Aufgeklärt die Welt entdecken

Wie können wir Kinder in eine Welt begleiten, in der Sexualität allgegenwärtig ist? Von Ute Buth

Sexualität ist ein sehr intimes und höchst persönliches Thema. Allerdings leben wir in einer Gesellschaft, in der in Werbung und Medien recht freizügig mit sexuellen Themen umgegangen wird. Das stellt schon eine Herausforderung für viele Erwachsene dar, wie viel mehr für Kinder, die erst nach und nach lernen, was Sexualität alles bedeutet. Für viele Eltern ist die Frage, wie sie Kinder auf diesem Weg begleiten können, keine leichte. Meinungen, was in diesem Zusammenhang „dran und angemessen“ sei, variieren – besonders in der christlichen Gemeindelandschaft. Dieser Artikel soll helfen, den eigenen Horizont zu weiten, und er gibt Impulse, die eigene Position zu hinterfragen.

1. WEDER ABGESCHOTTET NOCH UNGEFILTERT
Den unterschiedlichen Ausdrucksformen von Sexualität in Werbung, Medien und im alltäglichen Leben komplett zu entkommen, indem man Kinder von allem abschottet, ist nicht praktikabel. Stattdessen zu resignieren und Kinder ungefiltert und ohne orientierende Sexualaufklärung auf alles loszulassen, wäre fahrlässig.

2. ERZIEHUNGSAUFGABE BEWUSST WAHRNEHMEN
Kinder brauchen Sexualaufklärung nicht nur als Orientierung in einer sexualisierten Welt, sondern ganz grundlegend auch im Rahmen ihrer Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen. Die Herausforderung für Eltern besteht darin, Sexualaufklärung als Teil ihrer umfassenden Erziehungsaufgabe bewusst wahr- und anzunehmen. Manche Eltern meinen, dies an die Schule delegieren zu können. Aber Eltern positionieren sich zu diesen Themen zwangsläufig – durch das, was sie sagen oder nicht sagen, wie sie schauen, was sie vermeiden, wie sie auf Aussagen und Fragen reagieren und vieles andere mehr. Der Kommunikationsexperte Paul Watzlawick brachte es treffend auf den Punkt: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Folglich kann man auch „nicht nicht aufklären“. Denn auch das Schweigen zum Thema Sexualität spricht Kindern gegenüber eine laute und deutliche Sprache: „Darüber spricht man nicht!“ Für viele Eltern ist der Gedanke neu, dass auch sie demnach irgendwie aufgeklärt sind. Und alle Eltern klären folgerichtig auch ihre Kinder

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