Ein ganz normaler Tag um die Mittagszeit. Der Dreijährige ist k. o. vom Kindergarten und entsprechend nervenstrapazierend. Unsere Achtjährige stochert meckernd auf ihrem Teller herum. Zwei Wochen zuvor war dieses Essen noch ihr Lieblingsgericht. Ohne aufzuschauen bemerkt sie: „Wenn du arbeiten gehen würdest, dann könnte ich in der Betreuung zu Mittag essen. Meine Freundin wünscht sich immer, dass ich auch dableibe.“ Na toll, denke ich mir einigermaßen frustriert, dafür habe ich nun am Herd gestanden.
Nach den Hausaufgaben machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf in Richtung Spielplatz. Auf dem Umweg zum Bäcker, den wir vorher noch machen, entfaltet der Dreijährige seine Künste, sich lautstark zu widersetzen. „Ich will nicht zum Bäcker!“ Einmal rennt er fast vor ein Auto. Dann trödelt er im Schneckentempo. Als ich an der Hauptstraße entlang darauf bestehe, dass er an meiner Hand bleibt, brüllt er so laut, dass sich Passanten nach uns umdrehen. Ich seufze und frage mich: Warum tu ich mir das eigentlich an? Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, einige Jahre Vollzeit-Familienfrau zu sein. Ich will mir Zeit für die Kinder nehmen und bin dafür bereit, auf materielle Annehmlichkeiten zu verzichten. Aber an Tagen wie diesem kann ich Eltern, die ihre Kinder den größten Teil des Tages im Kindergarten und in der Schule betreuen lassen, extrem gut verstehen. Voller Selbstmitleid fange ich innerlich an, nach Stellenanzeigen Ausschau zu halten …
Später auf dem Spielplatz habe ich Zeit, meinen Gedanken nachzuhängen. Mit der Frühlingssonne im Gesicht und zwei zufriedenen Kindern verblasst das Selbstmitleid schon etwas. Mir kommt ein Gespräch mit einer berufstätigen Mutter in den Sinn. Ihr Beruf macht ihr Spaß und sie ist grundsätzlich zufrieden mit ihrer Wahl, aber neulich sagte sie: „Ich wünschte, ich hätte erst später wieder angefangen zu arbeiten. Ich bin oft so gehetzt, mein Alltag ist so vollgestopft. Manchmal fühle ich mich richtig schlecht, dass ich nicht mehr Zeit für die Kinder habe.“
Ich tauche vollends aus meinem Selbstmitleid auf und denke mir: Keine Art, Familie zu leben, ist frustfrei. Egal, wie ich mich entscheide – ich habe Punkte, an denen ich mich reibe und die mich Kraft kosten. In dieser Hinsicht sind sich die unterschiedlichen Lebensentwürfe vermutlich sehr ähnlich. Ich habe mich bewusst für diesen Weg entschieden und will ihn durchhalten, auch wenn die Kinder es nicht zu jeder Zeit schätzen. Vielleicht würdigen sie es später, vielleicht auch nicht. Jedenfalls brauche ich mich nicht woanders hin zu wünschen. Denn genau die Lebensumstände, in denen ich stecke, sind meine Herausforderung, um Gelassenheit, Widerstandskraft und Meckerresistenz zu lernen. Dazu ermutigt mich auch ein Zitat von Romano Guardini: „Was geschieht, kommt von Gott her, aus seiner Liebe, auf mich zu. Es ruft mich an. Es fordert mich auf. Darin soll ich leben und handeln und wachsen und der werden, der ich nach Gottes Willen sein soll.“
Ingrid Jope ist Theologin und Sozialpädagogin. Sie lebt mit ihrer Familie in Wetter/Ruhr.
Schaukel, Rutsche, Sandkasten – ist das alles?
120.000 Spielplätze gibt es in Deutschland. „Viele sind aber nicht kindgerecht“, kritisiert der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, Holger Hofmann.
„Es bedarf etwas mehr als Schaukel, Wippe und Sandkasten, um freies und kreatives Spielen zu ermöglichen“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. Kinder sollten die Möglichkeit haben, bei der Gestaltung ihrer Spielplätze mitzuwirken, unterstrich Hofmann. Dies verbessere die Qualität und die Akzeptanz durch die Kinder.
Es wäre Aufgabe der Kommunen, hier aktiv zu werden. Doch die Städte argumentieren mit „Sparzwängen“ gegen die Verbesserung der Spielplätze. Dies will Hofmann jedoch nicht gelten lassen. Ein kindgerechter Spielplatz müsse nicht mehr Geld kosten. Weil sich jedoch vielerorts nichts tut, gründen engagierte Eltern immer häufiger Initiativen, um mit Hilfe privater Sponsoren die Gestaltung und Instandhaltung selbst in die Hand zu nehmen. Das Kinderhilfswerk unterstützt solche Initiativen. „Manchmal hilft aber auch einfach der Baumarkt um die Ecke oder der handwerklich begabte Nachbar“, so Hofmann.
Zu hoffen bleibt, dass in Zukunft Kinder in Deutschland bei der Planung ihrer Spielplätze tatsächlich mehr mitentscheiden dürfen und die Gestaltung nicht allein durch Gerätenormen und Haftungsfragen bestimmt wird.
Welche Erfahrungen haben Sie mit den Spielplätzen in Ihrer Umgebung gemacht? Gibt es Dinge, die bei Ihnen dringend geändert werden sollten? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.
Muss er den gemeinsamen Urlaub mit Oma abnicken?
Beim Kaffeetrinken mit Enkelin Julia ist eine Idee entstanden: Oma will Julias Familie in der Osterwoche zum gemeinsamen Urlaub auf Texel einladen. Julia ist von der Idee begeistert. Als sie ihrem Mann Florian davon erzählt, ist der sauer, weil die Sache kaum noch rückgängig gemacht werden kann. Florian wirft Julia vor, dass sie sich nicht richtig von ihrer Herkunftsfamilie gelöst hat. Julia versteht nicht, warum er so negativ auf eine tolle Idee reagiert. Was können sie tun?
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„Warum tu ich mir das eigentlich an?“
Ein ganz normaler Tag um die Mittagszeit. Der Dreijährige ist k. o. vom Kindergarten und entsprechend nervenstrapazierend. Unsere Achtjährige stochert meckernd auf ihrem Teller herum. Zwei Wochen zuvor war dieses Essen noch ihr Lieblingsgericht. Ohne aufzuschauen bemerkt sie: „Wenn du arbeiten gehen würdest, dann könnte ich in der Betreuung zu Mittag essen. Meine Freundin wünscht sich immer, dass ich auch dableibe.“ Na toll, denke ich mir einigermaßen frustriert, dafür habe ich nun am Herd gestanden.
Nach den Hausaufgaben machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf in Richtung Spielplatz. Auf dem Umweg zum Bäcker, den wir vorher noch machen, entfaltet der Dreijährige seine Künste, sich lautstark zu widersetzen. „Ich will nicht zum Bäcker!“ Einmal rennt er fast vor ein Auto. Dann trödelt er im Schneckentempo. Als ich an der Hauptstraße entlang darauf bestehe, dass er an meiner Hand bleibt, brüllt er so laut, dass sich Passanten nach uns umdrehen. Ich seufze und frage mich: Warum tu ich mir das eigentlich an? Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, einige Jahre Vollzeit-Familienfrau zu sein. Ich will mir Zeit für die Kinder nehmen und bin dafür bereit, auf materielle Annehmlichkeiten zu verzichten. Aber an Tagen wie diesem kann ich Eltern, die ihre Kinder den größten Teil des Tages im Kindergarten und in der Schule betreuen lassen, extrem gut verstehen. Voller Selbstmitleid fange ich innerlich an, nach Stellenanzeigen Ausschau zu halten …
Später auf dem Spielplatz habe ich Zeit, meinen Gedanken nachzuhängen. Mit der Frühlingssonne im Gesicht und zwei zufriedenen Kindern verblasst das Selbstmitleid schon etwas. Mir kommt ein Gespräch mit einer berufstätigen Mutter in den Sinn. Ihr Beruf macht ihr Spaß und sie ist grundsätzlich zufrieden mit ihrer Wahl, aber neulich sagte sie: „Ich wünschte, ich hätte erst später wieder angefangen zu arbeiten. Ich bin oft so gehetzt, mein Alltag ist so vollgestopft. Manchmal fühle ich mich richtig schlecht, dass ich nicht mehr Zeit für die Kinder habe.“
Ich tauche vollends aus meinem Selbstmitleid auf und denke mir: Keine Art, Familie zu leben, ist frustfrei. Egal, wie ich mich entscheide – ich habe Punkte, an denen ich mich reibe und die mich Kraft kosten. In dieser Hinsicht sind sich die unterschiedlichen Lebensentwürfe vermutlich sehr ähnlich. Ich habe mich bewusst für diesen Weg entschieden und will ihn durchhalten, auch wenn die Kinder es nicht zu jeder Zeit schätzen. Vielleicht würdigen sie es später, vielleicht auch nicht. Jedenfalls brauche ich mich nicht woanders hin zu wünschen. Denn genau die Lebensumstände, in denen ich stecke, sind meine Herausforderung, um Gelassenheit, Widerstandskraft und Meckerresistenz zu lernen. Dazu ermutigt mich auch ein Zitat von Romano Guardini: „Was geschieht, kommt von Gott her, aus seiner Liebe, auf mich zu. Es ruft mich an. Es fordert mich auf. Darin soll ich leben und handeln und wachsen und der werden, der ich nach Gottes Willen sein soll.“
Ingrid Jope ist Theologin und Sozialpädagogin. Sie lebt mit ihrer Familie in Wetter/Ruhr.
Wutanfälle sind okay
„Mein Sohn ist gerade in der Trotzphase. Gefühlt zwanzigmal am Tag hat er einen Wutanfall. Ich bin unsicher, wie ich reagieren soll. Eher verständnisvoll? Oder muss ich ihm klar Grenzen setzen?“
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Nur für dich
Wenn man den Sonntag als Geschenk Gottes an seine Geschöpfe sieht, ändert sich vieles. Von Christof Klenk
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Bedürfnisse klar ansprechen
Wie kann das Wochenende gelingen? Die perfekte Strategie kann auch Familientherapeut Florian Mehring nicht bieten. Aber einige Tipps und Anregungen, wie das Wochenende für die ganze Familie zur Qualitätszeit wird.
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Wie Weihnachten!
Für uns ist es immer ein bisschen wie Weihnachten, wenn die neue Family eintrudelt. Wir sind aufgeregt, ob wir nicht doch noch einen dicken Fehler übersehen haben. Und wir freuen uns über unser neues „Baby“ und sind gespannt, wie es bei unseren Lesern ankommt.
Diese Woche ist es endlich wieder so weit. Bei uns ist die neue Family schon angekommen, im Lauf der Woche müsste sie auch bei den Lesern eintreffen. Wir sind froh über ein richtig schönes Heft.
Mir persönlich gefällt das Dossier über das Wochenende besonders gut. Denn das ist oft überladen mit Erwartungen und dann viel zu schnell vorbei. Deshalb hat mir einTipp des Familientherapeuten Florian Mehring gut gefallen: „Nicht alles aufs Wochenende konzentrieren!“ Ich versuche nun, mir in der Woche kleine Oasen zu schaffen. Und gehe dienstags mit meiner Nachbarin eine Runde Walken. Dann bin ich nicht so frustriert, wenn es am Wochenende mal wieder nicht klappt.
Vielleicht finden Sie für sich auch so einen Tipp oder eine Anregung, die das Leben leichter, erfüllter oder schöner macht. Schreiben Sie uns, wir freuen uns über Leserbriefe!
Bettina Wendland
Family-Redakteurin
Glückliche Teilzeitvegetarier
Begonnen hat alles vor knapp 25 Jahren: Mein Mann und ich waren in einem Hauskreis, in dem auch Ernährung Thema war. Uli beschloss damals, von heute auf morgen Vegetarier zu werden. Was ihn dazu animierte, war der Gedanke: Wenn viele in der Ersten Welt auf Fleisch verzichten, kann es weltweit zu einer gerechteren Verteilung der Nahrungsmittel, zu weniger Wasserverbrauch und weniger CO2-Ausstoß kommen. Unsere Tochter (18) verzichtet außer aus den genannten Gründen auch deshalb auf Fleisch, weil sie die Tierhaltung in Deutschland generell abstoßend findet. Ich verzichte aus gesundheitlichen Gründen weitgehend auf Fleisch.
„Bücken ist der neue Handstand“
Eine Familie auf der Suche nach dem perfekten Wochenende. Von Maren Seitzinger
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Was tun, wenn die Beziehung aus der Balance geraten ist?
Tim arbeitet viel, Tina fühlt sich oft allein gelassen mit den Kindern und kommt in ihrer Teilzeitstelle nicht so richtig zum Zuge. Er argumentiert damit, dass er schließlich die Hauptlast beim Familieneinkommen trägt. Sie hält ihm vor, dass sie Familie mal als gemeinsames Projekt geplant hatten. Er kämpft fürs Familieneinkommen, sie fühlt sich als Alleinerziehende. Wie können die beiden zueinander finden?
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