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Archiv für die Kategorie: Artikel aus FamilyNEXT

„Ja, weißt du das denn nicht?“

Christian Rommert merkt, dass man nie genug miteinander reden kann..

„Nein!“, „Doch!“, „Ohhh!“ Seit zwanzig Minuten diskutieren wir nun schon und kommen keinen Schritt weiter! Ich versuche zu rechtfertigen, warum ich das dritte Wochenende in Folge unterwegs bin. Katrin hält hartnäckig dagegen. Ich fühle mich verletzt, weil ich mit dem an den Wochenenden verdienten Geld doch das Auto, das Haus und den Urlaub bezahle. Katrin sitzt auf der Palme, und ich spüre: Gleich eskaliert es. Da- mit meine ich nicht, gleich fliegt Geschirr. Das passiert nie, wenn wir uns streiten. Die höchste Eskalationsstufe ist bei uns: das Schweigen.

DEN INNEREN KOSMOS MITTEILEN

Gleich ist es sicher wieder soweit. Mich macht das total fertig. Schweigen bedeutet für mich die Höchststrafe. Und Katrin beherrscht das Schweigen perfekt. Aber auch ich kann das gut! Ich bin darin mindestens genauso geübt wie sie. „Nein!“, „Doch!“, „Ohhh!“ Ich will gerade Arme verschränken und beleidigt schauen, da höre ich, wie Katrin mich fragt: „Was macht dir denn solchen Druck?“ Als Reaktion schaue ich sie blöde an. „Ja, weiß sie das denn nicht?“, frage ich mich. „Weißt du, du bist mein bester Freund! Ich brauche dich zum Reden!“, sagt sie. Ich schlucke meinen ersten Impuls herunter und vermeide eine Aufzählung der Gespräche und Spaziergänge, bei denen wir meiner Meinung nach doch ausreichend Zeit zu zweit hatten. Ein Artikel aus einer Zeitschrift kommt mir in Erinnerung. Dort stand: „Deine innere Welt ist für deine Partnerin unsichtbar. Du musst sie ihr mitteilen. Du musst ihr deinen inneren Kosmos mitteilen, damit er verstanden werden kann.“ Reden, sich verständlich machen, damit ich verstanden werden kann und zuhören, hinhören, nachfragen, damit ich verstehe … Das ist so schwierig. Schweigen ist definitiv einfacher!

DAS RICHTIGE MASS

Doch ich starte einen Versuch und erzähle ihr von der Herausforderung, als Selbstständiger und Freiberufler nie genau zu wissen, wieviel genug ist. Soll ich das Wochenende verkaufen und damit den wichtigen finanziellen Puffer für den Sommer aufbauen oder nicht? Ich verkaufe Lebenszeit für Geld. Das ist die Spannung, in der ich mich ständig befinde. Denn beides – Zeit und Geld – sind wertvolle Güter. Und es sind widerstrebende Interessen. Dinge, die miteinander konkurrieren. Das richtige Maß zu finden, fällt mir einfach schwer. Im Verlauf des Gespräches zeige ich Katrin meine Jahresplanung. Wir bauen uns ein paar Inseln der gemeinsamen Zeit, und einen Termin sage ich dafür ab. Dabei geht es noch ein paar Mal hin und her. Aber es scheint, als seien wir wieder auf einer heilsamen Spur. „Und bei dir so?“, frage ich Katrin und merke auch in ihrem Blick eine Irritation. Auf ihrer Stirn meine ich lesen zu können: „Ja, weißt du das denn nicht?“ Also sage ich: „Ich habe eine Fantasie, was es bei dir ist, aber ich weiß nicht, ob ich damit richtig liege. Ich will dich wirklich verstehen! Erzählst du mir, was dich beschäftigt?“

WIE HUSTENLÖSER

Im weiteren Verlauf unseres Gespräches bestätigt sich: Meine Bilder, von dem, was in meiner Frau vorgeht, sind meine Fantasien. Wie es wirklich aussieht, erfahre ich nur über Gespräch. Mein innerer Kosmos bleibt für Katrin ein Geheimnis, so lange ich ihn nicht zeige. Ihre innere Welt bleibt ein Geheimnis, wenn ich mich nicht darum bemühe, sie wirklich zu begreifen. Das klingt so banal und ist doch eine Erkenntnis, die für unsere aktuelle Situation wie Hustenlöser wirkt. Schließlich fragt Katrin mich: „Wie wäre es, wenn ich mir an dem Montag nach diesem Wochenende freinehme und wir etwas gemeinsam unternehmen?“ Als sie merkt, wie ich zögere, sagt sie verschmitzt. „Nein? Oder: Doch?“ Und ich antworte fröhlich: „Ohhhhh JAAA.“

Christian Rommert ist Autor, Redner und Berater und Fan des VfL Bochum. Er ist verheiratet mit Katrin und Vater von drei erwachsenen Kindern. Regelmäßig spricht er das Wort zum Sonntag in der ARD.

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/03/GettyImages-951541888.jpg 1414 2119 Daniel Wildraut https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Daniel Wildraut2019-03-21 10:21:482019-03-26 10:55:29„Ja, weißt du das denn nicht?“

Kontakt abgebrochen

„Unser Sohn (22) ist vor einem Jahr ausgezogen. Nun hat er uns sehr deutlich gemacht, dass er erst einmal keinen persönlichen Kontakt zu uns möchte. Er müsse sich abgrenzen. Das verletzt uns sehr. Wie können wir damit umgehen?“

In der Bibel lesen wir in 1. Mose 2,24: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen.“ Die Ablösung von den Eltern ist – seit jeher ein Thema. Für Sie als Eltern ist es allerdings sehr hart, wenn Ihr Sohn diese Ablösung so drastisch vollzieht, dass er gar keinen persönlichen Kontakt mehr wünscht.

„Familien kann man sich nicht aussuchen“, heißt es und bedeutet, dass Familienbande auch dann bestehen bleiben, wenn es mal „nicht so gut läuft“. Doch das ist nicht immer so. Denn erwachsene Kinder haben nach ihrer Volljährigkeit die Möglichkeit, ihr Verhältnis zu den Eltern neu zu gestalten, bis hin zur radikalen Trennung.

VERLASSENE ELTERN

Für Sie als Eltern ist es sehr schwierig, mit diesem Schmerz umzugehen. Da ist es ein schwacher Trost, dass es rund 100.000 Familien in Deutschland und der Schweiz gibt, denen es ähnlich ergeht. In Berlin haben sich Betroffene zu einer Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen: www.verlassene-eltern-berlin.de.

Betroffene erzählen, dass es den Schmerz lindert, wenn man Briefe an das eigene Kind schreibt. Das können handgeschriebene Briefe sein, E-Mails oder Grußkarten. Das kann Ihnen guttun, und vielleicht sind die Briefe irgendwann wieder eine Brücke zu Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter. Eine betroffene Mutter, Angelika Kindt, formuliert ihre Briefe als Blogartikel und stellt sie ins Netz: www.wenn-kinder-den-kontakt-abbrechen.de. Zudem hat sie über ihre Erfahrungen ein gleichnamiges Buch geschrieben.

SCHMERZ FÜHLT SICH WIE TRAUER AN

Verlassene Eltern empfinden dieselbe Trauer, als wäre das eigene Kind gestorben. Vielleicht sogar noch mehr, denn sie können nicht zu ihm, obwohl das Kind lebt. Sie wissen auch nicht, ob der Sohn oder die Tochter den Kontakt jemals wieder aufnehmen wird, oder ob lebenslange Funkstille herrscht. Das ist eine sehr belastende Situation.

In vielen Fällen benötigt Ihr Kind einfach nur Abstand auf Zeit. Vielleicht ist es für Ihren Sohn lediglich wichtig, eigene Erfahrungen zu machen, ohne auf Belehrungen oder Kommentare der Eltern Rücksicht nehmen zu müssen. Wenn er seine eigenen Erfahrungen gemacht hat oder wenn er selbst eine Familie gründen will, kommt er möglicherweise wieder auf die Herkunftsfamilie zu.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie selbst Ihr eigenes Leben weiterleben. Versuchen Sie, Ihre Wut zu überwinden und Ihrem Sohn, trotz allem, den Kontaktabbruch zu vergeben. So bleibt die Tür für ihn offen, So bleibt die Tür für Ihren Sohn offen, und der Kontakt kann dann wieder aufleben, wenn Ihr Sohn dazu bereit ist.

Ingrid Neufeld ist Erzieherin und Mutter von drei erwachsenen Töchtern. Sie lebt in Schlüsselfeld in Oberfranken.

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/01/family_auszug_1.jpg 1600 2400 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2019-02-03 13:20:162019-01-21 13:30:38Kontakt abgebrochen

„Ihr Freund ist viel älter“

„Unsere Tochter (17) hat einen Freund, der zwölf Jahre älter ist. Wir haben den Eindruck, dass die Beziehung der beiden nicht auf Augenhöhe ist. Sollen wir mit ihr darüber reden? Oder ist das zu viel Einmischung?“

Ich kann die Fragestellung sehr gut verstehen und glaube, dass es für eine Mutter oder einen Vater nicht einfach ist, die Tochter in einer Beziehung zu sehen, bei der man Bedenken hat. Der Altersunterschied ist dabei nur ein Aspekt. Auch die nationale Herkunft, politische Einstellungen oder Drogen- und Alkoholmissbrauch können Dinge sein, die uns an den Partnern unserer Kinder stören. Aber die Grenzen zu einer guten Entscheidung sind in Ihrem Falle fließend.

Der juristische Aspekt wird sich schon bald biografisch lösen: Mit dem 18. Geburtstag haben Sie keine Erziehungsverantwortung mehr für Ihre Tochter. Es bringt also nichts, auf Ihre elterliche Fürsorgepflicht zu verweisen. Ihre Tochter muss Sie auch nicht um Erlaubnis fragen, mit wem sie befreundet ist. Die Zeiten, in der ein blumenbeschmückter Bräutigam an der Haustür um die Hand Ihrer Tochter anhält, sind vorbei. Trotzdem sollten Sie sie nicht sehenden Auges in eine Beziehung gehen lassen, bei der Sie Bedenken haben.

DAS GESPRÄCH SUCHEN

Deshalb ist der Beziehungsaspekt wichtiger. Sprechen Sie mit Ihrer Tochter über Ihre Bedenken, ohne zu bewerten und fragen Sie sie auch, wie es ihr in ihrer Beziehung geht und wie sie mit dem Altersunterschied zu ihrem Freund zurechtkommt. Hören Sie ihr gut zu! Mit guten Fragen und aktivem Zuhören können Sie mehr erreichen als mit Vorwürfen und Kritik. Verständnis ist wichtiger als Einverständnis.

Versinken Sie also nicht in Sorge und Bedenken, sondern sprechen Sie ganz offen und ehrlich über Liebe, Partnerschaft, Erwartungen und über Aspekte einer „Beziehung auf Augenhöhe“. Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie diese Augenhöhe auch im Blick auf Ihre Tochter wahren. Wie schnell sehen wir uns als Ältere und als Eltern in einer überheblichen Ankläger- und Besserwisserrolle, die jegliches offene Gespräch erstickt.

SICH IN LIEBE ÜBEN

Es kommt auch noch ein geistlicher Aspekt hinzu: Die Bibel spricht davon, dass ein Mann (und heute sicher auch eine Frau) Vater und Mutter verlassen muss, um in eine gelingende Beziehung eintreten zu können. Uns als „Verlassene“ bleibt dann vor allem, uns in einer positiven Grundhaltung zu üben: Wir dürfen lieben.

Den Mann, den Ihre Tochter liebt, den dürfen Sie auch lieben lernen. Eine Erinnerung an die eigene Unvollkommenheit in der jungen Beziehungssuche macht uns dabei barmherzig. Der Satz: „Dein Freund ist uns willkommen, weil du uns immer willkommen bist. Wenn du ihn liebst, wollen wir ihn auch lieben“, sollte gedanklich über der Tür stehen.

Wir können als Eltern unheimlich viel dazu beitragen, ob und wie eine Beziehung unserer Kinder gelingt, indem wir eine gute Willkommenskultur entwickeln und in liebevoller Barmherzigkeit leben.

Gottfried Muntschick ist Geschäftsführer der CVJM Familienarbeit Mitteldeutschland e.V.

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/01/family_freund_1.jpg 1500 2250 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2019-01-30 13:01:292019-01-21 13:06:34„Ihr Freund ist viel älter“

Hoffen, wo es nichts zu hoffen gibt

Er will sich trennen, hat sogar schon eine andere. Sie will an der Ehe festhalten und ihn weiterlieben. Kann das gut gehen? Die amerikanische Bloggerin Shauna Shanks hat ein Buch über den Kampf um ihre Ehe geschrieben. Von Christof Klenk

„Könntet ihr nicht mal das Thema Scheidung und Trennung in eurer Zeitschrift aufgreifen?“, fragt eine Leserin. Ja, wir tun das regelmäßig. Immer wieder erscheinen im Partnerschaftsteil von Family und FamilyNEXT Artikel, die sich mit dem Scheitern von Ehen befassen. Wir sind der Überzeugung, dass Familien, die eine Trennung erleben, derart einschneidende Veränderungen durchmachen, dass sie jede Hilfestellung, jeden Rat, jeden Erfahrungswert von anderen brauchen können. Manchen ist zu wenig davon in Family und FamilyNEXT zu lesen, anderen ist das eher zu viel. Sie erinnern uns daran, dass es doch die Aufgabe einer christlichen Familienzeitschrift sein müsste, Ehen zu stärken und zu fördern. Ja, das sehen wir als elementare Aufgabe von Family und FamilyNEXT. Wir wollen das eine tun und das andere nicht lassen. Manchmal fallen Trennung und Erneuerung in einer Ehe zusammen. Die Geschichte von Shauna Shanks, festgehalten in ihrem Buch „Ich muss verrückt sein so zu lieben“, ist ein Beispiel dafür. Sie wirft spannende Fragen auf: Inwieweit können die Worte der Bibel und die Beziehung zu Gott helfen, wenn eine Ehe zu scheitern droht? Kann die Liebe wirklich alles (er)dulden (1. Korinther 13)? Warum scheitern viele Ehen trotz aller guten Ansätze?

HARTE BOTSCHAFT

Kurz vor dem zehnten Hochzeitstag erklärt Shaunas Mann Micah, dass er aus der Ehe aussteigen will. Die Mutter von drei Söhnen hat überhaupt nicht damit gerechnet. Sie schildert die Situation recht eindrücklich in ihrem Buch: „Unsere Beziehung lief gut, dachte ich. Natürlich war unsere Ehe nicht perfekt. Aber wer führt schon eine perfekte Ehe? Doch als Micah dann zu reden begann, traute ich meinen Ohren nicht. Zuerst lachte ich und war mir sicher, dass er sich einen Spaß mit mir erlaubte. Dann weinte ich. Micah erklärte allen Ernstes, dass er nicht mehr mit mir verheiratet sein wollte. Während er redete, verschwand mein geliebter Mann vor meinen Augen. An seine Stelle trat ein Fremder, böse und kalt, berechnend und gefährlich.“ Er sei nicht glücklich mit ihr, fände sie nicht mehr attraktiv und wolle nicht mehr mit ihr zusammen sein. Ja, er ist sich sogar sicher, dass er sie nie geliebt hat.

Für Shauna bricht eine Welt zusammen. Nicht nur die Sicht auf ihren Mann verändert sich, auch ihr Selbstbild zersplittert. Sie hat eine schlaflose Nacht, in der die gläubige Frau mit dem vernichtenden Urteil ihres Mannes ringt und bei ihrem Gott Halt sucht. „Bitte, Gott, gib mir irgendetwas!“, fleht sie. Und sie hat den Eindruck, dass Gott tatsächlich zu ihr redet und ihr drei Wörter sagt: „Halte durch. Hoffe.“

Shauna fühlt sich an eine berühmte Stelle im ersten Korintherbrief erinnert. „Die Liebe ist langmütig und freundlich … sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.“ Diese Passage aus dem 13. Kapitel des Briefes ist als „Hoheslied der Liebe“ bekannt und für die verzweifelte Ehefrau sind die Worte zugleich Anweisung und Verheißung. Sie will alles ertragen und erdulden, was auf sie zukommt, und auf eine Wende hoffen, auch wenn es eigentlich keine Anzeichen für eine Besserung gibt. Wobei ihr der erste Teil leichter erscheint als der zweite: „Micahs Entschluss stand fest. Er wollte mit mir nichts mehr zu tun haben. Besser wäre es, mich zu verschließen, mein Herz zu schützen, Micah gegenüber unempfindlich zu sein. … Hoffnung. In meiner hoffnungslosen Situation eine riskante Haltung. Dennoch versprach ich Gott: Ich will es versuchen.“

DER „LIEBESFILTER“

In Tagen, Wochen und Monaten danach beginnt sie, um ihre Ehe zu kämpfen. Micah betont zwar ständig, dass er sie verlassen will, dass er sie nicht liebt, ja er eröffnet ihr sogar, dass er eine andere hat, doch er bleibt erst einmal im Haus wohnen – angeblich wegen der Kinder. Einem Freund berichtet er, dass er „seine Optionen abwägen“ würde.

Dass sie nur noch eine Option ist, trifft Shauna hart, aber sie versucht sich von Micahs ständigen Feindseligkeiten nicht runterziehen zu lassen, ihm geduldig zu begegnen und ihn weiter zu lieben. Die Liebe, die in 1. Korinther 13 beschrieben wird, kennt keinen Zorn, sie ist nicht nachtragend, sondern immer geduldig und gütig, sucht nicht den eigenen Vorteil. Die Worte aus der Bibel setzt sie ein wie einen Filter: „Entsprach eine Reaktion (von mir) der Liebesdefinition aus 1. Korinther 13, dann wurde sie durchgelassen; wenn nicht, hielt ich sie zurück. […] Wenn mir Sätze auf der Zunge lagen, die nicht freundlich, geduldig und hoffnungsvoll, sondern destruktiv und gemein waren, dann sprach ich sie nicht aus, egal wie Micah sich mir gegenüber verhielt. Das wurde zu meinem Lebensstil.“ Shaunas Geschichte kann durchaus zwiespältige Gefühle auslösen. Auf der einen Seite kann man sie für ihr Durchhaltevermögen, Gottvertrauen und ihre Hingabe bewundern. Auf der anderen Seite erscheint ihr Handeln doch recht naiv. Kann man die Worte aus 1. Korinther 13 in so einer Situation wortwörtlich nehmen? Müsste Shauna dem Mann, der sie betrogen hat, nicht einen Tritt in den Hintern geben, statt ihn mit Liebe zu pampern? Bei genauerem Hinsehen wird jedoch klar, dass Shaunas Reaktionen nichts mit Unterwürfigkeit, Passivität oder Einfalt zu tun haben, denn sie ist sich sehr wohl bewusst, dass ihr Verhalten nicht den Wünschen ihres Mannes entspricht. Indem sie seiner Verachtung mit Wertschätzung begegnet, erteilt sie ihm nicht die Legitimation für sein Handeln, die er sich erhofft hat. Hätte sie ihn mit Vorwürfen überhäuft, beschimpft und beleidigt, wäre ihm der Ausstieg aus der Ehe sicherlich leichter gefallen. Sie macht deutlich: „Was aber stattdessen von ihm verlangt wurde, war beinahe noch schlimmer: Er musste die Gnade ertragen, die ihm entgegengebracht wurde und die er nicht verdient hatte.“

Shauna Shanks mit ihrem Mann bei einer Autorenlesung in Würzburg.

Wie geht die Geschichte nun aus? Man ahnt, dass ein christliches Buch über Hoffnung und Liebe nicht im Desaster endet, insofern ist es sicherlich kein Spoiler, dass ich oben schon angedeutet habe, dass die beiden wieder zusammenkommen. Micah beendet die andere Beziehung, beginnt sich wieder auf seine Frau einzulassen und die beiden besuchen ein Eheseminar. Es ist spannend zu lesen, wie Shauna das Ganze durchhält, warum Micah so handelt, wie er handelt, und wie die Ehe Erneuerung erfährt. Die Lektüre des Buches lohnt sich also auch, wenn man weiß, wie es ausgeht.

NUR RICHTIG GLAUBEN?

Hinter der Geschichte steckt aber sicher noch eine ganz andere, fast noch wichtigere Frage: Ist die Autorin überzeugt, ein Allheilmittel für Ehen gefunden zu haben? Muss man nur richtig beten, lieben und hoffen? Sollten Menschen, die mit schwierigen Partnern verheiratet sind, mit notorischen Ehebrechern, mit Suchtkranken oder mit Leuten, die psychische und körperliche Gewalt ausüben, einfach durchhalten und um ihre Ehe kämpfen? Shauna Shanks hat dazu eine eindeutige Meinung: „Mangelt es an Glauben, wenn Ehen scheitern? Es ist mir sehr wichtig, zu betonen: Alles, was ich hier erzähle, ist ausschließlich meine Geschichte. Mir hatte Gott gesagt, dass ich durchhalten und an meiner Ehe festhalten sollte. Vor Kurzem musste ich mitansehen, wie die Ehe meiner Freundin zerbrach. … Ihr Mann hatte schon lange eine heimliche Beziehung mit einer anderen Frau. Meine Freundin fand es heraus und die beiden machten eine Ehetherapie. Der Mann behauptete dann, die Beziehung beendet zu haben, aber ein paar Monate später stellte sich das Gegenteil heraus. … Niemals würde ich auf den Gedanken kommen, dass diese Beziehung nicht gerettet werden konnte, weil meine Freundin zu wenig Glauben hatte. Bei meiner Freundin sah der Gehorsam Gott gegenüber jedoch ganz anders aus. In ihrem Fall war es richtig, dass ihre Ehe gelöst wurde.“

Ich bin froh, dass die Autorin hier so eindeutig Stellung bezieht, denn die Liebe und die Hoffnung, von denen Paulus im Korintherbrief spricht, hat nichts mit einem Zukleistern der Wahrheit zu tun. Es gibt Menschen, die viel zu lange in schädlichen Beziehungen leben. Wenn darunter auch noch Kinder zu leiden haben, kann unsere Botschaft nicht lauten: „Erdulde und ertrage alles. Halte um jeden Preis an deiner Ehe fest. Das wird schon wieder!“

INDIVIDUELL UND DOCH BEISPIELHAFT

Aber inwieweit kann die Geschichte von Shauna Shanks nun beispielhaft sein, wenn sie ihr Festhalten an der Ehe mit dem persönlichen Hinweis von Gott begründet? Letztlich glauben Christen, dass Gott durch die Bibel zu ihnen redet. Insofern kann sich jeder von 1. Korinther 13 angesprochen fühlen, egal, ob die Ehe nun gut oder schlecht oder so mittelmäßig läuft.

Ich bin sicher, dass der „Liebesfilter“, von dem Frau Shanks schreibt, tatsächlich einen Unterschied macht. Suche ich nach meinem eigenen Vorteil oder möchte ich das Beste für meine/n Partner/in? Reagiere ich kleinlich und misstrauisch auf alles, was mein Gegenüber sagt und tut, oder entscheide ich mich für eine grundsätzlich großzügige und liebevolle Haltung? Kann ich Fehler, verletzendes Verhalten und falsche Entscheidungen vergeben, oder schreibe ich innerlich mit, um alles bei der passenden Gelegenheit wieder auftischen zu können?

An den schlechten, stressigen und schwierigen Tagen ist diese Haltung alles andere als naheliegend und muss hart erkämpft werden, aber gerade dann kommt es darauf an. Klingt unrealistisch, übermenschlich? Absolut! Genau das ist die Erfahrung, die Shauna Shanks gemacht hat. Sie schreibt dazu: „Meine Liebe kam von Gott, es war Gottes Liebe, die ich empfing und weitergab, und sie war anders als menschliche Liebe. … Diese überwältigende, bedingungslose Liebe, die ich für Micah spürte, ließ mich ahnen, wie groß die Liebe sein muss, mit der Gott mich – und jeden anderen Menschen – liebt.“

 

Foto: Matt Day

Christof Klenk ist Redakteur bei Family und FamilyNEXT.

Shauna Shanks ist Autorin und Bloggerin (www.shaunashanks.com). Sie hat drei Söhne und lebt mit ihrer Familie auf einer Farm in Ohio. Ihr Buch „Ich muss verrückt sein, so zu lieben“ ist im Brunnen Verlag Gießen erschienen

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/01/Shauna-80-©-Matt-Day.jpg 1335 2000 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2019-01-18 13:00:122019-01-18 13:00:12Hoffen, wo es nichts zu hoffen gibt

Streiten

ZOFF MIT DEM OBERLEHRER

Dass Paare ihre Konflikte austragen sollten, ist Katharina Hullen durchaus bewusst. Mit ihrem Mann geht das aber leider nicht.

Katharina: Schon Johann Wolfgang von Goethe wusste: „Im Ehestand muss man sich manchmal streiten, denn dadurch erfährt man was voneinander.“ Streiten gehört einfach zu einer guten Beziehung dazu und darum ist es auch so wichtig, gemeinsam an einer guten Streitkultur zu arbeiten.

Aber ganz ehrlich: Ich finde Streiten mit meinem Mann einfach nur ärgerlich. Es beginnt schon mit seiner Grundannahme, er habe von Berufs wegen immer recht. Egal, um welche Sachfrage es geht, er hat schon mal was darüber gelesen, und es war auf jeden Fall anders, als ich es nun behaupte. Nicht selten muss Herr Google als Streitschlichter herhalten, um die eine oder andere Position zu belegen. Aber selbst wenn meine Version Recht bekommt, findet mein Oberlehrer noch den einen Halbsatz im Text, der seine Sicht ebenfalls stützt. „Aaah!“, tönt es zufrieden. „Siehst du, ich hatte recht!“ – „Nein, ich hatte recht!“, bemerke ich sachlich. – „Aber ich hatte auch recht!“ Und mehr braucht Mann nicht. Thema beendet.

Wenn es beim Streiten um ein Fehlverhalten (selbstverständlich meines Mannes) geht, ist es äußerst ärgerlich, dass mich beim Streiten immer die Leidenschaft packt – sprich: Ich werde laut. Lautstärke prallt aber an meinem stoischen, friesischen Ehemann völlig ab. Aber nur scheinbar, denn vor meinen Augen verwandelt sich mein gestandener Zweimetermann in ein schmollendes Kind, welches „pah!“ nun eben gar nichts mehr macht. Und dann wird es schwierig. Entweder ich nehme einige Stunden nach dem Streit noch mal Anlauf, entschuldige mich für meinen Ton und erkläre mich noch mal. Oder ich warte, bis er selbst aus der Schmollecke herauskommt. Damit wäre das Thema allerdings vorerst ausgesessen. Denn der stoische Mann würde sich lieber die Zunge abbeißen, als ein Streitthema noch mal anzusprechen und es in Ruhe zu klären.

Und selbst wenn mein Liebster sich nicht zurückzieht, weicht er dennoch auf eine ärgerliche Art aus: Er überhäuft mich mit sarkastischen Wortspielereien und Witzchen. Der Kabarettist und Sprachfetischist in ihm schafft es einfach nicht, auch nur eine Pointe liegen zu lassen! Es nutzt Ihnen gar nichts, wenn Sie alle Argumente auf Ihrer Seite haben, Ihr Gegenüber jedoch nur mit lustigen, aber ausweichenden Sprüchen kontert.

Ich danke Gott, dass er mir so viel Humor geschenkt hat – er ist der Rettungsanker unserer Ehe. Denn schön ist es, wenn wir beide plötzlich das Lustige an der Situation sehen, die Banalität oder die übertriebene Theatralik, die der Streit bekommen hat. Und dann können wir, obwohl wir gerade eben noch sehr wütend aufeinander waren, miteinander lachen und finden einen Rahmen, wo wir uns besser zuhören können.

 

Katharina Hullen (Jahrgang 1977) ist Bankkauffrau und Dolmetscherin für Gebärdensprache in Elternzeit. Sie und Ehemann Hauke haben fünf quirlige Kinder und leben in Duisburg. Gemeinsam bilden die beiden das Kirchenkabarett „Budenzauber“.

 

 

NICHTS ALS DIE WAHRHEIT

Hauke Hullen bewundert das strategische Geschick seiner Frau, auch wenn sie eigentlich nie recht hat.

Hauke: Ich streite gerne mit meiner Frau. Das ist immer eine sehr erquickliche Angelegenheit. Zuerst stellt Katharina ihren Standpunkt dar, oft verbunden mit einer Forderung. Dann lachen wir beide herzlich darüber. Anschließend löse ich das Missverständnis auf. Am Ende ist meine Frau etwas klüger und ich wie immer im Recht. Eine klassische Win-win-Situation!

Aber Ernst beiseite. Die Realität sieht natürlich anders aus: Ich habe zwar immer noch recht, aber die beste Ehefrau von allen will das nicht einsehen! Das bringt mich stets in eine schwierige Situation: Soll ich um des lieben Friedens willen nachgeben? Oder als aufrechter Kämpfer für das Wahre und Gute ungeachtet meiner persönlichen Nachteile weiterhin für das Richtige einstehen? Ein Dilemma, in dem ich nur zwischen falschen Entscheidungen wählen kann!

Um das Schlimmste zu verhindern, taste ich mich langsam vorwärts und versuche zunächst, konstruktive Lösungen aufzuzeigen. Denn fast immer gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, nicht nur Plan B, sondern auch Plan C und D. Eigentlich ein Grund zur Beruhigung der Gemüter – wenn nicht die beste Ehefrau von allen unbeirrbar weiterhin auf Plan A bestehen würde. Doch der Zug für Plan A ist nunmal schon längst abgefahren, weil, ja, weil halt der Göttergatte irgendeine Kleinigkeit übersehen hat.

Schwieriger sind allgemeine Konflikte, wo es ums Grundsätzliche geht, um unsere Ehe, ums Lebensglück oder um die Frage, wer morgens zuerst aufsteht und die Kinder weckt. Die sich anbahnende Eruption lässt sich für Laien im Vorfeld fast nicht erkennen. Doch nach nun immerhin 18-jähriger Erfahrung als Ehemann habe ich inzwischen herausgefunden, dass sich solche Konflikte ganz einfach gar nicht vorhersehen lassen! Ich meine sogar, dass sich diese Naturgewalt besonders dann entlädt, wenn man am wenigsten damit rechnet. Da liegt man, um im Bild zu bleiben, nach einem pflichtbewussten Tag endlich in der Sonne am Strand und freut sich des Lebens, da rollt plötzlich ein Tsunami über einen hinweg, weil sich irgendwo in den tief verborgenen Erdschichten der Ehe eine Spannung aufgebaut hat.

Beliebte Zeiten für solche Erdbeben sind übrigens entweder der Moment, wenn man morgens die Klinke in der Hand hat und schnell noch die Bahn erwischen muss oder wenn man nachts gerade eingeschlafen ist und in 5 Stunden der Wecker klingeln wird. Ich weiß noch nicht genau, ob das daran liegt, dass es Frauen am Gespür für den richtigen Zeitpunkt oder Ort fehlt – oder ob sie im Gegenteil genau merken, wann wir Männer total wehrlos sind.

So oder so sind Streitereien zwischen Kathi und mir meist wahre Kunstwerke der verbalen Kampfkunst und querschießenden Pointen. Wenn wir in der Öffentlichkeit debattieren, fragen uns Bekannte regelmäßig, ob dies eine Probe für ein neues Kabarettstück wäre. Und je länger ich über den Unterhaltungswert unserer Auseinandersetzungen nachdenke, umso mehr beschleicht mich der Gedanke, dass meine Frau den Streit vielleicht nur anfängt, um uns beiden eine Freude zu machen. Ja, so muss es sein!

 

Hauke Hullen (Jahrgang 1974) ist Lehrer für Deutsch und Sozialwissenschaften. Er und Ehefrau Katharina haben fünf quirlige Kinder und leben in Duisburg. Gemeinsam bilden die beiden das Kirchenkabarett „Budenzauber“.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/01/family_streit_4.jpg 950 1425 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2019-01-11 13:46:512019-01-14 09:34:04Streiten

Von Opa lernen …

… möchte Sandra Geissler. Denn wie ihr Schwiegervater von seinem Leben erzählt, ist für sie vorbildhaft.

„Der Opa kommt!“, tönt ein lauter Schrei durchs Haus. Irgendeiner entdeckt ihn immer, lange bevor er auch nur in die Nähe unserer Türklingel gelangen kann. Und schon rast die gesamte Kinderschar wie eine wildgewordene Büffelherde zur Haustür. In kürzester Zeit weiß die ganze Nachbarschaft Bescheid: Der Opa kommt! Es dauert immer eine Weile, bis sich die tumultartigen Zustände wieder gelegt haben, bis jeder ausgiebig gedrückt und durch feste Klopfer auf den Rücken auf seine Vollständigkeit hin überprüft wurde. Dann erst kann sich der ersehnte Gast endlich bis ins Wohnzimmer vorarbeiten und auf seinem Stuhl verschnaufen. Meistens hat er für jeden eine Kleinigkeit dabei. Eine Handvoll Schlümpfe von 1980 vielleicht, die er irgendwo in den Tiefen seines Hauses entdeckt hat, einige alte Matchboxautos, ein paar Schokokugeln oder eine Tüte Gummibärchen zum Teilen. Mein Schwiegervater ist 88 Jahre alt, und man merkt es ihm langsam ein wenig an. Doch immer noch ist er stark wie eine alte Eiche, groß, gewaltig und ein bisschen polterig. Er lacht gern und laut, ist diskussionsfreudig und herzlich. Nur das mit dem Hören funktioniert nicht mehr richtig, was den Lärmpegel in unserem eh schon immer lauten Haus in ungeahnte Höhen treibt. Man stelle sich fünf Kinder vor, die gleichzeitig versuchen, sich einem schwerhörigen Opa verständlich zu machen …

GESCHICHTEN AUS ALTEN ZEITEN

Hat der Opa dann endlich sein Plätzchen gefunden, sein Stückchen Kuchen verzehrt, die zweite Tasse Kaffee vor sich und ein Enkelchen auf dem Schoß, dann kommt meist der Moment, den meine Kinder lieben. Der Opa fängt an zu erzählen. Von seinen Weltreisen als junger Mann, ganz ohne All Inclusive und ausgebauter Infrastruktur, von den Nächten in Heuschobern oder in freier Wildbahn, von den Abenteuern, die er mit seinen Brüdern erlebt hat, von der Liebe seiner Eltern und von seiner Zeit als junger Familienvater. Die Kinder hängen an seinen Lippen, wenn der Opa erzählt, und sie erfahren Geschichten aus fernen Ländern und alten Zeiten, von der Oma, die sie nie kennenlernen konnten, von Tagen, an denen ihr Papa ein kleiner Junge war und wieviel Blödsinn er mit seinen Brüdern angestellt hat. Oft sitze ich da und staune, wie sehr meine Kinder sich von den alten Geschichten fesseln lassen. Noch mehr aber bestaune ich diesen Mann, der mit fast neunzig Jahren so ganz im Reinen ist, mit sich und der Welt, der nicht schimpft und nicht hadert, weder mit der Vergangenheit, noch mit dem Jetzt. Nach zwei Stunden verabschiedet sich der Opa wieder und unter lautem Hupen und wildem Winken fährt er davon. Wir winken und brüllen alle hinterher. Bis zum nächsten Mal.

NICHT DAS SCHWERE ZÄHLT

Oft schon haben mein Mann und ich nach solchen Stunden mit dem Opa überlegt, dass dieser Mann auch eine ganz andere Geschichte seines Lebens erzählen könnte. Die Geschichte einer Kriegskindheit, vom Hunger und einem zerbombten Zuhause. Von der Granate, die ihm beim Spielen einige Finger kostete. Von den Mühen, vier nicht gerade einfache Jungs auf den rechten Lebensweg zu bringen und der großen Trauer um seine viel zu früh verstorbene Frau. Von der Einsamkeit in einem nun längst zu großen, leeren Haus, den Beschwerlichkeiten des Alters und den alten Freunden, die nicht mehr sind. Aber so erzählt er die Geschichte nicht. Er erzählt seine Geschichte anders. Es ist nicht so, als wäre das alles nicht gewesen. Er negiert das Schwere nicht, es gehört dazu und ist Teil seiner Erzählungen. Aber es ist nicht das, was zählt. Was zählt, ist das wilde, schöne Leben in all seinen Facetten. Die Freude an diesem Leben, an Familie und zehn Enkelkindern, an Reisen und an guten Erinnerungen, an ungewöhnlichen Problemlösungen und überstandenen Krisen. Er feiert dieses Leben, das vergangene und das gegenwärtige, indem er es bejaht. Und er vergrault es nicht, indem er hadert. Der Opa behält das Gute und schaut gespannt nach vorne. Denn 95 wolle er auf jeden Fall werden, sagt er.

DAS WILDE, SCHÖNE LEBEN

So möchte ich die Geschichte meines Lebens auch einmal erzählen können, wenn ich eine Oma geworden bin. Und wenn ich es recht bedenke, dann muss ich gar nicht so lange warten. Ich kann direkt damit loslegen, jeden Tag auf ein Neues. Das Leitthema meines Lebensbuches sollen nicht die schweren und traurigen Kapitel sein, auch wenn sie natürlich auch zu meiner Geschichte dazugehören. Das Leitthema soll das wilde, schöne Leben sein in all seinen Facetten, die guten Begegnungen und das Abenteuer Familie, die Liebe, die ich erfahren und schenken durfte, die Dankbarkeit für die guten Momente und das große Glück in den kleinen Dingen. So möchte ich mein Leben feiern, das mir geschenkt wurde, mit allem, was dazu gehört, jeden Tag. In diesen Wochen ist es schwer für unseren Opa. Viele seiner alten Weggefährten sterben, er kämpft mit den Lücken, die sie hinterlassen. Und entschließt sich wieder einmal bewusst für das Leben. Plant ein paar kurze Reisen, lässt die Hörgeräte neu einstellen und lädt sich bei uns zum Kaffee ein. Wir freuen uns. Denn das Leben in all seinem Reichtum zu feiern, anstatt nur seine dunklen Seiten zu lesen, ist manchmal eine Frage des eigenen Entschließens. Das ist das Erbe, das der Opa seinen Enkeln hinterlassen wird. Das ist das Erbe, das ich meinen Enkeln irgendwann schenken möchte.

Sandra Geissler lebt mit ihrer Familie in Nierstein und bloggt unter 7geisslein.wordpress.com.

Zum Dossier-Thema „Das Leben feiern“ gibt es weitere Artikel in der Family 01/2019.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2019/01/family_opa_1.jpg 1414 2121 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2019-01-06 13:44:322019-01-14 09:34:49Von Opa lernen …

Weihnachten feiern mit erwachsenen Kindern

Vorbei sind die Zeiten, als sich aufgeregte Kinder auf die Geschenke stürzten und mit großen Augen den Weihnachtsbaum bestaunten. Wie feiern Familien mit großen Kindern Weihnachten? Einige Einblicke:

SPAGHETTI MIT GRÜNEM KETCHUP

Weihnachten in unserer Familie – was bedeutet das für uns? Wir, das sind Vater (49), Mutter (50), Sohn (22) und Tochter (21). Seit wir Familie sind, feiern wir den Heiligen Abend in unserem Zuhause. Einige Male hatten wir Gäste. Meistens sind wir für uns. Wir gehen in den Gottesdienst, essen zusammen und öffnen unsere Geschenke. In früheren Jahren sind wir gemeinsam zu den Großeltern gefahren. Zweimal haben wir Weihnachten in den Bergen verbracht. So weit, so gut. Was also macht das Fest für uns zu einem besonderen Ereignis?

Beide Kinder sind bereits ausgezogen und kommen Weihnachten „nach Hause“. Wir entscheiden uns in jedem Jahr neu, wie wir das Fest gestalten wollen. Deshalb gab es auch schon als Festessen Spaghetti mit grünem Ketchup, damit mehr Zeit zum Feiern bleibt. Seit einigen Jahren legen wir alle Wert auf ein ausgedehntes Mahl, das wir zusammen vorbereiten. Der Christbaum wird bereits am dritten Advent geschmückt, und nach und nach finden sich dort Geschenke ein, die mit dem Namen des Empfängers versehen sind. Man darf sie anschauen, aber auf keinen Fall anfassen. Das Spekulieren und die Vorfreude bereiten uns sehr viel Spaß (früher erzeugte das natürlich auch eine enorme Spannung). Zu wissen, dass man beschenkt werden wird, ist ein sehr schönes Gefühl und gibt uns einen Blick auf den Glanz der Heiligen Nacht mit dem Geschenk aller Geschenke.

Weihnachten ist bei uns keine Zeit der Streitereien. Wir müssen uns auch nicht beherrschen, um schwelende Konflikte zu unterdrücken. Unsere Familie ist bunt, und wir erleben Positives und auch viele Spannungen, nicht immer ist alles gut. Wir sind exorbitant häufig umgezogen, da schien es uns wichtig, einen festen Ort zu haben, an dem man zu Hause ist. Und das ist unsere Familie. Hier bin ich einfach, weil ich bin. Das ist wohl für uns alle das größte Geschenk, wir nennen das Liebe.

Was macht es da schon, wenn wir nicht alle die gleiche Auffassung von Kirche und Lebensgestaltung haben? Weihnachten hat uns Frieden gebracht, jedes Jahr aufs Neue und über das ganze Jahr. Und wenn es in Zukunft doch einmal Streit geben sollte? Ja, dann ist das eben so. Und in Zukunft? Die Kinder haben Partner gefunden, sie sind uns willkommen. In diesem Jahr haben beide entschieden, allein mit Vater und Mutter Weihnachten zu verbringen. Vielleicht werden sie einen Feiertag in der Familie ihres Freundes/ihrer Freundin sein. Das können wir Eltern gelassen sehen.

Christiane Lötter

 

 

 

NICHT MIT ERWARTUNGEN ÜBERFRACHTEN

Bisher haben wir mit unseren erwachsenen Kindern immer noch Weihnachten mit unseren Familientraditionen gefeiert. Aber es tut sich was. In diesem Jahr kam von zweien der Wunsch, Heiligabend in den Gemeinden an den Studienorten zu verbringen. Dort sind sie in der Musikarbeit und im Kindergottesdienst engagiert und wollen ihre Teams nicht allein lassen. Das ist für mich ein weiterer Schritt des Erwachsenwerdens, und ich freue mich darüber. Auch im letzten Jahr kamen sie schon kurz vor knapp nach Hause, und wir mussten wahrnehmen, wie erschöpft sie waren, und dass es keine gute Idee war, eine Flüchtlingsfamilie zum Essen einzuladen. Was im Jahr zuvor noch für alle schön war (jedes von den Kindern lud ausländische Studenten, die sonst allein gewesen wären, zu einem Weihnachtsessen bei uns ein), passte auf einmal nicht mehr. Unsere Leben entwickeln sich, trotz unseres guten Familienzusammenhalts, auch auseinander. Und dann muss bei unserem verheirateten Sohn noch koordiniert werden, wann die andere Familie besucht wird. Wir wollen gelassen bleiben und das Weihnachtsfest nicht mit Erwartungen überfrachten.

Anke Kallauch

 

 

Weitere Beitrage zum Thema gibt es in der FamilyNEXT 01/2019.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/12/jde_weihnachten-1-1024x684.jpg 684 1024 Nathanael Ullmann https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Nathanael Ullmann2018-12-13 15:53:052019-01-14 09:37:11Weihnachten feiern mit erwachsenen Kindern

„Kann ich mir Zeit wünschen?“

„Ich feiere bald einen runden Geburtstag. Meine Kinder wollen mir gerne etwas Besonderes schenken, aber ich finde, ich habe schon alles. Was ich mir sehr wünsche, ist, dass wir mehr Zeit miteinander verbringen. Kann ich mir das wünschen?“

Natürlich können Sie! Es stimmt ja, ab einem gewissen Alter und Einkommen hat man immer weniger materielle Bedürfnisse, die mit Geschenken befriedigt werden können. Aber gemeinsame Zeit wird immer kostbarer, vor allem, wenn die Kinder verstreut wohnen und gemeinsame Termine schwierig zu realisieren sind. Diese Zeiten gut zu gestalten und positive Erinnerungen zu schaffen, dazu eignen sich Anlässe, an denen die Familie sowieso zusammenkommt, besonders gut. Planen Sie auch ein, Fotos oder Videos von dem gemeinsamen Erlebnis zu machen.

WENN SIE ZU HAUSE BLEIBEN WOLLEN
Haben Sie früher gern gemeinsam gespielt? Dann holen Sie die altvertrauten Spiele wieder heraus. Oder lassen Sie sich ein neues Spiel schenken, das Sie zusammen ausprobieren.

Wann haben Sie das letzte Mal gemeinsam in alten Fotoalben gestöbert? Liegen irgendwo noch Fotos, die darauf warten, eingeklebt zu werden? Stellen Sie gemeinsam ein Album zusammen!

Haben Sie schon mal als ganze Familie gemeinsam gekocht? Es gibt Kochideen, die so aufwändig sind, dass sich eine gemeinsame Vorbereitung anbietet: Tapas, Frühlingsrollen mit verschiedenen Füllungen, Sushi, ein mehrgängiges Menü …

Eine auf den ersten Blick etwas schräge Idee ist ein gemeinsames Fußbad. Es vereint Entspannung und Geselligkeit mit Gemütlichkeit. Falls es passt, sitzen alle gemeinsam um die Badewanne, ansonsten brauchen Sie genügend Plastikwannen. Mit ausreichend Handtüchern, Badezusätzen, kalten Getränken und Musik wird das bestimmt eine einzigartige Erfahrung.

WENN SIE AUSSERHALB NACH IDEEN SUCHEN
Was haben Sie früher als Familie gern unternommen? Vielleicht eine Radtour, wandern, gemeinsam schwimmen, bowlen, minigolfen, Drachen steigen lassen? Tun Sie es einfach mal wieder! Waren Sie schon mal Tourist in Ihrer Heimatstadt? Machen Sie eine Stadtführung, besuchen Sie eine Ausstellung oder den botanischen Garten, besichtigen Sie eine Brauerei, buchen Sie eine Kanutour oder verbringen Sie einen Wellnesstag in der Sauna.

Wollen Sie etwas tun, das Sie noch nie gemacht haben? Gehen Sie gemeinsam Blut spenden. Spaß macht auch ein Fotoshooting. Oft gibt es Rabattaktionen, und es werden verschiedene Accessoires (von Seifenblasen bis zu Verkleidungen) zur Verfügung gestellt.

Trauen Sie sich in einen Escape Room. Hier handelt es sich um ein Team-Spiel, bei dem in der Gruppe mit Hilfe von Gegenständen und Hinweisen Rätsel gelöst werden müssen, um aus einem unbekannten Raum zu entkommen.

Und falls Sie jetzt doch „nur“ essen gehen wollen, erkundigen Sie sich nach einem „Erlebnis-Dinner“: Gruseldinner, Mittagessen unter Wasser, Gourmetstadtrundfahrt, Krimidinner, Ritteressen, Dinner in the Dark – eine dieser Möglichkeiten wird es auch in Ihrer Nähe geben.

Michaela Schnabel ist Mutter von drei erwachsenen Töchtern. Sie arbeitet als Sozialpädagogin und lebt in Witten.

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/11/family_zeit.jpg 1205 1808 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2018-11-24 16:01:282018-11-22 09:27:58„Kann ich mir Zeit wünschen?“

Angst vor Prüfungen

„Unser Sohn hat schon immer Probleme mit Prüfungsangst. Nächstes Jahr steht das Abitur an. Wie kann er sich langfristig gut darauf vorbereiten?“

Prüfungssituationen sind grundsätzlich nicht einfach zu bewältigen. Viele Schüler und Schülerinnen kämpfen ihre ganze Schulzeit mit Nervosität bei Leistungsüberprüfungen. Ein gewisses Unbehagen vor Prüfungen ist normal. Übersteigt jedoch die Nervosität bei Ihrem Sohn ein gesundes Maß, und er leidet unter körperlichen Symptomen oder hat regelmäßig Blackouts, dann spricht man von Prüfungsangst.

URSACHEN SUCHEN
Sprechen Sie mit Ihrem Sohn über seine Ängste. Sind seine Sorgen berechtigt, weil er sich in bestimmten Schulfächern überfordert fühlt? Warum ist das so? Gibt es Wissenslücken oder versäumten Lehrstoff, den er nachholen muss? Wie können Sie ihm dabei helfen, wenn das so ist? Lernt er in der für ihn richtigen Art und Weise? Leidet er unter einer Lernschwäche? Oder aber: Kann es sein, dass Sie als Elternteil (unbewusst) Stress machen? Aus eigener Erfahrung als dreifache Mutter und Pädagogin weiß ich, wie leicht das passiert, ohne dass man das selbst bemerkt!
Wenn ihr Sohn den Schulstoff grundsätzlich gut beherrscht und dennoch vor lauter Nervosität nicht klar denken kann, stellen Sie ihm folgende Fragen:

  • Warum bist du nervös?
  • Setzt du dich selber so stark unter Druck?
  • Stressen dich Lehrer oder Mitschüler?
  • Wovor hast du konkret Angst?

PRÜFUNG SIMULIEREN
Einer generellen Angst vor Leistungsüberprüfungen kann man mit einem mentalen Training gut entgegenwirken: Bei der Vorbereitung auf eine sehr große und sehr wichtige Prüfung wie dem Abitur oder der Matura kann es hilfreich sein, die Testsituation zu simulieren. Ihr Sohn kann Prüfungen der vorangegangenen Jahre, die man mit Lösungen im Internet oder in Büchern findet, ausprobieren. Zunächst soll er eine Prüfung für sich allein durcharbeiten. Um den Stressfaktor ein wenig zu trainieren, können Sie das „Probe-Abi“ als „Prüfer“ betreuen. Stellen Sie eine Zeituhr auf, teilen Sie die Fragebögen aus, versuchen Sie Ihren Sohn ein bisschen abzulenken und zu „stören“ – einfach als Training!

Manchen Schülern hilft es, sich gedanklich auf eine Art Reise zu begeben. Ihr Sohn soll die mögliche Prüfungssituation für sich vorab mehrfach durchdenken. Beim Abitur kommt ihm dann alles bereits ein wenig vertraut vor.

Sagen Sie Ihrem Sohn, dass sie stolz auf ihn sind, dass und wie er sich immer wieder trotz seiner Ängste den Prüfungssituationen stellt. Und er ist ja schließlich bereits erfolgreich gewesen, sonst könnte er nicht im kommenden Jahr zum Abitur antreten!

Last but not least: Vergessen Sie nicht das besondere Vorrecht, dass Sie mit Ihrem Sohn gemeinsam beten und Gott um Hilfe bitten können.

Roswitha Wurm ist Förderpädagogin und Mentaltrainerin. Sie lebt mit ihrer Familie in Wien. www.lesenmitkindern.at

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/11/family_pruefung.jpg 1033 1550 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2018-11-23 15:42:382018-11-22 09:27:13Angst vor Prüfungen

Auftanken im Vaterhaus

Christof Matthias feiert mit seinen Freunden Gottesdienst.

Es ist über 15 Jahre her. Mit ein paar Freunden saßen wir in unserem Wohnzimmer. An dem Abend beschäftigte uns die Frage, in welcher Art und Weise wir Gott am besten begegnen können. Die Brainstorming-Runde brachte die unterschiedlichsten Gedanken hervor: Gemeinschaft, Singen, nachdenkliche Impulse, Zeit zu hören, überschaubarer Rahmen und Kaffee natürlich. Wir wagten einen ersten Versuch, trafen uns in einer kleinen evangelischen Kirche.

Es war freier, vertraulicher und überschaubarer als ein sonntäglicher Gottesdienst. Unter den Initiatoren waren erstklassiger Musiker, erfahrene Seelsorger, Theologen und alle mit einem weiten Herz.

Aus dieser damaligen Idee ist eine feste Gewohnheit geworden. Wir treffen uns bis heute immer am letzten Dienstag im Monat und nennen das Ganze „Vaterhaus“. Der Ort hat gewechselt, Menschen kamen und gingen, einige blieben über all die Jahre treu. Wir beginnen immer mit „Hallo und wie geht’s?“ bei Kaffee, Tee, Gebäck, Chips und Flips. Ganz entspannt, zwanglos. Mal schauen, wer heute dabei ist und was er mitbringt. Nach und nach trudeln die Leute ein, wie auch immer sie es schaffen. Eine Maxime gilt: Wir machen uns keinen Stress. Das passt für uns nicht zu dem Gedanken des Auftankens und der freien Begegnung.

Irgendwann geht das Musikteam an den Start. Klavier, Gitarre, Saxofon und schöne Stimmen helfen uns, innerlich runterzufahren und unser Herz für Gott zu öffnen. Wir singen nicht nur drei bis fünf Lieder, wir lassen es laufen und kommen zur Ruhe.

Einer von uns hat im Vorfeld Gedanken, die ihn gerade bewegen, vertieft und für alle vorbereitet. Es geht uns immer und ausschließlich um das Thema Beziehung und Begegnung; was hilft und trennt, was belastet und befreit. Wir laden zum Austausch und zur persönlichen Reflektion ein. Zum Abschluss singen wir wieder oder wenden uns den Snacks zu. Auf jeden Fall bleiben wir aber im Gespräch, bis die Müdigkeit und die Vernunft uns nach Hause und ins Bett zwingt.

Ich erlebe diese Abende als „Rundumauftankerlebnis“. Das herzliche „Schön, dass du da bist!“, verbunden mit dem Geruch und Geschmack des Kaffees und meinen Lieblingschips, zeigt mir, dass ich willkommen bin. Das Gefühl, angenommen zu sein, brauche ich wohl mein Leben lang. Meine Seele scheint da ein dauerhaftes Bedürfnis zu haben. Die lieben vertrauten Menschen, die zuhören und denen ich Aufmerksamkeit schenken darf, zeigen mir, dass ich nicht allein bin. Wir stehen zusammen und sind füreinander da. Der aus meiner Sicht hervorragende Lobpreis durchdringt durch seine einfühlsame und abholende Art meine Fassade und wärmt mein Herz. Für mich eröffnet sich dabei immer wieder eine jenseitige Lebenswelt, die meine Seele berührt. Selbst nach einer halben Stunde will ich noch mehr davon. Es tut so gut. Die Gesprächs-Impulse geben mir die Gelegenheit, meine Erkenntnis zu weiten. Gerade im Austausch mit anderen kann ich meine Sichtweise hinterfragen und lerne dazu.

Ach, war das wieder ein schöner Abend. Mehr davon!

Christof Matthias

Christof Matthias ist freiberuflicher Supervisor und im Leitungsteam von Team.F, Vater von drei leiblichen Söhnen, einem mehrfach behinderten Pflegesohn, zwei Schwiegertöchtern und Opa von zwei Enkeltöchtern.

 

 

 

 

https://www.family.de/wp-content/uploads/2018/10/Family-Tanken.jpg 1012 1800 Team https://www.family.de/wp-content/uploads/2022/08/Family-Logo-2.svg Team2018-10-22 09:12:552018-10-30 10:03:13Auftanken im Vaterhaus
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