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Archiv für die Kategorie: Redaktions-Blog

Traut euch (was zu)!

„Mein Mann lässt mir zum Glück freie Hand.“ Dieser Satz einer Mutter in Bezug auf die Erziehung ihrer Kinder hat mich ziemlich geschockt. Da freut sich eine Mutter darüber, dass sie ihre Ideen unbehelligt von ihrem Mann umsetzen kann. Nur ein Einzelfall?

Eine andere Mutter schreibt in ihrem Blog darüber, dass sie ihre Tochter schon in der Kita angemeldet hatte, aber hin- und hergerissen war, ob das das Richtige sei. Sie schildert ihr Abwägen, Gespräche mit Freundinnen, schlaflose Nächte – ihr Mann (den sie offensichtlich hat) kommt bei diesen Überlegungen nicht vor. Kann natürlich sein, dass er im Blog nicht erwähnt werden möchte. Aber im Mama-Blog-Universum scheint auch nicht so wichtig zu sein, was der Papa meint …

Kürzlich haben wir auf Facebook einen Artikel geteilt, in dem sich ein Vater darüber beklagt, dass seine Tochter lieber von Mama im Kindergarten abgeholt wird. Daraufhin kam es zu einer Diskussion: Ist Mama deshalb bei Kindern die Nummer 1, weil Papa sich aus Unsicherheit oder Bequemlichkeit zurückhält? Oder liegt es an den Müttern, die den Vätern zu wenig zutrauen und meckern, wenn sie etwas anders machen?

Natürlich sind nicht alle Väter, Mütter und Kinder gleich. Aber ich habe den Eindruck, dass oft beides stimmt: Väter lassen sich schnell verunsichern, wenn das Baby oder Kind auf sie nicht genau so begeistert reagiert wie auf die Mama. Aber es ist nun mal so, dass Mama oft Bezugsperson Nr. 1 ist, Papa „nur“ Nr. 2. Sich dann aber zurückzuziehen und Mama machen zu lassen, ist genau die falsche Reaktion. „Jetzt erst recht!“ – das würde ich mir von Vätern wünschen: Jetzt erst recht kuscheln! Jetzt erst recht die Windel wechseln! Jetzt erst recht trösten! Jetzt erst recht vom Kindergarten abholen!

Und die Mütter? Die sollten den Vätern auch mal das Feld überlassen. Nicht erst, wenn sie nicht mehr können. Nicht nur dann, wenn Papa es genau so macht wie Mama. Vielleicht muss dann manches intensiver diskutiert werden. Aber auch Papas haben das Recht und die Pflicht, bei Erziehungsfragen mitzuentscheiden! Der Mama freie Hand zu lassen, klingt erst mal gut, ist meines Erachtens aber der falsche Weg!

Bettina Wendland ist Redakteurin bei Family und FamilyNEXT und lebt mit ihrer Familie in Bochum.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/02/altanaka_photocases2ipsjn964r12.jpg 2000 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2018-02-21 13:02:452018-06-05 14:19:50Traut euch (was zu)!

„Zeigt euren Kindern, wie ihr euch versöhnt!“

Ein Gastbeitrag von Artur Wiebe:

„Wer von euch hat seine Eltern schon einmal streiten gesehen?“ Die meisten Schülerhände heben sich an einem Freitag in meinem Ethikunterricht zum Thema „Rache & Vergebung“. Dann frage ich weiter: „Und wer hat schon einmal gesehen, wie die Eltern sich wieder versöhnt haben?“ Ergebnis: Fast keiner hebt die Hand. Auf die Nachfrage, warum das so ist, bekomme ich von den Jugendlichen mit meist muslimischem Hintergrund nur eine vage Antwort: „Irgendwann war bei denen halt alles wieder okay.“

Streit in der Familie, der Gesellschaft und der christlichen Gemeinde geschieht „automatisch“: ein falsches Wort, eine ungünstige Situation oder einfach ein schlechter Tag. Versöhnung dagegen ist kein Selbstläufer. Eine Auseinandersetzung plant man eher selten. Aber im Unterschied dazu muss man bei Versöhnung bewusst Schritte aufeinander zugehen.

Menschen sehen und lernen am Vorbild. Kann es sein, dass es unseren Kindern an konkreten Beispielen fehlt, wie man sich nach einem Streit wieder versöhnt? Wenn sie unsere Auseinandersetzungen mitbekommen, lernen sie, dass und wie man sich streitet. Aber wenn sie unsere Schritte, wie man sich wieder versöhnt, nicht mitbekommen, lernen sie genau das nicht. Die Haltung „Schwamm drüber …“ oder „War doch gar nicht so schlimm …“ führt selten zu Frieden und Versöhnung. Wer seinen Streit unter den Teppich kehrt, versteckt dort gleichzeitig auch die Versöhnung. Nicht die Auseinandersetzung ist das Problem, sondern wie wir damit umgehen. Ich meine daher: Kinder, die ihre Eltern streiten sehen, haben auch ein Recht darauf, mitzubekommen, wie sie sich wieder vertragen. Denn dann sehen und lernen sie Versöhnung.

Artur Wiebe ist Redaktionsleiter der Zeitschrift CHRISTSEIN HEUTE.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/01/Wickelbär_photocase238573421571.jpg 1232 1840 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2018-01-31 11:44:472018-06-05 14:19:52„Zeigt euren Kindern, wie ihr euch versöhnt!“

Zur Mutter-Kind-Kur in sechs Schritten

Zum Jahresbeginn haben viele Mütter gute Vorsätze – oft geht es um Entlastung und mehr Zeit für sich und die Familie. Diese Entlastung kann eine Mütter- oder Mutter-Kind-Kurmaßnahme schaffen. Mütter, die noch in diesem Jahr eine solche Kurmaßnahme wahrnehmen möchten, sollten eine gewisse Vorlaufzeit berücksichtigen und bereits jetzt zu Jahresbeginn einen Kurantrag stellen. Eine gute Anlaufstelle ist das Müttergenesungswerk.

 

In vielen Familien sind Mütter noch immer die Hauptverantwortlichen für Haushalt und Kindererziehung. Zudem sind aktuell vier von fünf Müttern berufstätig. Diese Mehrfachbelastung, zusammen mit ständigem Erwartungsdruck, wird im Alltag für viele Mütter zur ernsthaften Belastung. „Immer mehr Mütter leiden unter Erschöpfungszuständen bis hin zum Burnout. Aber auch Rückenprobleme, Allergien oder Migräne sind Zeichen für eine Überbelastung. Eine Kurmaßnahme kann nachhaltig helfen“, betont Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks (MGW). „Bei uns fängt die Kurmaßnahme schon in der Beratungsstelle an. Mütter werden durch rund 1.200 Beratungsstellen im MGW-Verbund kostenlos in sechs Schritten zu ihrer Kurmaßnahme begleitet.“

 

Sechs Schritte zur Mütter- oder Mutter-Kind-Kur

1. Kostenlose Beratung: Am Anfang steht ein Beratungsgespräch in einer der 1.200 Beratungsstellen im MGW-Verbund. Sie finden die Beratungsstelle in Ihrer Nähe über die Suche auf unserer Website

2. Attest: In der Beratungsstelle erhalten Sie das Attestformular für die Kurmaßnahme.

3. Besuch bei Ärztin oder Arzt: Nun geht es zu Ärztin oder Arzt, wo die nötigen medizinischen Voraussetzungen der Mutter – und gegebenenfalls auch ihrer Kinder – für die Kur festgestellt und detailliert attestiert werden.

4. Antrag vorbereiten: Zurück in der Beratungsstelle werden wichtige Details geklärt – zum Beispiel, ob die Mutter allein oder gemeinsam mit ihren Kindern in die Maßnahme fährt. Die Beratungsstelle kann auch prüfen, ob bei finanziellen Schwierigkeiten mit Spendengeld des MGW geholfen werden kann.

5. Geeignete Klinik finden: Die Beratungsstelle im MGW hilft auch bei der Wahl der richtigen Klinik und bei der Ausübung des Wunsch- und Wahlrechtes, das Sie unbedingt nutzen sollten.

6. Antrag zur Krankenkasse: Der Kurantrag geht an die Krankenkasse. Diese entscheidet über die Bewilligung. Falls die Kasse den Antrag ablehnt, unterstützt die Beratungsstelle auch beim Widerspruch, der sich häufig lohnt.

 

Auch nach der Kurmaßnahme geht die Unterstützung der Mütter im MGW weiter. Nachsorgeangebote – meist in den Beratungsstellen – können helfen, den Kurerfolg nachhaltig zu sichern. Im Verbund des Müttergenesungswerks arbeiten die fünf Wohlfahrtsverbände bzw. deren Fachverband/Arbeitsgemeinschaft AWO, DRK, EVA (Diakonie), KAG (Caritas) und Parität zusammen. Die 76 vom MGW anerkannten Kliniken tragen alle das MGW-Qualitätssiegel. Informationen erhalten betroffene Mütter am Kurtelefon (030/33 00 29 29) oder unter www.muettergenesungswerk.de.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/01/complize_photocase1ru352n5gz1i2.jpg 2732 3600 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2018-01-17 11:57:282018-06-05 14:19:53Zur Mutter-Kind-Kur in sechs Schritten

Lippenbekenntnisse?

Eine Wiederauflage der Großen Koalition in Deutschland ist in greifbare Nähe gerückt. Hoffentlich mit guten Ergebnissen für Familien!

Vor der Bundestags-Wahl betonten die meisten Parteien, wie wichtig ihnen die Entlastung von Familien sei. Angela Merkel stellte in Aussicht, die Kinderfreibeträge auf Erwachsenen-Niveau zu heben. Martin Schulz versprach während der Fernsehdebatte, dass eine Familie mit mittlerem Einkommen 200 bis 250 Euro mehr in der Kasse haben würde. (Zwischenfrage: Warum haben sie das eigentlich nicht schon in der vergangenen Legislaturperiode umgesetzt – schließlich hat man doch zusammen regiert?)

Nun der Neustart. Mal sehen, was dieses Mal draus wird, die Hoffnung stirbt zuletzt: Vier Jahre hat das Parlament nun Zeit, sich in Regierung und Opposition diesem Projekt zu widmen. Zeit, um zu zeigen, dass die geplanten Anstrengungen keine Lippenbekenntnisse waren.

Ein erster Schritt wäre es, Familien bei der Rente besser zu stellen. Denn das Investment, das Familien mit Kindern für die Gesellschaft betreiben, ist immens – auch finanziell. Der Bundesgerichtshof hat da längst Veränderungen angemahnt, bislang aber ohne Ergebnis.

Die Diskussion findet nicht nur in der großen Politik, sondern auch mit Freunden und Nachbarn statt. „Es muss ja keiner Kinder bekommen!“ „Das wolltet ihr doch so!“ – Mit Sätzen wie diesen werden Eltern gelegentlich konfrontiert. „Stellt euch nicht so an – ihr bekommt doch Kindergeld!“

Ja, wir lieben unsere Kinder, ja, wir wollten das so und ja, wir bekommen Zuschüsse, die einen Teil der Kosten decken. Aber insgesamt sind das doch schwache Argumente derer, die darauf vertrauen, von unseren Kinder finanziell mit versorgt zu werden. Denn am Ende wird nur das Geld da sein, das die nächste Generation einzahlt.

„Die Rente ist sicher!“ Das sagte der damalige Minister Norbert Blüm in einer hitzigen Debatte vor genau 20 (!) Jahren – im Oktober 1997 im Bundestag. Damals war die Frage, wie die Generationen-Gerechtigkeit am besten umgesetzt würde und das Rentensystem langfristig funktionieren würde. „Die Rente ist sicher!“ Dieser Satz wurde der Blüm-Satz schlechthin. Weniger bekannt ist ein anderer Satz aus derselben Rede. „Es geht nicht ohne Veränderung!“ Dafür ist es höchste Zeit.
Martin Gundlach

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/01/ThinkstockPhotos-626011882_Mikhail-Markovskiy_iStock.jpg 1800 2700 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2018-01-12 12:13:542018-06-05 14:19:53Lippenbekenntnisse?

Digitales Spielzeug zu Weihnachten?

Die Digitalisierung endet nicht an der Kinderzimmertür. Sogenannte „Smart Toys“ mit WLAN, GPS und Bluetooth erzeugen ein ganz neues Spielerlebnis. Digitales Spielzeug bietet reizvolle Möglichkeiten, aber auch größeren Gesprächsbedarf als die Holzeisenbahn. Eltern sollten daher mögliche Datenschutzrisiken und Sicherheitslücken beachten und mit ihrem Kind darüber sprechen, empfiehlt der Elternratgeber „SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht.“

Raumschiffe per App steuern, Bilderbücher interaktiv erleben – Smart Toys erweitern die reale Spielwelt in das digitale Universum der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Durch die  Interaktion mit Puppen oder das Programmieren von Robotern nutzen Kinder schon früh digitales Spielzeug. SCHAU HIN! rät Eltern, aufmerksam zu bleiben. Ist das Spielzeug mit dem Internet verbunden, gilt es, mögliche Onlinerisiken im Blick zu behalten, wie den Zugriff auf Daten durch Dritte. Am besten richten Eltern und Kind das Spielzeug gemeinsam ein und besprechen gleich zu Beginn mögliche Risiken und Nutzungsregeln.

Datenschutz bei Spielzeug-Apps beachten
Viele Smart Toys werden mithilfe von Apps über Smartphone oder Tablet gesteuert. Daher ist es wichtig, die Apps vor dem Kauf genau zu prüfen. Durch die Installation der App wird die Datenschutzerklärung des Herstellers automatisch akzeptiert. „Eltern sind gut beraten, genau darauf zu achten, wie der Hersteller mit persönlichen Daten umgeht“, sagt Iren Schulz, Mediencoach bei SCHAU HIN!. Informationen zu den Zugriffsrechten der jeweiligen Apps für Spiele lassen sich für Android-Geräte im Google Play Store und für Apple-Geräte im App Store schon vor dem Kauf des Spielzeugs prüfen. Hilfreich sind hier auch Bewertungen anderer Nutzer. „Seriöse Hersteller stellen zudem Transparenz her und informieren schon auf den Verpackungen genau darüber, welche Daten wie genutzt werden.“

Privatsphäre des Kindes schützen
Eltern können über die Datenschutzerklärung auch in Erfahrung bringen, ob etwa Standort oder Sprachaufnahmen ausgewertet werden. Iren Schulz: „Es ist wichtig, dass Eltern sich vorab umfassend informieren und die internetfähigen Smart Toys abschalten, wenn sie nicht in Gebrauch sind.“ Dann können keine Daten gesammelt werden. Kuscheltiere und Puppen, die mit Kindern kommunizieren, können auch fehleranfällig sein und von außen manipuliert werden. Die Bundesnetzagentur hat inzwischen einige Spielzeuge verboten, wie die Puppe „My friend Cayla“ Anfang 2017. Sie wurde als versteckte, sendefähige Anlage eingestuft, da sie per Mikrofon unbemerkt Gespräche aufzeichnet und an das Smartphone überträgt. Hinweise, ob Produkte aktuell Gefahren bergen, bietet das Internetangebot „Surfen ohne Risiko“ unter www.surfen-ohne-risiko.net/spielzeug-vernetzt/.

Mobile Geräte sicher einrichten
Wenn das digitale Spielzeug durch eine App funktionsfähig ist, gilt für Eltern: auf den Jugendschutz auf dem genutzten Smartphone oder Tablet achten. Wenn Eltern Spielzeug und App gemeinsam mit dem Kind einrichten und aktivieren, können mögliche Risiken besprochen und Nutzungsregeln vereinbart werden. Manche Apps enthalten Links zu App-Stores oder anderen Internetseiten. So könnte das Kind möglicherweise Zugang zu ungeeigneten Inhalten erlangen. Über In-App-Käufe bieten manche Hersteller zudem Spielerweiterungen an – das verursacht zusätzliche Kosten. Um dies zu verhindern, sollten In-App-Käufe mit einem Passwort geschützt sein. Wenn das Smart Toy auch ohne Internetzugriff funktioniert, deaktivieren Eltern WLAN und Mobile Daten besser vorsorglich. Weitere Tipps, wie Eltern mobile Geräte kindersicher einrichten können, gibt es unter schau-hin.info/sicherheit.

Weitere Tipps zum Thema „Digitales Kinderzimmer“ bietet eine Broschüre der Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien“: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/gutes-aufwachsen-mit-medien/86410

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/12/complize_photocaseaytk7p0kx9fy2.jpg 2372 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-12-08 10:33:362018-06-05 14:19:55Digitales Spielzeug zu Weihnachten?

Was Kinder und Eltern brauchen – Bericht von der FEBuB

Am Wochenende fand in Bochum die FEBuB statt – die Familienkonferenz für Elternschaft, Bindung und Beziehung. Hier trafen sich Fachleute und Eltern, denen das Konzept einer bindungsorientierten Elternschaft am Herzen liegt. Zu den Referent/innen gehörten unter anderem der Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster, Nicola Schmidt (artgerecht-Projekt), Susanne Mierau (geborgen wachsen), die Autorin Nora Imlau und familylab-Gründer Mathias Voelchert.

Bei einer bindungsorientierten Elternschaft steht die Bindung und Beziehung zwischen Eltern und Kindern im Mittelpunkt. Ein wichtiger Grundsatz ist, dass vor allem bei Babys und kleinen Kindern möglichst prompt und einfühlsam auf ihre Bedürfnisse reagiert wird. Tragen, (langes) Stillen und Familienbett spielt für die meisten bindungsorientierten Eltern eine wichtige Rolle. In den letzten Jahren wurde auf den entsprechenden Blogs und in Büchern oft sehr stark die Betonung darauf gelegt, dass Eltern die Bedürfnisse ihrer Kinder erkennen und erfüllen. Auffällig bei der FEBuB war, dass inzwischen auch die Bedürfnisse der Eltern stärker in den Fokus gerückt sind. So sprach Nicola Schmidt vom „artgerecht-Projekt“ in ihrem Vortrag darüber, wie Eltern den Stress aus dem Familienalltag nehmen können. Und dass es nicht nur für Kinder, sondern auch für Eltern dringend notwendig sei, Geborgenheit zu erfahren.

Auch Susanne Mierau, die für das Konzept „geborgen wachsen“ steht, ging intensiv auf die Elternbedürfnisse ein und gab Anregungen, wie die Bedürfnisse der Kinder und der Eltern in ein Gleichgewicht kommen können. Lienhard Valentin, der den Verein „Mit Kindern wachsen“ gegründet hat, beschrieb, wie Eltern zu mehr Gelassenheit kommen können.

Auch bei Nora Imlaus Vortrag über die Geburt ging es nicht nur darum, wie Kinder gut geboren werden, sondern auch wie Mütter gut gebären können. Und dass Mütter ein Recht auf eine gute Geburt haben.

Am stärksten die Eltern im Blick hatte allerdings Mathias Voelchert, der betonte, dass es Kindern nur so gut gehe, wie es den Eltern geht. Er plädierte dafür, dass nicht die Kinder im Aufmerksamkeitszentrum der Familie stehen sollten, sondern die Eltern.

Insgesamt stand bei allen Referent/innen das Thema Bindung im Mittelpunkt. Und dass immer mehr Eltern sich mit diesem Thema auseinandersetzen, ist eine gute Entwicklung. Letztlich kommt es darauf an – wie die Psychotherapeutin Stefanie Stahl in ihrem Vortrag betonte –, dass sowohl die Bindungsbedürfnisse als auch die Autonomiebedürfnisse eines Kindes erfüllt werden. Sie zeigte Wege auf, wie Eltern, die diese Balance als Kind selbst nicht erlebt haben, dies aufarbeiten und damit viele ihrer Probleme angehen können.

Was auffiel: Es waren zwar auch Väter vertreten, insgesamt aber scheint die bindungsorientierte Elternschaft vor allem ein Thema für die Mütter zu sein. Wie sagte eine Mutter so schön: „Mein Mann lässt mir freie Hand.“ Es wäre zu wünschen, dass mehr Männer sich mit Familien- und Erziehungsthemen auseinandersetzen und nicht einfach die Frauen machen lassen. Eine Chance dazu bietet sich spätestens 2019: Dann geht die FEBub in die zweite Runde.

Bettina Wendland

Redakteurin Family und FamilyNEXT

PS: In der nächsten Ausgabe von Family veröffentlichen wir ein Interview mit Susanne Mierau, in dem es unter anderem darum geht, wie bindungsorientierte Elternschaft aussieht.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/11/tanja-heffner-252586.jpg 1732 2598 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-11-20 09:26:342018-06-05 14:19:58Was Kinder und Eltern brauchen – Bericht von der FEBuB

Weihnachtsbücher für die Kleinen

Alle Jahre wieder ist es wunderschön, bei Keksen und Kerzen den Kindern Weihnachtsgeschichten vorzulesen. Wir haben für euch ein paar besonders schöne Bilderbücher zum Vorlesen ausgesucht:

Ein Fuchs erzählt von Weihnachten

Von Nick Butterworth und Mick Inkpen

Ein Fuchs berichtet von der Nacht, die alles verändert. Seine Suche nach einer leckeren Mahlzeit entwickelt sich schon bald zur Suche nach dem geheimnisvollen Königskind, das in der Stadt Bethlehem geboren sein soll. In kindgerechter, großer Schrift erzählt das Buch die Weihnachtsgeschichte aus einer anderen Perspektive.

Besuch im Stall

Von Juliet David und Jo Parry

Die Kuh Miriam genießt in ihrem warmen Stall die abendliche Ruhe. Doch diese ist schlagartig vorbei, als die ersten unerwarteten Gäste vor der Türe stehen – Hanna und Henri mit allen ihren Hasenkindern. Aber damit nicht genug! Im Laufe der Nacht wird es im Stall immer voller und etwas Unvergessliches geschieht: Ein besonderes Baby wird dort geboren!

Die Weihnachtsgeschichte

Von Sabine Zett und Susanne Göhlich

Sabine Zett erzählt die klassische Weihnachtsgeschichte ausführlich und in leicht verständlichen Worten. Maria und Josef, die Hirten und die drei Sterndeuter werden zu lebendigen Figuren. Große bunte Bilder laden Kinder dazu ein, in die Geschichte einzutauchen und herauszufinden, warum wir eigentlich Weihnachten feiern.

Matthias und die Geschichten von Bethlehem

Von Natanja und Sigrid Mischnick

Matthias aus Bethlehem will die Vergangenheit seines Volkes Israel kennenlernen. In Gesprächen mit seinem Großvater erfährt er außerdem von einer Verheißung Gottes, die sich vor gar nicht langer Zeit in seiner Heimatstadt erfüllt haben soll. Die 26 Geschichten für die Advents- und Weihnachtszeit machen so die großen Zusammenhänge der Bibel deutlich und geben einen Überblick über die jüdische Kultur und Geschichte bis zur Zeit Jesu.

Das kleine Weihnachtsglück

Von Antonia Woodward

Mit liebevollen Illustrationen erzählt Antonia Woodward nach biblischem Vorbild, was vor mehr als 2000 Jahren in Israel geschah: Ganz unterschiedliche Menschen machen sich auf den Weg nach Betlehem – ein Ehepaar, drei weise Männer und ein paar einfache Schafhirten. Ihr Ziel ist der Stall, in dem Jesus, der Sohn Gottes, zur Welt kommt.

Drei Könige

Von Erich Jooß und Maren Briswalter

In dieser modernen Interpretation reisen die Heiligen Drei Könige weder aus dem fernen Morgenland an, noch tragen sie kostbare Gaben bei sich. Drei Brüder sind es, die von Haus zu Haus ziehen, um Geschenke zu erbitten. Diese sind für ein neugeborenes Kind bestimmt, ein Flüchtlingskind, das noch viel ärmer ist als sie selbst.

Der kleine Dachs im Weihnachtswald

Von Suzy Senior und James Newman Gray

Der kleine Dachs ist noch ganz neu im Weihnachtswald, darum möchte er unbedingt Freunde finden. Aber das ist schwieriger als gedacht, denn alle Tiere scheinen Angst vor ihm zu haben … Die zusammenhängenden Geschichten erzählen von Mut, Freundschaft und Versöhnung und stimmen mit den ansprechenden Bildern auf Weihnachten ein.

Drei Könige – Eine Weihnachtsgeschichte

Von Heinz Janisch und Birgitta Heiskel

Jeder kann ein König sein – das beweist diese Weihnachtsgeschichte. Allerdings wird klar, dass es hier nicht um Macht oder Reichtum geht. Im Gegenteil: Durch eine kleine Geste des Schenkens kommen drei wunderliche Männer einem großen Geheimnis auf die Spur. Und nicht nur in der Geschichte gibt es viel zu entdecken, sondern auch auf den detailreichen Bildern.

Gans vergessen

Von Stephanie Schneider und Ingrid Sissung

Klaus, das Kamel, reist aus der fernen Wüste an, um endlich seine Brieffreundin, die Kuh Tilda, zu treffen und mit ihr richtig Weihnachten zu feiern. Doch kurz vor dem Essen fällt dieser ein, dass sie vollkommen vergessen hat, eine Gans einzuladen! Und was ist Weihnachten ohne Weihnachtsgans? Also machen die beiden sich sofort auf zu Gänsebauer Bernd …

Jesus feiert Geburtstag im Stall

Von Swantje Kammerecker und Moritz Knacke

Der ganz besondere Adventskalender: Ein kleiner Engel lädt Menschen und Tiere zum Geburtstagsfest des Jesuskinds ein – in 24 kurzen Geschichten. Diese wurden in Schweizer Mundart für die beiliegende Doppel-CD vertont und mit Musik unterlegt. Ebenso sind Stifte und Ausmalkärtchen für jeden Tag enthalten.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/11/IMG_4122.jpg 2448 3264 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-11-16 12:09:472020-05-22 08:44:26Weihnachtsbücher für die Kleinen

Respekt!

Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder anderen Menschen mit Respekt begegnen. Aber wie kann man Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass sie andere respektvoll behandeln? Fünf Tipps von Thomas Eberle, Professor für Erziehungswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

Tipp 1: Behandeln Sie Heranwachsende respektvoll und leben Sie vor, was Sie von anderen erwarten. Nehmen Sie ihre Anliegen, Wünsche und Gefühle ernst.

Tipp 2: Manchmal sind Formulierungen, die in der Gleichaltrigengruppe (Peergroup) verwendet werden, abwertend. Manchmal drücken sich Kinder und Jugendliche ungeschickt und somit verletzend aus. Besprechen Sie die Bedeutung des Gesagten und berücksichtigen Sie bitte, dass Heranwachsende auch Schwierigkeiten haben können, sich gut auszudrücken. Zeigen Sie, auch wenn Sie sich über eine Formulierung ärgern, einen respektvollen Umgang.

Tipp 3: Aktuell gibt es verschiedene Lebensentwürfe, Vorlieben, Werte, Normen und Vorstellungen über adäquates Verhalten. Es wird viel ausgehandelt. Besprechen Sie Erwartungen, Vorstellungen und alternative Lebensformen mit den Kindern und Jugendlichen. Besprechen Sie Wünsche für ein gutes Zusammenleben und stellen Sie Regeln gemeinsam auf. Berücksichtigen Sie dabei die Anliegen aller Beteiligten, also sowohl die der Kinder als auch Ihre eigenen.

Tipp 4: Rassistische, nationalistische, populistische und sonstige verzerrende Aussagen und Propaganda verkürzen Personen auf ein einzelnes Merkmal (beispielsweise Nationalität, Religion, Herkunft, Hautfarbe, sexuelle Orientierung). Sie bewerten dieses Merkmal extrem negativ und werten die Person als Ganzes damit ab. Wer dieses beliebige Merkmal besitzt, hat der Propaganda zufolge keine gleichen Rechte, ist minderwertig, darf schlecht behandelt oder misshandelt werden. Zeigen Sie Ihren Kindern diese Mechanismen auf und leben Sie vor, dass alle Menschen würdevoll behandelt werden müssen.

Tipp 5:  Unterstützen Sie Ihre Kinder darin, sich wertvoll zu fühlen, auch bei negativen Erfahrungen. Das ist eine gute Basis, um sich nicht über andere erheben zu wollen, weil das eigene Selbstwertgefühl gering ist.

 

Wie vielfältig das Zusammenleben in Deutschland aussehen kann, zeigt der Kinderkanal von ARD und ZDF in seinem Themenschwerpunkt „Respekt für meine Rechte! – Gemeinsam Leben“ vom 6. bis 26. November.  Für die Sendung: „ERDE AN ZUKUNFT“ hat Professor Thomas Eberle Schülerinnen und Schüler bei dem Prozess begleitet, ein Planspiel zu entwickeln für ein gelingendes Zusammenleben. Die Sendung „ERDE AN ZUKUNFT: Gemeinsam in die Zukunft“ ist am Donnerstag, 23. November um 19:25 Uhr im KiKA zu sehen.

Weitere Informationen zum Themenschwerpunkt: www.kika.de

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/11/KiKA_Mira-Mikosch.jpg 2003 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-11-03 11:31:222018-06-05 14:19:59Respekt!

„Alles gut?“

Christof Klenk mag keine Emojis in der mündlichen Sprache.

Die Frage „Wie geht es dir?“ ist ein bisschen aus der Mode gekommen. Sie wird von einem lapidaren „Alles gut?“ abgelöst. Das ist prägnanter, hipper und klingt irgendwie nach Facebook oder WhatsApp. Man kann darauf nur mit dem mündlichen Gegenüber eines Emojis antworten: Alles super! Daumen hoch! Smiley!

Das ist glatt gelogen. Bei mir ist nie alles gut. Irgendwo zwickt’s immer, läuft etwas schief, wäre Luft nach oben. Ganz abgesehen davon, dass die Weltlage mit „Smiley, Smiley, Smiley“ wohl kaum umschrieben ist. Aber niemand will auf „Alles gut?“ eine differenzierte Antwort hören. In den meisten Fällen würde ein „Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden“ meine Gefühlslage ganz gut auf den Punkt bringen. Das klingt aber irgendwie altklug, nach Spaßbremse oder Besserwisser.

Zugegeben: Auf die Frage „Wie geht’s dir?“ antworte ich in den allermeisten Fällen auch nur mit „gut“. Das hat keinen hohen Informationswert, aber es kommt der Wahrheit trotzdem näher als „Daumen hoch! Alles bestens! Rundum glücklich!“ Da ist viel Schönes dabei, aber dass alles gut ist, kann ich eben nicht behaupten.

„Christof, halt mal den Ball flach. Hier geht’s doch nur um Smalltalk!“, mag mancher hier einwenden.  Letztlich geht es, wende ich ein, um das Wertvollste, was wir haben, nämlich um Beziehungen. Ich will bei einem zufälligen Treffen auf der Straße sicherlich kein Therapiegespräch, aber ein klein wenig die Chance eröffnen, dass Begegnung stattfindet und dass wir einander wahrnehmen, das wäre schon schön. Dann wäre schon eine Menge gut.

Christof Klenk ist Redakteur bei Family und FamilyNEXT und lebt mit seiner Familie in Witten.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/10/pollography_photocaseamj1qh6r3rl52.jpg 2000 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-10-20 09:24:072018-06-05 14:20:00„Alles gut?“

Stressfrei unterwegs

5 Tipps für Bahnreisen mit Kind

Mit Mama die Großeltern besuchen oder zum Wanderwochenende mit Papa? In den Herbstferien ist für Familien wieder Ausflugszeit angesagt. Vor allem für Alleinreisende mit Kind kann die Tour jedoch ganz schön fordernd sein: Als größte Herausforderungen empfinden sie, das Gepäck zu befördern (39 Prozent), eigenen Anliegen nachzukommen (38 Prozent), etwa selbst zur Toilette zu gehen oder zu essen, sowie ihre Kinder zu unterhalten (37 Prozent). Das ergab eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Bahn (DB). Fünf Tipps, wie der Familienausflug auch im elterlichen Alleingang zum Kinderspiel wird:

1. Persönliche Junior-Reise-Assistenten
Die Nörgerlei geht schon los, bevor die Reise überhaupt begonnen hat? Das lässt sich vermeiden, indem Eltern ihre Kleinen von Anfang an mit in die Reiseplanung einbeziehen und sie zu Junior-Reise-Managern ernennen. Mit festen Aufgaben wie der Gleissuche oder Proviantverwaltung ist der Nachwuchs voll ins Reisegeschehen eingespannt, langweilt sich nicht und kann Mama oder Papa sogar noch unterstützen.

2. Kinderkleidung in Signalfarben
Bereit zum Einstieg, doch plötzlich fehlt jede Spur der Tocher oder des Sohns? Wenn die Kids am Reisetag in besonders leuchtenden Farben gekleidet sind, kann das die Suche im Gewimmel enorm erleichtern. So erkennen Alleinreisende ihre Sprösslinge garantiert auch aus größerer Entfernung und an Orten, wo sich viele Menschen tummeln.

3. Bahnreisen mit professioneller Kinderbetreuung
Trotz des Kindes im Schlepptau einfach mal für ein Stündchen die Augen zu machen? Als einzige Verantwortliche kommen alleinreisende Eltern nur selten zur Ruhe. Damit sich Mütter und Väter auf Reisen zurücklehnen und Kids sich kreativ betätigen können, kommen seit fünf Jahren regelmäßig professionelle Kinderbetreuer an Bord der Bahn. 75.000 Kids haben sie die Zugfahrt schon mit Spiel- und Bastelunterhaltung versüßt.

4. Nicht ohne Schlafkissen und Schmusetuch
Sollten mal keine Kinderbetreuer an Bord sein, gibt es noch einen sehr verlässlichen Alleinunterhalter für kleine Reisende: Schlaf. Damit es die Kids dabei besonders komfortabel haben und sich auch in fremden Sitzen gleich wie zu Hause fühlen: Lieblings-Schlafkissen und Schmusetuch nicht vergessen!

5. Kleidung waschen statt schleppen
Das Kind im Blick behalten, die Uhrzeit checken, das richtige Gleis finden: Als wären das noch nicht genügend Herausforderungen, müssen natürlich auch Tasche, Koffer und Co. mittransportiert werden. Profi-Tipp: Viele Familien steuern in den Herbstferien Freunde und Familie an. Und die stellen sicher gern ihre Waschmaschine zur Verfügung. So kann das Gepäck ganz einfach halbiert werden – und mit ihm der Trageaufwand. Wer ganz auf die Schlepperei verzichten möchte, lässt schwere Koffer vor Reiseantritt vom Gepäckservice der Bahn abholen und bequem bis ans Urlaubsdomizil liefern.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2017/10/ThinkstockPhotos-637989440_DashaR_iStock.jpg 1661 3000 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2017-10-12 10:34:122018-06-05 14:20:00Stressfrei unterwegs
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