Experte klärt auf: Wie viel Hautpflege brauchen Teenager?

Elternfrage: „Meine Töchter (13,14) schauen sich auf Social Media Videos an, in denen andere Teens teure Pflegeprodukte für die Haut bewerben. Das brauchen Kinder doch gar nicht – oder?“

Immer häufiger fragen mich besorgte Eltern, ob ihre Töchter wirklich schon Anti-Aging-Produkte brauchen. Der Grund: Auf TikTok, Instagram und YouTube präsentieren sogenannte Skinfluencer eine tägliche Hautpflegeroutine – oft mit Produkten, die für deutlich ältere Haut entwickelt wurden. Das wirkt professionell, modern und ist für junge Menschen faszinierend. Aber ist es auch sinnvoll?

Pflegewahn mit 13

Die Antwort ist klar: Nein. Kinder- oder Teenagerhaut kann sich in der Regel selbst versorgen, es sei denn, es liegen Hauterkrankungen wie zum Beispiel Neurodermitis, Schuppenflechte oder schwere Akne vor. Aber auch dann sind Ratschläge durch Skinfluencer weniger sinnvoll als der Gang zum Hautarzt. Abgesehen von einem zuverlässigen Sonnenschutz ist in diesem Alter keine aufwendige Pflegeroutine nötig

Im Gegenteil: Viele Anti-Aging-Produkte enthalten Wirkstoffe wie Retinol, Fruchtsäuren oder hochkonzentrierte Hyaluronsäure, die die empfindliche Haut von Jugendlichen reizen oder sogar schädigen können. Unreine Haut, Irritationen oder langfristige Störungen der Hautbarriere sind als Folge möglich – ganz ohne medizinische Notwendigkeit.

DIY-Trends mit Hyaluronsäure

Ich sehe Skinfluencer grundsätzlich nicht als Gefahr, sondern als einen zeitgemäßen Kanal für Aufklärung. Sie können helfen, das Bewusstsein für Hautgesundheit zu ­schärfen – vorausgesetzt, die Inhalte sind wissenschaftlich fundiert, altersgerecht und sorgfältig geprüft. Was problematisch ist: Wenn komplexe Produkte ohne fachliche Einordnung empfohlen werden oder sogar riskante Behandlungen verharmlost dargestellt werden.

Besonders alarmierend sind DIY-Trends, bei denen sich junge Menschen Hyaluronsäure online bestellen und selbst anwenden – manchmal sogar injizieren. Dabei wird suggeriert, das sei harmlos. Tatsächlich aber kann eine unsachgemäße Anwendung ernste gesundheitliche Schäden mit sich bringen, etwa Gefäßverschlüsse, was zu abgestorbenem Gewebe führen kann. Das ist kein Hautpflege-Hack, sondern grob fahrlässig.

Hautpflege beginnt mit Wissen, nicht mit Influencern

Eltern sollten sich deshalb mit dem Content ihrer Kinder auseinandersetzen. Welche Quellen nutzen sie? Was wird empfohlen und für wen ist es überhaupt gedacht? Es geht nicht darum, jede neue Pflegeroutine zu verbieten, sondern um einen bewussten Umgang mit der eigenen Haut. Meine Empfehlung: Bei Unsicherheiten lieber gemeinsam zum Hautarzt gehen, als sich von Social-Media-Trends leiten zu lassen. Denn Hautpflege ist keine Frage des Hypes, sondern der Gesundheit – und die beginnt mit Wissen, nicht mit Werbung.

Dr. Afschin Fatemi ist Facharzt für Dermatologie mit Schwerpunkt Dermatochirurgie und ästhetischer Medizin sowie Gründer der S-thetic Gruppe.

„Unsere Kinder könnten sich doch mal verabreden“ – Kann man Freundschaft erzwingen?

Elternfrage: „Wiederholt hat mich eine Freundin gefragt, ob sich unsere Töchter (11) nicht mal verabreden möchten. Aber meine Tochter verabredet sich nicht so gern mit ihrer Tochter. Mir fällt es schwer, ihnen abzusagen. Soll ich meine Tochter überreden oder meiner Freundin die Wahrheit sagen?“

Ihre Tochter steht an der Schwelle zum Jugendalter und braucht in ihren sozialen Beziehungen ein immer größer werdendes Mitbestimmungsrecht. Aus diesem Grund sollten Sie das Nein Ihrer Tochter unbedingt ernst nehmen und die Grenze Ihrer Tochter schützen.

Solange Kinder noch jünger sind, stehen sie häufig in Kontakt miteinander, weil sich ihre Eltern treffen. Kleinere Kinder spielen miteinander, ohne dass sie untereinander immer die besten Freunde sein müssen. Das ändert sich jedoch mit dem Alter. Kinder lösen sich von den Eltern und ändern ihre Bedürfnisse. Dann sind Gleichaltrige nicht mehr vorrangig zum Spielen da, sondern um sich über ihre Lebenswelt, Interessen und Träume auszutauschen. So können tiefere Freundschaften entstehen, die ein Vertrauensverhältnis und eine Freiwilligkeit voraussetzen. Dies sollte unbedingt geachtet werden.

Selbstbestimmung des Kindes

Wenn die Wellenlänge zwischen Ihrer Tochter und der Tochter Ihrer Freundin nicht stimmt, ist das schade, aber kein Grund, aus Gefälligkeit der Mutter gegenüber Druck auf die eigene Tochter auszuüben. Denn Verabredungen oder gar Freundschaften können nicht erzwungen werden. Auf der einen Seite ist Ihr Wunsch, Ihre Freundin nicht vor den Kopf zu stoßen, berechtigt und nachvollziehbar. Auf der anderen Seite ist es aber Ihre Aufgabe als Mutter, Ihrer Tochter in ihren Beziehungen möglichst viel Gestaltungsfreiheit zu geben. In dieser Abwägung ist es ratsam, dass Sie die Selbstbestimmung Ihrer Tochter über das eigene Harmoniebedürfnis stellen.

Als Mütter befreundet bleiben

Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie mit Ihrer Freundin in einen offenen und ehrlichen Austausch gehen. Hier könnten Sie das Gespräch mit der Frage beginnen, warum es ihr so wichtig ist, dass sich die Mädchen treffen. Vielleicht steckt hinter diesem Wunsch die Sorge, dass sich die Tochter zu sehr isoliert oder ihre Freizeit nicht sinnvoll gestalten kann. Vielleicht sind es falsche Freunde, mit denen sich das Mädchen trifft, weshalb Ihre Freundin einen Handlungsbedarf sieht. Auch die Frage, was denn die Tochter selbst möchte, könnte helfen, die Situation etwas klarer werden zu lassen.

Durch solche Fragen schaffen Sie eine Vertrauensbasis, und Ihre Freundin fühlt sich mit ihren Anliegen gesehen. Möglicherweise können Sie auf diesem Weg gemeinsam Ideen entwickeln, wie Ihre Freundin gut für ihre eigene Tochter sorgen kann.

Wenn Sie an dieser Stelle klar benennen, dass Sie die Grenze Ihrer Tochter bewahren wollen, kostet das sicherlich etwas Überwindung, aber ohne Ehrlichkeit wird das Thema langfristig nicht zur Ruhe kommen. Erklären Sie Ihrer Freundin, dass Sie persönlich einen Kontakt zwischen den beiden Mädchen befürworten würden, aber die Entscheidung Ihrer Tochter respektieren möchten. Ich bin sicher, dass Ihre Tochter Ihnen das danken wird. Und eine Freundschaft unter Erwachsenen sollte es aushalten, dass eine Bitte abgelehnt wird, wenn das in Wertschätzung und Respekt geschieht.

Sonja Brocksieper ist Diplom-Pädagogin. Sie lebt mit ihrer Familie in Remscheid und leitet bei team-f den Fachbereich Familie und Erziehung.

11 bis 15 – So findet ihr die passende Nachhilfe

Elternfrage: „Unsere Tochter (14) braucht Unterstützung in zwei Schulfächern. Wir finden es schwer zu entscheiden, welche Nachhilfe am besten ist. Wie können wir eine gute Entscheidung treffen?“

Fragen zur Schule haben etwas gemeinsam mit Fragen an den Arzt: Es geht immer um einen speziellen Fall. Allgemeine Antworten helfen oft zu wenig weiter, erst recht aus der Ferne. In Japan ist es zum Beispiel beinahe selbstverständlich, dass Jugendliche nach der Schule in privaten Lerninstituten am Lernstoff arbeiten; hierzulande gilt Nachhilfe vielen indes als etwas Lästiges, gar Diskriminierendes. Zwischen diesen Extremen gilt es, einen Mittelweg zu finden.

Privatlehrer oder Institut?

Beide Varianten der Nachhilfe, privater Coach wie Lerninstitut, haben ihre Vor- und Nachteile. Ein Privatlehrer kann auf die Probleme Ihrer Tochter genauer eingehen, erklärt aber vielleicht auch zu viel – wenn es eigentlich darum ginge, dass sie zu mehr Aktivität verlockt werden müsste. Auch ältere Schüler mit ihrem Peer-Bonus könnten durchaus geeignete Helfer sein. Lerninstitute gehen eher schematisch vor, sind dafür in der Regel finanziell günstiger; dort ist man mit seinen Schwächen auch nicht allein und kann mit anderen Schülern zusammenarbeiten – sich aber auch in der Gruppe verstecken. Bei beiden Wegen stellt sich immer die Frage der Qualität. „Auf dem Markt“ kann man sich umhören, welche Erfahrungen andere Eltern bereits gemacht haben. Letztlich steht im Mittelpunkt die Frage: Wie geht es denn Ihrer Tochter mit dem Lernen, wo liegen ihre Probleme, welche Unterstützung braucht sie genau?

Ein Ziel für die Mühen abstecken

Mit 14 stecken Jugendliche in der Pubertät. Es ist eine Zeit voller innerer wie äußerer Turbulenzen, da kann vieles eine Rolle spielen: Ist sie insgesamt lernmotiviert, hat aber in zwei Fächern Probleme mitzuhalten, trotz eigenen Bemühens? Ist das schon länger der Fall oder erst nach eigener Krankheit oder einem Lehrerwechsel – und um welche Fächer handelt es sich? Oder hat sie aktuell – vielleicht schon seit Längerem – insgesamt einfach „keinen Bock“ auf Schule und ist deshalb ins Minus geraten? Welche Schulform besucht sie eigentlich – und falls es sich um ein Gymnasium handelt: Ist sie dort möglicherweise anhaltend überfordert, würde sich auf einer anderen Schulform der Sekundarstufe wohler fühlen und besser entwickeln? Wo sieht sie sich in 10 und in 25 Jahren? An welcher Stelle der Gesellschaft möchte sie als Erwachsene ihre Frau stehen, welche berufliche Vision hat sie? Denn ein Ziel zu haben, das macht die Mühen des Weges dorthin um vieles erträglicher.

Vielleicht gibt es auch noch einen dritten Weg: Manche Jugendliche haben mit ihren Eltern derart wenig Kontakt, dass sie es als eine wichtige Zuwendung und Unterstützung erleben, wenn diese selbst sich ihrer fachlichen Defizite annehmen. Solches Home-Coaching funktioniert natürlich nur mit Eltern, die bei Fehlern der Kinder nicht nervös werden, die sich echt interessieren und die subtil ermutigen können. Wo das gelingt, hat man einiges gespart – und kann sich ab und zu gemeinsam etwas leisten.

Michael Felten ist Lehrer im Ruhestand, Autor und Referent.

11 bis 15 – Kinder vor Mobbing schützen

Elternfrage: „In der Schule meiner Kinder (12+14) gab es einen schweren Mobbingfall. Mich hat das sehr nachdenklich gemacht. Was kann ich tun, um meine Kinder vor Mobbing zu schützen?“

Meine klare Überzeugung: Eltern können viel tun, um ihre Kinder vor Mobbing zu schützen! Aber vorweg noch ein paar Informationen: Schätzungsweise jeder dritte Schüler in Deutschland hat Mobbingerfahrung, jeder zweite ist bereits Opfer von Cybermobbing geworden. Alarmierende Zahlen! Betroffen sein kann jeder, egal wie alt, egal ob Junge oder Mädchen. Bisherige Untersuchungen haben aber gezeigt, dass bestimmte Persönlichkeitseigenschaften das Risiko erhöhen, ein Mobbingopfer zu werden. Häufig trifft es Menschen, die durch Glamour, Intelligenz oder genau das Gegenteil auffallen. Sie stechen aus der Menge hervor, sehen zu gut oder zu schlecht aus, zu reich, zu arm, haben eine andere Hautfarbe, eine Brille, eine körperliche Beeinträchtigung, eine besondere Begabung. Sogar der Siegertyp kann Opfer sein. Im Klartext: Wer anders ist, fällt auf und reizt die Mobber.

Rundum-Powerdrink: Wertschätzung

Soll man jetzt nicht mehr anders sein? Keineswegs, nur stark genug, sich trotz Anderssein zu widersetzen. Damit Kinder und Jugendliche nicht zum Opfer werden, kann besonders in der Familie präventiv gearbeitet werden. Es gibt zum Glück wirksame Strategien, die Kinder stark machen und deshalb schützen.

Was kann man als Eltern also konkret tun? Das Zauberwort heißt Wertschätzung, der Rundum-Powerdrink für ein starkes Selbstbewusstsein. „Ich lobe mein Kind so oft“, sagen mir Eltern häufig und das ist auch gut so. Aber Eltern können das Ganze noch toppen. Wertschätzung ist umfassender, denn bei der Vermittlung von Wertschätzung versteht das Kind, dass sein Verhalten ein positives Gefühl im Adressaten hervorruft. Das fördert die Motivation, weiterzumachen, verstärkt die Bindung, verbessert letztlich das Selbstbewusstsein. Das Kind kann jubeln, sich freuen, stolz sein. „Ich werde gesehen, wahrgenommen, habe einen Wert, kann etwas geben.“

Und wie macht man das als Elternteil richtig gut? Ganz einfach: Man beschreibt die positive Handlung und das Gefühl, das in einem entstanden ist und schildert, warum man so angetan und erfreut ist. Ich liefere ein Beispiel, wie eine Reaktion aussehen könnte: „Wir haben heute geübt, wie du künftig allein mit dem Fahrrad zum Sport fährst. Du hast alle Verkehrsregeln perfekt beachtet. Damit hast du mir eine große Sorge genommen und ich bin richtig erleichtert. Es ist wunderbar, dass du die Regeln so gut behalten und umgesetzt hast.“

Gesundes Selbstwertgefühl

Wertschätzung ist für Kinder und Jugendliche die Basis, um Vertrauen und eine sichere Bindung aufzubauen, sich stark und zugehörig zu fühlen. Deshalb mein Rat: Machen Sie Ihr Kind in der Familie stark, für die Schule und alle Situationen, die danach kommen.

Nicht vergessen: Selbstbewusstsein schützt lebenslang, in der Schule, am Ausbildungsplatz oder an der Universität und auch im späteren Arbeitsleben. Die Folge ist klar: Ein junger Mensch, der seinen Wert sieht, gibt sich stark und selbstbewusst, und das strahlt er auch aus. „Warum soll ich mich kleinmachen lassen von einem Mobber? Weder in der Schule noch am Arbeitsplatz! Mobbing? Nee, wagt es erst gar nicht, nicht mit mir!“

Andrea Micus ist Autorin zahlreicher Ratgeber. Ihr Buch „Schnell heraus aus der Mobbingfalle“ gibt wertvolle Tipps. www.andreamicus.de

11 bis 15 – Teens und Alkohol

Elternfrage: „Meine Tochter wird bald 16 Jahre alt. Ich merke, dass Alkohol immer interessanter für sie wird. Ich würde sie gern vor unüberlegten Erfahrungen schützen. Habt ihr Anregungen, wie man gut mit Alkohol bei Teenagern umgehen kann?“

Nicht gleich verteufeln

Ich habe meine beiden Jungs (15 und 18) gefragt, welche Gesprächsmomente zum Thema Alkohol am besten bei ihnen angekommen sind. Ihre Tipps:

1. Nicht gleich verteufeln: Alkohol ist eine Sache des Maßes und kommt sogar in positiver Weise in der Bibel vor. Wir Eltern glauben häufig, dass es mehr bewirkt, wenn wir etwas extrem darstellen. Aber das stimmt nicht. Es entsteht eher ein größeres Interesse für die Sache, wenn wir übertreiben.

2. Verständnis zeigen: Es hat seine Gründe, warum sich Teenager für Alkohol interessieren. Vielleicht geht es um die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, das Ansehen oder es steckt Neugier dahinter. Diese Gründe sind nachvollziehbar, nicht per se schlecht und eine Aufforderung an uns Eltern, den Rücken unserer Kinder zu stärken.

3. Eigene Erfahrungen ehrlich teilen: Damit meine ich gute wie auch schlechte Erlebnisse. Es verbindet, wenn Kinder erfahren, dass die Entscheidungen ihrer Eltern auch nicht alle gut waren. Außerdem kann es für sie hilfreich sein zu hören, dass wir als Jugendliche vielleicht auch nicht alles mitgemacht haben, obwohl es uns etwas gekostet hat.

4. Fakten sachlich darstellen: Es stimmt, dass Alkohol gefährlich sein kann. Da sprechen Geschichten, Zahlen über Unfälle, Süchte und ihre Folgen für sich – diese muss man gar nicht besonders ausführlich ausschmücken, um die Nachteile klarzustellen.

5. Ratschläge als Frage formulieren: „Überleg dir vor dem Alkoholkonsum: Was würdest du hinterher bereuen oder wofür würdest du dich schämen? Das mach dann nicht!“ Diesen Rat hat mein 15-jähriger Sohn formuliert, und ich finde ihn sehr weise.

Judith Böttcher ist Ärztin und Mama von zwei Jungs. Sie backt gerne Rotweinmuffins und bloggt unter juiis.wordpress.com.

Einen Klopfer probieren?

Kürzlich war unsere 15-jährige Tochter auf einer Party und rief mich von dort an, um zu fragen, ob sie „so einen Klopfer“ trinken dürfe. Ich sagte, sie dürfe das gern probieren. Sie müsse aber wissen, dass man bei süßen alkoholischen Getränken oft nicht sofort merkt, dass man Alkohol zu sich nimmt und sie es bei dem einen Fläschchen belassen solle. Zehn Minuten später rief die Tochter wieder an und teilte mit, dass ihr das nicht geschmeckt habe und sie das nie mehr trinken wolle. Das führte zu großer Freude bei uns Eltern, denn dieser Anruf zeigte, dass unsere Tochter uns vertraut und in ihre Lebensfragen mit einbezieht.

Ob das immer so bleiben wird, kann ich nicht sagen. Aber in diesem Punkt hat unser offenes Reden über Alltagsfragen, Sorgen und Nöte, ohne pauschale Verbote sowie Gebote zu verhängen, funktioniert. Wir können ehrlich miteinander reden. Ich trinke keinen Alkohol, weil er mir nicht schmeckt und ich die Wirkung nicht mag. Mein Mann dagegen liebt guten Wein und Bier. Ich wünsche mir, dass unsere Kinder einen guten Umgang mit Alkohol lernen und sie das Standing haben, ihre persönlichen Werte und Normen auch dann zu leben, wenn es ihr Umfeld vielleicht anders leben wird.

Kathrin Lederer ist Sozialpädagogin und lebt mit ihren sieben angenommenen Kindern und Ehemann Frank in Delmenhorst.

11 bis 15 – Bewegungsmuffel ade!

Elternfrage: „Ich beobachte, dass sich unsere Kinder (11 und 14) im Alltag zwischen Schule, Hausaufgaben und Smartphone kaum bewegen. Wie kann ich sie zu mehr sportlicher Aktivität motivieren?“

Bewegung ist der Motor des Lebens. Wortwörtlich! Bereits im Mutterleib sind Babys aus eigenem Antrieb aktiv, bei der Geburt sowieso und danach gibt es kein Halten mehr. Bewegung ist also ohne jeden Zweifel ein Grundbedürfnis von Kindern. Bei Jugendlichen dient Sport vor allem als Ausgleich sowie zum Abbau von Stress und Aggressionen, die es in der Pubertät oft reichlich gibt. Darüber hinaus fördert viel körperliche Aktivität ein positives Selbstwertgefühl und hilft beim Kennenlernen, Akzeptieren und Lieben des eigenen Körpers.

Bewegte Hausaufgaben

Sie können mehr Bewegung in den Alltag Ihrer Kinder bringen, indem Sie die Zeit mit den Hausaufgaben kreativ gestalten – das birgt auf vielen Ebenen Vorteile für Ihre Teenager. Schulaufgaben müssen nicht im Sitzen erledigt werden. Vielleicht haben Sie einen höhenverstellbaren Schreibtisch, an dem das Kind gut im Stehen arbeiten kann? Auch das Auswendiglernen von Gedichten, Vokabeln oder sonstigen Texten kann man im Stehen, auf dem Bauch liegend oder laufend machen. Die Bewegung erhöht die Gedächtnisleistung und hilft dabei, dass sich Gelesenes besser gemerkt wird. Auf diese Weise werden verschiedene Sinne einbezogen, es bilden sich außerdem mehrere Verknüpfungen, die dem Kind ermöglichen, Inhalte besser und schneller zu verarbeiten.

Schwung reinbringen

Eine andere Möglichkeit, um körperliche Aktivitäten mit den Hausaufgaben zu kombinieren, sind Bewegungskarten oder -würfel. Dabei zieht das Kind zum Beispiel nach jeder gelösten Matheaufgabe eine Karte, würfelt oder macht einen eigenen Vorschlag für eine Bewegung wie Hüpfen, Kniebeugen oder Hampelmänner. Hierbei können Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe für die Entscheidung benutzen, wie oft oder wie lange eine körperliche Aktivität ausgeführt werden soll. Außerdem helfen Sie Ihrem Kind, wenn Sie so oft wie möglich Materialien zu den Hausaufgaben dazunehmen. Lassen Sie Ihr Kind zum Beispiel unterschiedliche Materialien aus der Wohnung holen, um anhand dieser eine Rechenaufgabe zu lösen oder Vokabeln zu lernen.

Inliner statt Auto

Mir ist bewusst, dass diese Art, Hausaufgaben zu machen, aufwendig ist und sich bestimmt nicht jeden Tag umsetzen lässt. Sie können sich solche Ideen aber zum Beispiel für das Wochenende aufheben und für besonders regnerische Wochen oder wenn das Kind „krank“ zu Hause ist. Hier gilt: Machen Sie es für sich passend!
Es gibt im Alltag außerdem ausreichend andere Gelegenheiten, die Kinder in Bewegung zu bringen: Einkäufe lassen sich mit dem Rad oder den Inlinern tätigen. Der Weg zur Schule beziehungsweise zur Haltestelle kann zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden. Das Einführen von bewegten Ritualen kann ein weiterer Weg sein, Bewegung in den Alltag Ihrer Kinder zu integrieren. Auch wenn es ein wenig Überzeugungsarbeit braucht, es lohnt sich!

Anika Schunke ist Mutter, Erzieherin, Übungsleiterin für Kinderturnen sowie Referentin für den Badischen Turnerbund und die Kinderturnstiftung.

11 bis 15 – Gefährliche TikTok-Challenges

Elternfrage: „Ich habe gelesen, dass ein 15-Jähriger nach einer Challenge gestorben ist, die er auf TikTok gesehen und nachgemacht hat. Auch meine Kinder nutzen diese Plattform. Wie kann ich sie schützen?“

TikTok-Challenges kann man als moderne Mutproben bezeichnen. Es geht darum, sich etwas zu trauen oder etwas Außergewöhnliches zu machen und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Bei TikTok finden wir ein ganzes Spektrum an Challenges – von kreativen bis gefährlichen. Es gibt Activity-Challenges, also sportliche Herausforderungen, oder Spaß-Challenges, wo man sich zum Beispiel Witze erzählt. Sehr bekannt sind auch Beauty-Challenges. Da wird es schon schwierig, wenn junge Frauen sich beispielsweise die Oberlippe mit Sekundenkleber ein Stück nach oben kleben, um breitere Lippen zu haben. Richtig gefährlich wird es, wenn in Waschmittelpods gebissen, aus einem springenden Fahrzeug gesprungen oder sich gegenseitig gewürgt wird.

Was finden Teenager daran nachahmenswert?

Im Kindheits- und Jugendalter ist die Frage „Was traue ich mich?“ und „Was trauen sich die anderen?“ sehr zentral. Es geht auch um die Fragen: „Wie weit soll ich gehen? Was schaffe ich?“, also darum, Grenzen zu testen. Das ist zunächst einmal nichts Schlechtes, sondern auch richtig und wichtig in dieser Entwicklungsphase. Aber wenn es gefährlich wird aufgrund dessen, was man tut und wo dann der Content verbreitet wird, sind Grenzen zu setzen.

Gespräche und Aufklärung über TikTok

Wie sollten Eltern mit ihren Kindern über die Gefahren sprechen?

Es ist wichtig zu wissen, was das Kind beschäftigt und begeistert, sich das auch mal gemeinsam anzuschauen und zusammen zu überlegen: Springt da gerade wirklich jemand aus einem fahrenden Auto oder aus dem zehnten Stock in einen Pool? Schauen Sie hinter die Kulissen und reflektieren Sie gemeinsam. Wir reden hier ja häufig von Kindern, die unter 13 Jahre alt sind, also eigentlich noch gar nicht auf TikTok sein sollten. In diesem Alter sind sie schon rein kognitiv noch gar nicht so weit, diese Videos zu durchschauen und zu reflektieren, ob das wahr ist, was sie da sehen und ob sie da mitmachen sollten.

Neben der Aufklärung geht es auch um Sicherheit. Man kann inzwischen bei TikTok allerhand eingeschränkte Modi nutzen, sodass die Gefahren erst gar nicht auf das Kind zukommen.

Als dritten Punkt finde ich wichtig, dem Kind Selbstbewusstsein zu vermitteln: „Auch, wenn alle deine Kumpels das cool finden, kannst du trotzdem sagen, dass du da nicht mitmachst. Damit zeigst du keine Schwäche, sondern Stärke.“

Ein vierter Punkt ist: Vorbild sein. Wenn wir als Erwachsene uferlos auf Social Media unterwegs sind, uns dort beeinflussen lassen und möglicherweise auch bei Challenges mitmachen, fällt es den Kindern, die sich an uns orientieren, schwerer, sich zu distanzieren.

Möglichkeiten zur Reflexion

Sollten Eltern ihren Kindern Strafverbote fürs Handy erteilen?

Wenn das Kind immer wieder vorher besprochene Regeln bricht, kann es sinnvoll sein, einen klaren Schnitt zu machen. Dann kann das Kind Abstand gewinnen und hat Zeit zu reflektieren und sich neu zu sammeln, um dann wieder neu zu starten. Aber ich würde davon abraten, es als grundsätzliches Erziehungsmittel einzusetzen. „Räum dein Zimmer auf! Mach die Hausaufgaben! Putz die Zähne – sonst ist dein Handy weg“, macht es sehr beliebig und steigert auch die Begeisterung, die das Digitale bei Kindern eh schon hat.

Iren Schulz ist Kommunikationswissenschaftlerin, Medienpädagogin und Mediencoach bei der Initiative SCHAU HIN! (irenschulz.de).

Interview: Ruth Korte

11 bis 15 – Vom Lesemuffel zum Bücherwurm

Elternfrage: „Mein Kind liest nicht gern. Wie kann ich es motivieren, ohne es unter Druck zu setzen?“

Lesen ist ein komplexer Prozess. Ein Buchstabe muss in einen Laut und der Laut in einen Sinn umgewandelt werden. Das erfordert Anstrengungsbereitschaft und ohne Freude bleibt das Lesen ein notwendiges Übel im Schulalltag. Digitale Medien wie Chatnachrichten, Anweisungen in Apps und Teasertexte sind kein Ersatz für Printmedien, denn sie fördern kaum Wortschatz, Konzentration, Kreativität und Empathie.

Leseneugier wecken

Bücherwürmer sind von Neugier getrieben, daher: Finden Sie heraus, welche Themen Ihr Kind spannend findet. Sind es Sachthemen, Anime, Gaming oder Fantasywelten? Sind es aktuelle Themen wie Umweltschutz oder Menschenrechte?

Für all diese Themen gibt es wunderbare Bücher. Vor allem Graphic Novels wagen sich an schwierige Geschichten (Maus – Die Geschichte eines Überlebenden, Biografie von Sophie Scholl oder Künstlerporträts). Diese Bücher sehen wie Comics aus, haben aber komplexe Handlungen. Selbst das „Lustige Taschenbuch“ mit Donald Duck und Micky Maus ist wertvoll. Erika Fuchs war die deutsche Übersetzerin der LTBs. Ihr ist ein Museum in Nordbayern gewidmet. Vielleicht weckt ein Besuch die Leseneugier?

In den letzten Jahren wurden Kinofilme und Serien aus dem Marvel-Universum immer beliebter. Nutzen Sie Spiderman, Avengers und Co., um in diese Welt einzutauchen. Zu den Filmen gibt es Nachschlagewerke und Biografien über die Macher (DK-Verlag). Stan Lee, Gründer von Marvel, bezog sich mit seinen Figuren auf Probleme seiner Zeit. „Black Panther“ hätte es nie ohne die Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre gegeben. Es gibt Bücher, da kann man den Verlauf der Geschichte bestimmen (1.000-Gefahren-Serie) und die Jugendlichen haben das Gefühl, Teil der Handlung zu sein. Beliebt sind Bücher im Sketchnotes-Style (Tom Gates, Lotta-Leben). Die Wörter haben etwas Lautmalerisches. Die kreative Typografie erleichtert auch Teens, die wenig lesen, den Inhalt zu erfassen.

Anknüpfungspunkte finden

Ihr Kind will aber nur vor dem PC hocken und zocken? Dann lassen Sie sich die Story des Games erzählen. Es geht meistens um Gut gegen Böse und manche Jugendthriller greifen solche Themen auf („Erebos“ von Ursula Poznanski). Ihr Kind versinkt im Fifa-Spielemodus? Wie wäre es mit Zeitschriften rund um Fußball oder eine Sportlerbiografie? Auch Musik kann ein Anknüpfungspunkt zum Lesen sein. Hinter jedem Song verbirgt sich eine Geschichte. Was hat den Künstler bewegt, darüber zu singen? Das zu entdecken, kann eine große Motivation sein. Young-Adult-Literatur bietet oft die passenden Songs zu den Büchern auf Spotify an.

Werten Sie nicht, was Ihr Kind liest. Zeigen Sie Interesse. Lieben Sie selbst Bücher? Steckt Ihre Leselust an? Ein Besuch im Antiquariat, Musical, Workshop oder eine Ausstellung sind oft Türöffner in die Welt der Geschichten.

Susanne Ospelkaus lebt mit ihrer Familie in Zorneding bei München, bloggt unter susanne-ospelkaus.com und arbeitet als Autorin, Lektorin und Therapeutin.

11 bis 15 – Umzug mit Teenagern

Elternfrage: „Mein Mann und ich wollen uns beruflich verändern. Dafür müssten wir aber umziehen. Unsere Teenager finden den Gedanken furchtbar und wollen lieber in ihrem vertrauten Umfeld bleiben. Wie finden wir eine gute Lösung?“

Zugegeben, es ist einfacher, mit Kleinkindern umzuziehen als mit Teenagern. Für sie haben der Freundeskreis, die Schulklasse, die Mannschaft im Verein oder die Jugendgruppe eine immer größere Bedeutung bekommen.

Aber manchmal machen äußere Umstände einen Umzug unausweichlich. Das dürfen wir Teenagern dann auch zumuten. An solchen Herausforderungen können sie durchaus wachsen. „Ja, ihr möchtet lieber hier wohnen bleiben, das können wir verstehen. Aber der neue Ort wird auch gut werden, und wir werden das gemeinsam schaffen.“ Geben Sie Ihren Kindern diese Zuversicht: „Es wird nicht leicht, aber es ist auch nicht unmöglich. Wir werden viel lernen, wir werden flexibel sein müssen, aber es wird uns stark machen.“ Ein Umzug ist eine Erfahrung, die man im Leben gut gebrauchen kann. Übergangslösungen wie das Pendeln eines Elternteils über eine lange Distanz belasten die Familie auf Dauer mehr.

Den Neuanfang erleichtern

Beziehen Sie Ihre Kinder in Entscheidungen mit ein. Fahren Sie zusammen an den neuen Ort und entdecken Sie die Vorteile. Als wir mit unseren Teenagern vor vielen Jahren umgezogen sind, hat die Aussicht, sich in der Großstadt in Zukunft selbstständig bewegen zu können (mit der Straßenbahnhaltestelle um die Ecke) die Gemüter positiv gestimmt. Wenn man aufs Land zieht, könnte es vielleicht die Perspektive sein, demnächst den Mofa-Führerschein machen zu dürfen.

Nehmen Sie sich als Eltern genug Zeit, um den Kindern die Eingewöhnung zu erleichtern. Wenn sie in den ersten Monaten die Sicherheit haben, dass jemand daheim ist und zuhört, wenn man aus der Schule kommt, hilft das. Alles will neu entdeckt werden: Man braucht einen neuen Zahnarzt, muss die Gegend kennenlernen und vielleicht auch die Ausflüge nachholen, die alle anderen schon als Grundschulkinder gemacht haben. Die Schule nimmt einen großen Teil des Lebens von Teenagern ein. Überlegen Sie (auch gemeinsam mit den bisherigen Lehrern), welche Schule geeignet ist.

Geistliche Heimat finden

Mein wichtigster Tipp: Suchen Sie sich am neuen Ort eine Kirchengemeinde, die den Teenagern gefällt. Machen Sie lieber Abstriche bei Ihren eigenen Vorlieben oder theologischen Überzeugungen. Wenn die Kids es cooler im CVJM finden, dann springen Sie als Freikirchler bitte über Ihren Schatten. Oder wenn die evangelische Jugend eine attraktive Arbeit macht, überwinden Sie sich als Katholik und werden Sie Gast bei den Evangelischen.

Dass Teenager einen guten neuen Freundeskreis und eine geistliche Heimat finden, die ihnen durch die Jahre von 11-18 helfen, scheint mir einer der bedeutendsten Aspekte zu sein.

Anke Kallauch ist Pastorin und Mutter von drei erwachsenen Kindern. Als Familie sind sie umgezogen, als die Kinder 9, 15 und 17 Jahre alt waren.

Weihnachten mal anders: Mit Nachbarn feiern

Elternfrage: „Wir wollen dieses Jahr ein etwas anderes Weihnachtsfest feiern und statt unserer Verwandten am Heiligen Abend unserer Nachbarn einladen. Hat das schon mal jemand gemacht und kann uns dafür Tipps geben?“

Als Jesus auf die Welt kam, gab es aber für ihn nicht eine familiäre Welcome-Party im trauten Kreis mit Mama, Papa und vielleicht Oma und Opa. Sondern es kamen ziemlich bald Hirten und Weise von weither. Deshalb war und ist es auch uns als Familie immer wieder wichtig, Weihnachten nicht nur als Fest der Familie zu feiern, sondern unsere Freude über den Geburtstag von Jesus auch mit anderen zu teilen. So haben wir auch schon eine Hausweihnacht gefeiert.

Facettenreiche Angebote

Besonders gut umzusetzen ist diese Aktion natürlich, wenn man in einem Mehrfamilienhaus wohnt. Sie ist aber auch abwandelbar in ein weihnachtliches Straßenfest, wenn man in einem Einfamilienhaus wohnt. Für unsere Hausweihnacht haben wir einen Aushang im Eingangsbereich gemacht und dazu eingeladen. In einem Jahr war es eine Adventsaktion und im anderen Jahr haben wir es direkt an Weihnachten veranstaltet.

In beiden Fällen gibt es unterschiedliche Bausteine, die man einbauen kann, denn Jesus hat es sich auch nicht leicht gemacht. Seine Geburt war eine Sensation für Hirten und Könige. Selbst der Herrscher Herodes hat davon Wind bekommen und sich mächtig darüber aufgeregt. Deshalb ist es schön, wenn unsere Angebote auch möglichst viele ansprechen.

Wir haben erst mal eine Zeit gehabt, in der jeder etwas mit einem kleinen Tischchen vor seine Haustür gestellt hat, zum Beispiel die leckersten Plätzchen, Kinderpunsch oder eine kleine, kurze Bastelidee (Sterne falten oder schneiden, ein Weihnachtslicht herstellen, eine Weihnachtskugel beschriften, was Weihnachten für mich bedeutet …). Plötzlich war auf den Haustreppen viel los, es wurde munter geredet, gekaut und gebastelt. Es war ein reges und fröhliches, weihnachtliches Treiben!

Inbrunst und Freude

Nach circa einer Stunde versammelten sich alle auf der Treppe vor unserer Haustür. Mithilfe eines Bilderbuches habe ich die Weihnachtsgeschichte erzählt. Große, runde Kinderaugen hörten gebannt zu. An Weihnachten eignet sich natürlich die Weihnachtsgeschichte am besten, aber gerade für eine Hausgemeinschaft ist auch die Geschichte „Ein großer Tag für Vater Martin“ sehr eindrücklich. Danach haben wir zusammen Weihnachtslieder gesungen. Die Kinder, die ein Musikinstrument spielen konnten, haben es geholt und mitgespielt. Auch wenn die Töne vielleicht nicht immer gerade waren, an Inbrunst und Freude hat es nicht gefehlt.

Danach ist jeder fröhlich an den heimischen Tannenbaum gegangen und hat Geschenke ausgepackt. Aber wir wussten ganz sicher: An diesem Tag hatten alle unsere Nachbarn die Gelegenheit, an Jesu Geburtstagsparty teilzunehmen und von seiner Geburt zu hören. Keiner musste allein und traurig in seiner Wohnung sitzen. Wir können die Hausweihnacht deshalb sehr empfehlen. Sie zwingt niemandem etwas auf, aber die Weihnachtsbotschaft ist enthalten und wird weitergegeben. Außerdem verbindet das gemeinsame Feiern alle Nachbarn zu einer fröhlichen Gemeinschaft.

Stefanie Böhmann ist Pädagogin und individualpsychologische Beraterin. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.