Auch so geht Gemeinde

Nicht immer gibt es die passende Gemeinde vor Ort. Bettina Wendland stellt vier Familien vor, die mit Kompromissen leben. Und damit durchaus zufrieden sind.

Eine Gemeinde für die ganze Familie – das ist für viele das Ideal. Altersgemäße Angebote für die Kinder. Männer und Frauen mit derselben Wellenlänge und Frömmigkeit. Veranstaltungen, die das eigene Glaubensleben bereichern und herausfordern. Einsatzmöglichkeiten, die den eigenen Begabungen entsprechen.

Aber da es die perfekte Gemeinde selten in der näheren Umgebung gibt und man sie sich nicht backen (allerdings durchaus mitgestalten) kann, müssen viele Familien Kompromisse eingehen. Die bestehen oft darin, dass ein oder mehrere Familienmitglieder auf ihre Bedürfnisse verzichten. Es gibt aber auch andere Wege.

Familie Moussa: Verzicht auf den „Jeden-Sonntag-Gottesdienst“

Caro und Roland Moussa sind mit ihrer einjährigen Tochter in eine neue Stadt gezogen. Beide haben katholische Wurzeln, waren aber lange Jahre in einer Jesus- Freak-Gemeinde. Gern würden sie eine Gemeinde finden, bei der beide am Gottesdienst teilnehmen können. Aber mit einem Kind in dem Alter ist das kaum möglich. So schließen sie sich einem Hauskreis an, um sich dort mit anderen Christen über ihren Glauben auszutauschen. Als ihre Tochter in die evangelische Kita kommt, besuchen sie auch die dazugehörige Kirchengemeinde. Einen Kindergottesdienst oder eine Kinderbetreuung gibt es dort nicht. Allerdings wird alle vier Wochen ein gemeinsamer Kindergottesdienst aller evangelischen Kirchengemeinden der Stadt angeboten. Familie Moussa – inzwischen zu viert – entscheidet sich dazu, in der nächsten Zeit auf einen „Jeden-Sonntag-Gottesdienst“ zu verzichten. Lieber wollen sie diesen monatlichen Kindergottesdienst besuchen, den sie bereits einmal als echtes Highlight erlebt haben und von dem vor allem die Kinder profitieren. Zudem gehen beide Kinder einmal pro Quartal zum Kinderbibelnachmittag der Gemeinde. Und die Jüngste spielt mit Gleichaltrigen in der ebenfalls dort stattfindenden Krabbelgruppe. Caros Fazit: „So sind wir gar nicht richtig in der Gemeinde und trotzdem mittendrin – als spätbekehrte katholische Jesus- Freaks in der evangelischen Landeskirche. Ich bin gerade total dankbar und froh und absolut gespannt, wie es mit uns und dieser Gemeinde weitergeht. Sophie und Johanna scheint es auf jeden Fall Spaß zu machen.“

1 Antwort
  1. KüPa says:

    Wo ist unser Platz, das ist auch für uns ein Zentrales Thema. Bislang pendlen wir 14 tägig zwischen „seiner“ und „meiner“ Gemeinde.
    Auch das geht…, stellt jedoch für uns keine Dauerlösung da. Wir würden uns gerne einbringen, nicht nur Sontags etwas abholen kommen.
    Hier jedoch die Gemeinde zu finden, die eine Aufgabe für uns hat, ist schwirig… und es stellt sich auch die Frage, wo möchte Gott uns haben?
    Aktuell fühlen wir uns, als würden wir uns im Kreise drehen… warten auf einen Schupser der uns eine neue Richtung weist.

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