Belastungen können den Hunger mindern. Hinzu kommt: Viele junge Erwachsene verändern ihre Ernährung. Beispielsweise essen sie vegetarisch, vegan oder verzichten auf Kohlenhydrate – möchten darum aber nicht viel Aufhebens machen. Aus Rücksicht oder um niemandem Umstände zu bereiten, sprechen sie das nicht offen an und essen lieber stillschweigend weniger.

Handlungsbedarf!

Wenn sich jedoch bestimmte Auffälligkeiten über längere Zeit zeigen oder miteinander auftreten, kann das auf eine Essstörung hinweisen. Alarmzeichen sind etwa eine starke gedankliche Beschäftigung mit Kalorien, Gewicht oder der eigenen Körperform. Auch auffällige Gewichtsveränderungen – sei es durch Abnehmen oder ein ständiges Ab- und Zunehmen – können Hinweise geben. Ebenso bedenklich ist eine ausgeprägte Angst vor Gewichtszunahme oder das Bedürfnis, Nahrungsaufnahme durch übermäßigen Sport „auszugleichen“. Und auch ein stark eingeschränktes, streng reglementiertes Essverhalten – etwa durch starre Diätregeln oder das Weglassen ganzer Lebensmittelgruppen ohne erkennbaren Grund – sollte aufmerksam machen.

„Was beschäftigt dich?“

Dass Sie Hemmungen haben, Ihre Tochter direkt darauf anzusprechen, ist sehr verständlich. Dennoch kann ein behutsames, offenes Gespräch helfen, das Verhalten Ihrer Tochter besser einzuordnen. Wichtig ist dabei, nicht zu bewerten, sondern Ihre Beobachtung und Sorge in Worte zu fassen. Zum Beispiel so: „Ich mache mir Sorgen um dich. Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit kaum Appetit hast, und ich wollte einfach mal hören, wie es dir so geht.“ Zeigen Sie ehrliches Interesse an ihrem gesamten Befinden, nicht nur an ihrem Essverhalten. Vielleicht beschäftigt sie etwas ganz anderes, das sich indirekt auf den Appetit auswirkt.

Sollten sich die Hinweise auf eine mögliche Essstörung verdichten, wäre es sinnvoll, gemeinsam über professionelle Unterstützung nachzudenken, zum Beispiel in Form einer psychotherapeutischen Sprechstunde. In einem ersten Gespräch kann dort eingeschätzt werden, ob tatsächlich eine Essstörung vorliegt und welche Schritte hilfreich wären. Vielleicht tut es Ihrer Tochter auch gut, wenn Sie anbieten, sie zu einem solchen Termin zu begleiten. Trauen Sie sich, das Gespräch zu suchen. Oft ist nicht das Gespräch selbst entscheidend, sondern die Erfahrung: Da ist jemand, der sich sorgt – und der da ist, wenn Hilfe gebraucht wird.

Dr. Verena Pflug ist M.Sc. Klinische Psychologin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin.

Hat mein Kind eine Essstörung? So können Eltern das Thema ansprechen

Wenn junge Menschen wenig essen, machen sich die Eltern schnell Sorgen: Handelt es sich um eine Essstörung? Eine Psychologin klärt auf.

Vorneweg ist es wichtig zu wissen: Nicht jedes zurückhaltende Essverhalten deutet automatisch auf eine Essstörung hin. Es gibt viele harmlose oder vorübergehende Gründe, warum jemand in bestimmten Situationen wenig isst.

Manche Menschen fühlen sich beim Essen in Gesellschaft beispielsweise unwohl. Etwa aus Angst, beobachtet zu werden. Auch Stress oder emotionale Belastungen können den Hunger mindern. Hinzu kommt: Viele junge Erwachsene verändern ihre Ernährung. Beispielsweise essen sie vegetarisch, vegan oder verzichten auf Kohlenhydrate – möchten darum aber nicht viel Aufhebens machen. Aus Rücksicht oder um niemandem Umstände zu bereiten, sprechen sie das nicht offen an und essen lieber stillschweigend weniger.

Handlungsbedarf!

Wenn sich jedoch bestimmte Auffälligkeiten über längere Zeit zeigen oder miteinander auftreten, kann das auf eine Essstörung hinweisen. Alarmzeichen sind etwa eine starke gedankliche Beschäftigung mit Kalorien, Gewicht oder der eigenen Körperform. Auch auffällige Gewichtsveränderungen – sei es durch Abnehmen oder ein ständiges Ab- und Zunehmen – können Hinweise geben. Ebenso bedenklich ist eine ausgeprägte Angst vor Gewichtszunahme oder das Bedürfnis, Nahrungsaufnahme durch übermäßigen Sport „auszugleichen“. Und auch ein stark eingeschränktes, streng reglementiertes Essverhalten – etwa durch starre Diätregeln oder das Weglassen ganzer Lebensmittelgruppen ohne erkennbaren Grund – sollte aufmerksam machen.

„Was beschäftigt dich?“

Dass Eltern oft Hemmungen haben, ihre Kinder direkt darauf anzusprechen, ist sehr verständlich. Dennoch kann ein behutsames, offenes Gespräch helfen, das Verhalten des Sohnes oder der Tochter besser einzuordnen. Wichtig ist dabei, nicht zu bewerten, sondern Ihre Beobachtung und Sorge in Worte zu fassen. Zum Beispiel so: „Ich mache mir Sorgen um dich. Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit kaum Appetit hast, und ich wollte einfach mal hören, wie es dir so geht.“ Zeigen Sie ehrliches Interesse an dem gesamten Befinden Ihres Kindes, nicht nur an seinem Essverhalten. Vielleicht beschäftigt es etwas ganz anderes, das sich indirekt auf den Appetit auswirkt.

Sollten sich die Hinweise auf eine mögliche Essstörung verdichten, wäre es sinnvoll, gemeinsam über professionelle Unterstützung nachzudenken, zum Beispiel in Form einer psychotherapeutischen Sprechstunde. In einem ersten Gespräch kann dort eingeschätzt werden, ob tatsächlich eine Essstörung vorliegt und welche Schritte hilfreich wären. Vielleicht tut es Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn auch gut, wenn Sie anbieten, sie zu einem solchen Termin zu begleiten. Trauen Sie sich, das Gespräch zu suchen. Oft ist nicht das Gespräch selbst entscheidend, sondern die Erfahrung: Da ist jemand, der sich sorgt – und der da ist, wenn Hilfe gebraucht wird.

Dr. Verena Pflug ist M.Sc. Klinische Psychologin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin.

„Mein Kind ist eine Naschkatze“ – Wie viele Süßigkeiten sind okay?

Elternfrage: „Unsere Tochter (10) ist eine Naschkatze und liebt Süßigkeiten. Ich mache mir Sorgen, dass sie sich eine ungesunde Ernährungsweise angewöhnt und ertappe mich dabei, dass ich ständig an ihr herumkritisiere. Woher weiß ich, wie viel Zucker oder Fett okay ist?“

Kinder lieben Süßes. Das ist völlig normal. Entwicklungsgeschichtlich sind wir Menschen auf süß gepolt. Die Muttermilch schmeckt bereits durch den enthaltenen Milchzucker leicht süß. Sogar das Fruchtwasser im Mutterleib hat einen süßlichen Geschmack und wird gern von den Babys getrunken. Dennoch ist Ihre Sorge nicht unbegründet. Leider haben Süßigkeiten und der darin enthaltene Zucker ein „Suchtpotenzial“. Wir gewöhnen uns schnell an den Geschmack und brauchen immer mehr davon, um es als angenehm zu empfinden.

Alles in Maßen

Zucker und Fett sind in vielen Lebensmitteln enthalten. In Süßigkeiten werden Zucker und Fett kombiniert: Kalorienbomben pur! Wer zu viel Zucker isst, ist häufiger von Zahnkaries, Übergewicht und daraus entstehenden Zivilisationskrankheiten (wie zum Beispiel Diabetes mellitus Typ II) betroffen. Sich über die Ernährung der Kinder Gedanken zu machen, ist also absolut wichtig. Die wünschenswerte Menge der einzelnen Lebensmittel pro Tag ist gut durch die Pyramide des Bundeszentrums für Ernährung wiedergegeben und lässt sich dort nachlesen. Dabei entspricht die Menge eines Bausteins in etwa einer Handgröße (kleine Hand = kleine Portion). Doch wie lassen sich diese Angaben und Maßstäbe umsetzen?

Zwischen „sollen“ und „wollen“

Kinderernährung kann und muss nicht zuckerfrei sein. Aber der Umgang mit Snacks will gelernt sein. Eltern sind dabei ein wichtiges Vorbild. Denn Kinder tun bekanntlich nicht unbedingt das, was wir sagen, sondern was wir tun. Erwachsene sollten – unter Mitbestimmung der Kinder – zum Essen einladen: Sie entscheiden, wann, was und wie gegessen wird. Aber es ist die Entscheidung der Kinder, ob und wie viel sie essen. Dabei wird die Herausforderung beim Thema Essen deutlich: Wir möchten unsere Kinder besonders gesund und nachhaltig ernähren. Aber Kinder haben eben auch ihre eigenen Bedürfnisse.

Folglich sitzen sich am Esstisch das „Sollen“ und „Wollen“ häufig gegenüber. Wie es trotzdem gelingen kann, auf einen Nenner zu kommen als Eltern mit Naschkatzen im Haus, habe ich in den nachstehenden Tipps zusammengetragen. Bleiben Sie entspannt: Mithilfe von Regeln legen Sie einen Rahmen für die Ernährung Ihrer Tochter fest; innerhalb dieses Rahmens kann sie dann aber – ohne Ihre Anmerkungen – frei entscheiden.

8 Tipps für eine gesunde Kinderernährung

 

  • Erklären Sie Ihren Kindern, warum sie Süßes und Fettiges in Maßen essen sollten. In Bezug auf Fett fährt man am besten, wenn man bei fetthaltigem Brotbelag komplett auf Streichfett verzichtet.
  • Vermeiden Sie generelle Verbote im Umgang mit Süßigkeiten. Legen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern zum Beispiel eine „süße Wochenration“ oder eine geplante Naschzeit fest.
  • Süßigkeiten sollten zu den Mahlzeiten gegessen werden, sie eignen sich sehr gut als Abschluss (anschließend Zähneputzen nicht vergessen).
  • Achten Sie auf ein bewusstes Genießen und essen Sie mit Ihren Kindern nur im Sitzen. Das trägt nicht nur zum Genuss bei, sondern sorgt ganz nebenbei für eine bessere Kontrolle.
  • Regelmäßige Mahlzeiten beugen dem Heißhunger auf Ungesundes vor.
  • Bieten Sie süße Getränke gar nicht oder nur zu besonderen Anlässen an.
  • Sagen Sie Verwandten und Freunden, dass Sie keine Süßigkeiten als Geschenke oder Mitbringsel für Ihre Kinder möchten.
  • Bieten Sie attraktive Alternativen an, wie zum Beispiel Studentenfutter, Reiswaffeln, selbstgemachtes Popcorn, Salzstangen, Vollkorndinkelstangen, Obstspieße oder Rohkoststicks.

Elke Decher ist Diplom-Oecotrophologin und unterrichtet Ernährung, Hauswirtschaft, Gesundheits- und Naturwissenschaften an einem Berufskolleg.

Zu viele Süßigkeiten? Ernährungsexpertin verrät, wie gesunde Kinderernährung gelingt

Kinderernährung muss nicht zuckerfrei sein. Trotzdem sollten Süßigkeiten in Maßen gegessen werden. Ernährungsexpertin Elke Decher gibt Tipps für einen guten Umgang mit Snacks.

Kinder lieben Süßes. Das ist völlig normal. Entwicklungsgeschichtlich sind wir Menschen auf süß gepolt. Die Muttermilch schmeckt bereits durch den enthaltenen Milchzucker leicht süß. Sogar das Fruchtwasser im Mutterleib hat einen süßlichen Geschmack und wird gern von den Babys getrunken. Dennoch ist Ihre Sorge nicht unbegründet. Leider haben Süßigkeiten und der darin enthaltene Zucker ein „Suchtpotenzial“. Wir gewöhnen uns schnell an den Geschmack und brauchen immer mehr davon, um es als angenehm zu empfinden.

Alles in Maßen

Zucker und Fett sind in vielen Lebensmitteln enthalten. In Süßigkeiten werden Zucker und Fett kombiniert: Kalorienbomben pur! Wer zu viel Zucker isst, ist häufiger von Zahnkaries, Übergewicht und daraus entstehenden Zivilisationskrankheiten (wie zum Beispiel Diabetes mellitus Typ II) betroffen. Sich über die Ernährung der Kinder Gedanken zu machen, ist also absolut wichtig. Die wünschenswerte Menge der einzelnen Lebensmittel pro Tag ist gut durch die Pyramide des Bundeszentrums für Ernährung wiedergegeben und lässt sich dort nachlesen. Dabei entspricht die Menge eines Bausteins in etwa einer Handgröße (kleine Hand = kleine Portion). Doch wie lassen sich diese Angaben und Maßstäbe umsetzen?

Zwischen „sollen“ und „wollen“

Kinderernährung kann und muss nicht zuckerfrei sein. Aber der Umgang mit Snacks will gelernt sein. Eltern sind dabei ein wichtiges Vorbild. Denn Kinder tun bekanntlich nicht unbedingt das, was wir sagen, sondern was wir tun. Erwachsene sollten – unter Mitbestimmung der Kinder – zum Essen einladen: Sie entscheiden, wann, was und wie gegessen wird. Aber es ist die Entscheidung der Kinder, ob und wie viel sie essen. Dabei wird die Herausforderung beim Thema Essen deutlich: Wir möchten unsere Kinder besonders gesund und nachhaltig ernähren. Aber Kinder haben eben auch ihre eigenen Bedürfnisse.

Folglich sitzen sich am Esstisch das „Sollen“ und „Wollen“ häufig gegenüber. Wie es trotzdem gelingen kann, auf einen Nenner zu kommen als Eltern mit Naschkatzen im Haus, habe ich in den nachstehenden Tipps zusammengetragen. Bleiben Sie entspannt: Mithilfe von Regeln legen Sie einen Rahmen für die Ernährung Ihrer Tochter fest; innerhalb dieses Rahmens kann sie dann aber – ohne Ihre Anmerkungen – frei entscheiden.

8 Tipps für eine gesunde Kinderernährung

  • Erklären Sie Ihren Kindern, warum sie Süßes und Fettiges in Maßen essen sollten. In Bezug auf Fett fährt man am besten, wenn man bei fetthaltigem Brotbelag komplett auf Streichfett verzichtet.
  • Vermeiden Sie generelle Verbote im Umgang mit Süßigkeiten. Legen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern zum Beispiel eine „süße Wochenration“ oder eine geplante Naschzeit fest.
  • Süßigkeiten sollten zu den Mahlzeiten gegessen werden, sie eignen sich sehr gut als Abschluss (anschließend Zähneputzen nicht vergessen).
  • Achten Sie auf ein bewusstes Genießen und essen Sie mit Ihren Kindern nur im Sitzen. Das trägt nicht nur zum Genuss bei, sondern sorgt ganz nebenbei für eine bessere Kontrolle.
  • Regelmäßige Mahlzeiten beugen dem Heißhunger auf Ungesundes vor.
  • Bieten Sie süße Getränke gar nicht oder nur zu besonderen Anlässen an.
  • Sagen Sie Verwandten und Freunden, dass Sie keine Süßigkeiten als Geschenke oder Mitbringsel für Ihre Kinder möchten.
  • Bieten Sie attraktive Alternativen an, wie zum Beispiel Studentenfutter, Reiswaffeln, selbstgemachtes Popcorn, Salzstangen, Vollkorndinkelstangen, Obstspieße oder Rohkoststicks.

Elke Decher ist Diplom-Oecotrophologin und unterrichtet Ernährung, Hauswirtschaft, Gesundheits- und Naturwissenschaften an einem Berufskolleg.

So gelingt gesunde Ernährung als Familie

Gesunde und nachhaltige Ernährung? Das klingt für viele Familien nach einer Herausforderung. Ernährungsexpertin Elke Decher ist überzeugt: Mit ein bisschen Kreativität ist das gar nicht so schwierig.

Regionale Vielfalt entdecken

Was würden Sie im Supermarkt eher kaufen: Bio-Äpfel, die in Plastik verpackt sind, oder „normale“, lose Äpfel?
Ich würde regionale Produkte aus meiner Umgebung kaufen. Sie haben kurze Transportwege, ich kann erkennen, woher sie kommen, vielleicht kenne ich den Hof sogar. Das ist bei Bio-Produkten nicht unbedingt der Fall. Es gibt viele regionale Produkte, die nicht so stark gespritzt werden. Die kann man gründlich waschen und dann auch mit Schale mit gutem Gewissen essen.

Wie kann man auf die große Auswahl im Supermarkt verzichten und sich mehr auf regionales Obst und Gemüse einlassen?
Ich bin überhaupt nicht dagegen, dass man auch mal eine exotische Frucht probiert. Dinge, die einen langen Transportweg haben, sind manchmal unumgänglich. Aber an dem Beispiel Erdbeeren wird es ziemlich klar: Natürlich gibt es Erdbeeren im Winter, aber diese sind entsprechend behandelt, nicht sehr aromatisch und haben neben langen Transportwegen auch einen deutlich geringeren Vitamin-C-Gehalt. Das kann man Kindern auch vermitteln und wirklich mal gucken: Was hat denn gerade Saison? Kinder bekommen viel Ernährungserziehung von ihren Vorbildern mit. Viele Organisationen stellen Saisonkalender zur Verfügung, die man in der Küche aufhängen kann. In vielen Medien gibt es auch saisonale Rezepte. So kann man sein eigenes Repertoire nochmal überdenken und Neues ausprobieren. Wenn das von klein auf eingeübt wird, ist auch bei den Kindern die Bereitschaft dazu größer.

Gesund durch den Alltag

Bedeutet gesund und nachhaltig immer dasselbe?
Eine ernährungsphysiologisch ausgebildete Person hat immer ein gewisses Problem mit dem Wort „gesund“. (lacht) Grundsätzlich ist der heimische Apfel ein gesundes Nahrungsmittel. Wenn Sie aber nur noch Äpfel essen, entstehen natürlich Nährstoffdefizite. Auch Fisch ist sehr gesund, je nach Zucht aber nicht nachhaltig. Es kommt also insgesamt auf eine vollwertige Ernährung an.

Wie kann man so eine bedarfsgerechte, vollwertige Ernährung im Alltag effizient umsetzen?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt Nährstoffhinweise für eine bedarfsgerechte Ernährung aller Altersgruppen heraus. Die hat das Bundeszentrum für Ernährung in der sogenannten Ernährungspyramide zusammengefasst. Wenn jeden Tag alle Bausteine aus der Pyramide abgedeckt sind, ist eine gesunde, bedarfsgerechte Ernährung erfüllt. Mittlerweile ist auch der Nachhaltigkeitsaspekt in die Pyramide integriert.
Wasser ist die Basis der Pyramide. Als nächstes kommen verstärkt pflanzliche Lebensmittel. Mit frischen Sachen kann man relativ viel machen, das gar nicht so viel Arbeit erfordert. Dass viele eine gesunde Ernährung als zu aufwendig empfinden, ist häufig eine Schutzbehauptung. Auch, wenn jemand wenig Budget hat, muss man kreativ werden und schauen: Was hat Saison?

Das Problem fängt immer da an, wo Menschen insgesamt nicht gern kochen und alles schnell gehen muss. Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen, aber das Kochen in den Familien oder Kitas kann man auch als gemeinsame Zeit ansehen. Einen Pizzateig selbst zu machen und mit frischen Sachen zu belegen, ist eigentlich kein großer Aufwand und im Vergleich zur Fastfood-Pizza werden dabei auch ein paar Kalorien eingespart. Gemüse, das nicht mehr so schön aussieht, kann man zu Cremesuppen verarbeiten – das essen die meisten Kinder super gern. Auch aus Kartoffeln kann man vieles machen. Ich denke, dass man sich vor dem frischen Kochen nicht scheuen darf und die Zeit mit den Kindern zusammen verbringen sollte – Kochen ist ein sehr verbindender Akt.

In vielen Familien gehört ein – häufig ungesunder – Snack zur täglichen Routine. Wie kann man sicherstellen, dass Süßigkeiten nicht zur Selbstverständlichkeit werden?
Eine Portion Pommes oder Süßigkeiten am Tag sind durchaus erlaubt. Aber wenn es ganz viele werden, ist das natürlich nicht sinnvoll. Süße Nachtische haben leider oft den Effekt, dass sie das eigentliche Hauptgericht verdrängen. Deshalb würde ich sie voneinander loskoppeln und statt Nachtisch einen Snack im Nachmittagsbereich anbieten. Das Mittagessen soll dazu dienen, dass man sich an Gemüse, an Beilagen, vielleicht auch einer kleinen Portion Fleisch satt isst.

Viele süße Snacks wie Pudding oder Müsliriegel kann man auch gut selbst machen. Das ist am Anfang sicher gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit kann man die Menge an Zucker langsam reduzieren. Dann bekommt man einen anderen Süßgeschmack – und sensibilisiert sich wieder in Richtung „weniger süß“. Routinen aufzubrechen und die Zuckermenge beim Selbst-Zubereiten zu reduzieren, ist sinnvoll. Und auch da muss man ein bisschen kreativ sein. Ich glaube, die meisten bekommen das ganz gut hin.

Veganer müssen sich gut informieren

Viele Menschen ernähren sich und teilweise auch ihre Kinder vegetarisch oder vegan, um die Umwelt zu schützen. Ist das gesund?
Insgesamt hat man lange gesagt, dass heranwachsende Kinder auf keinen Fall vegan ernährt werden sollten. Bei einer vegetarischen, also pflanzenbasierten Vollwerternährung ist es deutlich einfacher, wichtige Nährstoffe wie Jod und Eisen auf natürlichem Wege aufzunehmen.

Für eine ausgewogene vegane Ernährung muss man schon sehr gut informiert sein und schauen: Was könnte mir an Vitaminen oder Mineralstoffen fehlen? Häufig muss man substituieren und zusätzliche Nährstoffe zuführen, damit keine Mangelerscheinungen auftreten. Gerade bei Heranwachsenden ist das noch problematischer, weil sich das Gehirn noch entwickelt und der Körper noch im Aufbau ist.

Trotzdem reicht die ernährungsphysiologische Perspektive da allein nicht aus, denn das hat ja auch ethische Gründe und hängt mit einer inneren Haltung zusammen. Diese zwei Paar Schuhe muss man nebeneinander stehen lassen. Grundsätzlich finde ich es positiv, dass viele sich dadurch mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Eine vegetarische Ernährung kann man als Familie gut machen. Aber eine vegane Ernährung würde ich für Kinder nicht empfehlen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Malin Georg. Sie ist Volontärin bei Family und FamilyNEXT.

Wo beginnt Magersucht? Expertin erklärt Warnsignale

Essen ist für viele junge Leute ein heikles Thema. Wenn Teenager sich schwertun, selbst kleine Portionen zu essen, klingeln bei Eltern schnell die Alarmglocken: Ist das Magersucht? Psychologin Claudia Beck erklärt, worauf Eltern achten sollten.

Eine Magersucht entwickelt sich aus dem komplexen Zusammenwirken biologischer, psychischer und sozialer Faktoren. Am Anfang steht immer eine Gewichtsabnahme, welche durch den Wunsch, sich nur noch „gesund“ zu ernähren, ausgelöst werden kann. Wenn Sie sich Sorgen machen oder Sie das Essverhalten Ihres Kindes irritiert, sollten Sie tatsächlich genauer hinschauen!

Wichtige Fragen

Fragen Sie offen und interessiert nach: Wie ist der Wunsch nach gesunder Ernährung entstanden? Gibt es einen Druck beispielsweise aus Schule, Peergroup, Sozialen Medien …? Wie viel Raum beansprucht das Thema Essen in den Gedanken Ihres Kindes? Fühlt es sich unwohl in seiner Haut, möchte es gern anders aussehen? Leidet es unter Ängsten? Folgende Fragen können für eine erste Einschätzung hilfreich sein:

  • Hat eine Gewichtsabnahme stattgefunden? Wenn ja: Wie viel in welchem Zeitraum?
  • Gibt es sogenannte „verbotene Lebensmittel“, beispielsweise Zucker, Kohlenhydrate oder Fette?
  • Besteht Angst vor gemeinsamen Mahlzeiten oder werden diese vermieden?
  • Kreisen die Gedanken ständig um Essen oder Nicht-Essen?
  • Wird das Gewicht täglich oder sogar mehrmals täglich kontrolliert?
  • Angst vor Gewichtszunahme trotz schlanker Figur?
  • Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen, geringes Selbstwertgefühl?
  • Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Niedergeschlagenheit?
  • Wird zusätzlich viel Sport getrieben, werden extra Workouts absolviert?
  • Sozialer Rückzug von Familie und Freunden?

Familienbasierte Therapie

Auch wenn Ihr Kind versucht, Sie zu beschwichtigen, vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl und besprechen Sie Ihre Beobachtungen und Bedenken mit dem Kinderarzt. Durch eine Thematisierung der Essproblematik lässt sich vielleicht eine ernsthafte Erkrankung noch abwenden. Wird jedoch die Diagnose Magersucht gestellt, gibt es seitens der Betroffenen keine Krankheitseinsicht. Es gilt: Je früher eine Magersucht erkannt und behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen.

Eine moderne Therapieform der Magersucht ist die „Familienbasierte Therapie“ (Maudsley Modell). Die FBT betont als ersten Schritt zur Genesung eine schnelle und effiziente Wiederherstellung des Gewichts. Dabei werden die Eltern als größte Ressource im Kampf gegen die Magersucht mit in die Behandlung hineingenommen. Die Eltern lernen ihr Kind von der Krankheit Magersucht zu trennen, bei den Mahlzeiten Ruhe zu bewahren und werden befähigt, diese extrem belastende Zeit durchzustehen.

Claudia Beck ist Gesundheitspsychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie (claudiabeck-intact.de). Infos zu FBT: elternnetzwerk-magersucht.de/fbt

Weihnachten mal anders: Mit Nachbarn feiern

Elternfrage: „Wir wollen dieses Jahr ein etwas anderes Weihnachtsfest feiern und statt unserer Verwandten am Heiligen Abend unserer Nachbarn einladen. Hat das schon mal jemand gemacht und kann uns dafür Tipps geben?“

Als Jesus auf die Welt kam, gab es aber für ihn nicht eine familiäre Welcome-Party im trauten Kreis mit Mama, Papa und vielleicht Oma und Opa. Sondern es kamen ziemlich bald Hirten und Weise von weither. Deshalb war und ist es auch uns als Familie immer wieder wichtig, Weihnachten nicht nur als Fest der Familie zu feiern, sondern unsere Freude über den Geburtstag von Jesus auch mit anderen zu teilen. So haben wir auch schon eine Hausweihnacht gefeiert.

Facettenreiche Angebote

Besonders gut umzusetzen ist diese Aktion natürlich, wenn man in einem Mehrfamilienhaus wohnt. Sie ist aber auch abwandelbar in ein weihnachtliches Straßenfest, wenn man in einem Einfamilienhaus wohnt. Für unsere Hausweihnacht haben wir einen Aushang im Eingangsbereich gemacht und dazu eingeladen. In einem Jahr war es eine Adventsaktion und im anderen Jahr haben wir es direkt an Weihnachten veranstaltet.

In beiden Fällen gibt es unterschiedliche Bausteine, die man einbauen kann, denn Jesus hat es sich auch nicht leicht gemacht. Seine Geburt war eine Sensation für Hirten und Könige. Selbst der Herrscher Herodes hat davon Wind bekommen und sich mächtig darüber aufgeregt. Deshalb ist es schön, wenn unsere Angebote auch möglichst viele ansprechen.

Wir haben erst mal eine Zeit gehabt, in der jeder etwas mit einem kleinen Tischchen vor seine Haustür gestellt hat, zum Beispiel die leckersten Plätzchen, Kinderpunsch oder eine kleine, kurze Bastelidee (Sterne falten oder schneiden, ein Weihnachtslicht herstellen, eine Weihnachtskugel beschriften, was Weihnachten für mich bedeutet …). Plötzlich war auf den Haustreppen viel los, es wurde munter geredet, gekaut und gebastelt. Es war ein reges und fröhliches, weihnachtliches Treiben!

Inbrunst und Freude

Nach circa einer Stunde versammelten sich alle auf der Treppe vor unserer Haustür. Mithilfe eines Bilderbuches habe ich die Weihnachtsgeschichte erzählt. Große, runde Kinderaugen hörten gebannt zu. An Weihnachten eignet sich natürlich die Weihnachtsgeschichte am besten, aber gerade für eine Hausgemeinschaft ist auch die Geschichte „Ein großer Tag für Vater Martin“ sehr eindrücklich. Danach haben wir zusammen Weihnachtslieder gesungen. Die Kinder, die ein Musikinstrument spielen konnten, haben es geholt und mitgespielt. Auch wenn die Töne vielleicht nicht immer gerade waren, an Inbrunst und Freude hat es nicht gefehlt.

Danach ist jeder fröhlich an den heimischen Tannenbaum gegangen und hat Geschenke ausgepackt. Aber wir wussten ganz sicher: An diesem Tag hatten alle unsere Nachbarn die Gelegenheit, an Jesu Geburtstagsparty teilzunehmen und von seiner Geburt zu hören. Keiner musste allein und traurig in seiner Wohnung sitzen. Wir können die Hausweihnacht deshalb sehr empfehlen. Sie zwingt niemandem etwas auf, aber die Weihnachtsbotschaft ist enthalten und wird weitergegeben. Außerdem verbindet das gemeinsame Feiern alle Nachbarn zu einer fröhlichen Gemeinschaft.

Stefanie Böhmann ist Pädagogin und individualpsychologische Beraterin. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Freude teilen: So wird Weihnachten mit Nachbarn ein Erfolg

Für die meisten Menschen ist Weihnachten ein Familienfest. Doch es gibt auch Menschen, die nicht im Kreis der Familie feiern können. Wie wäre es mit einem Fest für Nachbarn und Freunde? Einige Anregungen gibt die Pädagogin Stefanie Böhmann.

An Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu, wie sie in der Bibel berichtet wird. Nach der Überlieferung  gab es aber für Jesus keine familiäre Welcome-Party im trauten Kreis mit Mama, Papa und vielleicht Oma und Opa. Sondern es kamen ziemlich bald Hirten und Weise von weither. Deshalb war und ist es auch uns als Familie immer wieder wichtig, Weihnachten nicht nur als Fest der Familie zu feiern, sondern unsere Freude über den Geburtstag von Jesus auch mit anderen zu teilen. So haben wir auch schon eine Hausweihnacht gefeiert.

Facettenreiche Angebote

Besonders gut umzusetzen ist diese Aktion natürlich, wenn man in einem Mehrfamilienhaus wohnt. Sie ist aber auch abwandelbar in ein weihnachtliches Straßenfest, wenn man in einem Einfamilienhaus wohnt. Für unsere Hausweihnacht haben wir einen Aushang im Eingangsbereich gemacht und dazu eingeladen. In einem Jahr war es eine Adventsaktion und im anderen Jahr haben wir es direkt an Weihnachten veranstaltet.

In beiden Fällen gibt es unterschiedliche Bausteine, die man einbauen kann, denn Jesus hat es sich auch nicht leicht gemacht. Seine Geburt war eine Sensation für Hirten und Könige. Selbst der Herrscher Herodes hat davon Wind bekommen und sich mächtig darüber aufgeregt. Deshalb ist es schön, wenn unsere Angebote auch möglichst viele ansprechen.

Wir haben erst mal eine Zeit gehabt, in der jeder etwas mit einem kleinen Tischchen vor seine Haustür gestellt hat, zum Beispiel die leckersten Plätzchen, Kinderpunsch oder eine kleine, kurze Bastelidee (Sterne falten oder schneiden, ein Weihnachtslicht herstellen, eine Weihnachtskugel beschriften, was Weihnachten für mich bedeutet …). Plötzlich war auf den Haustreppen viel los, es wurde munter geredet, gekaut und gebastelt. Es war ein reges und fröhliches, weihnachtliches Treiben!

Inbrunst und Freude

Nach circa einer Stunde versammelten sich alle auf der Treppe vor unserer Haustür. Mithilfe eines Bilderbuches habe ich die Weihnachtsgeschichte erzählt. Große, runde Kinderaugen hörten gebannt zu. An Weihnachten eignet sich natürlich die Weihnachtsgeschichte am besten, aber gerade für eine Hausgemeinschaft ist auch die Geschichte „Ein großer Tag für Vater Martin“ sehr eindrücklich. Danach haben wir zusammen Weihnachtslieder gesungen. Die Kinder, die ein Musikinstrument spielen konnten, haben es geholt und mitgespielt. Auch wenn die Töne vielleicht nicht immer gerade waren, an Inbrunst und Freude hat es nicht gefehlt.

Danach ist jeder fröhlich an den heimischen Tannenbaum gegangen und hat Geschenke ausgepackt. Aber wir wussten ganz sicher: An diesem Tag hatten alle unsere Nachbarn die Gelegenheit, an Jesu Geburtstagsparty teilzunehmen und von seiner Geburt zu hören. Keiner musste allein und traurig in seiner Wohnung sitzen. Wir können die Hausweihnacht deshalb sehr empfehlen. Sie zwingt niemandem etwas auf, aber die Weihnachtsbotschaft ist enthalten und wird weitergegeben. Außerdem verbindet das gemeinsame Feiern alle Nachbarn zu einer fröhlichen Gemeinschaft.

Stefanie Böhmann ist Pädagogin und individualpsychologische Beraterin. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Mit diesen Pausenbrötchen wird die große Pause zum Fest!

Sie wollen Ihrem Kind etwas Leckeres mit in die Schule geben? Dann sollten Sie diese Brötchen ausprobieren.

Zutaten (ca. 12-18 Stück):

  • 460 g Dinkelmehl Type 812
  • 1 Prise Salz
  • 200 ml Milch oder Buttermilch
  • 80 g brauner Zucker
  • 1/2 Würfel frische Hefe (20 g)
  • 80 g weiche Butter
  • 1 Ei (Größe M)
  • 100 g Rosinen oder getrocknete Cranberrys
  • zum Bestreichen: 1 Ei
  • zum Bestreuen: nach Belieben etwas Hagelzucker und/oder Mandelblättchen

Und so geht es:

Die Rosinen oder Cranberrys in eine kleine Schüssel geben und mit Wasser bedecken. Für den Hefeteig die Milch oder Buttermilch ganz leicht erwärmen (nur lauwarm!), die Hefe und eine Prise vom Zucker darin auflösen und 10 Minuten stehen lassen. Das Mehl in eine Rührschüssel geben, Vorteig, Salz, restlichen Zucker, weiche Butter und Ei hinzufügen und mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder von Hand fünf Minuten gut durchkneten. Nun die Rosinen/Cranberrys abgießen und ohne die Flüssigkeit zum Teig geben, nochmal 1-2 Minuten kneten. Den Teig abgedeckt gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat (ca. 60-90 Minuten).

Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben, kurz durchkneten und in beliebig große Stücke teilen (bei mir waren es 16 Stück). Kugeln formen, auf mit Backpapier belegte Bleche geben und abgedeckt für weitere 20 Minuten gehen lassen. Das Ei verquirlen und die Teigkugeln damit bestreichen. Nach Belieben noch mit Hagelzucker/Mandelblättchen bestreuen. Im heißen Ofen bei 190° C Ober-/Unterhitze ca. 15-20 Minuten backen – die Backzeit variiert natürlich je nach Größe der Teigstücke. Am besten immer wieder kontrollieren und herausnehmen, wenn sie die gewünschte Bräune erreicht haben.

Tipps:

  • Wer kein Dinkelmehl Type 812 bekommt, kann auch Weizenmehl Type 405 oder 550 nehmen.
  • Die Rosinen/Cranberrys lassen sich komplett oder zur Hälfte durch Schokotropfen ersetzen.
  • Natürlich sind die Brötchen auch super zum Frühstück!

Miriam Müller betreibt den Foodblog leckerleckerliese.de.

„Hilfe, meine Tochter ist zu dick“

„Meine Tochter wird immer dicker, und ich habe das Gefühl, dass sie darunter leidet. Sie zieht sich weite Kleider an und will nicht mehr ins Schwimmbad gehen. Ich liebe sie natürlich so, wie sie ist. Aber ich war als Jugendliche selbst etwas untersetzt und weiß, wie demütigend das in dem Alter ist. Ich würde ihr diese Erfahrung gern ersparen und ihr helfen, weiß aber nicht, wie ich anfangen soll.“

Ich darf Sie zunächst beruhigen: Kinder wachsen häufig „in Schüben“, abwechselnd in die Länge und in die Breite. Wartet man auf das nächste „Längenwachstum“, kann es sein, dass das Gewicht in Bezug auf die Größe des Kindes wieder in einer angemessenen Relation steht.

Bleibt ihr Übergewicht aber über längere Zeit bestehen (ob Ihr Kind wirklich übergewichtig ist, können Sie zum Beispiel anhand der für Mädchen in ihrem Alter geeigneten BMI-Kurve der WHO ablesen), ist es wichtig, dagegenzusteuern – aus gesundheitlichen, aber auch, wie Sie selbst erfahren haben, aus psychischen Gründen. Bieten Sie nicht ungefragt Ihre Hilfe an. Suchen Sie zunächst das liebevolle Gespräch mit Ihrer Tochter und schildern Sie ihr darin Ihre Beobachtungen und Vermutungen. Fragen Sie sie, ob sie möchte, dass Sie ihr helfen, und nutzen Sie eventuell die Unterstützung einer Fachkraft.

Ein Ernährungsprotokoll zeigt, wo es hakt

Möchte Ihre Tochter von Ihnen unterstützt werden, dann führen Sie zusammen mit ihr mindestens drei Tage lang ein Ernährungsprotokoll. Wichtig dabei: Alles sollte genauso wie immer gemacht werden, damit man möglichst gut den „Ist-Zustand“ der Ernährung Ihrer Tochter herausfinden kann. Anschließend werden alle notierten Lebensmittel ausgewertet; entweder per Lebensmitteltabelle oder per Smartphone-App.

Danach werden Sie wahrscheinlich schon sehr gut sehen, wann, wo und durch welche Lebensmittel oder Getränke sie die meisten Kalorien aufnimmt: Das sind die ersten Ansatzpunkte für Veränderungen! Isst sie zum Beispiel gern beim Fernsehen Chips und trinkt häufig süße Getränke, sind kalorienarme oder -freie Alternativen angesagt. So könnte sie etwa Rohkost knabbern oder Tee (kalt oder warm) trinken, sich Mineralwasser mit Limettensaft zubereiten oder sich zusammen mit Ihnen andere Leckereien einfallen lassen.

Gemeinsam ist es leichter

Wenn die gesamte Familie ebenfalls auf kalorienarme Zwischenmahlzeiten umstellt, keine süßen Getränke verzehrt und öfter mal spazieren geht oder mit dem Rad fährt, fällt es auch Ihrer Tochter leichter, die Umstellungen durchzuhalten. Kann sie über mehrere Monate ihr Gewicht mindestens stabil halten und wächst dann noch einmal, so wird das Größen-Gewichts-Verhältnis sicher bald wieder besser passen.

Ist sie allerdings schon ausgewachsen, sollte sie sich mit Ihrer Unterstützung ganz allmählich daran machen, ihre überschüssigen Pfunde wieder loszuwerden. Falls sie allein keinen Erfolg erzielt, kann es auch hilfreich sein, unter Gleichgesinnten abzunehmen und dort neue Ernährungsgewohnheiten einzuüben.

Elke Decher ist Diplom-Ökotrophologin und unterrichtet Ernährung, Hauswirtschaft und Gesundheits- und Naturwissenschaften an einem Berufskolleg.