springe zu:
  • Online-Magazin
    • Artikel aus den Heften
    • Erziehungs-Tipps
  • Family-Produkte
    • Alle Family Produkte
    • Abonnement
  • Familien-Foren
  • ServiceKontakt & Anzeigen
    • Spenden
    • Christliche Jobbörse edenjobs.de
    • Kontakt
      • zur Redaktion
      • zum Kunden-Service
    • Werben in Family (Mediadaten)
    • Vertrag kündigen
  • Family bestellenAbo & Geschenke
    • kostenlos testen
    • verschenken
  • FamilyNEXT bestellen
    • kostenlos testen
    • verschenken
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Archiv für die Kategorie: Redaktions-Blog

Diabetes in den Griff bekommen

Das Leben mit Diabetes hat seine Tücken. Diabetikern, die schlecht mit ihrer Erkrankung umgehen, drohen Langzeitschäden. Deshalb lernt der 18-jährige Sören in einem Diabetes-Camp, wie er seine chronische Krankheit besser in den Griff bekommt.

„Mein Blutzuckerwert schwankt stark und ist oft zu hoch“, Sören Schlosser kennt die Probleme. Sie zu lösen, ist aber eine andere Sache. Bei einem 10-tägigen Camp im Diabeteszentrum des CJD Berchtesgaden verbessert der Diabetiker aus der Nähe von Düsseldorf sein Know-how im Umgang mit dem Diabetes. „Ich weiß jetzt besser Bescheid, wie ich meine Werte einstellen kann“, erklärt Sören, „zum Beispiel indem ich besser auf den Abstand zwischen Insulinspritzen und Essen achte.“ Um keine Folgeschäden zu bekommen, muss er seinen Blutzucker möglichst gleichmäßig im normalen Bereich halten. Ein Maß, wie gut das gelingt, ist der so genannte HbA1c-Wert. Bei Sören ist er zu hoch.

Begonnen hat bei ihm alles vor 12 Jahren. Kurz nach der Einschulung wurde bei dem damals sechsjährigen Diabetes festgestellt. „Das war schon ziemlich schwer für mich mit dem Spritzen und der Schule. Ich hatte Schwierigkeiten, in der Schule zurechtzukommen.“ Mit Hilfe seiner Mutter ging es anfangs mit dem Spritzen noch gut. „Mit 10 Jahren wollte ich aber vom Diabetes gar nichts mehr wissen. Ich habe mit dem Messen nachgelassen, teilweise vor dem Essen gar nicht gemessen“, erzählt Sören.

Zusammen mit anderen jungen Diabetikern aus ganz Deutschland absolviert Sören bei dem Camp Schulungseinheiten und praktische Übungen. Sie sollen den Teilnehmern vermitteln, wie sie im Alltag ein besseres Krankheitsmanagement schaffen. „Mit verschiedenen Sportangeboten wie E-Biken oder Raften trainieren wir die Therapieanpassung bei körperlicher Belastung“, erklärt Torsten Vetters, Diabetesberater in dem Diabeteszentrum des CJD Berchtesgaden, einer Einrichtung, die auf die Betreuung von chronisch kranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen spezialisiert ist. Bei den Teilnehmern kommt das Konzept gut an, auch bei Sören: „Das Camp hat mir gut gefallen. Ich denke, meinen Blutzuckerwert habe ich ab jetzt besser im Griff.“

Weitere Infos: CJD Berchtesgaden

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/07/Diabetescamp-2.jpg 2029 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-07-11 08:54:322020-05-22 08:44:26Diabetes in den Griff bekommen

Good-bye, Plastiktüte!

Wenn ich vom Einkaufen zurückkomme und alles aufgeräumt habe, ist der Behälter für Plastikmüll fast voll. Das ärgert mich. Vor allem, dass bei Obst und Gemüse so viel Müll anfällt. Dass gerade Bio-Produkte immer noch extra in Plastik verpackt werden, ist unglaublich. Aber angeblich geht das ja nicht anders, weil sonst an der Kasse Verwirrung herrscht. So ein Blödsinn! Die Supermarktketten sind so kreativ im Erfinden neuer Werbebotschaften, da wird ihnen doch da auch eine Lösung einfallen.

Genervt bin ich auch von den kleinen Plastiktütchen, die man angeblich zum Verpacken von losen Früchten, Tomaten etc. braucht. Ich bin schon lange dazu übergegangen, darauf zu verzichten,wo es möglich ist. Mit dem Ergebnis, dass meine Äpfel und Pfirsiche an der Kasse lustig herumkullern und dadurch auch nicht besser werden. Also habe ich mich auf die Suche nach wiederverwertbaren Säckchen gemacht. Schnell fand ich die Anleitung zum Selbernähen: Gemüsebeutel selber nähen

„Hier erfährst du, wie du sie ganz einfach selbst nähen kannst: Aus Materialien, die du bestimmt schon zu Hause hast.“ Die Autorin kennt mich schlecht. Ich habe weder Zugband oder Kordelstopper noch einen „durchscheinenden, leichten Stoff“ zu Hause. Und nähen kann ich auch nicht. Also suchte ich weiter und stieß auf Fregie, einen etwa DIN A 4-großen Beutel aus reißfestem und leichtem Material. Was mir wichtig ist: Die Beutel sind waschbar, lebensmittelecht und in Deutschland bzw. der EU gefertigt. Ich hatte ja erst Sorge, was die Kassiererin dazu sagen würde (hatte in unserem Lieblingssupermarkt noch nie jemanden mit solchen Beuteln gesehen, wir wohnen halt nicht im Prenzlberg). Aber es gab null Kommentar.

Für die nächste Ausgabe von Family und FamilyNEXT haben wir einen Artikel zum Thema „Zero Waste“ bekommen. Für mich sehr herausfordernd. Kompletten oder weitgehenden Müll- und vor allem Plastikverzicht finde ich schon schwierig. Aber ich will wenigstens an einer Stelle anfangen. Oder an zwei. Denn eine faltbare Stofftasche für Klamotten-Käufe habe ich schon länger in der Tasche.

Und wo fängst du an?

Bettina Wendland

Redakteurin Family/FamilyNEXT

 

PS: Bin von mehreren mitdenkenden Menschen darauf hingewiesen worden, dass es natürlich noch besser wäre, ganz auf Plastik zu verzichten. Ein lieber Kollege hat mir auch direkt ein paar Links zu noch ökologischeren Alternativen geschickt, auf die ich bei meiner Suche nicht gestoßen bin. Hier also der Vollständigkeit halber noch zwei plastikfreie Obsttüten-Alternativen:

Greenderella

Waschbär

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/06/Fregie.jpg 2448 3264 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-06-30 10:34:232017-06-30 12:33:32Good-bye, Plastiktüte!

Kinder finden oft keine Hilfe

Kinder, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, erfahren oft erst spät oder auch keine Hilfe, weil Familienangehörige zwar von dem Missbrauch wissen, aber nicht handeln. Das ist eins der Ergebnisse des ersten Zwischenberichts der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Seit Mai 2016 haben sich bei der Kommission rund 1.000 Betroffene  für eine vertrauliche Anhörung gemeldet. Davon konnten bisher etwa 200 Personen angehört werden. Zusätzlich sind 170 schriftliche Berichte eingegangen. Bei rund 70 Prozent der Betroffenen, die sich bisher an die Kommission gewandt haben, fand der Missbrauch in der Familie oder im sozialen Nahfeld statt.

In ihrem Bericht stellt die Kommission die besondere Rolle von Müttern fest: Sie treten auch als Täterinnen auf, vorwiegend aber als Mitwissende. Warum sie in vielen Fällen nichts gegen den Missbrauch ihres Kindes unternehmen, hat unterschiedliche Gründe: Abhängigkeiten, erlebte Rechtelosigkeit, Ohnmachtserfahrungen und Gewalt in der Partnerschaft, die Angst vor dem Verlust des Partners oder der gesamten Familie sowie eigene Missbrauchserfahrungen.

Auf die Problematik, dass Kinder, die anderen von ihrem Missbrauch erzählen, häufig keine Hilfe finden, weist auch Family-Autor Christian Rommert hin. Im September erscheint sein Buch „Trügerische Sicherheit. Wie wir Kinder vor sexueller Gewalt in Gemeinden schützen“ (SCM R.Brockhaus). Darin schreibt er: „Ein Kind, das in der Situation des Missbrauchs den Mut findet, sich einem Erwachsenen oder seinem Umfeld gegenüber zu offenbaren, erfährt häufig negative Reaktionen. Einige Experten sagen, dass eine betroffene Person im Durchschnitt bis zu sieben Personen anspricht, bevor jemand hilfreich reagiert. Vorher erleben die Betroffenen häufig Unglauben, Unverständnis und nicht selten sogar Schuldzuweisungen. Junge Mädchen, die ihren Müttern erzählten, dass der Stiefvater sie missbrauchte, erlebten, dass die Mütter ihnen nicht glaubten oder sagten: ‚Jetzt weißt du, wie es ist.'“

Rommerts Buch beschäftigt sich zwar schwerpunktmäßig mit sexuellem Missbrauch in Gemeinden, geht aber auch auf familiäre Situationen ein. Und er gibt Anregungen, was Eltern tun können, wenn das Kind sich ihnen anvertraut: „Wenn Ihr Kind sich Ihnen öffnet, achten Sie darauf, dass Sie nicht überstürzt reagieren. Handeln Sie bedacht, suchen Sie sich selbst Hilfe bei einer geschulten Vertrauensperson der Stadt, des Kinderschutzbundes, der Familienstellen der Caritas oder der Diakonie oder im Internet. Unterbinden Sie jeglichen Kontakt zu den Tatverdächtigen. Wenn Sie davon ausgehen, dass Ihr Kind von Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner oder von großen Geschwistern missbraucht wird, dann ist dies besonders schwer. Überlegen Sie sorgsam, wie Sie weiter vorgehen können, und besprechen Sie dies mit den Fachkräften.“ Den Täter oder die Täterin selbst direkt mit dem Vorwurf zu konfrontieren, davon rät Christian Rommert ab.

Und was kann man tun, um Kinder davor zu schützen, überhaupt Opfer zu werden? „Der wirksamste Schutz gegen sexuelle Gewalt ist ein starkes Kind“, erklärt Christian Rommert. „Kinder, die Unangenehmes äußern, sich zur Wehr setzen, Grenzen setzen können, stehen weniger in der Gefahr, Opfer sexueller Gewalt zu werden. Außerdem sind Kinder eher in der Lage, Nein zu sagen, wenn ihnen vermittelt wurde, dass Erwachsene nicht immer recht haben und dass auch Erwachsene nicht alles dürfen. Diese Kinder können den Aufbau von missbräuchlichen Systemen, in denen sexuelle Gewalt ermöglicht wird, eher unterbrechen, als Kinder, denen vermittelt wurde, dass Erwachsene immer das letzte Wort haben.“

Bettina Wendland

Redakteurin Family/FamilyNEXT

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/06/estherm_photocasen4u8h18pcuey2.jpg 2003 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-06-14 15:05:592017-06-14 15:05:59Kinder finden oft keine Hilfe

Mobile Familie

Ob die Fahrt zum Kindergeburtstag, Training oder Einkaufen – gerade für Familien ist Mobilität wichtig. Aber nicht jede Familie kann oder will sich ein oder gar zwei Autos leisten. Eine gute Alternative sind Carsharing-Angebote. Neben kommerziellen Anbietern wie Stadtmobil oder Greenwheels in Deutschland oder Mobility in der Schweiz gibt es inzwischen auch mehrere Apps oder Webistes, über die man Autos von Privatleuten mieten kann.

Über Drivy (gibt es u.a. in Deutschland und Österreich) bieten Autobesitzer ihren Wagen anderen zur Nutzung an. Der Vorteil: Häufig sind die Autos mit Zubehör ausgestattet, das gerade für Familien relevant ist, zum Beispiel Kindersitze, Dachbox oder Fahrradträger. Wichtig: Jedes Auto ist für die Mietdauer umfassend versichert. In der Schweiz bietet Sharoo einen ähnlichen Service an. Weiterer Vorteil dieser Portale: Autobesitzer, die ihren Wagen nicht ständig brauchen, können ihn vermieten und dadurch refinanzieren.

Aber es muss ja nicht immer das Auto sein. In immer mehr Städten gibt es auch Bikesharing-Angebote. Meist sind hier aber nur „normale“ Fahrräder zu mieten. Gerade für Familien sind Lastenräder eine gute Alternative zum Auto. Aber leider sind sie nicht ganz billig. Das Portal listnride versteht sich als eine Art Airbnb für Fahrräder und hat sich zur Aufgabe gemacht, Fahrradbesitzer und potenzielle Fahrradleiher zusammenzubringen. Neben „normalen“ Rädern sind hier auch Spezialräder wie Tandems oder Lastenräder zu finden. Bisher ist listnride vor allem in Großstädten wie München, Berlin, Amsterdam und Wien gut aufgestellt, sie wollen ihren Service aber in immer mehr Städten und Regionen anbieten. Deshalb suchen sie Radbesitzer, die mit ihrem Rad noch ein bisschen was verdienen wollen. Bei listnride bieten aber nicht nur Privatleute ihre Räder an, auch Fahrradhändler nutzen diese Möglichkeit, ihren Service zu erweitern.

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/06/listnride_Cargo_Family_5.jpg 3482 5223 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-06-12 12:05:142020-05-22 08:44:26Mobile Familie

Too much information

Heute habe ich mal wieder das Gefühl, dass mein Leben zu kurz ist für alle Themen, die auf mich einströmen: Trump kündigt den Klimavertrag, in der christlichen Verlagswelt gibt es Veränderungen, meine Kinder kommen von der Klassenfahrt zurück, die nächsten Hefte von Family und FamilyNEXT müssen geplant werden und mein Postfach ist voll von Presseinfos, die meine Aufmerksamkeit fordern: Veränderungen beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende, Medienkompetenz für Grundschulkinder, Kinder vor sexueller Gewalt schützen …

Wie beneide ich manchmal unsere Haustiere, die Kaninchen und die Schildkröte. Ihre größte Sorge ist es, etwas Leckeres zu fressen zu bekommen. Sie liegen im Gras und genießen die Sonne (Schildkröte) oder den Schatten (Kaninchen).

Ich finde es oft schwierig, mich zu fokussieren, abzugrenzen von Dingen und Themen, für die jetzt einfach mal kein Platz ist in meinem Leben. Ein paar Strategien habe ich schon: Mails, die auf den ersten Blick irrelevant erscheinen, lösche ich ungelesen. Ich beschäftige mich vorrangig mit Problemen, die ich auch lösen oder zumindest beeinflussen kann. Deshalb beklage ich zwar die Entscheidung von Mister Trump, lese aber nicht jeden Artikel und Kommentar dazu. Und ich hole meinen Sohn selbst vom Klassenfahrtstreffpunkt ab. Nachbarn haben angeboten, ihn mitzubringen. Das würde mir eine Menge Zeit sparen, in der ich anderes erledigen könnte. Aber ich glaube, dass es ihm wichtig ist, dass er von seiner Familie abgeholt wird. Und deshalb hat das für mich Priorität.

Das sind meine Strategien für heute. Was sind eure? Wie geht ihr mit der Flut an Informationen, Themen und Anforderungen um?

Bettina Wendland
Redakteurin bei Family und FamilyNEXT

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/06/markus-spiske-207946.jpg 2000 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-06-02 10:31:452017-06-02 10:31:45Too much information

Wie sportlich wird dein Kind?

Ich habe mich an dieser Stelle schon öfter über Produkte aufgeregt, die angeblich ganz wichtig sind für glückliche, gesunde und gut geförderte Kinder. Die Pressemeldung, die ich kürzlich erhielt, toppt aber alles. Jetzt kann man nämlich per Gentest herausfinden, ob das süße Baby, das nicht mal krabbeln kann, später eher Handballer, Leichtathlet oder Couch-Potatoe wird. Mithilfe eines Speicheltests, der schon bei Kindern ab zwei Wochen (!) durchgeführt werden kann, wird ermittelt, ob genetisch eine Veranlagung zu Schnellkraft, Ausdauer oder Gemütlichkeit vorliegt. Damit man das Kind auch von Anfang an zielgerichtet fördern kann. Oder – im Fall der Gemütlichkeit – es besser gleich bleiben lässt. Bringt ja doch nichts, bei so einem Kind Geld in den Sportverein zu investieren.

Oder wie es die Presseagentur formuliert: „Mit dem Test gewinnen Eltern eine frühzeitige Einschätzung über die sportliche Veranlagung ihres Kindes und können so Aktivität gezielt unterstützen, passende Disziplinen fördern und es vermeiden, die Messlatte unrealistisch hoch zu stecken.“ Und das alles für nur 29 Euro!

Das spart Eltern die Mühe, herauszufinden, was ihr Kind gern macht. Dann muss Papa gar keine Zeit aufs Bälleschießen verschwenden. Und die teure Hockeyausrüstung kann man sich auch sparen. Oder eben nicht. Je nach Diagnose des Gentests.

Sehr schön ist auch der Schlusssatz der Presseinfo: „Damit kommen Eltern dem Geheimnis um eine spätere Karriere auf der Aschenbahn, dem Pferderücken oder vielleicht doch eher der Saunabank einen Schritt näher!“ Also dann …

Bettina Wendland

Redakteurin Family/FamilyNEXT

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/05/Genekam-DNAsportcheck.jpg 1591 2386 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-05-22 15:29:322017-05-22 15:29:32Wie sportlich wird dein Kind?

„Die reden wenigstens Klartext …“

Sonntag muss ich wählen. Nein, Sonntag darf ich wählen – Landtagswahl in NRW. Ich will es mir nicht leicht machen und einfach die wählen, die ich beim letzten Mal gewählt habe. Also befrage ich den Wahl-o-Mat. Ergebnis: zwei Parteien entsprechen zu 70% meinen politischen Vorstellungen. Hm, keine Klarheit. Ich schaue TV-Duelle, lese Parteiprogramme und -flyer, die in meinem Briefkasten landen. Ich will ja nicht nach der Schönheit der Kandidaten und Kandidatinnen in meinem Wahlkreis gehen …

Wir bekommen auch ein Heft von der AfD. Trotz aller Vorbehalte werfe ich es nicht gleich weg, sondern lese rein. Vor allem die Schulpolitik interessiert mich. Die AfD ist für die Beibehaltung des mehrgliedrigen Schulsystems. Finde ich gut. Die AfD will auch die Rückkehr zu G9 (sehr gut) und kleinere Klassen (wer will das nicht?). Aber dann steige ich weiter ein: „Inklusion schadet Kindern sowohl mit als auch ohne besonderen Förderbedarf.“ Da hört es für mich auf. Klar, Inklusion funktioniert an vielen Schulen nicht gut, weil es zu wenig (Sonder-) Pädagogen gibt. Aber meine Kinder haben das Glück, auf einer Schule zu sein, die schon seit 25 inklusiv unterrichtet. Und davon profitieren Kinder mit und ohne besonderen Förderbedarf!

Um mich in Bezug auf die AfD weiter schlau zu machen, greife ich zum druckfrischen Buch von Andreas Malessa: „Als Christ die AfD unterstützen?“ (Brendow Verlag). Ich schätze Andreas Malessa als einen unglaublich schlauen und differenziert denkenden Menschen. Der Journalist und gelernte Pastor hat so viel Herz und Verstand, wie man es sich auch von Politikern wünscht.

Das Buch ist leicht und schnell zu lesen und bietet eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Positionen, die der AfD oft zugeschrieben werden: „Die reden wenigstens Klartext“, „Die sind gegen die Islamisierung“, „Die sind auch christlich-demokratisch“ …

Andreas Malessa geht auf die verschiedenen Aspekte ein und beleuchtet sie von verschiedenen Seiten. Er enthüllt Zusammenhänge, die ich bisher nicht wahrgenommen hatte und zeigt die Widersprüche auf, die sich an vielen Stellen zeigen. So spricht sich die AfD gegen „importierte kulturelle Strömungen“ aus, die „der einheimischen Kultur gleichgestellt“ werden. Malessa leicht ironisch: „Die erste ‚importierte kulturelle Strömung‘ war der Glaube einiger orientalischer Judenchristen und frommer Römer, dass Jesus der Messias und von den Toten auferstanden sei!“

Was mir an dem Buch besonders gefällt, ist, dass Andreas Malessa nicht nur die AfD kritisch in Augenschein nimmt und sich nicht auf die eine oder andere Seite ziehen lässt. Er kritisiert Gender-Befürworter genau wie Gender-Gegner, er hinterfragt Muslime wie Christen und zeigt auf, dass die Einstellung vieler Christen aus dem konservativen oder freikirchlichen Milieu wenig gemein hat mit dem medialen Bild, das von ihnen gezeichnet wird – gerade im Hinblick auf die Flüchtlingsthematik.

Nach der Lektüre bin ich mir jedenfalls sicher, welche Partei ich nicht wählen werde. Welche ich wählen werde? Ich habe da schon eine Idee …

Bettina Wendland

Redakteurin bei Family/FamilyNEXT

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/05/birdys_photocasemddbzg0wrb0n2.jpg 2000 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-05-12 12:06:082017-05-17 12:23:09„Die reden wenigstens Klartext …“

Schnelle Hilfe in Krisensituationen

Die im April 2017 geänderte Psychotherapie-Richtlinie soll die Erreichbarkeit von Psychotherapeuten verbessern. Das ermöglicht schnellere Hilfe bei akuten Problemen. „Diese Akutbehandlungen sichern aber noch nicht automatisch eine kurze Wartezeit für einen Therapieplatz“, erklärt der Psychologe Ralf Dohrenbusch im Interview. Er ist Leiter der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz des Instituts für Psychologie der Universität Bonn und Autor des Ratgebers „Psychotherapie“ der Verbraucherzentrale.

Herr Dohrenbusch, stimmt es, dass psychische Erkrankungen „boomen“? Wie viele Menschen in Deutschland leiden an einer psychischen Störung?
Grob geschätzt kann man sagen, dass fast jeder Zweite in Deutschland irgendwann im Laufe seines Lebens einmal von einer psychischen Störung betroffen ist. Das bedeutet aber nicht, dass alle auch behandelt werden müssen. Viele psychische Störungen bilden sich von selbst wieder zurück, wir sollten sie nicht automatisch als behandlungsbedürftige „Krankheiten“ ansehen.

Die im April 2017 geänderte Psychotherapie-Richtlinie definiert neue Leistungsangebote und soll die Erreichbarkeit von Psychotherapeuten verbessern. Was sind die wichtigsten Neuerungen?
Patienten haben nun einen Anspruch auf eine psychotherapeutische Sprechstunde, in der geklärt werden soll, ob der Verdacht auf eine behandlungsbedürftige psychische Störung besteht. Erst nach diesem Orientierungsgespräch können sie – wenn erforderlich – weitere Behandlungen in Anspruch nehmen. Die Abrechnungsmöglichkeiten für Gruppentherapien wurden verbessert, sodass in Zukunft wahrscheinlich mehr Gruppentherapien angeboten werden. Für kürzere Therapien müssen Therapeuten keine Anträge mehr schreiben und begutachten lassen, um die Kostenübernahme durch die Krankenkasse zu sichern. Und sogenannte Langzeittherapien werden nun gleich mit 60 statt bisher mit 45 Sitzungen veranschlagt.

Ist unbürokratische Hilfe bei akuten Problemen oder in Krisensituationen ab sofort besser möglich?
Zumindest die Rahmenbedingungen wurden so verändert, dass bei akuten Problemen schnellere Hilfe möglich wird. Die sogenannte Akutbehandlung soll Betroffene in Krisensituationen kurzfristig entlasten und einer Verschlimmerung vorbeugen. Vermutlich führt dieses Angebot dazu, dass in Zukunft Psychotherapeuten auch häufiger bei stärkeren emotionalen Reaktionen auf normale Belastungssituationen wie Trennungen oder familiäre Konflikte in Anspruch genommen werden, auch wenn keine psychische Störung im engeren Sinne vorliegt.

Hat die neue Richtlinie Einfluss auf die oftmals lange Wartezeit für einen Therapieplatz?
Das wissen wir noch nicht. Die verpflichtende Sprechstunde soll sicherstellen, dass jeder mit psychischen Problemen zeitnah Kontakt zu einem Psychotherapeuten aufnehmen kann. Ein erstes Kontaktgespräch und auch die Möglichkeit einer Akutbehandlung sichern aber noch nicht automatisch eine kurze Wartezeit. Wir müssen abwarten, wie die Ideen der Reformer von den Therapeuten umgesetzt werden.

In welchen Fällen kommt eine Psychotherapie in Frage? Welche Alternativen gibt es bei psychischen Problemen?
Jeder kann eine Psychotherapie erwägen, der nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Lage ist, belastende Denk- und Verhaltensweisen oder Gefühle zu regulieren. Normalerweise sollte man schon Anstrengungen unternommen haben, um die psychische Not zu lindern, bevor man eine Therapie ins Auge fasst. Wenn die eigenen Bemühungen gescheitert sind, kann es sinnvoll sein, sich eine Therapeutin oder einen Therapeuten zu suchen. Alternativen zur Psychotherapie der Krankenkassen gibt es in Deutschland bei psychischen und sozialen Schwierigkeiten auch durch städtische oder konfessionelle Beratungsstellen.

Wie erkennt man unseriöse Angebote?
Unseriöse Anbieter haben sich häufig darauf spezialisiert, einen schnellen und intensiven Kontakt zu ihren Kunden herzustellen, unrealistisch hohe Erwartungen an einen Behandlungserfolg aufzubauen und ihre Kunden frühzeitig in eine emotionale Bindung zu sich zu bringen. So wird es den Hilfesuchenden erschwert, eigene kritische Entscheidungen zu treffen und sich für andere Angebote zu entscheiden. Problematisch sind esoterische Angebote, Angebote mit hohen Anteilen an magischspiritistischem Denken, symbolischen Ritualen oder Ankündigungen von Wunderheilungen. Leider lassen sich manche Anbieter – auch im Internet – immer wieder neuen Quatsch einfallen, von dem sich psychisch labile Personen einfangen lassen. Zurückhaltung ist  auch bei überhöhten Preisen geboten, also bei deutlich mehr als 80 Euro pro Stunde.

Psychotherapie ist ein sensibler Bereich. Stichwort Datenschutz: Wie sorgsam wird mit den persönlichen und vertraulichen Themen umgegangen?
Die Therapeuten unterliegen der Schweigepflicht, können davon aber vom Patienten entbunden werden. Innerhalb des Versorgungssystems der Krankenkassen wird sorgsam und verantwortungsvoll mit persönlichen Daten umgegangen. Die Abläufe sind so organisiert, dass außer dem Behandler kein anderer Einblick in die Details der Probleme und des Therapieverlaufs erhält. Patienten sollten sich aber bewusst sein, dass die Inanspruchnahme einer Psychotherapie im Archiv der Krankenkasse gespeichert ist. Wer später eine Lebens- oder  Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen und dazu Auszüge aus seinen Krankenkassendaten vorlegen muss, kann diese Therapieleistung nicht verheimlichen und muss eventuell mit höheren Gebühren bei der neuen Versicherung rechnen.

Hat die Neuregelung Einfluss darauf, wie in Zukunft psychotherapeutisch behandelt wird?
Nein. Nach wie vor unterscheidet das Krankenkassen-Versorgungssystem verhaltenstherapeutische und tiefenpsychologisch begründete Behandlungsverfahren. Zwar werden durch die neuen Angebote eher kurzfristige stützende und auf Informationsvermittlung ausgerichtete Behandlungen stärker gefördert als längere beziehungsorientierte Therapien. Unabhängig davon sollten aber alle Patienten darauf achten, dass ihre Behandlung den Verlauf nimmt, den sie selbst für sinnvoll halten. Unverändert gilt, dass Patienten ihre Therapie immer auch aktiv mitgestalten und die relevanten Entscheidungen nicht allein ihrer Therapeutin oder ihrem Therapeuten überlassen.

Was kann man tun, wenn die Krankenkasse den Antrag auf Kostenübernahme ablehnt?
Wahrscheinlich werden die neuen Regelungen dazu führen, dass Anträge auf Therapien von Therapeuten ohne Kassenzulassung von den Krankenkassen häufiger abgelehnt werden. Bisher  konnten Patienten, die zeitnah oder wohnortnah keinen Therapeuten mit Kassenzulassung fanden, mit Begründung auf Therapeuten außerhalb des kassenärztlichen Versorgungssystems zugreifen. Das wird in Zukunft wahrscheinlich schwerer. Privatversicherte oder Selbstzahler sind davon nicht betroffen.
_________________________________________________________________________
Der Ratgeber „Psychotherapie. Chancen erkennen und mitgestalten“ kann hier bestellt werden: www.ratgeber-verbraucherzentrale.de/psychotherapie

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/05/chris-barbalis-unsplash186421.jpg 2079 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-05-09 11:51:252017-05-09 11:51:55Schnelle Hilfe in Krisensituationen

12 Thesen für eine gute Geburtshilfe

Anlässlich des heutigen Internationalen Hebammentages hat der Deutsche Hebammenverband 12 Thesen veröffentlicht:

1. Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind natürliche und besonders schützenswerte Vorgänge im Leben von Frauen.

2. Schwangere und Mütter haben in diesen Lebensphasen das Recht auf eine respektvolle und individuelle Betreuung und Begleitung durch Hebammen.

3. Hebammen unterstützen bei diesen natürlichen Lebensprozessen. Sie schützen, wahren und fördern die körperliche und seelische Gesundheit der Frauen und ihrer Kinder. Dies steht an oberster Stelle bei jeder Begleitung durch Hebammen.

4. Jede Geburt und jede Frau haben ihren eigenen Rhythmus – sie bekommen die Zeit, die sie benötigen.

5. Damit jede Frau an einem von ihr selbst gewählten Ort gebären kann, muss ihr ein ausreichendes Angebot an Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

6. Schwangeren und Gebärenden steht jederzeit ein geschützter Raum, die Wahrung ihrer Intimsphäre sowie Verschwiegenheit zu.

7. Während der Geburt hat jede Frau das Recht, kontinuierlich durch eine Hebamme begleitet zu werden, die sich ausschließlich um sie kümmert. Eine solche Eins-zu-eins-Betreuung wird von
jeder Hebamme angestrebt.

8. Hebammen erfüllen alle ihre Aufgaben bestmöglich unter den gegebenen Umständen und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen.

9. In den natürlichen Geburtsvorgang sollen Hebammen und Ärzte nur eingreifen, wenn die Gesundheit der Frau oder des Kindes bedroht sind.

10. Frauen haben das Recht, vor jedem Eingriff in das Geburtsgeschehen verständlich und nachvollziehbar darüber aufgeklärt zu werden, was genau passieren wird. So können sie gemeinsam mit denjenigen, die sie betreuen, informierte und verantwortungsvolle Entscheidungen über ihren Körper treffen.

11. Die Werte von Frauen und ihre Entscheidungen sind zu respektieren.

12. Die Stärkung der Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten der Frauen stehen im Fokus aller Überlegungen und allen Tuns.

Weitere Infos: www.unsere-hebammen.de

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/05/vanda-lay_photocase0e1t5v90qgn62.jpg 1996 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-05-05 09:38:402017-05-05 09:41:4312 Thesen für eine gute Geburtshilfe

Mehr Geld für Kitas

Der Deutsche Bundestag hat gestern einstimmig das „Gesetz zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung“ beschlossen. Damit können 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden. Der Bund stellt den Ländern eine weitere gute Milliarde Euro für den Kita-Ausbau zur Verfügung. Das ist bereits das vierte Investitionsprogramm dieser Art.

Neu ist, dass die Investitionen auch Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt zugute kommen sollen. Bisher ging es ja immer um den Ausbau der U3-Betreuung, was zur Folge hatte, dass viele Eltern Schwierigkeiten haben, für ihr dreijähriges Kind einen Betreuungsplatz zu bekommen. Manche Eltern lassen daher ihr Kind schon mit zwei Jahren betreuen, damit es den Platz sicher hat, obwohl sie es eigentlich noch gern ein Jahr zu Hause betreut hätten.

Klingt also alles ganz gut? Nicht wirklich. Der Haken ist, dass mit diesem Programm nur in den Bau, Ausbau und die Ausstattung investiert werden kann. Natürlich ist es wichtig, dass Kinder Platz zur Entfaltung haben, dass sie in gut ausgestatteten Sport- oder Kreativräumen gefördert werden. Aber wäre es nicht viel wichtiger, in Menschen anstatt in Steine zu investieren? Was hilft der schönste Sportraum, wenn es nicht genug Erzieherinnen gibt, die mit den Kindern darin turnen können? Viel wichtiger als der Bau von Essensräumen und Spielgeräten ist meiner Meinung nach eine deutliche Verbesserung des Betreuungsschlüssels.

Mehrere Fraktionen im Bundestag drängen auf ein bundeseinheitliches Qualitätsgesetz für die Kindertagesbetreuung. Darin könnte man zum Beispiel einen einheitlichen Betreuungsschlüssel festlegen. Doch letztlich sind dafür die Bundesländer zuständig. Das heißt, es wird noch viel Zeit vergehen, bis so ein Gesetz auf den Weg gebracht werden könnte. Die Länder lassen sich nicht gern in ihre Zuständigkeiten reinreden. Bis dahin sind Eltern herausgefordert, selbst zu erkennen, wie gut oder schlecht die Betreuung in der Kita ihrer Wahl ist. Und dann dort auch einen Platz zu bekommen zu dem Zeitpunkt, den sie wählen.

Bettina Wendland

Redakteurin Family und FamilyNEXT

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/04/AllzweckJack_photocasezj795qea4pjk.jpg 1956 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-04-28 12:13:052017-04-28 12:13:05Mehr Geld für Kitas
Seite 11 von 26«‹910111213›»

Jetzt Family bestellen:


... für mich
Die eigene Familie gestalten

... für andere
Das ideale Geschenk

... zum Testen
Aktuelle Ausgabe gratis lesen



Hurra, Baby ist da!


Unser neues Leben mit Baby

Der Start in die Kinderphase ist spannend und aufregend. Und herausfordernd.

Das neue family Special „Unser neues Leben mit Baby“ will Baby-Eltern in den ersten Monaten begleiten. Mit bewegenden Erfahrungsberichten, hilfreichen Tipps und vielen Anregungen, wie diese neue Lebensphase gestaltet werden kann.

Alle Infos & weitere Specials

Search Search
  • Vertrag kündigen
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • Impressum
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen