Illustration: Sabrina Müller, sabrinamueller.com

Angst vor der Geburt

„Meine Tochter (25) erwartet bald ihr erstes Kind und hat schreckliche Angst vor der Entbindung. Wie kann ich ihr helfen?“

Ängste in der Schwangerschaft, vor allem bei der Erstentbindung, sind sehr häufig: Fast jede zehnte Mutter ist davon betroffen. Die Schwangerschaft ist eine Zeit des Umbruchs, die einer Mutter viel abverlangt – körperlich, aber auch seelisch. Eine Schwangerschaft kann auch schon länger vorhandene Ängste oder Traumata reaktivieren.

ÜBER ÄNGSTE SPRECHEN

Es kann Ihrer Tochter guttun, wenn Sie sie etwas bemuttern und ihr Hilfe – nicht nur im Haushalt – anbieten, zum Beispiel durch Massagen oder Entspannungsübungen. Signalisieren Sie Ihrer Tochter gegenüber auch immer wieder Gesprächsbereitschaft. Wichtig dabei ist, ihre Gefühle und Ängste ernst zu nehmen und nicht zu beschwichtigen. Sagen Sie ihr immer wieder, dass sie nicht allein mit ihren Ängsten ist, dass es vielen Müttern so geht wie ihr und dass sie Hilfe und Unterstützung von der Familie und von Fachleuten bekommen kann. Hebammen, Doulas, Mütter- oder Familienpflegerinnen beispielsweise sind im Umgang mit Schwangeren und deren Ängsten geschult und können Hilfe anbieten.

Sehr hilfreich und entlastend für die Schwangere und ihre Angehörigen kann das Gespräch mit anderen Betroffenen sein, zum Beispiel in Foren und Selbsthilfegruppen. Zu hören, dass es anderen genauso ging, es ihnen aber mittlerweile wieder gut geht, beruhigt die Schwangere und macht ihr Mut. Auch fällt es Betroffenen diesen Müttern gegenüber oft leichter, über ihre Ängste und Gefühle zu sprechen, weil sie wissen, dass diese Ähnliches wie sie erlebt haben und sie dadurch gut verstehen können. Dieser Erfahrungsaustausch kann auch ein wichtiger Schritt sein, um sich die psychischen Probleme einzugestehen und sich gegebenenfalls professionelle Hilfe zu holen.

PROFESSIONELLE HILFE

Um den Schweregrad ihrer Ängste besser einschätzen zu können, kann die Schwangere einen Test machen. Wir haben einen Selbsteinschätzungstest auf unserer Homepage www.schatten-und-licht.de zur Verfügung gestellt. Sollte es nötig sein, kann sie einen Termin bei Schwangerschafts- oder psychosozialen Beratungsstellen, die sie bei der Stadt oder Gemeinde erfragen können, bekommen, die Sie bei psychischen Problemen beraten und ihr helfen, mit ihren Ängsten umzugehen.

Sind die Ängste sehr stark ausgeprägt, sollte die Schwangere ihren Hausarzt oder einen Facharzt für Psychiatrie aufsuchen, um sich gegebenenfalls eine Psychotherapie verschreiben zu lassen. Ein Therapeut kann ihr helfen, ihre Ängste oder Traumata aufzuarbeiten. Natürlich gibt es gegen starke Ängste auch unterstützende Medikamente, die auch in der Schwangerschaft genommen und von Fachleuten verschrieben werden können. Dazu beraten Fachstellen wie www.embryotox.de oder www.reprotox.de.

Sabine Surholt ist erste Vorsitzende der Selbsthilfe-Organisation Schatten & Licht e.V., die Frauen in Krisen rund um die Geburt unterstützt.
Illustration: Sabrina Müller, sabrinamueller.com

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  1. […] Gespräch wurde das ganze Ausmaß des persönlichen Dramas offenbar: Das kleine Mädchen wurde in der 25. Schwangerschaftswoche geboren, es war zu wenig Fruchtwasser vorhanden, und das Kind war unterversorgt. Auf der Intensivstation […]

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