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Archiv für die Kategorie: Allgemein

Darum geben wir bis Klasse 9 keine Noten – So arbeitet Deutschlands Vorzeigeschule

Die Evangelische Schule Berlin Zentrum gehört zu Deutschlands erfolgreichsten Reformschulen. Uli Marienfeld, der stellvertretende Schulleiter, erklärt im Interview mit Family, wie Kinder besser lernen können und wie wichtig dafür gute Schulen sind.

 

Herr Marienfeld, Sie haben jetzt 35 Jahre Berufserfahrung als Lehrer und Schulleiter an fünf Schulen. Was haben Sie in dieser Zeit über das Lernen gelernt?

Dass Lernen möglich ist. Dass Lernen Spaß macht und eigentlich alle Menschen lernen wollen. Die Neugier, mit der Kinder auf die Welt kommen, geht – nicht nur entwicklungsbedingt, sondern auch durch ungeschickte Arrangements und Strukturen – leider oft an der Schule verloren. Doch sie kann wiederentdeckt werden.

Ich liebe es, diese Neugier zu wecken und glaube, dass man als Lehrer ganz viel bewegen kann. So wie Eltern zu Hause dafür sorgen, dass Kinder vertrauensvoll in die Welt blicken, können auch Schulen Wege bereiten, die Kinder befähigen, Gestalter des Lebens zu werden. Mir ist wichtig, ihnen zu vermitteln: Du bist gewollt. Du kannst diese Welt entdecken. Du hast Begabungen. Und wenn du hinfällst, dann helfen wir dir, wieder aufzustehen. Es geht im Leben nicht um Perfektion. Es geht um Neugier und darum, unsere Welt in Gemeinschaft zu gestalten.

 

Was sind Grundvoraussetzungen für gelingendes Lernen in der Schule?

Ich glaube, dass allen Menschen Beziehungen guttun. Und Kindern hilft es, wenn Schulen beziehungsorientiert arbeiten – im Gegensatz zu mechanischer Wissensvermittlung. Das bedingungslose Ja zu jedem Kind ist fundamental. Ich möchte vermitteln: Es ist gut, dass du da bist. Ich sehe dich. Ich nehme dich wahr, spreche dich beim Namen an. Im Gegensatz dazu ist es Gift, wenn Kinder hören: Aus dir wird nichts. Du hast hier nichts zu suchen. Lass mich in Ruhe. Oder was auch immer einem rausrutschen mag. Solche Urteile wirken viel tiefer als jede noch so gute methodische Unterrichtsreihe. Das sind die Botschaften, die bis ins Unterbewusstsein eindringen. Und besonders Kinder, die von Hause aus wenig Vertrauen haben, zutiefst verunsichern. Von daher ist Schule für mich in erster Linie ein Ort von gelebten Werten. Es ist wichtig, eine angstfreie Atmosphäre zu schaffen.

Auch Heterogenität bezüglich Begabungen, Interessen, sozialen und ethnischen Hintergründen, ist für mich eine Grundvoraussetzung für gelingendes Lernen. In Schulen wird oft versucht, eine vermeintliche Homogenität herzustellen. Dies führt dazu, dass 25 Schüler und Schülerinnen über einen Kamm geschoren werden. Es wird nicht wahrgenommen, dass sie alle Individuen sind, die auf unterschiedliche Weise aufblühen können und wollen. Schule ist gefordert, unterschiedliche Lernformen anzubieten, Mut zu machen und Neugier zu fördern. Das Grundverständnis, dass Schule Potenziale entfaltet und nicht dafür da ist zu selektieren, ist mir wichtig. Ich mag auch den Begriff der Resonanz. Es geht nicht um die Weitergabe von möglichst viel (totem) Wissen, sondern darum, dass etwas in Schwingung gebracht wird, dass sich Staunen, Begeisterung und Leidenschaft entwickeln können.

 

Welche Kompetenzen werden Schüler und Schülerinnen in Zukunft brauchen?

Vor allem geht es um Teamfähigkeit, Resilienz, Durchhaltevermögen, Kreativität und Eigenverantwortung. Dann sicher auch um ein gesundes Basiswissen in Mathe, Deutsch, Fremdsprachen, Verständnis für historische Zusammenhänge und kulturelle Unterschiede und vieles andere mehr. Doch vor allem ist Neugier wichtig – und die Bereitschaft sich in neue Situationen hineindenken zu wollen. Keiner hat eine Ahnung, wie die Lebens- und Arbeitswelt in zehn, geschweige denn in dreißig Jahren aussehen wird. Das Smartphone ist gerade mal zwölf Jahre alt. Es gab eine Welt davor, und es wird eine Welt danach geben. Wie diese aussieht, können wir nicht wissen. Doch wir können gemeinsam lernen zu unterscheiden: Wo brauche ich persönliche Begegnung? Was kann ich auf digitalem Weg machen lassen? Im Mittelalter wusste jeder, was er einmal machen würde, weil es dasselbe war, das der Großvater auch schon gemacht hatte. Das geht definitiv nicht mehr. Wir sollten junge Menschen dazu befähigen, mutig in neue, unsichere Situationen hineinzugehen.

 

Und wie kann Schule das am besten fördern?

Indem sowohl Schüler und Schülerinnen als auch Lehrer und Lehrerinnen ganzheitlich betrachtet werden und etwas von der Vielfalt reflektieren, die in dieser Welt sowieso vorhanden ist. Anstatt in isolierten Räumen auf isolierte Weise isolierte Fächer zu lehren, sollte man rausgehen, sich die Natur anschauen, im Regen nass werden und ganzheitliche – also auch körperliche und emotionale – Erfahrungen machen. Ich halte eine Kombination aus einer geschulten, fachlichen Perspektive, verbunden mit ganzheitlichen Begegnungen miteinander und der Welt für notwendig. Es ist gut, zentrale Abschlussprüfungen zu haben, doch der Weg dahin sollte sich, je nach Lebensraum und Bedürfnissen, stark unterscheiden dürfen. Bei aller Normierung von Prüfungen sollte Schulen auch Freiheit zugestanden werden, selbst zu gestalten. Da arbeiten in der Regel 20 bis 100 Akademikerinnen, die eine Menge studiert haben. Man sollte ihnen durchaus zutrauen, gemeinsam vernünftige Lehrpläne und -methoden für ihre Schule zu entwickeln.

 

Seit eineinhalb Jahren arbeiten Sie als stellvertretender Schulleiter der Evangelischen Schule Berlin Zentrum. Was überzeugt Sie am Konzept dieser Schule?

Dass wir mutig sind! Wir träumen und überlegen, was möglich ist. Und dann machen wir es einfach. Unsere Schüler und Schülerinnen schicken wir am Anfang der 8. bis 10. Klasse drei Wochen lang auf „Herausforderung“. Sie überlegen sich vor dem Sommer, woran sie Freude haben, formulieren es schriftlich und werden gecoacht. Dann gehen sie zu Beginn des Schuljahres in Kleingruppen – begleitet von Studierenden – in Brandenburg Kanu fahren, in Süddeutschland eine Radtour machen oder auf einen Bio-Bauernhof, um dort mitzuarbeiten. Sie lernen, in dieser Zeit mit 150 Euro auszukommen. Sie erfahren auch, dass es untereinander nicht immer so harmonisch ist, wenn man drei Wochen zusammen ist. Dadurch lernen sie das echte Leben kennen. Von den etwa 300 Jugendlichen, die wir jedes Jahr losschicken, brechen manche früher ab. Das kann passieren. Der Umgang mit dem Scheitern ist Teil des Lernprozesses.

Vieles in unserer Arbeit zielt darauf, individuelle Lernwege zu ermöglichen. Darum geben wir bis Klasse 9 keine Noten, sondern erstellen Zertifikate, die ganz bewusst reflektieren: Was hast du gut gemacht? Was kannst du? Was können deine nächsten Schritte sein? Wir haben viele fächerübergreifende Formate. Wir arbeiten häufig im Team, durchmischen uns immer wieder neu. Das hat den Vorteil, dass sich immer mehrere Kolleginnen und Kollegen um ein Projekt kümmern. Und wir evaluieren, feiern dankbar, was gelungen ist und notieren, was wir beim nächsten Durchgang verändern wollen. Wir investieren als Pädagoginnen und Pädagogen – mit Einverständnis der Eltern – drei bis fünf bezahlte Studientage pro Jahr in die Entwicklung des Unterrichts und der Schule insgesamt. Wenn man möchte, dass sich Dinge verändern, braucht man auch Zeit dafür. Dadurch machen wir kein Schuljahr genauso wie das letzte. Das ist anstrengend. Aber es ist deutlich gesünder als die Haltung: Es war vor 20 Jahren schon nicht gut, aber uns sind ja die Hände gebunden.

 

Das heißt, Sie haben den Mut, Zeiten anders zu füllen, als es im Lehrplan vorgegeben ist? Und gleichzeitig das Vertrauen, dass am Ende die Prüfungen geschafft werden?

Genau! Die Präambeln der Bildungspläne sind oft mit weitem Horizont formuliert, und die Ziele des Zentralabiturs durchaus sinnvoll. Wir waren einfach mutig, uns modernen Ansätzen zu stellen und Wege neu zu gehen. Am Anfang war es eine reine Überzeugungssache. Doch unsere Erfahrung lehrt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Abitur 2018 hatte einen Schnitt von 1,89 und in diesem Jahr war es 2,07. Das ist weit über dem Berliner Landesschnitt (2,4, Anm. d. Red.). Und wir sind davon überzeugt, dass das, was unsere Schülerinnen und Schüler mitnehmen, weit über diese Dezimalzahl hinausgeht.

 

Was könnte man, auch mithilfe der Anregung von Eltern, leicht an anderen Schulen übernehmen?

Jedes Jahr kommen ca. 1.000 Pädagoginnen und Pädagogen aus ganz Europa zu uns. Und unsere Schülerinnen und Schüler erzählen ihnen, wie Schule läuft. Tendenziell gibt es ja in der Grundschule und in der Sekundarstufe 1 noch eher Spielräume. Doch je weiter es „nach oben“ geht, desto dünner wird die Luft. Da kann gerade das, was hier in der Oberstufe gemacht wird, für viele richtungsweisend sein. Auf unserer Homepage der „Neuen Oberstufe“ kann man sich die Ideen anschauen und davon übernehmen, was für die eigene Situation passt. Wir haben zum Beispiel Tage für die Vermittlung von Lern- und Arbeitskompetenzen eingeführt, bieten aber auch Workshops mit lebenspraktischen Themen an. Wir bringen den Kindern bei, wie sie einen Handyvertrag ausfüllen oder einen Mietvertrag abschließen können. Das kann ganz einfach an jeder Schule installiert werden.

 

Wie können Eltern ihre Kinder am besten in Sachen Schule unterstützen?

Das Wichtigste ist, in einem guten Dialog mit der Schule zu stehen und dass man versucht, mit den Lehrerinnen und Lehrern zu reflektieren: Was läuft gut? Und was sollte sich ändern? Kinder merken, wenn Eltern und Lehrer an einem Strang ziehen. Wenn Eltern Gutes als selbstverständlich und ohne Dank mitnehmen, dann aber über Schule maulen, ohne sich für Verbesserungen einzusetzen, bringen sie ihre Kinder in die Rolle der „armen Opfer, die die Ungerechtigkeit der Welt passiv erleiden müssen“. Man muss nicht alles gut finden. Aber es hilft, sich so zu verhalten, dass bei den Kindern ankommt: „Hey, das ist eine Herausforderung. Wo liegt darin eine Chance für dich? Lässt sich eventuell etwas an den Umständen verändern?“ Und bloß keine Panik, wenn mal eine schlechte Note nach Hause gebracht wird! Wenn man ehrlich ist, hat man die selbst auch gehabt. Darum dem Kind nicht noch mehr Druck machen. Viel wichtiger ist doch, dass es Freude in der Schule hat.

 

Wann sind denn Ihrer Ansicht nach Sorgen berechtigt?

Wenn Kinder wirklich nicht wissen, was sie wollen, wenn sie dauerhaft antriebslos sind, wenn sie permanent nur am Handy sind, keine Freunde haben, nicht über die Themen reden, die sie wirklich bewegen, wenn sie ein Stück weit verloren sind. Dann sind Sorgen berechtigt. Spielsucht und Internetabhängigkeit sind leider keine Seltenheit mehr. Das sind Dinge, die wirklich relevant sind. Und man sollte nicht scheuen, sich kompetenten Rat und auch therapeutische Hilfe zu holen. Ich hoffe, dass Freundeskreise, Nachbarschaft, Sportvereine oder auch Gemeinden Orte sind, an denen Kinder – auch in Peergroups – ein Gegenüber finden. Dort können sie sich entdecken, merken, wofür ihr Herz schlägt und Leidenschaft entwickeln. Eltern sollten gerade isolierten Kindern diese Erfahrungsräume öffnen und anfangen, sich wirklich für ihr Kind zu interessieren, herauszufinden, was das Kind kann und möchte. Und ihm zugestehen, dass es anders sein darf und andere Interessen hat, als die Erwachsenen sich das manchmal vorstellen. Kinder sind gottgeschaffene, eigenständige Persönlichkeiten mit ganz eigenen Möglichkeiten. Die zu entdecken und zu fördern ist die Aufgabe von Eltern und Lehrerinnen und Lehrern.

Das Interview führte Anna Koppri.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/12/jde_schule-scaled.jpg 2000 3000 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2019-12-09 16:00:282019-12-16 11:04:16Darum geben wir bis Klasse 9 keine Noten – So arbeitet Deutschlands Vorzeigeschule

Der friedliche Kampf: Das schreibt der Nikolaikirchen-Pfarrer über die DDR-Demos 1989

Am 3. Oktober feiern wir den Tag der Deutschen Einheit. Tausende DDR-Bürger gingen im Herbst 1989 für ihre Freiheit auf die Straße. Vor seinem Tod schrieb Christian Führer, der damalige Pfarrer der Nikolaikirche, wie er diese Tage erlebt hat.

Teil 1: Hintergrund – Montag, 9. Oktober 1989

Wie zur Warnung trifft sich gerade heute Honecker mit der chinesischen Staatsdelegation des stellvertretenden Ministerpräsidenten Yao Yilin in Berlin. Die chinesische Gewaltlösung vom „Platz des Himmlischen Friedens“ scheint so nah wie nie. In Leipzig wird währenddessen über die Betriebe offiziell davor gewarnt, in die Innenstadt zu gehen, da man sich so als Staatsfeind zu erkennen gäbe. Im Volkspolizeiamt lautet die offizielle Devise für die Sicherheitskräfte: „Das Ziel des Einsatzes besteht in der Auflösung rechtswidriger Menschenansammlungen und (…) in der dauerhaften Zerschlagung gegnerischer Gruppierungen sowie der Festnahme der Rädelsführer.“ In den Krankenhäusern werden Blutkonserven gesammelt und Betten frei gemacht. Betriebskampfgruppen werden zusammengezogen und mit Gummiknüppeln bewaffnet. Hinter der „Runden Ecke“, wie die Stasizentrale im Volksmund heißt, nehmen Schützenpanzer Stellung.

Balkone werden abgesperrt

Schon am frühen Nachmittag besetzen 600 SED-Parteikader (ohne Parteiabzeichen) den Innenraum der Nikolaikirche, bevor Pfarrer Christian Führer die Balkone der Kirche absperrt – für die »Werktätigen«, die bis 17.00 Uhr arbeiten müssen, wie er bei der Begrüßung der Neulinge das Montagsgebet erklärt. Aber auch die Thomaskirche, die Michaeliskirche und die Reformierte Kirche bereiten sich auf die Friedensgebete vor.

„Wir sind das Volk“

Um 17.00 Uhr versammeln sich 10.000 Besucher in den vier völlig überfüllten Kirchen zum Montagsgebet. Bischof Johannes Hempel ruft in allen vier Kirchen die Besucher persönlich zum Gewaltverzicht auf und die Berichte aus Dresden machen Mut. Draußen warten Menschenmengen. Gemeinsam ziehen sie mit den Kerzen in der Hand zum Karl-Marx-Platz und von dort den Ring entlang. Sprechchöre skandieren „Wir sind das Volk“, „Gorbi, Gorbi“ und „Wir sind keine Rowdys“, daneben erschallen Lieder wie „We shall overcome“. Die 8.000 Einsatzkräfte kapitulieren angesichts der friedlichen 70.000. Den möglichen massiven Schusswaffeneinsatz will keiner anordnen. Selbst Einsatzleiter Helmut Hackenberg bekam von Egon Krenz keine klare Antwort. Erst als die Demonstranten schon den ganzen Innenstadtring ausfüllten, kam die Bestätigung der Leipziger Linie des Nichteingreifens, solange keine Gewalt von der Demo ausgeht. Mit Kerzenketten und dem Ruf „Keine Gewalt“ wird versucht, vor den sensiblen Punkten wie der Stasizentrale Provokationen auch aus der Demo heraus zu verhindern, was wie ein Wunder gelang.

Ein Lichtermeer

In Dresden lauschen derweil 20.000 Menschen in und vor den Kirchen den Berichten der Bürgervertreter der „Gruppe der 20“ über die Ergebnisse ihrer Gespräche mit Oberbürgermeister Berghofer am Morgen.

In Berlin bricht bei den 3.000 Besuchern in der Gethsemanekirche spontaner Jubel aus, als sie von dem friedlichen Verlauf in Leipzig hören. Der Platz rund um die Kirche wird zum Lichtermeer und auch hier ziehen sich die Sicherheitskräfte zurück. Lediglich in Halle gehen sie mit gewohnter Brutalität gegen 2.000 Demonstranten rund um die Marienkirche vor, wo sie eingekesselt massenhaft zu den „Zuführungspunkten“ gebracht werden.

Viel Gebet

Neben Leipzig, Berlin, Dresden und Halle finden Veranstaltungen in Magdeburg, Jena, Markneukirchen und Meerane statt, „die ihrem Charakter nach gegen die staatliche Ordnung in der DDR gerichtet waren“, wie ein Lagebericht am nächsten Tag meldet. Für einen friedlichen Verlauf der Montagsdemonstrationen haben an diesem Abend viele Gemeinden in der DDR gebetet.

Teil 2: Christian Führer berichtet

Was mich bis heute am meisten bewegt: Mit dem Ruf „Keine Gewalt!“ war die Bergpredigt Jesu auf den Nenner gebracht! Aus dem Volk geboren, nicht von einem Pfarrer oder Bischof formuliert. Und sie haben nicht nur „Keine Gewalt!“ gedacht oder gerufen, sondern haben die Gewaltlosigkeit konsequent auf der Straße praktiziert. Menschen, die in zwei unterschiedlichen atheistischen Weltanschauungsdiktaturen aufgewachsen waren. Bei den Nazis mit Rassenhass und Kriegsvorbereitungen. An die Stelle Gottes war die „Vorsehung“ getreten. Bei den Realsozialisten mit Klassenkampf und Feindbild und atheistischer Propaganda: „Euren Jesus hat’s nie gegeben und euer Gefasel von Gewaltlosigkeit ist gefährlicher Idealismus. In der Politik zählen Geld, Armee, Wirtschaft, Medien. Alles andere kannst du vergessen!“ Dass die so erzogenen Menschen im Geist Jesu der Gewaltlosigkeit draußen auf der Straße handelten– Carl Friedrich von Weizsäcker sagte zu mir: „Das ist ein erschütternder Vorgang.“ Ich gehe noch einen Schritt weiter: Wenn je etwas das Wort „Wunder“ verdient, dann das. Ein Wunder biblischen Ausmaßes!

Zwischen Angst und Hoffnung

Als nach dem Friedensgebet alle aus der Kirche herausgekommen waren, setzte sich die Menschenmenge langsam in Bewegung. Die Kinder hatten sie zu Hause gelassen, weil es lebensgefährlich war. Zwischen Angst und Hoffnung bewegte sich der Zug Meter um Meter vorwärts auf dem Ring.

Mit allem gerechnet außer Kerzen und Gebeten

„Wir sind das Volk!“– das bedeutete auch: „Ihr ‚Volks‘-Polizisten, für wen steht ihr eigentlich hier? Für die paar Greise in Berlin – oder was?“ Wo das Volk steht, brauchst du bei 70.000 niemandem zu erklären. Die Staatsmacht war total überrascht und verunsichert. „Mit allem haben wir gerechnet, nur nicht mit Kerzen und Gebeten“, so der Volkskammerpräsident Horst Sindermann. Dafür hatten die Offiziere keinen Einsatzbefehl. Als der Zug der Menschen unangefochten den Innenstadtring passiert hatte und wieder am Ausgangspunkt angekommen war, herrschte eine ungeheure Erleichterung, dass nicht geschossen worden war. Keine zerstörte Schaufensterscheibe. Keine Sieger und Besiegten. Keiner verlor das Gesicht. Keiner büßte sein Leben ein.

Christian Führer (1943–2014), war 1989 Pfarrer in der Nikolaikirche in Leipzig. Der Text ist ein Auszug aus dem Buch „Das Wunder der Freiheit und Einheit“, erschienen bei SCM Hänssler und der Evangelischen Verlagsanstalt.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/09/family_taube_2.jpg 2003 3000 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2019-10-02 12:17:082019-10-15 09:25:03Der friedliche Kampf: Das schreibt der Nikolaikirchen-Pfarrer über die DDR-Demos 1989

Beten! Nicht Daumen drücken!

Heute in einem Facebook-Forum für Eltern von herzkranken Kindern: Eine Mama schreibt: „Meine kleine M. ist seit 3,5 Stunden im OP. Bitte, betet für meine kleine Tochter!“ Die meisten Kommentare darauf lauten: „Daumen sind gedrückt!“

Wie traurig, denke ich. Da bittet eine verzweifelte Mama um Gebete und bekommt (fast) nur gedrückte Daumen. Anteilnahme ist gut. Aber es ist nicht das, was diese Mama gerade braucht. Und ich denke, wie schwer es für Menschen sein muss, wenn sie in Situationen der Verzweiflung und der Angst nicht die Möglichkeit sehen, sich an Gott zu wenden. Ihm das Leid zu klagen, die Sorgen vor die Füße zu werfen, um Hilfe zu bitten.

Ich bin dankbar, dass ich diese Möglichkeit kenne und sie nutzen kann. Und ich möchte jeden ermutigen, es zu probieren. Nein, Beten ist kein Allheilmittel. Und längst nicht alle Gebete werden erhört und gehen so in Erfüllung, wie ich es mir wünsche. Das ist auch etwas, das ich Gott manchmal vor die Füße werfe: Warum hast du nicht geholfen? Warum hast du nicht geheilt?

Aber ich möchte das Gebet nicht missen. Man kann es übrigens auch ausprobieren, wenn man es sonst nicht macht. Es gibt keine „richtigen“ oder „falschen“ Formulierungen. Und wenn du Menschen suchst, die mit dir oder für dich beten, in deinem Umfeld aber keine sind, empfehle ich dir amen.de. Da findest du Menschen, die für dich vor Gott eintreten und ihm deine Anliegen bringen.

Bettina Wendland, Redakteurin Family und FamilyNEXT

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/09/lightstock_612783_full_Kevin-Carden.jpg 2228 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2019-09-06 11:48:442019-09-06 11:48:44Beten! Nicht Daumen drücken!

9 Jahre Loveparade-Tragödie: So erlebte ein Feuerwehrmann die Katastrophe

Branddirektor Jörg Helmrich hat Dienst, als bei der Duisburger Loveparade am 24. Juli 2010 eine Massenpanik ausbricht und 21 Menschen sterben. Zum Jahrestag kehrt er an den Katastrophenort zurück.

Möglichst schnell raus aus diesem Tunnel! Das ist der erste Impuls. Die Straße hindurch ist zweispurig, rund 300 Meter lang, die Decke flach und gewölbt. Es ist dunkel, Fahrzeuge rauschen vorbei, der Geräuschpegel enorm hoch. Dann kommt der Durchlass, nicht besonders groß, nur etwa zehn große Schritte breit, ungefähr die Distanz, die ein Fußball-Schiedsrichter zur Abmessung eines Freistoßes abschreitet. Hier war 2010 der Zugang zum Loveparade-Gelände.

Gleich links liegt die Gedenkstätte. Die Fläche, etwas mehr als 20 Meter lang, 10 Meter breit, Kopfsteinpflaster, läuft keilförmig zu. Eine große Menschenmenge auf engem Raum wurde 21 Menschen zum tödlichen Verhängnis und hat etwa 650 (namenlos) Verletzte hinterlassen. Rechts vor einer meterhohen Betonwand stehen zwei lange Bänke; gegenüber liegt die eigentliche Gedenkstätte. Ein abgeknicktes Verkehrsschild „Vorfahrt gewähren“. Geharkte Kiesrabatte, Gedenk-Steine, Kerzen, Blumen, Fotos. Eine Schrifttafel klagt die „profit- und konsumorientierte Spaßindustrie“ an. Treppenförmig sind Fotos und Namen der 21 Todesopfer auf einer rostbraunen Stahltafel angebracht; „Liebe hört niemals auf“ steht in 7 Sprachen darauf geschrieben. Rechts führt eine schmale Steintreppe nach oben – die für viele der letzte Fluchtweg, für die Opfer am Ende unerreichbar war. Auf jeder Stufe stehen ein Blumentopf und ein Holzkreuz. Ein paar Meter weiter noch einmal 21 Kreuze auf einer schwarzen Fläche, die auf einem Stück Metallzaun montiert ist – Teil des Trennelement-Systems, das die Menschenmassen hätte aufteilen und schützen sollen. Eigentlich.

Das Drama vor der Partymeile

Jörg Helmrich ist Branddirektor bei der Duisburger Feuerwehr. An diesem 24. Juli 2010, einem Samstag, hat er Dienst. Wie alle seine Kolleginnen und Kollegen. Urlaubssperre. Die Stadt rüstet sich für den Ansturm der riesigen Technoparty. Die Veranstalter sprechen von einer Million erwarteten Gästen – was nicht mehr als ein Werbe-Spruch ist, erklärt Helmrich (54): „Das wäre schier unmöglich gewesen: Duisburg hat nicht mal 500.000 Einwohner – die doppelte Menschen-Zahl auf einem überschaubaren Gelände, das war schlicht unvorstellbar.“ Tatsächlich kommen rund 200.000 Menschen zum Tanzen in die Ruhrstadt.

Immer noch eine schwer zu kalkulierende Großveranstaltung „mit hohem Lampenfieberpotenzial“, erinnert sich Helmrich. Bei der Lagebesprechung morgens im Stab der Feuerwehr sind einerseits alle „mit allen Nervenbündeln dabei“, sie wollen ihren „Job so gut wie möglich machen“. Andererseits klingt die „sehr detaillierte Vorplanung“ so durchdacht, mit verschiedenen Notfallszenarien, dass es wirkt, „als könnte es funktionieren“. Mehrere tausend Einsatzkräfte aus der Umgegend sind in Rufbereitschaft, die Duisburger erhalten massive Unterstützung aus Nachbarstädten: „Wir waren aus unserer Sicht sehr gut aufgestellt – bei einer allerdings ständig mitschwingenden Nervosität.“ Wäre die Loveparade wie geplant verlaufen, „wären wir alle in den frühen Morgenstunden mit High Five nach Hause gegangen, hätten uns gefreut – den Einsatz haben wir gerockt – und uns die nächsten vier Wochen ‚in die Eistonne‘ gelegt“, lächelt Helmrich nachdenklich. Es kam anders.

„Irgendwas läuft ganz gehörig aus dem Ruder!'“

Jörg Helmich

Branddirektor Jörg Helmrich vor den Silhouetten, die in Gedenken an die Opfer des Loveparade-Unglücks an Tunnelwände gemalt wurden. Foto: Jörg Podworny

 

An die heutige Gedenkstätte schloss sich früher die Rampe zum Festivalgelände, einem ehemaligen Güterbahnhof, an. Anstelle der Rampe folgt man heute einem kleinen Aufstieg, der zwischen gepflegten Kies- und Blumenbeeten hindurch führt und ein paar Meter weiter oben auf einer kleinen Freifläche an einem brusthohen Zaun endet, der den Blick auf die Partymeile von 2010 freigibt, die eingebettet ist zwischen Hauptbahnhof, ICE-Trasse und der Autobahn A 59.

Jörg Helmrich nimmt das Gelände am Unglückstag um 15 Uhr in der Nähe der ICE-Trasse selbst in Augenschein. Man kann dort dicht mit dem Pkw heranfahren und hat einen guten Überblick über das Gelände. „Die Besucherzahlen waren da noch sehr übersichtlich. Mit nicht viel Mühe hätte man alle einzeln zählen können.“ Das ändert sich in den nächsten anderthalb Stunden dramatisch. In der Stabsstelle blickt Helmrich auf einmal auf „Bilder, die mir sagten: Irgendwas läuft ganz gehörig aus dem Ruder!“

Um den Besucherstrom zu dirigieren, wurden die Partygäste vom Bahnhof über einen Umweg erstmal um das Gelände herumgeführt, um sie von beiden Tunnelköpfen aus auf das Festgelände zu leiten. Aus der Menschenmasse sollte – so der Gedanke – ein „Bandwurm“ werden, der die Menge so kanalisierte, dass es eigentlich „gar nicht zu einer Gedränge-Situation kommen durfte“, erzählt Helmrich, „trotzdem ist das Drama passiert“, schüttelt er immer noch ungläubig und ohne wirkliche Erklärung den Kopf.

Scham und Angst: Die Monate danach

Mit beiden Armen und schwankendem Oberkörper zeichnet er die wogende Menschenmasse nach, in der Einzelne nicht mehr Herr des eigenen Körpers sind, sondern im Rhythmus der Masse mitgehen müssen – und um Himmels willen nicht ins Straucheln geraten dürfen!

Er ist nicht oft hier, gesteht der Branddirektor, der heute in Zivil an der Gedenkstätte steht. „Ich meide den Platz – nicht aktiv, aber ich such auch nicht die Begegnung“, räumt er ein. Aber die Verantwortlichen der Stadt haben schnell erkannt, dass sie „der Trauer auch einen Raum geben“ und „einen Ort für Angehörige“ schaffen müssen, an dem sie Abschied nehmen und trauern können. Wenige Tage nach der Katastrophe sorgen Mittrauernde mit Kerzen für „ein Lichtermeer“ im Tunnel. Jedes Jahr zum 24. Juli gibt es hier eine Gedenkveranstaltung. Der Tunnel wird ab 23. abends gesperrt und ist für begrenzte Zeit nur für die Angehörigen offen, um ihnen einen angemessenen Rahmen zum Trauern und stillen Gedenken zu geben.

Für Jörg Helmrich war in den Monaten nach dem Unglückstag „Scham das vorherrschende Gefühl“: Er sieht sich als „Teil dieser Mannschaft, die es nicht hingekriegt hat, den Einsatz ohne Verletzte und Tote zu beenden“. Dazu kam Angst: die Furcht davor, selbst Gegenstand der Ermittlungen und „für das ‚Versagen‘ zur Rechenschaft gezogen zu werden“. Zwar war die Feuerwehr zu keiner Zeit Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Aber wenn es bei einem Anruf hieß „die Kripo ist am anderen Ende“, hatte Helmrich „viel zu hohen Puls“.

Ein Nachbar sagt in der Zeit mal zu ihm: „Als ihr kamt, da wurde der Einsatz doch gut!“ Er bekennt: „Das waren Momente, die mir gut getan haben.“ Auch seine Ehefrau Claudia ist eine wichtige Stütze. Sie stellt ihm die Frage, was er anders gemacht hätte, wenn er für jede Entscheidung eine Stunde Zeit zum Überlegen gehabt hätte. „Nichts“, antwortet er. Und doch: Am Ende standen 21 Tote – „da kann man nicht sagen: der Einsatz lief gut“.

Nach anderthalb Wochen Pause hat Helmrich damals die Arbeit wieder aufgenommen: „Das war auch gut.“ So konnten sie als Kollegen über das Erlebnis sprechen, nicht ständig, und auch mal „um unsere Wunden zu lecken“, räumt er ein. Vor allem aber, um in einer vertrauensvollen Atmosphäre über die Ereignisse sprechen zu können: „Das war auch ein Stück Familie und hat mit einigen Kollegen enger zusammengeschweißt, bis heute“, sagt er.

Anklage und Vergebung

Jetzt sitzt er ein paar Autominuten vom Tunnel entfernt in einem Park, Vögel zwitschern, und Helmrich denkt laut darüber nach, warum ihn der Besuch an der Gedenkstätte heute nicht so stark angefasst hat. „Weil ich jetzt in Zivil unterwegs bin“, überlegt er. Vor einem Jahr, im Juli 2018, war es anders: Spontan wollte er da – erkennbar – in Dienstkleidung zur Gedenkveranstaltung, ist aber umgedreht. „Auch heute hätte es mir in Dienstkleidung nicht behagt“, sinniert er. Kommt er also immer noch nicht ganz aus diesen Klamotten raus? Er nickt.

Wesentlich findet er allerdings eine Erfahrung, von der er auch erzählen will: Jörg Helmrich, der sich auf seinem Facebook-Profil als „Ehemann, Vater, Familienmensch, Christ und Firefighter“ charakterisiert, der Mitglied einer Baptistengemeinde in Mülheim ist, wo er seit diesem Jahr E-Bass spielt, der gern an der Ruhr spazieren geht, um den Kopf freizukriegen – er hat nach vielen, vielen Monaten, in denen er mit sich gerungen hat, „tatsächlich einen inneren Frieden gefunden, den Gott mir schenkt“. Seine Frau hat ihm in den Zeiten des Zweifelns den Satz gesagt, der schon viele Menschen getröstet und einen Halt gegeben hat: „Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.“ Wieder nickt er. Aber erst 2014, vier Jahre später, als er im Neuen Testament – zum x-ten Mal – den Bibelvers studiert, in dem von dem „Frieden Gottes“ die Rede ist, „der den menschlichen Verstand übersteigt“, da kapiert er: Ich muss „aus der Endlosspirale“ der Sorgen, zermürbenden Fragen und Selbstanklagen „aussteigen und Gott beim Wort nehmen – der meint das wirklich so“. Also hat er „einen Deal gemacht“ – und zu Gott gebetet: „Ich überlasse dir die Sorgen – den Rest musst du machen. Und Gott hat mir deutlich gemacht: Okay. Läuft!“, lacht Helmrich. „Ich bin ein nüchterner Typ, aber diese Aussage erzeugt in mir eine regelrecht wohlige Wärme.“

„Da ist mein Kind umgekommen – und die Leute werden freigesprochen?!“

Trotz der positiven Aspekte, die es gibt: Die Loveparade hat keine Chance auf ein Happy End. Als Anfang dieses Jahres sieben städtische Angeklagte im Prozess freigesprochen wurden, hat Helmrich das auch mit etwas Erleichterung aufgenommen. Zugleich versteht er, dass das für die Angehörigen der Opfer „überhaupt nicht vermittelbar“ ist; dass es furchtbar ist, wenn der Prozess – was gut möglich ist – ohne Verurteilungen beendet wird: „Da ist mein Kind umgekommen – und die Leute werden freigesprochen?!“ Nein, schüttelt er den Kopf, „was damals passiert ist, ist nicht ungeschehen zu machen“. Die Tragödie hat in der Stadt oft den Reflex ausgelöst: „Duisburg ist mehr als nur Loveparade!“ Regelmäßig zum 24. Juli „poppt das wieder hoch“, sagt Helmrich mit Verständnis. 2020 wird es wohl noch mal stärker werden, zum zehnjährigen Gedenken.

Er selbst hofft auf die heilsame Kraft der Vergebung. Besonders für die Angehörigen wünscht er sich, dass sie „für sich das schwierige Kapitel Vergebung bewältigen können“. Jörg Helmrich sagt das nicht ohne Grund. Er hat selbst Vergebung als „Heilmittel, das so einen schlimmen Verlust zumindest verkraftbarer macht“ erfahren. Kein leichter Satz. Und doch wünscht Helmrich sich, „dass Menschen den Gott kennenlernen, der Vergebung möglich macht“.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_6817-e1563875677858.jpg 1333 2000 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2019-07-23 12:51:042019-07-23 12:51:049 Jahre Loveparade-Tragödie: So erlebte ein Feuerwehrmann die Katastrophe

Ein „normales“ Zuhause?

Ein Gastbeitrag von Cyra Maurer

Was mich in letzter Zeit immer wieder beschäftigt, ist unser Zuhause. Lange Zeit habe ich es als völlig normal empfunden: Wir wohnen als Familie in einem schmalen Reihenmittelhaus am Waldrand, mit ganz normalem Garten, in einem ganz normalen Ort. Also alles nicht weiter auffällig – dachten wir …

Doch seit mehreren Jahren sind wir Gastfamilie und haben unser Haus für Menschen aus aller Welt geöffnet. Und seit mehreren Jahren spazieren nun Menschen aus den verschiedensten Ländern hier ein und aus. Und plötzlich sehen wir unser Haus jedes Mal mit anderen Augen.

Da kommt der Koreaner und staunt: „Oh, so viel Platz! Und sogar mehrere Stockwerke! Wahnsinn!“ Und der Amerikaner denkt sich: „Nettes kleines Ferienhaus. Bei uns ist das Elternschlafzimmer so groß wie euer ganzes erstes Stockwerk.“

Beim Garten das Gleiche. Da kommt der Chinese und ruft erfreut: „Ihr habt einen echten Garten! Unglaublich! Ich war in meinem Leben noch nie in einem Haus mit Garten. Darf ich mal Rasen mähen? Das war schon immer mein Traum.“ Und dann kommt die Afrikanerin, deren Farmgrundstück halb so groß wie unser Dorf ist, und lächelt bei dem niedlichen Anblick von unserem „Grünstreifen“. Anschließend fragt sie, welche großen Tiere im Wald hinter unserem Haus leben (Elefanten, Löwen, Schlangen?), während die Japanerin bei jedem noch so kleinen Insekt laut aufschreit, weil es bei ihr in der Großstadt überhaupt keine Tiere gibt.

Innen denkt sich der Amerikaner: „Wow, nicht nur Badewanne, sondern sogar eine extra Dusche!“, während die Japanerin die beheizte Metallbadewanne für das tägliche Abendbad vermisst. Der Peruaner bewundert die Spülmaschine und den Backofen, der Chinese hält den Drehschrank für eine geniale Erfindung und liebt es zuzusehen, wie die Töpfe sich drehen.

Beim Essen geht es weiter. Der Amerikaner ist es gewohnt, außer Haus zu essen (Frühstück kaufen, im Auto essen. Mittagssnack kaufen, unterwegs essen.) und staunt, dass wir als Familie zu den Mahlzeiten täglich am Esstisch zusammenkommen. Der Franzose versteht nicht, warum wir immer „so schnell“ wieder aufstehen und nicht noch viel länger gemütlich sitzen bleiben wollen.

Die Amerikaner und Asiaten können nicht glauben, dass wir die Sommer ohne Klimaanlage überleben. Der Kanadier kann es nicht fassen, dass wir ohne Kamin im Winter nicht erfrieren.

Abends will die Afrikanerin aus Sicherheitsgründen am liebsten alles nach innen holen und ist irritiert, dass wir keinen elektrischen Zaun um das Grundstück und keine Alarmanlage im Haus haben. Und der Kanadier verliert unseren Haustürschlüssel und meint: „Ist doch nicht schlimm, oder?“, weil bei ihnen im Dorf nie eine Tür abgeschlossen wird. Ja, in Montana, USA, lassen sie sogar die Haustür extra weit offen, wenn sie in den Urlaub fahren, damit die Katzen in der Zeit immer rein und raus können. So friedlich kann es sein …

Und dann kommen die Flüchtlingsfrauen und die minderjährigen Jungs zum Deutschunterricht zu uns. Und sie erzählen von einfachen Hütten, die ihr Zuhause waren, von zerbombten Häusern, die sie verlassen haben, oder von den Containern, in denen sie jetzt leben und wahrscheinlich noch lange leben werden.

Und plötzlich wird mir bewusst: Unser Zuhause ist nicht normal. Wir leben in einem Paradies. Und wir haben so viel mehr an Platz und Wohlstand und Chancen, dass das gar nicht für uns allein gedacht sein kann. Oder?

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/06/jala_photocase_236802.jpg 3000 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2019-06-14 10:04:552019-06-14 10:04:55Ein „normales“ Zuhause?

„Die können ja nicht mit Geld umgehen“

Neulich beim Friseur. Ein Mann Ende 30 unterhält sich mit der Friseurin über seine 12-jährige Tochter. Sie kommen aufs Thema Taschengeld. „Nein, Taschengeld bekommt sie nicht. Sie kriegt ja von uns alles, was sie möchte“, erklärt der Vater. „Aber ich habe ein Sparkonto für sie angelegt“, fügt er fast entschuldigend hinzu. Vielleicht hat er Sorge, sonst als Rabenvater dazustehen? Die Friseurin fragt nach: „Und wann bekommt sie das Geld?“ Der Vater erklärt: „Wenn sie mit der Schule fertig ist. Die jungen Leute können ja nicht mit Geld umgehen. Und wenn sie dann eine eigene Wohnung hat und ein Auto, dann kann sie das bestimmt gut gebrauchen …“

Mir fällt fast die Brigitte aus der Hand. Habe ich richtig gehört? Wie soll denn das Mädchen lernen, mit Geld umzugehen, wenn sie immer alles bekommt? Wenn sie kein eigenes Geld hat, mit dem sie üben kann? Und wie geht es weiter, wenn das Geld von Papas Sparkonto aufgebraucht ist? Wie sollen unsere Kinder zu selbstständigen Erwachsenen werden, wenn wir Eltern ihnen alles abnehmen? Wenn wir ihnen nichts zutrauen?

Das ist nicht nur beim Umgang mit Geld so. Das gilt auch fürs Kochen, fürs Taschepacken, fürs An-Sachen-Denken, fürs Termine-Planen. Da ist bei mir sicher auch noch Luft nach oben. Von daher war dieses mitgehörte Gespräch beim Friseur ein guter Impuls für mich. Und vielleicht ja auch für euch!

Bettina Wendland

Redakteurin Family/FamilyNEXT

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/08/felix-koutchinski-679118-unsplash.jpg 2000 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2018-08-30 08:52:382018-08-30 08:52:38„Die können ja nicht mit Geld umgehen“

Loslassen!

Ängste, Sorgen, Träume, das Bild von mir selbst und natürlich die Kinder: Wie wir das alles loslassen können, damit beschäftigen wir uns gerade intensiv in der Redaktion. Denn „Loslassen“ ist das Dossier-Thema der nächsten Ausgabe von Family und FamilyNEXT.

„Wenn man loslässt, findet man Freiheit“, schreibt Priska Lachmann zum Beispiel. Und Roswitha Wurm sagt in ihrem Artikel über das Loslassen von Lebensträumen: „Jedes ‚Hätte ich doch‘ wirft uns zurück in ein Leben, das nicht mehr zu unserem Heute gehört.“ Spannende Gedanken, die dazu anregen, eine Standortbestimmung zu machen: Wann ist Loslassen angesagt? Und wann ist Festhalten dran?

Das ist ja auch immer wieder die Frage in Bezug auf unsere Kinder. Wir müssen sie ganz oft festhalten, ihnen Halt geben. Aber wir dürfen den Moment nicht verpassen, wenn das Loslassen wichtig wird. In schöne Wort hat das Mariana Leky in ihrem Roman „Was man von hier aus sehen kann“ gefasst:

Selma und der Optiker hatten uns das Fahrradfahren beigebracht. Der Optiker hielt Martins Gepäckträger fest, Selma meinen. „Wir lassen nicht los“, sagten sie. Und irgendwann: „Wir lassen jetzt los!“ Und Martin und ich fuhren, erst wackelig und dann immer sicherer.

 

Bettina Wendland, Redakteurin Family und FamilyNEXT

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/07/suze_photocase_258132.jpg 1996 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2018-07-16 13:51:542018-07-16 13:51:54Loslassen!

Keine Angst vor Verbindlichkeit

Ein wunderschönes Brautkleid, zu Tränen gerührte Gäste, Blumenmädchen und eine Bilderbuchehe bis der Tod uns scheidet. Das waren meine Vorstellungen von Hochzeit und Ehe, bevor es mit dem Heiraten konkret wurde. Wie diese Entscheidung nach Außen wirkte, darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht.

Als es dann soweit war, war ich 22 Jahre alt und wollte einfach nur meinen David heiraten. Für mich war wichtig, eine Verbindlichkeit für das gemeinsame Leben mit dem Mann einzugehen, den ich liebe.

Doch so klar und einfach diese Entscheidung für uns war, war sie nicht für alle Menschen in unserem Umfeld. Ich studierte zu diesem Zeitpunkt noch und bei meinen Kommilitonen warf diese Entscheidung viele Fragen auf. Ganz vorne dabei waren zwei Fragen: „Wie alt seit ihr denn?“ und „Woher nehmt ihr das Geld?“. Scheinbar war für viele die Heiratsfrage eine Frage des Alters und des Geldes. In Gesprächen mit Altersgenossen wurde oft zum Ausdruck gebracht, dass man mit Anfang 20 so eine Entscheidung gar nicht treffe könne, weil das Leben doch jetzt gerade erst anfinge. Wer weiß schon, wo man in 10 Jahren steht? Natürlich kann man nicht in die Zukunft sehen, aber mit 30 weiß ich genauso wenig wie sich meine Zukunft entwickelt. Den Rest seines Lebens mit einem Partner zu verbringen, scheint für die meisten jungen Leute wenig attraktiv zu sein. Eine Ehe wird eher als Hindernis für die persönliche Entfaltung gesehen. Ich kann für mich nur sagen, dass ich mich in meiner Persönlichkeit noch nie so gut entfalten konnte, wie mit meinem Mann an der Seite, der mich in jeder Herausforderung des Lebens begleitet und bestärkt. Der mir Ideen gibt, wenn ich keine mehr habe und der oft eine andere Sichtweise auf die Dinge hat. Zu zweit ist jede Herausforderung nur noch halb so groß.

Eine Frage des Geldes?

Dann war da ja noch die Sache mit dem Geld. Ja, eine Hochzeit kostet Geld. Doch obwohl ich mich im Studium befand, hat es hingehauen. Schlussendlich geht es doch darum, die Liebe zueinander zu feiern. Ob in einem Schloss oder im Gemeindehaus von nebenan, spielt dabei eigentlich keine Rolle. Für uns war einfach wichtig, im Kreis unserer Familien und Freunde „Ja“ zu einem gemeinsamen Leben zu sage und dieses „Ja“ unter Gottes Segen zu stellen. Dafür brauchte es nicht viel Geld und keiner der Gäste hat sich je beschwert, dass es keine Stuhl-Hussen gab, dass die Deko ein wenig zusammengewürfelt war oder dass der ein oder andere Gast Kuchen mitbringen musste.

Hand in Hand durch stürmische Zeiten

Dass eine Ehe zu führen nicht immer einfach ist und dass man nicht jeden Tag gut miteinander auskommt, scheint für die meisten jungen Leute nicht in der Vorstellung von Ehe enthalten zu sein. Die wichtigen Dinge des Lebens, wie Zusammenhalt, Loyalität, Kompromissbereitschaft, Vergebung und Empathie habe ich noch nie so intensiv erlebt, wie in den vergangenen drei Ehejahren. Mein Mann und ich führen keine perfekte Beziehung, wir verstehen uns auch nicht jeden Tag gleich gut, aber wir sind durch das Band der Ehe fest verbunden. Ich kann darauf vertrauen, dass wir zueinander halten, auch wenn wir uns ab und zu mal streiten. Wir haben eine gemeinsame Basis, von der alle Entscheidungen ausgehen. Dieses Fundament lässt sich nicht so einfach durch Streit oder Unstimmigkeiten zerschlagen, weil wir wissen, dass der Partner sich entschieden hat, für ein gemeinsames Leben, so wie wir sind.

So hart das vielleicht klingt, ich weiß nicht, ob mein Mann und ich noch zusammen wären, wenn wir nicht geheiratet hätten. Vielleicht hätte ich in Krisenzeiten einfach aufgegeben und den leichteren Weg der Trennung gewählt, wenn es die gemeinsame Basis nicht gegeben hätte. Umso schöner ist es doch zu sehen, das man viele Krisen oder Streits auch als Ehepaar überwinden kann.

Doch dieses Verständnis von Ehe ist, meiner Erfahrung nach, in unserer Gesellschaft verloren gegangen. Der Drang nach Perfektion und Vollkommenheit in allen Lebensbereichen ist groß, sodass die Entscheidung für eine verbindliche Partnerschaft schwer fällt. Ständig muss alles abgewogen und bewertet werden, damit man den perfekten Zeitpunkt oder das perfekte Alter nicht verpasst. Doch die Menschen sind nicht vollkommen. Ist es nicht viel einfacher nicht perfekt sein zu müssen? Die Gewissheit, dass man nicht alles richtig machen muss, um geliebt zu werden. Das Gott mir jemanden an die Seite stellt, mit dem ich mein Leben leben darf, so wie es eben kommt. Das ist für mich Ehe.

Eine richtige Entscheidung

Zum Glück standen unsere Familien immer voll hinter uns und freuten sich mit uns über die Entscheidung zu heiraten. Wir waren beide 23 Jahre alt und die Hochzeit war der schönste Tag unseres Lebens, weil wir unsere Liebe zueinander feierten. Ich glaube es wäre ganz egal gewesen, wie dieser Tag verlaufen wäre. Es war etwas ganz besonderes „Ja“ zueinander zu sagen. Auch wenn es den ganzen Tag geregnet hat (und das im Hochsommer), die Eisbombe schon halb geschmolzen war und der Standesbeamte mich mit Daniel anstatt David verheiraten wollte. Wenn ich mich an meine Hochzeit erinnere, dann habe ich immer ein Gefühl von Geborgenheit. Wir müssen unser Leben jetzt nicht mehr alleine bewältigen, wir haben jemanden zur Seite gestellt bekommen, mit dem wir durch Leben gehen dürfen.

Doch auch nach diesem Fest muss ich mich noch oft rechtfertigen. Die Frage nach meinem Alter ist allgegenwärtig, noch viel häufiger seit unsere Tochter auf der Welt ist. Fast niemand, der uns als Paar oder als Familie sieht, geht davon aus, dass wir verheiratet sind. Am häufigsten tauchen  die Fragen in meinem beruflichen Umfeld auf. Oft finde ich diese ganzen Erklärungen lästig, manchmal macht es mich aber auch stolz diesen Weg gegangen zu sein.

Insgesamt bin ich froh in jungen Jahren das Leben von dieser spannenden Seite kennenlernen zu dürfen. Wenn ich 10 Jahre lang darüber nachgedacht hätte, ob Heiraten die richtige Entscheidung ist oder ob David wirklich der richtige Mann ist, ich hätte vermutlich die eigentliche Bedeutung von Ehe aus den Augen verloren. Ich habe letztlich auf mein Gefühl gehört und hatte keine Angst vor falschen Entscheidungen, denn ich lebe in dem Vertrauen, dass mein Leben nicht allein in meiner Hand liegt, sondern dass es einen Gott gibt, der am Ende alles gut werden lässt. Auch eine Ehe, die mit Anfang 20 beginnt.

 

Annabell Meyer ist seit 3 Jahren verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Essen.

 

Weitere Beiträge zu diesem Thema sind in der Family 1/2018 zu lesen.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/12/natalie-toombs-450100.jpg 2000 3000 Julia Kallauch https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Julia Kallauch2017-12-07 13:00:282018-06-05 14:19:55Keine Angst vor Verbindlichkeit

Ein Hoch auf unseren Verein

Stefan Gerber erlebt, dass seine Mitspieler da sind, wenn das Eis zu brechen droht.

Eine Eskimo-Weisheit sagt, dass man echte Freunde erst dann erkennt, wenn das Eis bricht. Genau das durfte ich erleben, als mein Eis gerade ziemlich dünn war. Der Terminkalender sah im Voraus eigentlich noch ganz okay aus, aber dann kam eine unvorhergesehene Sache nach der anderen rein: Komplikationen während des Krankenhausaufenthalts eines Familienmitglieds, Zusatzsitzungen, Anfrage zur Gestaltung einer Trauerfeier, kurzfristiger Coachingauftrag sowie massiver Zeitdruck bei der Organisation und Vermarktung einer Konferenz – und natürlich sollten alle Herausforderung noch vor dem Urlaub gemeistert werden. Es gibt ein paar Dinge, die genau in solchen Situationen kommen, aber nie so unpassend sind wie dann: Quengelnde und/oder kranke Kinder Schlaflose Nächte PC-Probleme Jetzt raten Sie mal, welche Schwierigkeiten sich bei mir zu den oben genannten Herausforderungen gesellt haben! Richtig – alle drei! Das Eis drohte zu brechen, denn Problem Nr. 3 verhinderte, dass ich die Herausforderungen überhaupt in Angriff nehmen konnte. Auch nachdem ich mich stundenlang durch einschlägige Foren gegoogelt hatte, öffnete keiner der vorgeschlagenen Tricks ein Fensterchen zu Windows. Mir wurde klar, dass ich nun fremde Hilfe in Anspruch nehmen musste. Aber woher kriege ich einen fachkundigen Spezialisten, der mir nicht nur irgendwelche Tipps gibt, sondern mein Problem innerhalb kürzester Zeit auch wirklich lösen kann und dann noch in Reichweite meines Budgets liegt? Ich setzte einen Hilferuf im Chat der „freestylers“ ab. Die „freestylers“, das sind meine Kumpels aus dem freien Unihockey-Training des Vereins „freestylers“ in unserem Dorf. Unihockey ist eine Hockeyvariante, die mit Hallenhockey verwandt ist. Was folgte, hatte mich nicht wirklich überrascht, aber mehr als gefreut und sogar berührt: Einer genoss gerade seine Ferien – und trotzdem meldete er sich schneller auf meinen Hilfeschrei, als jede Hotline meinen Anruf entgegengenommen hätte. Ein anderer war beruflich im Einsatz und hätte wohl genug damit zu tun gehabt. Doch er rief mich umgehend an und erkundigte sich nach meinen PC-Problemen. Die Erlösung schließlich sollte ein weiterer freestylers- Freund bringen. Sein telefonischer Support half mir zwar noch nicht, doch als Iwan dann mein Gerät persönlich unter die Lupe nahm, fand er nach ein paar Handgriffen den richtigen Befehl. Und siehe da: Der PC begann seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren – ohne Datenverlust, ohne mühsames Neuaufsetzen. Ich konnte wieder arbeiten! Mir tut das Hockeyteam gut! Wann immer möglich, bin ich mittwochs dabei, schwitze, treffe meistens über das Tor, aber es macht Spaß und hilft gerade in schwierigen Zeiten. Und dass ich jetzt noch erleben durfte, wie selbstverständlich mir bei meinen PC-Problemen geholfen wurde, macht meine „Liebe“ zu den freestylers gleich noch größer! Solche Unterstützung lässt mich auftanken – gerade, wenn das Eis dünn ist.

 

Stefan Gerber, Geschäftsführer Willow Creek Schweiz, ist Leiter der Netzwerk- Kirche „gms – gospel movement seeland“ und freiberuflich als Autor („Glück finden – hier und jetzt“), Referent und Coach tätig. Er ist verheiratet mit Brigitte Gerber-Urfer und Vater von Joy Nina (14) und Janosch Noah (11).

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/11/TankstelleER-e1509972068552.jpg 538 642 Julia Kallauch https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Julia Kallauch2017-11-28 14:32:292018-06-05 14:19:56Ein Hoch auf unseren Verein

Weihnachtsbücher für die Kleinen

Alle Jahre wieder ist es wunderschön, bei Keksen und Kerzen den Kindern Weihnachtsgeschichten vorzulesen. Wir haben für euch ein paar besonders schöne Bilderbücher zum Vorlesen ausgesucht:

Ein Fuchs erzählt von Weihnachten

Von Nick Butterworth und Mick Inkpen

Ein Fuchs berichtet von der Nacht, die alles verändert. Seine Suche nach einer leckeren Mahlzeit entwickelt sich schon bald zur Suche nach dem geheimnisvollen Königskind, das in der Stadt Bethlehem geboren sein soll. In kindgerechter, großer Schrift erzählt das Buch die Weihnachtsgeschichte aus einer anderen Perspektive.

Besuch im Stall

Von Juliet David und Jo Parry

Die Kuh Miriam genießt in ihrem warmen Stall die abendliche Ruhe. Doch diese ist schlagartig vorbei, als die ersten unerwarteten Gäste vor der Türe stehen – Hanna und Henri mit allen ihren Hasenkindern. Aber damit nicht genug! Im Laufe der Nacht wird es im Stall immer voller und etwas Unvergessliches geschieht: Ein besonderes Baby wird dort geboren!

Die Weihnachtsgeschichte

Von Sabine Zett und Susanne Göhlich

Sabine Zett erzählt die klassische Weihnachtsgeschichte ausführlich und in leicht verständlichen Worten. Maria und Josef, die Hirten und die drei Sterndeuter werden zu lebendigen Figuren. Große bunte Bilder laden Kinder dazu ein, in die Geschichte einzutauchen und herauszufinden, warum wir eigentlich Weihnachten feiern.

Matthias und die Geschichten von Bethlehem

Von Natanja und Sigrid Mischnick

Matthias aus Bethlehem will die Vergangenheit seines Volkes Israel kennenlernen. In Gesprächen mit seinem Großvater erfährt er außerdem von einer Verheißung Gottes, die sich vor gar nicht langer Zeit in seiner Heimatstadt erfüllt haben soll. Die 26 Geschichten für die Advents- und Weihnachtszeit machen so die großen Zusammenhänge der Bibel deutlich und geben einen Überblick über die jüdische Kultur und Geschichte bis zur Zeit Jesu.

Das kleine Weihnachtsglück

Von Antonia Woodward

Mit liebevollen Illustrationen erzählt Antonia Woodward nach biblischem Vorbild, was vor mehr als 2000 Jahren in Israel geschah: Ganz unterschiedliche Menschen machen sich auf den Weg nach Betlehem – ein Ehepaar, drei weise Männer und ein paar einfache Schafhirten. Ihr Ziel ist der Stall, in dem Jesus, der Sohn Gottes, zur Welt kommt.

Drei Könige

Von Erich Jooß und Maren Briswalter

In dieser modernen Interpretation reisen die Heiligen Drei Könige weder aus dem fernen Morgenland an, noch tragen sie kostbare Gaben bei sich. Drei Brüder sind es, die von Haus zu Haus ziehen, um Geschenke zu erbitten. Diese sind für ein neugeborenes Kind bestimmt, ein Flüchtlingskind, das noch viel ärmer ist als sie selbst.

Der kleine Dachs im Weihnachtswald

Von Suzy Senior und James Newman Gray

Der kleine Dachs ist noch ganz neu im Weihnachtswald, darum möchte er unbedingt Freunde finden. Aber das ist schwieriger als gedacht, denn alle Tiere scheinen Angst vor ihm zu haben … Die zusammenhängenden Geschichten erzählen von Mut, Freundschaft und Versöhnung und stimmen mit den ansprechenden Bildern auf Weihnachten ein.

Drei Könige – Eine Weihnachtsgeschichte

Von Heinz Janisch und Birgitta Heiskel

Jeder kann ein König sein – das beweist diese Weihnachtsgeschichte. Allerdings wird klar, dass es hier nicht um Macht oder Reichtum geht. Im Gegenteil: Durch eine kleine Geste des Schenkens kommen drei wunderliche Männer einem großen Geheimnis auf die Spur. Und nicht nur in der Geschichte gibt es viel zu entdecken, sondern auch auf den detailreichen Bildern.

Gans vergessen

Von Stephanie Schneider und Ingrid Sissung

Klaus, das Kamel, reist aus der fernen Wüste an, um endlich seine Brieffreundin, die Kuh Tilda, zu treffen und mit ihr richtig Weihnachten zu feiern. Doch kurz vor dem Essen fällt dieser ein, dass sie vollkommen vergessen hat, eine Gans einzuladen! Und was ist Weihnachten ohne Weihnachtsgans? Also machen die beiden sich sofort auf zu Gänsebauer Bernd …

Jesus feiert Geburtstag im Stall

Von Swantje Kammerecker und Moritz Knacke

Der ganz besondere Adventskalender: Ein kleiner Engel lädt Menschen und Tiere zum Geburtstagsfest des Jesuskinds ein – in 24 kurzen Geschichten. Diese wurden in Schweizer Mundart für die beiliegende Doppel-CD vertont und mit Musik unterlegt. Ebenso sind Stifte und Ausmalkärtchen für jeden Tag enthalten.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/11/IMG_4122.jpg 2448 3264 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-11-16 12:09:472020-05-22 08:44:26Weihnachtsbücher für die Kleinen
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