7 Tipps für einen entspannten Urlaub
Erholsame Ferien für die ganze Familie? Das muss keine Illusion bleiben! Die sechsfache Mutter Dorothee Tappe hat 7 Tipps zusammengestellt, die auch euren Urlaub zu einem großartigen Erlebnis machen.
Die Urlaubszeit steht an. Und wieder einmal merken wir, wie die Zeit knapp wird, damit alles rechtzeitig gepackt, notwendiges Urlaubszubehör – neue funktionierende Badetiere oder passende Wanderschuhe für die Kinder – besorgt wird und wir den organisatorischen Kram wie eine neue Vignette oder Einreisepapiere erledigt bekommen. Damit wir den Urlaub nicht schon gestresst und ausgelaugt beginnen, ist es wichtig, einige Dinge zu beachten. Ich habe sieben Tipps und Tricks zusammengestellt, wie ein stressfreier Urlaub gelingen kann.
Tipp 1: Aktivitätentabelle
Ein stressfreier Urlaub, der für alle Familienmitglieder passt, fängt schon bei den Planungen an: Wichtig ist, dass für jeden etwas dabei ist. Hierfür gestalte ich im Vorfeld einen Urlaubsaktivitätenplan. Alle möglichen Aktionen und Ausflugsziele werden in einer Tabelle erfasst, dazu die relevanten Daten wie Art der Aktivität, Ort, Entfernung zur Unterkunft, Öffnungszeiten, Kosten und sonstige Informationen. So muss ich diese später nicht mehr mühsam heraussuchen.
Anschließend darf jedes Familienmitglied einen Klebepunkt in einer individuellen Farbe in die Wunschspalte kleben. Unsere Jüngste konnte letzten Sommer noch nicht lesen. Sie hat den Plan zusammen mit dem großen Bruder ausgefüllt. Alternativ kann man Bilder oder Symbole in den Plan einfügen. Oder man setzt sich als Familie zusammen, geht die Ausflugsliste gemeinsam durch und setzt dabei abwechselnd die Klebepunkte.
Anhand der Klebepunkte können wir nun schauen, dass wir im Urlaub für jeden etwas unternehmen. Oft gibt es auch Aktivitäten, die allen gefallen, sodass diese natürlich bevorzugt drankommen. Und da viele Ausflüge wetterabhängig sind, kann morgens beim Frühstück auf den Plan geschaut und spontan entschieden werden, was für den jeweiligen Tag geeignet ist und worauf alle Lust haben. Dies ist durch die Tabelle einfach und entspannt möglich, da nicht erst noch gegoogelt werden muss, um Öffnungszeiten und Adressen herauszufinden.
Tipp 2: Packliste
Mein zweiter Tipp für einen entspannten Urlaub ist eine gute und vor allem ausführliche Packliste, sodass nichts vergessen und auch nicht zu viel mitgenommen wird. Hierfür lohnt es sich, eine Urlaubspackliste in einer Memo-App anzulegen, die für jeden Urlaub individuell angepasst und ständig erweitert werden kann.
Beim Packen kann nun jedes einzelne Stück direkt abgehakt werden. So sehen wir sofort, was wir noch mitnehmen oder besorgen müssen. Die Packliste unterteile ich in Rubriken. Es empfiehlt sich, immer direkt eine ganze Rubrik, zum Beispiel die Badesachen, zusammenzusuchen. Und sobald alles aus einer Rubrik zusammenliegt, kommt es direkt in den Koffer. Durch dieses System ist es möglich, relativ schnell und systematisch einzupacken. Vor allem wird nichts Wichtiges vergessen.
Tipp 3: Spielzeugkoffer
Der dritte Tipp ist absolut Gold wert. Kinder möchten ja immer alles Mögliche mitnehmen und einpacken, und dann fliegen die vielen mitgebrachten Spielsachen unkontrolliert im Hotelzimmer, im Zelt oder in der Ferienwohnung herum. Wenn jedes Kind einen klassischen Spielzeugkoffer bekommt, den es selbst packen darf, ist die Menge an mitzunehmendem Spielzeug klar begrenzt. In diesen Koffer darf alles rein, was die Kinder mitnehmen möchten. Es müssen keine Diskussionen im Vorfeld geführt werden, ob etwas mitgeht oder zu Hause bleibt. Die Kinder dürfen absolut frei wählen. Wenn der Koffer voll ist, ist das Limit erreicht!
Dies ist nicht nur sehr entspannend, sondern schafft auch am Urlaubsort gleich Ordnung, da die Spielzeuge im Koffer direkt aufgeräumt sind. Zusätzlich zum Koffer darf jedes Kind ein Kuscheltier und eine Puppe mitnehmen, sodass sich im Spielzeugkoffer genügend Platz findet für Bücher, Spiele, Puppenkleider oder für das, was die Kinder einpacken möchten. Und da die Kinder dies schon in jungen Jahren selbstständig machen, sparen diese simplen Spielzeugkoffer viel Zeit und Nerven.
Tipp 4: Reisebeschäftigung
Mit einer entspannten Anreise startet man besser in den Urlaub. Hierzu wird für jedes Kind eine kleine Beschäftigungstasche für das Auto, die Bahn oder das Flugzeug gepackt. Vorzugsweise mit Dingen, die keinen Dreck verursachen und mit denen sich die Kinder lange und ruhig beschäftigen können. Hierfür eignen sich magnetische Maltafeln, Wasser-Ringe-Spiele, drehbare 3D-Reisepuzzle, Ball-Labyrinthe, Kindermagazine oder ein Auto-Bingo (siehe Info-Kasten).
Tipp 5: Setzkasten für den Urlaub
Der nächste Tipp betrifft das Sammelsurium, das Kinder gern aus dem Urlaub mitbringen: Muscheln und Steine, kleine Andenken und Erinnerungsstücke. Hierfür lohnt es sich, einen oder mehrere Setzkästen anzuschaffen, in denen Urlaubserinnerungen immer wieder neu gestaltet werden können. Zusätzlich zu den Fundstücken der Kinder kann man die schönsten Urlaubsfotos im Polaroid Design entwickeln lassen und gemeinsam mit den Kindern im Setzkasten anordnen. Dies ist nicht nur eine nett anzuschauende Deko, sondern ein Platz, an dem die Sammelstücke der Kinder gewürdigt werden. Die ganze Familie kann sich beim täglichen Vorbeilaufen an die schönen Momente erinnern.
Tipp 6: Sortiertes Einpacken
Tipp Nummer 6 hilft, nicht gleich am ersten Tag nach dem Urlaub wieder in Stress zu geraten und gut in den Alltag zu starten. Hierfür ist ein sortiertes Einpacken hilfreich: Die Koffer werden nicht wie auf der Hinreise nach Rubriken eingepackt. Diesmal kommt in den größten Koffer ausschließlich Dreckwäsche, die schon beim Einpacken nach Farben und Wäschegradzahl vorsortiert wird. So kann dieser Koffer zu Hause direkt in die Waschküche gestellt werden. Die einzelnen Stapel kann man schon sortiert in die jeweiligen Waschkörbe oder direkt in die Waschmaschine legen. Der Koffer sollte zum Auslüften zwei Tage aufgeklappt stehengelassen und anschließend direkt wieder verräumt werden.
Auch die anderen Dinge werden sortiert eingepackt, aber diesmal nach ihren Plätzen zu Hause vorsortiert: nach dem Zimmer, dem Schrank … Mit diesem Trick geht das Ausräumen blitzschnell. Und da man dabei kaum nachdenken muss, kann ein Hörbuch oder Podcast gehört und diese Zeit gut für eine kleine Me-Time genutzt werden.
Tipp 7: Impulse aus dem Urlaub
Der letzte Punkt ist ein Tipp, um den Erholungsfaktor des Urlaubs möglichst lange in den Alltag mitzunehmen und wohltuende Dinge dauerhaft im Familienleben zu integrieren. Hierfür wird am letzten Urlaubstag bewusst eine kleine Auszeit genommen, um der Fragestellung nachzugehen: Was nehme ich aus dem Urlaub mit?
Diese Punkte werden gesammelt und aufgeschrieben. Das können konkrete Vorhaben sein wie „Müsli selbst mischen“, „Nudelteig herstellen“ oder „monatliche Wanderungen als Familie unternehmen“. Vielleicht habt ihr aber auch die Idee, einen so bequemen Hängestuhl wie im Hotel als Leseecke einzurichten oder als Familie gemeinsam einen Klettergarten zu besuchen.
Dorothee Tappe ist Diplom-Sozialpädagogin, Bildungsforscherin (MA) und Mutter von sechs Kindern. Auf ihrem YouTube-Kanal „Familie(n)leben“ veröffentlicht sie Tipps und Themen zu Organisation und Erziehung.