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Artikel aus den Heften

Zweisprachig Erziehen?

„Meine Muttersprache ist Deutsch, die meines Mannes Spanisch. Wir möchten unseren Sohn (fünf Monate) zweisprachig erziehen. Wie machen wir das am besten? Was sind die Vor- und Nachteile einer bilingualen Erziehung? Worauf müssen wir achten?“

Die Erfahrung für ein Kind mit zwei verschiedensprachigen Eltern aufzuwachsen, ist in jedem Fall etwas Schönes und Positives. Ihr Sohn lernt von Anfang an zwei Sprachkulturen kennen. Eine wertvolle, unbezahlbare Chance! Besonders in Ihrem Fall, da Spanisch ja zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt gehört. Es liegt auf der Hand, dass jeder Elternteil sich mit seinen Kindern auch in seiner eigenen Muttersprache unterhalten möchte. Das ist besonders für den Partner, der nicht in seiner Sprachheimat lebt, wichtig. So können die Kinder auch mit ihren fremdsprachigen Großeltern und Verwandten eine Beziehung aufbauen. So geht für das Kind nicht eine der beiden Kulturen, aus denen es stammt, verloren.

JEDER EINE SPRACHE
Kleinkinder haben erfahrungsgemäß meist keine Probleme mit dem gleichzeitigen Erwerb mehrerer Sprachen. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass jeder Elternteil konsequent für seine Sprache zuständig ist und mit dem Kind nahezu ausschließlich in dieser kommuniziert. Eltern, die stets die Sprachen mischen, tun ihrem Kind nichts Gutes. Ebenso Eltern, die Kinder in einer Sprache unterweisen wollen, die sie selbst nicht ausreichend beherrschen. Diese klaren Sprachtrennungsregeln erleichtern dem Kind den Spracherwerb. Zu Beginn kann es zu Sprachmischungen beim Kind kommen. Das ist nicht weiter schlimm. Bleiben Sie einfach konsequent bei „Ihrer“ Sprache. Dann geben sich diese Sprachmischungen von selbst. Familienspaltend könnte Zweisprachigkeit nur dann wirken, wenn der andere Elternteil die Sprache nicht versteht oder die Kultur und Sprache des anderen Partners vor dem Kind „schlecht“ macht. Sprache sollte niemals zum gegenseitigen Ausspielen des jeweilig anderen Partners, Elternteils oder Großelternteils verwendet werden.

DIE GROSSFAMILIE EINBINDEN
Binden Sie auch die Großeltern in den Sprachförderprozess mit ein. Das nimmt ihnen die Ängste vor dem Fremden und Ungewohnten. Vielleicht macht es ja der ganzen Großfamilie Spaß, auch ein bisschen Spanisch zu lernen und in die Kultur Spaniens einzutauchen. Im Gegenzug kann die spanische Verwandtschaft in deutsche Gepflogenheiten und die deutsche Sprache eingeführt werden. Das Kind sollte die Möglichkeit haben, die Sprache, die nicht in seinem Heimatland gesprochen wird, praktisch anzuwenden: im Urlaub, bei Verwandtenbesuchen, mit Filmen, Büchern, CDs und Spielgruppen. Suchen Sie Kontakt zu anderen spanisch-deutschsprachigen Familien. So fühlen Sie und Ihre Familie sich ein bisschen weniger „exotisch“. Kinder benötigen mitunter „Schicksalsgenossen“, um an der zweiten Sprache nicht die Freude zu verlieren. Nehmen Sie sich viel Zeit, mit dem Kind zu reden, zu spielen und Bücher in der jeweiligen Sprache vorzulesen. Je mehr Freude Sie selbst an Ihrer Sprache haben, umso mehr wird auch Ihr Kind Sprache als etwas Wertvolles, Schönes und Spannendes erleben. Die meisten bilingual erzogenen Kinder sind ihren Eltern später sehr dankbar für die Chance, zwei Sprachen annähernd gleichwertig zu beherrschen.

Roswitha Wurm lebt mit ihrer Familie in Wien. Die Autorinund Pädagogin unterrichtet Kinder mit Lese- und Rechenschwäche sowie Jugendliche in Deutsch als Fremdsprache.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/10/EZ.22-F6_16.jpg 856 610 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2016-10-27 10:02:442016-10-24 15:17:08Zweisprachig Erziehen?

„Du bist wie deine Mutter“

Wir ähneln unseren Eltern, ob wir es wollen oder nicht. Sechs Autorinnen und Autoren haben dem nachgespürt, was sie von ihren Müttern und Vätern geerbt und übernommen haben.

WEGWERFEN? UNDENKBAR!

Was ich von meinem Vater gelernt habe, lässt sich an einem alten Tannenbaumständer beschreiben. Jahr für Jahr war dieser Ständer wackelig und brauchte immer neue Keile, um den Baum zu halten. Aber mein Vater hatte die Devise: „Was nicht passt, wird passend gemacht!“ Dabei ging es nicht um „stylish“, sondern um praktisch und vor allem darum, Geld zu sparen. Schon früh habe ich den Umgang mit Werkzeugen gelernt und zusammen mit meinem Vater überlegt, wie alte Schrauben zu lösen sind oder ein Blumentopf mit neuer Farbe lackiert werden kann. Dinge wegzuwerfen oder schnell durch Neues zu ersetzen, war undenkbar. Ich bin ihm heute dankbar dafür, so kann ich vieles selbst bauen und herstellen, wofür andere teure Handwerker brauchen. Ob ich das meinen Kindern so weitergeben kann, weiß ich allerdings nicht … Vaters Werkstatt war eine übersichtlich geordnete Schar an aufgehängten Dingen. Für alles und nichts wurde ein Nagel oder Haken in die Wand geschlagen und Seile, Schraubzwingen, Keile und Maulschlüssel wurden fein säuberlich aufgereiht. Der Tannenbaumständer hat so jedenfalls fast 20 Jahre mit stetigen Reparaturen überlebt, bis er so hässlich war, dass er den Weg in den Sperrmüll fand. Auch da erlebe ich heute meine Grenze: Räder zu pflegen und zu reparieren, Regale umzubauen – das hat Sinn. Aber Dinge totzupflegen aus dem Unwillen (oder sagen wir ruhig Geiz), Neues zu investieren – da greift meine Familie ein.

Der Autor lebt mit seiner Familie im Südwesten Deutschlands.

 

KRANKE PSYCHE

Irgendwann in meiner Jugend begriff ich, dass meine Mutter nicht gesund ist. Ihre Psyche ist erkrankt. Die Stimmungsschwankungen forderten uns als Familie täglich heraus. Manchmal war es so schlimm, dass sie in eine selbstzerstörerische Phase rutschte. Besonders in den Nächten war sie unruhig, oft betrunken und hin und her gerissen zwischen Hass auf irgendjemanden oder Todessehnsucht. Ich dachte als Kind: So sind Erwachsene nun mal. Es hat mir später als Erwachsene jahrelang wehgetan zu verstehen, dass meine Familie gelitten hat, weil meine Mutter sich keine Hilfe suchen wollte und mein Vater schwieg. Schuld waren in Mutters Augen doch sowieso die anderen, die sie alle falsch behandelten, beleidigten und missachteten. Es gab in meinem Leben keinen Urlaub oder kein Familienfest mit der Anspannung: Wie geht es meiner Mutter? Als ich selbst Mutter wurde, entdeckte ich ähnliche Spannungen in mir. Die Angst, ebenso unberechenbar zornig zu werden, wurde immer größer. Schließlich saß ich bei einem Facharzt, um die Frage zu stellen: „Ist die psychische Erkrankung meiner Mutter erblich?“ Mir hat es gutgetan, die Hintergründe der Krankheit erklärt zu bekommen und auch die Strukturen einer schlechten Phase. Ich habe verstanden, dass meine sehr empfindsame Wahrnehmung als Schutz vor der Unberechenbarkeit meiner Mutter entstanden ist und ich deshalb auch viel schneller erschöpft bin als andere. Besonders wichtig wurde dieses Erbe meiner Familie, als eines meiner Kinder mit meiner Mutter Ähnlichkeit bekam. Nicht nur die Hände meines Kindes sind so feingliedrig wie ihre, sondern auch sein finsterer Blick bei Unverständnis erinnerte mich schaudernd an die Krisen meiner Kindheit. Gebe ich dieses Erbe nun weiter? Es braucht bis heute, dass ich bewusst die Fachinformationen in mein Wissen rufe: Dieses Erbe ist keine genetische Erkrankung. Ich habe aus den seelischen Unsicherheiten und Schmerzen meiner Kindheit meine feinfühlige Kompetenz für Menschen gewonnen und kann das mittlerweile als Gutes erkennen. Um mein Kind sorge ich mich immer noch manchmal … Wird es sich ausdrücken können, oder bleiben Emotionen ohne angemessene Ausdrucksform? Bis heute umfängt mich eine Welle von Trauer zwischendurch, dass meine Familiengeschichte durch die Erkrankung eines Menschen so geprägt wurde. Es bleibt trotz aller inneren Wege eine Wunde.

Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Rheinland-Pfalz.

In Family 6/16 finden Sie weitere Statements zu diesem Thema.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/10/DS.40-F6_16.jpg 859 1210 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2016-10-24 14:48:132016-10-24 14:50:37„Du bist wie deine Mutter“

Süßes oder Saures?

In den Supermärkten deutet es sich schon an: Bald steht wieder Halloween vor der Tür. Viele Familien, die dem Fest kritisch gegenüber stehen, fragen sich, wie sie damit umgehen sollen. Sarah Mittelstädt hat mit ihrer Familie einen kreativen Weg gefunden:

Jahr für Jahr spielt es sich gleich ab: Da klingelt es an der Haustür am Abend des 31. Oktobers und schaurig gekleidete Kinder schreien mir „Süßes oder Saures!“ entgegen.
Im vorletzten Jahr waren es schätzungsweise 30 Kinder, die im Laufe des Abends unser Haus heimsuchten. Zuletzt war ich auf die Idee gekommen, ihnen nicht nur Süßigkeiten mitzugeben, sondern auch eine Einladung für einen christlichen Kids Treff. Ich hielt das für eine gute Idee, denn so konnten die Kinder vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben etwas von Jesus hören. Und das wäre sicher nachhaltiger als Süßigkeiten …
Zerrissene Einladungszettel und eine mit rohen Eiern beworfene Hauswand belehrten mich eines Besseren – die Sache hatte wohl nicht so ganz funktioniert. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass Gott ganz klar zu mir sprach und mir Ideen für das kommende Halloweenfest gab. Schließlich kamen da freiwillig jede Menge Kinder zu uns an die Haustüre und wir durften ihnen schenken, was wir für gut erachteten. Eine bessere Gelegenheit für Evangelisation gab es doch gar nicht!
Im September machte ich mich auf die Suche nach gutem Aufklärungsmaterial für die Eltern. Schließlich wissen die meisten gar nicht, was es mit Halloween überhaupt auf sich hat. Viele denken ja, es sei einfach ein harmloser Spaß. Allerdings war es gar nicht so einfach, gutes Material zu finden, denn es sollte aufklären, ohne mit der moralischen Keule zu kommen.
Schließlich entschied ich mich für einen Film von Campus für Christus und bestellte noch Material bei den Marburger Medien. Meine hilfsbereiten Nachbarinnen kamen für einen Abend zu mir nach Hause und wir packten über 30 Päckchen mit Süßigkeiten und Kinderkalendern für die Kleineren. Die Größeren ab acht Jahren sollten dazu die DVD von Campus für Christus bekommen. Mein Mann hatte die Idee, im Hof ein Feuer anzuzünden, an dem die Kinder Marshmallows grillen und sich bei einer Tasse Kinderpunsch wieder aufwärmen konnten.
Wir fieberten dem 31.10. regelrecht entgegen. Würden die Kinder auch in diesem Jahr wieder so zahlreich kommen? Würden die Päckchen reichen? Wie sollten wir mit den Eltern ins Gespräch kommen? Wie würde unsere Aktion aufgenommen werden? Spannung lag in der Luft.
Am Abend des 31.10.beleuchteten wir unseren Hof mit allen verfügbaren Windlichtern. Wir wollten so viel Licht wie  möglich in diese dunkle Nacht bringen. Dann stellten wir einen großen Tisch im Hof auf und breiteten unsere Süßigkeitenpäckchen aus. Mein Mann machte ein großes Feuer, während ich Kinderpunsch und Becher  vorbereitete. Ein Schild am Gartenzaun erklärte die ganze Aktion so: „Reformationstag! Wir feiern mit Punsch, Marshmallows und mehr!“
Es war 18.30 Uhr, als die ersten kamen, und sie kamen in Scharen! Es sprach sich schnell unter den Kindern herum: „Geht dort in die Straße, wo das Feuer brennt! Da gibt es einen Tisch mit Kinderpunsch, Päckchen und Filmen!“
Im Laufe des Abends kamen an die 60 Kinder – teilweise mit Eltern – bei uns vorbei. Sie waren positiv überrascht und viele blieben eine Weile da, um Marshmallows zu grillen, Punsch zu trinken und ihr Päckchen abzustauben. Mein Mann beobachtete schmunzelnd, wie die Kinder ihre Schreckensmasken abnahmen, um den Punsch zu trinken und die Marshmellows grillen zu können. Was für ein herrliches Bild!
Viele Eltern fragten uns: „Macht ihr das zum ersten Mal?“ Und da konnten wir dann ins Gespräch einsteigen. Es war zugegeben manchmal schwierig, die richtigen Worte zu wählen, denn wir wollten die Eltern ja nicht vor den Kopf stoßen. Aber ich denke, dass es eine gute Gelegenheit war, sie zum Nachdenken über die grausige Herkunft des Halloween-Festes zu bewegen.
Und wir haben buchstäblich unser Licht leuchten lassen: Die Kinder merkten einfach, mit wie viel Liebe wir alles vorbereitet hatten. Auch die Kommentare der Eltern waren durchweg positiv.
Und das ist genau das, was mich begeistert: dass Menschen Jesu Liebe erfahren, wenn wir uns von ihm gebrauchen lassen. Und sei es an Halloween beim Punsch-Ausschenken.
Wir waren letztes Jahr sehr ermutigt, dieses Jahr wieder eine solche Aktion am 31.10. durchzuführen. Dann werden wir allerdings mehr Päckchen vorbereiten und noch mal nach geeigneterem Material für die Eltern suchen.
Rückblickend kann ich sagen, dass wir mit der Aktion eine Brücke zu den Kindern und ihren Eltern in unserem Wohnviertel geschlagen haben, und ich hoffe, dass das eine gute Basis dafür ist, ihnen eines Tages mehr von Jesus und seiner großen Liebe zu ihnen erzählen zu können.
„Halloween? Wir machen da nicht mit!“, ist somit keine Option mehr für uns.

Ein Gastbeitrag von Sarah Mittelstädt

Info-Material zu Halloween gibt es bei Marburger Medien.

Den erwähnten Film von Campus für Christus gibt es nicht mehr, alternativ könnte man den Kindern ein Hörspiel vom Schlunz schenken, in dem es um die Hintergründe von Reformationstag und Halloween geht: Der Schlunz – Süßer Schrecken, saurer Schrecken

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/10/AlexRaths_ThinkstockPhotos-483328044.jpg 1414 2121 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2016-10-17 11:26:172016-10-17 11:26:17Süßes oder Saures?

Den Führerschein bezahlen?

„Unsere Tochter (16) möchte sich für den Führerschein anmelden. Sie geht selbstverständlich davon aus, dass wir die Kosten übernehmen. Das wäre bei allen Familien so … Stimmt das?“

In Erziehungsfragen gibt es nichts, was „alle“ Familien gleich lösen. Auch wenn Jugendliche das Gefühl haben, in ihrem Freundeskreis seien alle Eltern großzügiger mit Geld als ihre eigenen: Lassen Sie sich davon nicht verunsichern! Fahrstunden und Führerscheinprüfung summieren sich in Deutschland im Schnitt auf 1.300 Euro, in der Schweiz können es bis zu 2.500 Franken werden. Dabei hängen die Gesamtkosten vom Tarif der einzelnen Fahrschule und von der Anzahl der benötigten Fahrstunden ab. In jedem Fall ist es eine große Summe, die die meisten Familien nicht spontan aufbringen können.

GRUPPENDRUCK
Für Jugendliche ist der Erwerb des Führerscheins ein wichtiger Entwicklungsschritt. Selbst Auto fahren zu können, eröffnet Jugendlichen neue Freiheiten und gibt ihnen Selbstbewusstsein. Der Gruppendruck im Freundeskreis ist nicht zu unterschätzen. Daneben setzen viele Arbeitgeber voraus, dass Bewerber eine Fahrerlaubnis haben.

Deshalb halte ich es nicht für die beste Idee, Ihre Tochter einfach auf später zu vertrösten: „Wenn du dir das Geld selbst zusammengespart hast, kannst du den Führerschein machen, vorher nicht.“ Manche Jugendliche fühlen sich dadurch angespornt und sind stolz, wenn sie es ganz aus eigener Kraft geschafft haben. Für viele ist es eher frustrierend zu sehen, dass andere den Führerschein schon haben, während sie selbst noch versuchen, ihr Taschengeld zusammenzukratzen.

INDIVIDUELLE LÖSUNGEN
Das bedeutet nicht, dass Sie die komplette Summe sofort aufbringen müssen. Einer der folgenden Kompromissvorschläge kann helfen:

  • Halbe-halbe: Sobald Ihre Tochter etwa die Hälfte des benötigten Betrags zusammengespart hat, legen Sie als Eltern die andere Hälfte drauf.
  • Oma und Opa: Es gibt Großeltern, die von selbst mit Geldgeschenken auf ihre Enkel zugehen. Andere helfen gerne nach ihren Möglichkeiten, wenn sie freundlich gefragt werden. Wenn die Enkelin den Großeltern anbietet, ihre neuen Fähigkeiten bei Gelegenheit für Fahrdienste zur Verfügung zu stellen, kann sie sicher mit mehr Unterstützung rechnen.
  • Jobben: Manche Jugendliche suchen sich gezielt einen Nebenjob, um den Führerschein zu finanzieren. Drei Monate nachmittags im Supermarkt Regale einräumen – das verdiente Geld reicht fast für die Fahrstunden.
  • 18. Geburtstag: In vielen Familien ist ein größeres Geschenk zur Volljährigkeit üblich. Das kann ja auch ein Geldbetrag für den Führerschein sein, an dem sich Verwandte oder die Partygäste beteiligen.
  • Führerschein-Sparbuch: Sollte Ihre Tochter sich darauf einlassen, die Fahrerlaubnis erst mit 18 in Angriff zu nehmen, können Sie für die Zeit bis dahin ein zweckgebundenes Konto einrichten, auf das jeden Monat von Ihnen und Ihrer Tochter eine kleinere Summe eingezahlt wird. So entsteht das Gefühl eines gemeinsamen Projekts.

Ich finde es wichtig, Jugendlichen zu vermitteln, dass der Erwerb von mehr Selbstständigkeit mit eigenen Opfern verbunden sein kann. Auf der anderen Seite sehe ich es als eine Erziehungsaufgabe, das Erwachsenwerden zu unterstützen – im Rahmen der eigenen Möglichkeiten auch finanziell.

Reinhild Mayer ist Mutter von zwei erwachsenen Söhnen und arbeitet in der Redaktion von Family.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/09/Family_2016_5_DS_Seite_34.jpg 495 700 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2016-10-16 16:33:122016-09-13 17:19:21Den Führerschein bezahlen?

Erstkommunion

Gerade ist das Magazin „Erstkommunion“ aus der Druckerei gekommen. Ein Projekt, das wir im Auftrag und gemeinsam mit der der AKF, der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung e.V. (www.akf-bonn.de), geplant und umgesetzt haben. Dieses Magazin richtet sich an die Eltern von Kindern, die im nächsten Jahr Kommunion feiern.

Denn mit dem Beginn der Erstkommunionvorbereitung springen Eltern die unterschiedlichsten Fragen in den Kopf: „Was muss ich alles tun und wissen? Was, wenn mein Kind mich plötzlich mit Fragen konfrontiert, auf die ich keine Antwort weiß? Wie können wir den Tag der Erstkommunion gut gestalten?“

Das Magazin „Erstkommunion“ setzt genau bei diesen Elternfragen an. Erfahrene Erstkommunion-Eltern erzählen, wie sie wichtige Dinge geregelt, über Situationen nachgedacht und Klippen umschifft haben. Experten geben Anregungen, wie Eltern mit ihrem Kind über Glaubensfragen ins Gespräch kommen können. Neben Hintergrundinformationen gibt es auch praktische Tipps, wie der Erstkommuniontag entspannt gefeiert werden kann, sodass er zu einem Fest wird, an das sich alle gern zurückerinnern.

Bestellen kann man das Heft zum Preis von € 3,90 plus Versandkosten hier: www.bundes-verlag.net/erstkommunion

Bettina Wendland

Family-Redakteurin

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/10/IMG_2340.jpg 1224 1632 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2016-10-12 09:10:462016-10-12 09:10:46Erstkommunion

„Ich werde Youtube-Star“

„Unsere Söhne (11 und 13) möchten gern eigene Musik-Videos auf YouTube hochladen. Sollen wir es ihnen erlauben? Was müssen wir beachten?“

Früher spielten Teenager in Schülerbands. Spielten sie einigermaßen gut, wurden sie umjubelt. Heute ist die Bühne der eigene YouTube-Kanal. Hier misst man die Begeisterung in Video-Aufrufen, Likes und der Anzahl der Abonnenten. Waren Eltern dagegen, wenn ihre Kinder früher in Schülerbands spielten? So sind die Beatles aus John Lennons Schülerband hervorgegangen. Imagine: In der Jetzt-Zeit hätte John Lennon sicherlich YouTube genutzt, und die Beatles wären vielleicht nicht im berühmten Cavernclub oder im Starclub aufgetreten …

YouTube macht einen Großteil seiner Einnahmen dank junger Nutzer. Die erzielen mit selbstgedrehten Videos Millionen Klicks. YouTube ist eine gute Möglichkeit, sein Talent (oder Nicht-Talent) vor einem Publikum zu präsentieren. In den letzten Jahren hat sich die Videoplattform rasant entwickelt und eigene Stars hervorgebracht.

REGELN FESTLEGEN
Eltern sollten sich mit ihren Kindern gemeinsam eine kritische Distanz zu YouTube erhalten und sorgsam mit persönlichen Daten umgehen, damit diese auch später nicht missbraucht werden. Denn: Das Internet vergisst nie! Viele Jugendliche denken nicht darüber nach, dass ihr Video auch noch im Internet kreist, wenn sie erwachsen sind. Das Mindestalter, um Videos hochladen zu können, ist von YouTube auf 13 Jahre festgelegt. Daran sollten Sie und Ihre Kinder sich halten.

Informieren Sie sich immer über die Videopläne ihrer Kinder, lassen Sie sich zeigen, woran sie gerade arbeiten. Lassen Sie ihnen dabei aber kreativen Spielraum. Seien Sie der größte Fan, und melden Sie sich als Abonnent an. Das, was Sie bedenklich finden, sprechen Sie direkt an. Stimmen Sie bereits im Vorfeld gemeinsame Regeln ab. Legen Sie fest, was tabu ist. Natürlich sollten Ihre Kinder die Community-Spielregeln von YouTube kennen und einhalten.

RECHTE BEACHTEN
Wie sieht es aber mit den Rechten eines Musikvideos aus? Beim Hochladen des eigenen Materials übertragen die User die Rechte an YouTube. Dazu bedarf es „eigentlich“ der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters. Wie YouTube das aber genau ausübt, darauf gibt es bis heute keine Antwort.

Möchten Ihre Söhne ein Musikstück covern, dürfen sie damit kein Geld verdienen. Es muss dazu die Erlaubnis des Komponisten beziehungsweise des Rechteinhabers vorliegen. Die ist natürlich in der Praxis schwer zu bekommen. Nur, wenn der Komponist schon siebzig Jahre tot ist, kann jeder die Komposition verwenden. Mittlerweile drücken viele Plattenfirmen und Rechteinhaber bei Fan- Coverversionen ein Auge zu. Sie müssen es aber nicht!

Und wenn Ihren Söhnen mit eigenen Musik-Kompositionen vielleicht der YouTube-Überraschungs-Ohrwurm- Hit gelingt? Dann kann der natürlich von anderen auch geklaut werden. Sicher ist man davor nie, wenn man etwas ins unendliche Netz stellt.

Rainer Schwabe ist Vater eines pubertierenden Sohnes (13), schreibt Ratgeber für Schüler, Eltern und Lehrer und gibt bundesweit Lehrerfortbildungen.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/09/Family_2016_5_DS_Seite_33.jpg 495 700 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2016-10-09 16:27:002016-09-13 17:20:46„Ich werde Youtube-Star“

„Schreib ordentlich!“

„Mein Sohn hat eine unordentliche Schrift. Wie unterstütze ich ihn dabei, ordentlicher zu schreiben?“

Immer mehr Grundschulkindern fällt es schwer, eine ordentliche und formklare Handschrift zu entwickeln. Doch darauf sind sie im Schulalltag angewiesen. Im Rahmen von Diktaten etwa kann es sein, dass ein Buchstabe, der von der Lehrkraft nicht entziffert werden kann, als Fehler gezählt wird.

Zunächst sollten Sie gesundheitliche Defizite etwa im Bereich des Sehens oder des Hörens und auch im Bereich der Motorik ausschließen können. Bewegt sich Ihr Kind hier im grünen Bereich, sollten Sie gemeinsam eine Strategie entwickeln, um es bei der Entwicklung einer ordentlicheren Schrift zu unterstützen.

RICHTIGE KÖRPERHALTUNG
Sorgen Sie zunächst für gute Rahmenbedingungen. Beispielsweise sollten Sie gemeinsam auf eine richtige Körperhaltung beim Schreiben achten. Die Füße Ihres Kindes sollten auf dem Boden aufgesetzt sein, der Rücken gerade sein und das Heft vor dem Kind auf dem Tisch liegen. Beim Schreiben sind die Schultern locker und die Unterarme liegen auf der Schreibplatte auf. Die Schreibhand ruht seitlich auf dem kleinen Finger. Achten Sie auch beizeiten auf eine richtige Stifthaltung.

Ärgert sich Ihr Kind über Tintenkleckse und Co., so ist es mancherorts möglich, anstatt eines Füllers etwa einen Tintenschreiber, Fineliner oder Bleistift zum Schreiben zu verwenden. Sollte Ihr Kind Schwierigkeiten beim Verbinden der Buchstaben haben, sollten Sie Kontakt zu der Lehrkraft aufnehmen, damit Ihr Kind vielleicht in der erlernten Druckschrift schreiben kann. Dies ist in vielen Fällen auch bei großen Problemen im Bereich der Feinmotorik möglich. In diesen Fällen können Sie zusätzlich bei einem Lerntherapeuten eine Förderung in diesem Bereich in Anspruch nehmen.

KALLIGRAFIE
Beachten Sie auch die durchschnittliche Konzentrationsspanne Ihres Grundschulkindes, die zwischen zehn und zwanzig Minuten am Stück liegt. Besprechen Sie, dass Sie von Ihrem Kind innerhalb dieser Spanne erwarten, dass es sich intensiv um eine ordentliche Schrift bemüht. Sind Sie unzufrieden mit einem Schriftstück Ihres Kindes, sollten Sie es auffordern, die Aufgabe nach einer ausreichenden Pause noch einmal und konzentriert auszuführen.

Und noch ein Tipp: Mancherorts werden Kalligrafie- Kurse für Kinder angeboten. Diese machen sowohl Mädchen als auch Jungen Spaß und motivieren dauerhaft, ordentlicher zu schreiben. Auf eigene Faust können Sie kalligrafische Übungen etwa mit dem folgenden Buch gemeinsam mit Ihrem Kind zu Hause umsetzen: Claudia Dzengel. Kalligrafie und kreatives Schreiben für Kinder (G&G Verlagsgesellschaft).

Alexandra von Plüskow ist Grundschullehrerin und Bildungskoordinatorin im Landkreis Heidekreis.

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/09/Family_2016_5_DS_Seite_32.jpg 495 700 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2016-09-29 16:20:412016-09-13 17:21:07„Schreib ordentlich!“

Family Next Feedback Umleitung auf Surveymonkey (Tim)

https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg 0 0 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2016-09-28 12:29:492016-09-28 12:31:29Family Next Feedback Umleitung auf Surveymonkey (Tim)

Einzigartig gemacht

Ein Gastbeitrag von Christiane Seipel:

Max (6) sitzt frustriert hinter seinem Teller. Wieder hat die Butter den Kampf gegen die Brotscheibe gewonnen. „Ich kann das nicht!“, jammert er. Genervt nimmt seine Mutter den Teller und rettet, was noch zu retten ist. „Es ist auch kein Wunder, wenn du nicht übst. Schau dir deine Schwester an. Sie ist erst vier und sie kann das auch!“

Auch Jennifer (9) ist frustriert. Sie hat eine schlechte Note in Mathe geschrieben und darf sich anhören, wie gut ihre ältere Schwester Tanja in der vierten Klasse war und dass sie sich mehr anstrengen müsse, wenn sie, wie Tanja, auf das Gymnasium wolle.

Wieso neigen wir dazu, unsere Kinder miteinander zu vergleichen?

Das gilt nicht nur für Geschwister. Wir schielen bereits im Windelalter nach der „Konkurrenz“. Wer kann als Erstes laufen, wer ist als Erstes trocken und wer wechselt als Erstes in die nächsthöhere Kleidergröße?

Dabei ist die Welt doch gerade aufgrund unserer Unterschiedlichkeiten so bunt und vielseitig.

Vielleicht wird Max später als Wissenschaftler entscheidende Dinge entwickeln. Und möglicherweise wird Jennifer für ihren späteren Berufswunsch Mathe nicht so dringend brauchen wie Selbstachtung.

„Du hast mich geschaffen – meinen Körper und meine Seele, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich! Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen.“ (Psalm 139, 13-15)

Gott hat jeden von uns einzigartig geschaffen. Wie viel weniger Frust gäbe es, wenn wir die Kinder in ihrer Einzigartigkeit annehmen und unterstützen würden! Ist es nicht unser Ziel, unsere Kinder zu Erwachsenen mit einem gesunden Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen zu erziehen? Wie könnten wir das besser erreichen, als wenn wir jedem von ihnen ihren eigenen Wert zuschreiben? Wenn wir ihr Selbstvertrauen stärken, indem wir ihre Stärken fördern und sie in ihrer Schwäche unterstützen, ganz ohne leuchtende Beispiele, nach denen sie sich richten sollen. Schauen Sie sich Ihr Kind an: Es ist wunderbar und einzigartig gemacht!

Christiane Seipel lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in der idyllischen Wetterau

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/09/southnorthernlights_photocase.jpg 2400 3600 Bettina Wendland https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Bettina Wendland2016-09-27 09:37:562016-09-27 09:37:56Einzigartig gemacht

Kindergeburtstag zu Hause

„Unser Sohn wird demnächst fünf. Die meisten seiner Freunde haben ihre Geburtstage im Indoorspielplatz, Museum oder Kino gefeiert. Wir möchten lieber zu Hause feiern, fürchten aber, dass das den Kindern nicht so gefällt.“

Sie brauchen sich nicht zu rechtfertigen, wie Sie den Geburtstag Ihres Kindes feiern! Sinnvoll ist es, sich erst Gedanken darüber zu machen, wie das Programm aussehen soll und dann die Kinder einzuladen. Denn wenn Sie einen Plan haben, können Sie eher abschätzen, mit wie vielen Kindern Sie alles möglichst entspannt durchführen können. Es gibt die gute Regel, dass man dem Alter entsprechend Kinder einlädt. Das wären bei Ihrem Sohn fünf Kinder.

Sie sollten auf jeden Fall auch eine Zeit einplanen, in der die Kinder frei spielen können. Auch ruhige Phasen sind wichtig.

GESCHENKE
Um das Auspacken der Geschenke zu gestalten, können Sie einen Geschenketisch herrichten. Wenn alle Kinder da sind, setzen Sie sich mit den Kindern um den Tisch. Das Geburtstagskind nimmt sich das erste Geschenk und rät, von wem es ist und was darin sein könnte. Der Schenker sagt aber immer: „Ich weiß es nicht, schau doch einfach nach.“ Das werden die Kinder witzig finden. Eine andere Variante wäre, die Geschenke in eine Schatzsuche zu integrieren. Entweder sind alle Geschenke der Schatz am Ende der Suche. Oder jedes Geschenk ist eine Station.

ESSEN
Kinder müssen nicht bedient werden. Das gemeinsame Belegen von Pizza oder das Verzieren von Muffins kann ein schönes Angebot sein.

BASTELN
Da es üblich ist, dass die Gäste ein Gastgeschenk mit nach Hause bekommen, könnte man Säckchen oder Körbe basteln. Für Säckchen benötigen Sie etwas Stoff, in Kreisform ausgeschnitten, einen Locher und Wolle. Mit dem Locher machen Sie vorab Löcher am Rand des Stoffes entlang. Hier können die Kinder später die Wolle durchfädeln, und schon hat jedes Kind sein eigenes Säckchen. Körbchen zum Flechten kann man im Internet bestellen.

SPIELE
Eine Schatzsuche ist oft der Höhepunkt einer Geburtstagsfeier und lässt sich an das Motto der Party anpassen. Auch viele Spiele können dem Motto angepasst werden, zum Beispiel „Die Reise nach Jerusalem“: Piraten müssen ihr Schiff erwischen, Prinzessinnen ihr Schloss, Tiere müssen in den Stall, Indianer in ihr Zelt … Auch „Was gehört nicht hierhin?“ kann zu jedem Motto gespielt werden. Man braucht einiges an „Themen-Material“ und verschiedene andere Gegenstände. Diese können in einer Kiste verborgen sein. Ein Kind verlässt den Raum und ein anderes legt einige Dinge auf den Boden. Dann wird das Kind gerufen und legt alles, was nicht zum Motto passt, zurück in die Kiste. Dann darf dieses Kind Gegenstände aussuchen. „Der Eierlauf“ ist ebenso wandelbar. Ob ein Schatz balanciert werden muss, Futter für die Tiere, Baustellenmaterial oder Ähnliches – mit ein bisschen Fantasie ist alles möglich!

Anika Sohn ist Erzieherin und bietet neben Bewegungs-Kursen für Eltern und Kinder auch die Planung und Durchführung von Kindergeburtstagen an: familie-bewegt.de. Sie lebt in Neuhofen (Pfalz).

https://www.family.de/wp-content/uploads/2016/09/Family_2016_5_DS_Seite_31.jpg 495 700 Marcus Beier https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Marcus Beier2016-09-23 16:12:182016-10-25 11:01:04Kindergeburtstag zu Hause
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